Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Miteinander lachen

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Nieselregen, Starkregen, Dauerregen: Das Wetter lässt uns leichten Herzens akzeptieren, dass dieses Jahr auch die Abreise per Rad entfällt.

Abschiedstag: In den letzten Nördspiel-Stunden kommt regelmäßig ein bisschen Traurigkeit auf, denn das nächste lange Brettspielwochenende scheint unvorstellbar weit entfernt. Das ist auch diesmal so, mehr denn je. Denn wer weiß, ob das im November anvisierte Treffen in Ruppertshofen stattfinden kann.

Exit – Die Station im ewigen Eis: Vor Jahren habe ich mal gesagt: Es gibt Spiele, für die ich mich besser eigne. Ich weiß nicht mehr, um was es ging. Aber unser Freund Carsten zog damals in Erwägung, T-Shirts mit dem Spruch zu bedrucken.

Inzwischen sind die Worte fast zum running gag geworden. Dass ich während unserer Exit-Partie daran denken muss, hat Gründe. Ich mag Rätsel, vor allem, wenn ich sie lösen kann. Das ist bei der Station im ewigen Eis nicht der Fall. Dass wir nur fünf Tipps brauchen in den 104 Minuten, die es bis zu unserer Flucht nach draußen dauert, liegt an Florian. Ich trage kaum mehr als Administratives bei. Zum Glück kann ich flüssig vorlesen und überwiegend fehlerfreie Notizen erstellen.

Nördspiel Vierkirchen, Exit und Ausbeute auf dem Ofen

Nördspiel Vierkirchen, Exit und Ausbeute auf dem Ofen

Die Crew reist gemeinsam zum 9. Planeten: Ich mag auch Stichspiele. Als Kind habe ich im Familienurlaub Schafkopf gelernt, Skat kam später, Bridge nur ganz kurz und an Tichu arbeite ich noch. Die 50 Missionen der Crew haben wir schon einmal zu zweit mit Dummy Jarvis komplett durchgespielt, viele auch in Dreier-, Vierer- oder Fünferbesetzung ausprobiert. Ich wähle spontan Mission 37. Was soll ich sagen, Jarvis hat so schlechte Karten, dass er unmöglich das Schiff auf Kurs halten kann. Ich als Kommandant darf nicht. Also muss Florian ans Steuer und die vier vorbestimmten Stiche machen. Guter Mann!

Was gefehlt hat: Newton mit Tilo und Thomas. Wir, die Großen Alten, halb Bayern, halb Baden-Württemberg, haben das Spiel im Februar auf der Regvor in München als Preis für den vierten Platz unter 20 Teams gewonnen. Tilo, unser Bester, wollte es vorbereiten und nach Nördlingen mitbringen.

A Brief History of the World mit Carsten und wer sonst noch Geschichte neu schreiben möchte.

Gespräche und Lachen.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Fast schon vorbei

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Dieses Jahr habe ich keine Angst, eine gute Partie zu verpassen, wenn ich mitten am Tag eine Runde radle, um Bewegung und frische Luft zu bekommen.

Fast-schon-vorbei-Tag: Es gibt Nördspiel-Teilnehmer, die verlassen das Hotelgelände fünf Tage lang kein einziges Mal. Die Terrasse betreten sie nur, um schneller in den Spieleraum zu kommen. Wir sind da anders. Mindestens einmal am Tag müssen wir raus, auf der Stadtmauer herumspazieren oder eine kleine Fahrradtour unternehmen. Zu Hause fehlt die Stadtmauer, also steigen wir aufs Rad.

Steam: Nördspiel ohne Eisenbahnspiel ist wie Kniffel ohne – ach, das hatten wir schon. Eisenbahnspiele sind jedenfalls essentiell für unseren Spaß an Brettspielwochenenden. Snowdonia zum Beispiel, aber auch Russian Railroads. Und natürlich Steam. Diesmal kommt Ted Alspachs Jamaika-Karte auf den Tisch. Weil die Insel so klein ist und es überhaupt nur sechs Städte gibt, von denen vier noch gebaut werden müssen, wird es unser schnellstes Steam ever, nach 45 Minuten und sechs Runden sind alle Würfelchen von der Karte weggeliefert. Das Spiel ist aus, ich bin Queen of Steam. Mit sagenhaften 14 Punkten. Florian, der diesmal bei einer symmetrischen Auslage vielleicht einen kleinen Startspielernachteil hat, kommt auf zwölf Punkte.

Nördspiel Vierkirchen, vierter Tag: Azul und Steam Jamaica

Nördspiel Vierkirchen, vierter Tag: Azul und Steam Jamaica

Azul: Allein schon wegen der Haptik spiele ich immer wieder gerne Azul. Es ist jedesmal ein kleines Erfolgserlebnis für mich, wenn ich am Rundenende einen Stein nach rechts schieben kann. Zu zweit ist es mehr ein taktisches Abwägen: Nimmst du das, nehme ich dies. Der Zufall spielt eine geringere Rolle als zu viert. Weil ich das nicht so abraffe, sammle ich in den letzten zwei Runden paar Minuspunkte zu viel. Ein gutes Gefühl war‘s trotzdem.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Der gemütliche Teil

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Endlich das richtige Wetter, um sich abends mit einem Gläschen Wein auf der Terrasse auf die Partyspiele einzustimmen.

Der Brückentag: Wir haben auf den längst eingetragenen Urlaubstag verzichtet, den Kollegen mit den schulpflichtigen Kindern zuliebe, die in den Pfingstferien so gerne freinehmen. Haben am Brückenfreitag gearbeitet. Im Homeoffice im ersten Stock und im Dachgeschoss. Trotzdem wollen wir spielen, it‘s Nördspiel-Time. Was kompliziert ist, bleibt unangetastet, wir gehen gleich zum gemütlichen Teil über.

Codenames: Je mehr Mitspieler, desto größer die Gefahr, erste Eingebungen kaputtzureden. Ich spiele den Vlaada-Chvatil-Klassiker am liebsten zu viert oder sechst, aber zu zweit geht es auch ganz famos. Und wenn auf „Stückeln 2“ als Tipps „Säge“ und „Kürbis“ kommen, weiß man, dass man ähnliche Vorstellungen von Küchenarbeit hat.

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

3 Secrets: Bilder anschauen und anhand der drei farblich hervorgehobenen Details Geschichten erraten, wenn der Mitspieler nur mit ja, nein, nicht ganz und irrelevant antworten darf. Das Ganze unter Zeitdruck. Das fordert und macht Spaß, nur diesmal haben die beiden Heldinnen, die wir erwischen, einen Knall. Achtung, Spoiler: Die eine ist eine glückspielsüchtige Krankenschwester auf Diebestour, die andere eine mörderische Archäologin, die sich für eine wiedergeborene Pharaonin hält. Ich weiß nicht, wie oft ich „irrelevant“ sage. Und als ich mit dem Raten an der Reihe bin, will mir partout nichts zum Glatzkopf mit den Blumen einfallen.

Kneipenquiz: Als Absacker vorm Schlafengehen ein Kneipenquiz hat fast schon Tradition. Einmal haben wir in Nördlingen zu 14. die schwerste Stufe In your Dreams geschafft. Zu zweit fehlt uns ein Gutteil der Schwarmintelligenz, also wagen wir uns nicht ans Mittelgewicht It‘s Showtime, sonden machen es uns easy-peasy. Schwer genug, wenn man nicht weiß, dass Weltklasse-Tennisspieler Roger Federer derjenige ist, der sowohl Zwillingstöchter als auch Zwillingssöhne hat. Aber auf Frontex kommen wir dann doch noch. Auf den Linux-Pinguin sowieso, und natürlich Enzensberger, den alten Kaufbeurer. Mitte Februar auf meinem Geburtagsfest hätten wir übrigens zu neunt fast In your Dreams geschafft.

Um den Song „Covid-19/Sommer ‘20“ zu zitieren:

Weißt du noch, wie‘s früher war, eigentlich bis Februar.
Weißt du noch, wie schön das war, damals vor Corona.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Heimat überall

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Na, gut geschlafen? Nichts geht übers eigene Bett.

Der Feiertag: In Nördlingen spielen wir spätestens am Donnerstag, dem ersten vollen Tag, die eine oder andere Monate im voraus vereinbarte Partie. Fünf Tage sind kurz, besonders wenn die Mitspieler ebenfalls eine Liste mit Spieleverabredungen haben. In Vierkirchen ist das anders. Es gibt keine Konkurrenzpartien, wir müssen uns nicht in irgendwelche Terminpläne einpassen. Und auf die Spielerzahl brauchen wir auch nicht zu achten. Die wird sich bis Sonntagabend und darüber hinaus nicht ändern.

Res Arcana: Heuer durfte man erstmals Vorschläge für die Spiele der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel einschicken. Ich empfahl das Tom-Lehmann-Spiel von 2019. Es wurde nicht genommen. Res Arcana ist ein schnelles Spiel, in dem sich mit wenig Karten viele Möglichkeiten auftun. Es gibt Leute, die möchten eine Erweiterung. Ich finde es perfekt, wie es ist. Und diesmal verhilft mir meine Zwergenmine gegen Florians Alchemistenturm kombiniert mit der Versunkenen Schiff zu einem 10:9-Sieg.

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Race for the Galaxy: Tom Lehmann hat noch ein großartiges Spiel gemacht, ein paar Jahre vor Res Arcana und ohne Ressourcen. Bei mir läuft es prima, bei Florian besser. Er kann‘s einfach. Wir haben Race schon im Frankreichurlaub mit unseren Neffen gespielt, als die beiden noch zur Schule gingen. Und seitdem immer wieder, auch immer wieder gerne in Nördlingen. Ein Stück Heimat, egal ob im Ries, in Vierkirchen oder der Normandie.

Vor den Toren von Loyang: Ein langes Brettspielwochenende ohne Rosenberg ist wie Kniffel ohne Würfel. Da fehlt was. Oft kam Caverna auf den Tisch, zuletzt auch Nusfjord. Wir entscheiden uns für Loyang mit seinem entzückenden Holzgemüse und dem Gefühl, nie genug davon für all die Kunden organisieren zu können, die man glücklich machen will. Ich hatte es schon lange nicht mehr gespielt. Jetzt will ich es recht bald wieder angehen, um zu sehen, ob ich vielleicht doch das Zeug zur Agrarökonomin habe.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Unter erschwerten Bedingungen

by Nicole

Willkommen zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Das diesjährige Brettspieltreffen ist in mehr als einer Hinsicht historisch: erstmals in Seuchenzeiten, erstmals mit nur zwei Teilnehmern – und erstmals nicht in Nördlingen.

Der Anreisetag: Die Nördspiel beginnt traditionell am Mittwochnachmittag. Florian und ich ziehen jedoch das erste Spiel auf den Vormittag vor. Denn statt 120 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen, müssen wir nur die Treppe ins Erdgeschoss runter. Draußen ist es regnerisch und grau, als ob es uns das Wetter ein bisschen leichter machen wollte, zu Hause zu bleiben.

Port Royal: Zwei Partien, zweimal Pech beim Aufdecken. Und zumindest für mich kein Matrose zu rechten Zeit. Meine Münzen wären in einem Witzbold gut angelegt gewesen.

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Lorenzo der Prächtige: Unsere neueste Errungenschaft, diesmal mit Anführerkarten. Kaum habe ich 15 Diener, schon stellt sich Ludovici III Gonzaga ein und mit ihm ein Gratis-Ratsprivileg pro Runde. Es ist unsere zweite Partie überhaupt. Wir befinden uns in der Kennenlernphase. Am Ende habe ich zwei Punkte mehr, weil Florian lieber Eigenes schafft, als die Zahnradaktion zu blockieren.

Dominion: Diesmal kommt die Seaside-Erweiterung mit auf den Tisch. Die Inseln gefallen uns beiden. Mir hat es auch der Schmuggler angetan, Flo der Taktiker. Wir haben es so lange nicht mehr gespielt und sind doch gleich wieder drinnen. Einfach nur gut.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Mai 2020: Breves Notitiae

by Florian

Ach ja, der Mai. Auch wir haben jetzt begonnen, regelmäßig den Drosten-Podcast zu hören – besser spät als nie. Außerdem habe ich die ersten drei Kapitel meines im 8. Jahrhundert angesiedelten historischen Romans Eisenglanz als Leseprobe online bereitgestellt. Weiter arbeiten wir daheim, gehen mindestens jeden Morgen vor die Tür und am Wochenende radeln. Und lesen viel.

Brettspiele? Hm. Schon auch bisweilen.

Der Herr der Ringe: das Kartenspiel

Jedes Wochenende gab es ein, zwei, drei Besuche in Mittelerde. Wir haben den Isengart-Zyklus geschafft. Neun Szenarien. Siebzehn Partien. Die meisten Anläufe brauchten wir für einige der leichteren Abenteuer. Das war Pech – oder weil wir einfach für sehr spezielle Anforderungen unsere Decks umstellen mussten.

Kurze Pause, dann geht es weiter im verlorenen Königreich des Nordens, Arnor.

Lorenzo der Prächtige

Nach etwas Zögern habe ich Lorenzo der Prächtige bestellt, um für die Diskussion meiner Lesegruppe gerüstet zu sein. Dort beschäftigen wir uns im Juni mit dem fast gleichnamigen Buch von Ingeborg Walter und der Frage, warum es so viele Medici-Spiele gibt.

Die Mai-Statistik enthält eine Lernpartie. Weitere werden hoffentlich im Juni folgen. Damit ich mitreden kann. Aber das Buch habe ich immerhin schon gelesen.

Pax

Nicht Pax Pamir, nicht Pax Renaissance, nein: Ich meine das Kartenspiel Pax von Bernd Eisenstein. Im Mai gab es zwei Solo-Partien, ich habe Level 4 geschafft und bin an 5 gescheitert. Vielleicht im Juni? Das wäre nicht das Ende: Die kleine Erweiterung hat noch mal fünf Level.

Kingdomino

Die erste Vierpersonenpartie seit März. Zwei sogar. Kingdomino ist ja kein langes, kein komplexes Spiel. Man könnte es sogar unspektakulär nennen.

Die Regeln mit Mundschutz zu erklären hat mich trotzdem überfordert. Ich kann jetzt verstehen, dass Politiker keine Maske tragen, wenn sie Reden halten.

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April 2020: Bericht muss entfallen

by Florian

Nein, ich kann nichts schreiben. Diesen Monat habe ich nichts zu erzählen. Immer die gleichen alten Spiele. Und die neuen Spiele sind auch wie die alten. Und ab der zweiten Partie nicht mehr neu. Und immer habe ich nur daheim gespielt, im Vierkirchner Wohnzimmer. Immer mit derselben Mitspielerin. Nicht dass ich mich beschweren möchte. Manche sitzen schließlich ganz ohne Mitspieler in ihrer Wohnung und vermissen ihren wöchentlichen Brettspieltreff.

Race for the Galaxy

Was könnte ich schon erzählen? Hey, wir haben Race gespielt. Ein Spiel, über das hier im Blog jede Menge dummes Zeug steht. Und andernorts erst …

Ich könnte euch schildern, wie ich heute die verlorene Partie herumgerissen habe. In der es von Anfang an schlecht für mich lief. Und gut für Nicole. Ständig habe ich erkundet, meist +5. Auf der Suche nach militärischer Stärke. Auf der Suche nach Militärwelten. Gefühlt war es nie genug.

Selbst in der letzten Runde habe ich mit der Hand voll wertloser Karten Erkunden +5 und Entwickeln gespielt. Mein Vorsatz: Die beste 6er-Entwicklung, die ich erwische, baue ich. Es kam die neue galaktische Ordnung, die zu meiner unsichtbaren Festung passte. Wir zählten. Das Spiel stand auf dem Kopf. 42 zu 39 für mich.

Ja, die Geschichte könnte ich euch erzählen. Ausgerechnet 42 Punkte! Das alles konnte kein Zufall sein. Aber würdet ihr das lesen wollen, dummes Zeug über Race for the Galaxy?

Der Herr der Ringe – das Kartenspiel

Ich könnte euch einmal mehr von diesem Living Card Game vorschwärmen. Sicher, das Herr der Ringe-Kartenspiel lässt FFG in China herstellen, und die internationalen Warenflüsse sind mit Schuld an der schnellen Verbreitung des Virus. Und sicher kennt ihr dieses Spiel entweder aus eigener Erfahrung und habt viel bessere Kartenkombos als wir, oder ihr scrollt eh jeden Monat über meine begeisterten Berichte hinweg, weil ihr es nicht mehr hören könnt und so ein LCG außerdem auf niedrige Sammelinstinkte setzt und viel zu teuer kommt, oder weil Arkham Horror LCG eurer Meinung nach die besseren Szenarien hat.

Ist ja gut. Lasst uns nicht streiten.

Carcassonne

Einen Geheimtipp würde ich noch loswerden. Carcassonne. Schon davon gehört? Spiel des Jahres 2001. Klaus-Jürgen Wrede. Innovativer Mechanismus: Plättchen legen, Figuren abstellen, werten.

Nein, nicht so. Natürlich kennt ihr Carcassonne. Aber ganz neu ist die offizielle Solo-Variante, und die ist noch besser als die inoffiziellen, die ich auch schon Dutzende Male gespielt habe. Die ist so schwer, dass ich mich mit so bescheidenen Punktzahlen abfinden musste, dass ich sie nicht veröffentlichen kann. Und schwer ist bei solo immer gut.

Aber wenn ihr selbst auch gern solo spielt, habt ihr sicher davon gehört, die Variante vielleicht sogar ausprobiert? Es war zu befürchten. Oder alles ist anders, und es geht euch wie diesem Spielbox-Kritiker, der die 7 (von 10) für die Durchschnittsnote hält – und Solospiele für dämlich.

So oder so, mit Carcassonne solo brauche ich euch wahrscheinlich auch nicht zu kommen.

Kneipenquiz

Ich könnte sogar von einem Spieleabend in großer Runde erzählen. Kneipenquiz zu acht, dazu eine Spielleiterin. Kein Problem mit Mindestabstand. Sandra hat’s auf Twitter angeleiert. Sie macht das jede Woche. Über Discord.

Ich hätte auch gar nichts Schlechtes zu sagen. Es war nett. Etwas schade, dass man die Leute nicht sehen konnte, die man da kennenlernte und mit denen man im Team war. Aber hmm, Kneipenquiz übers Chatprogramm? Mit fremden Leuten und ohne Smalltalk? Ohne Bier, oder zumindest ohne Anstoßen?

Das alles fühlte sich seltsam an. Das Schlimmste waren aber einige Quizfragen, die ich kannte. Wir haben das Kneipenquiz ja auch schon öfter gespielt, und einige Fragen hatte ich garantiert schon einmal gehabt, das wusste ich sicher.

Aber die Antworten, die wusste ich nicht mehr. Darum breite ich über die Geschichte auch lieber den Mantel des Schweigens.

Vielleicht nächsten Monat wieder.

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März 2020: Keiner verliert allein

by Florian

In diesem Monat gab es zehntausende Neuanmeldungen auf Yucata. Weil sich die Leute nicht treffen können, spielen sie online miteinander. Das ist eine nette Sache. Plötzlich habe ich dort erstmals Partien mit Twitter-Bekannten – oder auch mit alten Freunden, die früher um keinen Preis webbasiert und asynchron spielen wollten, sondern grundsätzlich nur am Tisch.

Allerdings ist bei mir gar nicht das Spielen selbst der Antrieb. Ich besuche Yucata dieser Tage hauptsächlich, um mal unter die Leute zu kommen. Ähnlich wie Twitter. Nur dass es auf Twitter keine Spiele gibt. Dafür ist auf Yucata nicht jeder zu einem Schwätzchen aufgelegt.

Das richtige Spielen, das gibt es bei uns immer noch. Ohne Tablet oder Computer, fern der jüngsten Vorschriften und Statistiken und Nachrichten. Abends, nach dem Essen. Oft müde und unkonzentriert. Am liebsten kooperativ, damit keiner allein verliert.

Schade eigentlich, dass es keine Koop-Spiele auf Yucata gibt.

Hanabi

Wenn die äußeren Umstände uns verunsichern, suchen wir Menschen Trost bei Bewährtem. Kein Wunder, dass Nicoles und meine Hanabi-Sucht zurück ist. Auch wenn die Erfolgsquote schon einmal höher war. Schließlich sind für uns nur 25 Punkte ein Sieg. Können wir die nicht mehr erreichen, werfen wir zusammen – und geben höchstwahrscheinlich gleich neu.

Hanabi ist von Antoine Bauza, und ich muss es wohl nicht mehr vorstellen.

Jump Drive

Noch ein Rückfall: Tom Lehmanns Jump Drive war 2019 mein meistgespieltes Solospiel. 2020 liegt es schon wieder in Führung. Noch einmal habe ich die ersten drei Kampagnen von Boardgamegeek-Nutzer Epyo in Angriff genommen.

Mehrfach, wie ich zugeben muss. Weil es nicht gleich klappte. Die Konzentration ist nicht die alte.

Zur Erklärung: Eine Kampagne besteht aus vier Partien in Folge. Jede dauert sieben Runden, in jeder Partie muss der Spieler 50 Punkte erreichen plus eines der vier Zusatzziele. Sind nach vier Partien alle vier Ziele abgehakt, gilt die Kampagne als gewonnen.

Die erste Kampagne fordert einen militärischen und einen zivilen Sieg und einen mit mindestens 60 Punkten. Das ist eigentlich leicht zu schaffen. 2019 habe ich sie dreimal gewonnen, nie verloren. Für 2020 stehen die ersten Niederlagen im Logbuch.

Die Crew

Geschafft! Eine Strohpuppe namens Jarvis, Kommandantin Nicole und Funker Florian haben ihr Raumschiff erfolgreich an den Rand des Sonnensystems und zurück zur Erde navigiert. Keine Panne konnte sie stoppen.

Die letzten Missionen waren gar nicht so schwer. Nur Nummer 49 mussten wir dreimal spielen, die 50 gelang wieder auf Anhieb.

Das bleibt mein einziger Kritikpunkt: Thomas Sings Stichspiel Die Crew ist, außer zu fünft, einen Tick zu leicht. Etwas mehr Widerstand, etwas mehr Schwierigkeit wäre gut gewesen. Ansonsten: klasse. Falls es 2020 überhaupt ein Spiel des Jahres geben sollte – die Jury kann ja nicht im üblichen Umfang sondieren und testen -, ich würde mich wundern, wenn es nicht Die Crew wäre.

Roll for Adventure

Ein Spieler findet immer einen Anlass, ein neues Spiel zu kaufen, obwohl er keines braucht. Geburtstag, Ostern, Geburtstag der Oma, Beförderung, Geburtstag des Meerschweinchens, gute Laune, demnächst Wochenende, schlechte Laune – oder es gibt irgendwo ein Sonderangebot.

Auch Corona. Wenn wir schon daheim bleiben müssen, können wir uns doch wenigstens ein neues Spiel leisten.

Roll for Adventure

Unserem Roll for Adventure fehlten zwei graue Würfel.

Roll for Adventure von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert ist Nicoles und mein Corona-Spiel. Gemeinsam gegen Monster kniffeln, nicht zu hirnverzwirbelt, nicht zu lang und jede Menge Abwechslung durch Heldenfiguren, optionale Monster, die Rückseiten der Einsetzfelder.

Klar, der Glücksanteil. Und ja, ausgeschlafen und im Vollbesitz meiner Kräfte könnte ich mich bei Roll for Adventure auch mal unterfordert fühlen. Es ist kein Spiel für die Ewigkeit, sondern eines, von dem wir in den nächsten Wochen ein bis zwei Dutzend Partien spielen werden. Eines, das sich irgendwann ausgespielt anfühlt. Eines fernen Tages. Wenn man sich wieder mit anderen zum Spielen treffen kann. Das würde passen.

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Treff am Montag entfällt

by Florian

„Gib mir mal die Würfel rüber“ – ihr alle wisst es, Spielen ist nicht die ideale Aktivität, um die Verbreitung hochinfektiöser Viren zu stoppen. Der Vierkirchner Spieletreff am 16. März entfällt, der am 20. April voraussichtlich auch, wie Michael über den Mailverteiler angekündigt hat.

Perspektivisch stelle ich mal den Vorschlag in den Raum, im Herbst sozusagen zum Ausgleich einen Spieletag zu veranstalten, beispielsweise 15 bis 22 Uhr an einem Samstag oder Sonntag. Damit man was hat, worauf man sich freuen kann. Für Terminvorschläge ist es natürlich viel zu früh, aber was meint ihr grundsätzlich? Wenn ihr auch Lust darauf habt, lasst doch gern einen Kommentar da.

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Februar 2020: Es geht in die Verlängerung

by Florian

Die Zeit fliegt wieder mal. Wir haben schon den 35. Februar 2020. Schnell noch den Monat zusammenfassen, bevor er vorbei ist.

Foothills

Einige Monate stand der Zwei-Personen-Ableger von Snowdonia im Regal. Dann kam der lange Februar, und siehe da, wir haben Foothills dreimal gespielt.

Ich nehme mal an, Snowdonia kennt jeder, der hier liest? Die Rohstoffe Geröll, Eisenerz und Stein sind die gleichen, aber es ist in Foothills von Ben Bateson und Tony Boydell nicht mehr nötig, Erz in Stahl zu konvertieren. Gut so: Wir bauen nicht mehr nur eine, sondern sechs walisische Eisenbahnstrecken gleichzeitig. Und statt Arbeiter einzusetzen, spielen wir in jedem Zug eine unserer fünf Karten. Die müssen wir anschließend herumdrehen. Auf der Rückseite findet sich eine ganz andere, etwas schwächere Aktion.

Hier fängt das Gegrübel an. Das heißt nämlich, dass einige für meine Planung wesentlichen Informationen verdeckt vor mir liegen. Zwar weist jede Vorderseite auf die Rückseite hin, aber erst nach einer Übungspartie hat man die Möglichkeiten seines Kartensatzes so halbwegs im Blick. Zumal sich Aktionskarten ersetzen lassen.

Wie in Snowdonia gibt es zum Schluss Extrapunkte für bestimmte Karten. In Foothills müssen sie vorher ausgemustert werden. Karten ausmustern ist die neue Funktion des Pubs.

Es macht Spaß, sich in das Spiel hineinzufuchsen. Das Thema ist liebevoll umgesetzt. Allerdings habe ich leise Zweifel, ob es mich auf Dauer reizt, verdeckte Kartenrückseiten in meinen Planungen zu berücksichtigen – und ob dieser Kniff den Wiedereinstieg nach einer Pause nicht massiv erschwert.

Collage: Spielen im Februar

Spielen und andere Faschingsvergnügen

Tatort: Hotel

Im Greenrock-Hotel sind 15 Morde passiert. Sieben haben wir vor Jahren gelöst. Die unerledigten nehmen wir jetzt in Angriff, um irgendwann den Deckel final schließen zu können.

Diesmal ging es um einen Boxclub und seinen toten Manager. Die Story war nicht der Rede wert, als Rätsel aber in Ordnung. Nur den Witz mit dem Boxeraufstand hätte sich Autor Arthur Tebbe schenken können.

Ich hatte den Fall frühzeitig gelöst und entsprechend punkteträchtige Tipps abgegeben, aber leider machte mir Nicole einen Strich durch die Rechnung: Schockschwerenot, sie war die Handlangerin des Täters! In diesem Fall sind alle Tipps wertlos. Nur die Kartenpunkte zählen – und da habe ich die Wertigkeit der Alibis für die Verdächtigten leider überschätzt. Wir Unschuldigen sehen das anders, aber wir beugen uns den Spielregeln.

Just One

Auf das Regvor-Wochenende folgte eine Geburtstagsparty. Zu neunt versuchten wir in Just One, Runde für Runde Dopplungen zu vermeiden. Sollte es in großer Besetzung endlich einmal gelingen, die Höchstpunktzahl von 13 zu erreichen?

Wir sammelten sechs Punkte, dann neun. Der spannendste Moment war in der großen Gruppe jedesmal der Vergleich der niedergeschriebenen Begriffe. Hat noch einer mein Wort? Und wenn ja – reicht es trotzdem zur Lösung?

„Ohh, leicht“, hieß es dann meistens. Das schüchterte so manchen Ratenden ein, aber am Ende fand er doch den richtigen Begriff. Wir kamen auf zwölf Punkte. Dann die verflixte 13. Karte. Und Pustekuchen. Ausgerechnet für den letzten Begriff fanden wir nicht genug Umschreibungen. Alle Tipps bis auf einen, nämlich „Jacke“, flogen raus.

Wärt ihr draufgekommen? Der gesuchte Begriff war „Ärmel“.

Commands & Colors: Medieval

Parallel zu der ganzen Spielerei habe ich ernsthafte Studien frühmittelalterlicher Taktiken aufgenommen. Ich lese bei Robert Graves und Prokopios von Caesarea über die Feldzüge des oströmischen Feldherrn Belisar. Und ich spiele sie nach. Im Duell mit Thomas ist es mir nach anfänglich schweren Verlusten gelungen, die massierte sassanidische Schlachtreihe zu durchbrechen und das Zentrum des Gegners in die Flucht zu treiben.

Hach, wie schön kann Blutvergießen sein, wenn es fast 1500 Jahre zurückliegt.

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