Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

September 2020: Stolpersteine überall

by Florian

Aus meinem Tagebuch:

30. September: Ist nicht demnächst der Monatswechsel?
1. Oktober: Das kam plötzlich. Aber gut, fange ich mal meinen Rückblick an. Als Vorspann schreibe ich einfach: „Juhu, pünktlich!“
2. Oktober: Jetzt nicht nachlassen. Den Einstieg werde ich wohl noch mal ändern müssen …

Deadline

Mythos Tales haben wir abgeschlossen, im September folgte die erste kooperative Ermittlung in New York. Eine von zwölf. Die Mechanik von Deadline gefällt, der Fall war fast zu leicht. Vor der nächsten Partie muss ich noch mal in die Regel schauen. Darf man die Partie frühzeitig abbrechen, wenn man glaubt, alles zu wissen, oder müssen wir stumpfsinnig alle Örtlichkeiten abarbeiten?

Details der Titelbilder von Ulm, Deadline, Carcassonne, Castles of Tuscany

Septemberspiele 2020

Ulm

Auch in Ulm trägt man jetzt Maske. Es wurde im Vierkirchner Treff gespielt. Michael fiel die Gewöhnung ans Schieben von Aktionssteinen schwer, Felix stieß nach Anfangsproblemen auf Platz zwei vor, hinter Nicole.

Neulich habe ich die BGG-Solovariante probiert und knapp verloren. Vor allem aber spielen wir es weiter zu zweit.

Castles of Tuscany

Es stimmt, was sie sagen: Die Regeln sind nicht in jedem Sonderfall eindeutig. Wir haben anscheinend trotzdem alles richtig gespielt.

Manches in Tuscany ist wie in Burgen von Burgund, vieles anders. Insbesondere setzt Castles of Tuscany bei der an Bubu vielfach kritisierten thematischen Einbettung noch eins drauf. In der Regel steht, Hintergrund sei die Toskana des 17. Jahrhunderts, auf der Schachtel ist vom 15. Jahrhundert die Rede. Hauptsache Italien!

Carcassonne

Neuer Solo-Highscore: 75 Punkte. Läuft.

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August 2020: Ein echter Glücksfall

by Florian

Dieses Mal bin ich richtig spät dran mit meinem Monatsrückblick. Das habe ich gestern gemerkt, als Alexander von Verspielte Rezensionen über seinen August berichtet hat. Das ist mir noch nie passiert. Rote Laterne!

Dabei habe ich durchaus was zu erzählen, habe im August spannende Sachen gespielt. Einmal sogar mit jenem Alexander, obwohl er aus Hannover kommt.

Private Eye

Wir haben uns einfach in London getroffen, im Hotel Langham. Sind uns auf dem Flur begegnet, vor einem Zimmer, in dem zufällig gerade einer gestorben war.

Ein echter Glücksfall. Als Coroner Edward Hamilton konnte ich dem von Alexander gespielten Krimiautor mal zeigen, wie so eine echte Ermittlung läuft. Und dass am Ende doch immer ein eifersüchtiger oder gieriger Mensch der Täter ist, und nicht ein Spinner, der den perfekten Mord begehen will, oder was sich diese Schmierfinken sonst so ausdenken. Ich gebe aber zu, mit Giften kannte sich dieser Münchhausen-Nachfolger halbwegs aus, und er hat mich auch vor einem sinnlosen Ausflug nach Cardiff bewahrt.

Ihr merkt, es war ein Rollenspiel, geleitet von Sandra, die damit erst 2020 begonnen hat. Ja, dieses Jahr. Ich konnte es auch kaum glauben. Aber sie hat das prima gemacht.

Das uralte System Private Eye basiert schwer auf Chaosiums Basic Roleplaying, vielleicht so sehr, wie das ohne Lizenz in den Achtzigern möglich war. Soweit ich weiß und jetzt beobachten konnte, sind seine Stärken nicht unbedingt die Regeln, sondern das Hintergrundmaterial und die Abenteuer. Wir haben auch weitgehend regelfrei gespielt, als wäre es ein Exit-Room oder eine Criminal-Cabinet-Ermittlung. Aber das habt ihr vielleicht schon bei Verspielte Rezensionen gelesen. Wenn nicht, findet ihr unten einen Link. Wie immer.

Ich gebe zu, ich war skeptisch, was Rollenspiel per Videokonferenz angeht. Jetzt wäre ich sofort wieder dabei.

August 2020: Hadara, Private Eye, Ulm

August 2020: Hadara, Private Eye, Ulm

Just One

Auch im oder besser vor dem Vierkirchner Pfarrsaal wurde endlich wieder gespielt. Diesmal noch überwiegend maskenfrei. Ich konnte Nicole und Julian im Wandel-der-Zeiten-Würfelspiel besiegen. Nicole zeigte uns, wie man in Ganz schön clever auf fast 300 Punkte kommt. Dann versuchten wir uns in einer Sechserrunde in Just One.

Wir hatten ein Talent dafür, von den fünf Begriffen auf der Karte den jeweils schwersten auszuwählen, was ja blind geschieht. Wir haben gestöhnt – und die schweren Begriffe als Extra-Motivation genommen. Wir lösten „Granatapfel“ und „Alcatraz“ korrekt auf. 12 von 13 Punkten waren die Belohnung.

Nächster Spieleabend in Vierkirchen ist der 21. September, wie in den Terminen vermerkt. Bitte Maske mitbringen und beim Eintreten Hände desinfizieren. Wie wir 1,5 Meter Abstand einhalten, wird noch spannend.

Hadara

Es mag dekadent klingen. Nicole und ich haben Hadara von Benjamin Schwer hauptsächlich erworben, um es auf Yucata spielen zu können. Wofür man es nicht braucht. Die Regeln sind ja auch online verfügbar. Sogar als Erklärvideo. Aber mit dem echten Material tun wir uns stets leichter.

Und natürlich spielen wir es auch am Tisch, jetzt wo wir es da haben. Wobei mir nach einem Arbeitstag manchmal Reserven fehlen, um allen Anforderungen der Zwischenwertungen zu genügen. Neulich musste ich in der zweiten Wertung wegen Versorgungsengpass fünf von 16 Karten abgeben. Ganz im Ernst: Das war ein Tiefpunkt meiner Spielerkarriere.

Jetzt aber wird alles besser, der Nebel in meinem Kopf lichtet sich. Vielleicht probiere ich mal die Soloversion, die der Verlag Hans im Glück als Teil seines Quarantäne-Pakets herausgebracht hat. Dann kann ich auch in Zweierpartien besser mithalten.

Nicht dass ihr denkt, das wäre unfair von mir. Nicole übt auch regelmäßig. Auf Yucata.

Ulm

Noch ein Yucata-Spiel hat uns in der Pappversion erreicht. Dieses Werk von Günter Burkhard, erschienen bei Huch, gibt es aktuell im Abverkauf für rund 15 Euro. Ich kann nur raten, holt es euch.

Ulm fühlt sich rasend schnell an. Zehnmal kommt man dran und macht genau drei Aktionen. Es hat einen wunderbaren Flow, zack ist es vorbei, wobei die letzten Züge sich auch mal ein klein wenig ziehen können, wenn einer mehr als eine Option hat und Punkte gegenrechnen muss.

Gut möglich also, dass Ulm auch im September-Bericht eine Rolle spielen wird.

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Juli 2020: Verlorene Paradiese

by Florian

Die letzte Brettspiel-Partie mit mehr als zwei Personen gab es Anfang März. Dennoch ist Corona nicht an allem schuld. Meine letzte Rollenspielrunde lag fünf bis sieben Jahre zurück, die vorletzte über zehn Jahre. Es fehlte an Mitspielern – und an der Bereitschaft, selbst Zeit zu investieren.

Dann kam der Juli. Endlich wieder ein Brettspielwochenende, im kleinen Kreis, unter Corona-Isolierten.

Flamme Rouge

Zunächst zur wichtigsten Nebensache der Welt: Radrennen. Mein Rouleur und mein Sprinteur jagten im Wettstreit mit den Teams von Anne, Nicole und Thomas über Kopfsteinpflaster. Auf Windschatten bedacht, platzierte ich meinen Sprinteur in der letzten Reihe des Startfelds, zwei hinter meinem Rouleur, der als Tempomacher vorgesehen war.

Pläne sind gut. Das Kopfsteinpflaster macht sie oft zunichte.

Die Damenmannschaften hielten das Tempo hoch. Thomas verlor seinen Sprinteur. Aussichtslos hing er im Niemandsland und schaffte erst im letzten Zug wieder den Anschluss ans Feld – viel zu spät, um in die Entscheidung einzugreifen. Dumm nur: Thomas‘ Rouleur hielt sich noch geschickter im Windschatten des Pulks als meine Jungs. Im Fotofinish musste ich mich geschlagen geben.

Meine erste Reaktion: Hätte ich nur meine Jungs vor dem Start ein Feld weiter nach vorn gestellt! Hätte, hätte, Fahrradkette. Das Rennen wäre ganz anders gelaufen. Auf Kopfsteinpflaster gibt es keine Zufallssieger. Mehr dazu am 25. Oktober, dem ungewöhnlichen Termin des diesjährigen Paris-Roubaix.

Risus

Am Samstagmorgen folgte die Pen-and-Paper-Rollenspielrunde. Als Regeln wählte ich Risus von S. John Ross, weil unkompliziert und kann ich selbst jetzt noch aus dem ff. Das Abenteuer stammt aus T&T Adventures Japan und heißt „Kitten-napped“. Die Spielfiguren werden magisch geschrumpft, um eine Katze aus einer Trollhöhle zu befreien.

Strichmännchen

Risus-Helden

Risus-Charaktere definieren sich durch Klischees. Ich hatte eine Tabelle mit hundert Fantasy-Klischees und hundert Adjektiven vorbereitet. Mein Vorschlag: Würfelt das erste Klischee aus und wählt die anderen passend oder denkt euch welche aus. Ein Adjektiv sollte nur das erste Klischee bekommen.

Guter Plan? Die Spieler hatten so viel Freude daran, mit dem W100 zu würfeln, dass jeder von ihnen alle vier Klischees jeweils inklusive Adjektiv zufällig bestimmte. Anne spielte beispielsweise Rafael, der aus einem Dorf im Dschungel namens Spanien stammt. In der Spielwelt kennt man ihn als kleingewachsenen Betrüger, aber auch als unberechenbaren Metzger. Sein Talent als gottloser Redner ist ausbaufähig („Du, du … du, du …. Trottel!“), und tja, auch als bartloser Seeräuber ist er nur im Nebenerwerb tätig.

Das Abenteuer verlief geradlinig, ja geradezu perfekt, hätte Alfred der unberechenbare Zauberer die Kobolde mit seiner Stimmenprojektion ablenken können. Nicht nur Zauberer sind unberechenbar, Würfel auch. Es war kein Wochenende, an dem Pläne aufgingen. Stattdessen lenkte der gottlose Redner schimpfend die Koboldwächter ab.

Auf dem Rückweg tobte sich Johny, der kaltblütige Barbar, im Kampf gegen eine Schlange aus. Alfred half, indem er Knoten in den Schlangenleib hexte. Endlich draußen, erlangten die Helden ihre gewohnte Größe zurück und strichen ihre Belohnung ein.

Mythos Tales

Ein rollenspielartiges Erlebnis liefert zumindest mir auch Mythos Tales von Hal Eccles und Will Kenyon. Die Lovecraft-Version von Sherlock Holmes Criminal-Cabinet spielt sich wie Call of Cthulhu ohne Spielleiter – oder zumindest die besseren Mythos Tales-Abenteuer.

Nicole und ich haben nun alle acht Abenteuer der Basisbox durch, und ohne Spoiler kann ich sagen: Sie sind nicht alle gleich gut.

Kein Rollenspielleiter antizipiert alle Ideen der Spieler. Bisweilen ist der „Keeper of Arcane Lore“, wie er bei Cthulhu heißt, zur Improvisation gezwungen. Nun kann, anders als ein Spielleiter, das Ermittlungsbuch von Mythos Tales schlecht vom gedruckten Text abweichen. Manche eigentlich gar nicht so abwegige Idee führt zu keinem Eintrag. Damit kann ich leben. Blöd wird es nur, wenn eine andere, mindestens genauso abgelegene Idee sich als idealer Weg der Ermittlung herausstellt.

Die besten Fälle sind meiner Meinung nach die breit angelegten mit zahlreichen Anlaufstellen, die mal mehr, mal weniger Informationen liefern. Nadelöhre in der Ermittlung hingegen machen die Szenarien nicht wirklich schwerer, sondern vor allem willkürlicher.

Maori

Das Wohlfühl-Spiel des Wochenendes war Maori von Günter Burkhardt, 2009 bei Hans im Glück erschienen. Die salzige Luft reinigte die Bronchien, die sanften Wellen revitalisierten den geschundenen Rücken. Und die Farben! Es war eine friedliche Bootsfahrt auf dem blauen Ozean. Nur für mich nicht. Ich bekam als Einziger keinen Blumenkranz ab. Von wegen Paradies.

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Miteinander lachen

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Nieselregen, Starkregen, Dauerregen: Das Wetter lässt uns leichten Herzens akzeptieren, dass dieses Jahr auch die Abreise per Rad entfällt.

Abschiedstag: In den letzten Nördspiel-Stunden kommt regelmäßig ein bisschen Traurigkeit auf, denn das nächste lange Brettspielwochenende scheint unvorstellbar weit entfernt. Das ist auch diesmal so, mehr denn je. Denn wer weiß, ob das im November anvisierte Treffen in Ruppertshofen stattfinden kann.

Exit – Die Station im ewigen Eis: Vor Jahren habe ich mal gesagt: Es gibt Spiele, für die ich mich besser eigne. Ich weiß nicht mehr, um was es ging. Aber unser Freund Carsten zog damals in Erwägung, T-Shirts mit dem Spruch zu bedrucken.

Inzwischen sind die Worte fast zum running gag geworden. Dass ich während unserer Exit-Partie daran denken muss, hat Gründe. Ich mag Rätsel, vor allem, wenn ich sie lösen kann. Das ist bei der Station im ewigen Eis nicht der Fall. Dass wir nur fünf Tipps brauchen in den 104 Minuten, die es bis zu unserer Flucht nach draußen dauert, liegt an Florian. Ich trage kaum mehr als Administratives bei. Zum Glück kann ich flüssig vorlesen und überwiegend fehlerfreie Notizen erstellen.

Nördspiel Vierkirchen, Exit und Ausbeute auf dem Ofen

Nördspiel Vierkirchen, Exit und Ausbeute auf dem Ofen

Die Crew reist gemeinsam zum 9. Planeten: Ich mag auch Stichspiele. Als Kind habe ich im Familienurlaub Schafkopf gelernt, Skat kam später, Bridge nur ganz kurz und an Tichu arbeite ich noch. Die 50 Missionen der Crew haben wir schon einmal zu zweit mit Dummy Jarvis komplett durchgespielt, viele auch in Dreier-, Vierer- oder Fünferbesetzung ausprobiert. Ich wähle spontan Mission 37. Was soll ich sagen, Jarvis hat so schlechte Karten, dass er unmöglich das Schiff auf Kurs halten kann. Ich als Kommandant darf nicht. Also muss Florian ans Steuer und die vier vorbestimmten Stiche machen. Guter Mann!

Was gefehlt hat: Newton mit Tilo und Thomas. Wir, die Großen Alten, halb Bayern, halb Baden-Württemberg, haben das Spiel im Februar auf der Regvor in München als Preis für den vierten Platz unter 20 Teams gewonnen. Tilo, unser Bester, wollte es vorbereiten und nach Nördlingen mitbringen.

A Brief History of the World mit Carsten und wer sonst noch Geschichte neu schreiben möchte.

Gespräche und Lachen.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Fast schon vorbei

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Dieses Jahr habe ich keine Angst, eine gute Partie zu verpassen, wenn ich mitten am Tag eine Runde radle, um Bewegung und frische Luft zu bekommen.

Fast-schon-vorbei-Tag: Es gibt Nördspiel-Teilnehmer, die verlassen das Hotelgelände fünf Tage lang kein einziges Mal. Die Terrasse betreten sie nur, um schneller in den Spieleraum zu kommen. Wir sind da anders. Mindestens einmal am Tag müssen wir raus, auf der Stadtmauer herumspazieren oder eine kleine Fahrradtour unternehmen. Zu Hause fehlt die Stadtmauer, also steigen wir aufs Rad.

Steam: Nördspiel ohne Eisenbahnspiel ist wie Kniffel ohne – ach, das hatten wir schon. Eisenbahnspiele sind jedenfalls essentiell für unseren Spaß an Brettspielwochenenden. Snowdonia zum Beispiel, aber auch Russian Railroads. Und natürlich Steam. Diesmal kommt Ted Alspachs Jamaika-Karte auf den Tisch. Weil die Insel so klein ist und es überhaupt nur sechs Städte gibt, von denen vier noch gebaut werden müssen, wird es unser schnellstes Steam ever, nach 45 Minuten und sechs Runden sind alle Würfelchen von der Karte weggeliefert. Das Spiel ist aus, ich bin Queen of Steam. Mit sagenhaften 14 Punkten. Florian, der diesmal bei einer symmetrischen Auslage vielleicht einen kleinen Startspielernachteil hat, kommt auf zwölf Punkte.

Nördspiel Vierkirchen, vierter Tag: Azul und Steam Jamaica

Nördspiel Vierkirchen, vierter Tag: Azul und Steam Jamaica

Azul: Allein schon wegen der Haptik spiele ich immer wieder gerne Azul. Es ist jedesmal ein kleines Erfolgserlebnis für mich, wenn ich am Rundenende einen Stein nach rechts schieben kann. Zu zweit ist es mehr ein taktisches Abwägen: Nimmst du das, nehme ich dies. Der Zufall spielt eine geringere Rolle als zu viert. Weil ich das nicht so abraffe, sammle ich in den letzten zwei Runden paar Minuspunkte zu viel. Ein gutes Gefühl war‘s trotzdem.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Der gemütliche Teil

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Endlich das richtige Wetter, um sich abends mit einem Gläschen Wein auf der Terrasse auf die Partyspiele einzustimmen.

Der Brückentag: Wir haben auf den längst eingetragenen Urlaubstag verzichtet, den Kollegen mit den schulpflichtigen Kindern zuliebe, die in den Pfingstferien so gerne freinehmen. Haben am Brückenfreitag gearbeitet. Im Homeoffice im ersten Stock und im Dachgeschoss. Trotzdem wollen wir spielen, it‘s Nördspiel-Time. Was kompliziert ist, bleibt unangetastet, wir gehen gleich zum gemütlichen Teil über.

Codenames: Je mehr Mitspieler, desto größer die Gefahr, erste Eingebungen kaputtzureden. Ich spiele den Vlaada-Chvatil-Klassiker am liebsten zu viert oder sechst, aber zu zweit geht es auch ganz famos. Und wenn auf „Stückeln 2“ als Tipps „Säge“ und „Kürbis“ kommen, weiß man, dass man ähnliche Vorstellungen von Küchenarbeit hat.

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

3 Secrets: Bilder anschauen und anhand der drei farblich hervorgehobenen Details Geschichten erraten, wenn der Mitspieler nur mit ja, nein, nicht ganz und irrelevant antworten darf. Das Ganze unter Zeitdruck. Das fordert und macht Spaß, nur diesmal haben die beiden Heldinnen, die wir erwischen, einen Knall. Achtung, Spoiler: Die eine ist eine glückspielsüchtige Krankenschwester auf Diebestour, die andere eine mörderische Archäologin, die sich für eine wiedergeborene Pharaonin hält. Ich weiß nicht, wie oft ich „irrelevant“ sage. Und als ich mit dem Raten an der Reihe bin, will mir partout nichts zum Glatzkopf mit den Blumen einfallen.

Kneipenquiz: Als Absacker vorm Schlafengehen ein Kneipenquiz hat fast schon Tradition. Einmal haben wir in Nördlingen zu 14. die schwerste Stufe In your Dreams geschafft. Zu zweit fehlt uns ein Gutteil der Schwarmintelligenz, also wagen wir uns nicht ans Mittelgewicht It‘s Showtime, sonden machen es uns easy-peasy. Schwer genug, wenn man nicht weiß, dass Weltklasse-Tennisspieler Roger Federer derjenige ist, der sowohl Zwillingstöchter als auch Zwillingssöhne hat. Aber auf Frontex kommen wir dann doch noch. Auf den Linux-Pinguin sowieso, und natürlich Enzensberger, den alten Kaufbeurer. Mitte Februar auf meinem Geburtagsfest hätten wir übrigens zu neunt fast In your Dreams geschafft.

Um den Song „Covid-19/Sommer ‘20“ zu zitieren:

Weißt du noch, wie‘s früher war, eigentlich bis Februar.
Weißt du noch, wie schön das war, damals vor Corona.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Heimat überall

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Na, gut geschlafen? Nichts geht übers eigene Bett.

Der Feiertag: In Nördlingen spielen wir spätestens am Donnerstag, dem ersten vollen Tag, die eine oder andere Monate im voraus vereinbarte Partie. Fünf Tage sind kurz, besonders wenn die Mitspieler ebenfalls eine Liste mit Spieleverabredungen haben. In Vierkirchen ist das anders. Es gibt keine Konkurrenzpartien, wir müssen uns nicht in irgendwelche Terminpläne einpassen. Und auf die Spielerzahl brauchen wir auch nicht zu achten. Die wird sich bis Sonntagabend und darüber hinaus nicht ändern.

Res Arcana: Heuer durfte man erstmals Vorschläge für die Spiele der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel einschicken. Ich empfahl das Tom-Lehmann-Spiel von 2019. Es wurde nicht genommen. Res Arcana ist ein schnelles Spiel, in dem sich mit wenig Karten viele Möglichkeiten auftun. Es gibt Leute, die möchten eine Erweiterung. Ich finde es perfekt, wie es ist. Und diesmal verhilft mir meine Zwergenmine gegen Florians Alchemistenturm kombiniert mit der Versunkenen Schiff zu einem 10:9-Sieg.

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Race for the Galaxy: Tom Lehmann hat noch ein großartiges Spiel gemacht, ein paar Jahre vor Res Arcana und ohne Ressourcen. Bei mir läuft es prima, bei Florian besser. Er kann‘s einfach. Wir haben Race schon im Frankreichurlaub mit unseren Neffen gespielt, als die beiden noch zur Schule gingen. Und seitdem immer wieder, auch immer wieder gerne in Nördlingen. Ein Stück Heimat, egal ob im Ries, in Vierkirchen oder der Normandie.

Vor den Toren von Loyang: Ein langes Brettspielwochenende ohne Rosenberg ist wie Kniffel ohne Würfel. Da fehlt was. Oft kam Caverna auf den Tisch, zuletzt auch Nusfjord. Wir entscheiden uns für Loyang mit seinem entzückenden Holzgemüse und dem Gefühl, nie genug davon für all die Kunden organisieren zu können, die man glücklich machen will. Ich hatte es schon lange nicht mehr gespielt. Jetzt will ich es recht bald wieder angehen, um zu sehen, ob ich vielleicht doch das Zeug zur Agrarökonomin habe.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Unter erschwerten Bedingungen

by Nicole

Willkommen zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Das diesjährige Brettspieltreffen ist in mehr als einer Hinsicht historisch: erstmals in Seuchenzeiten, erstmals mit nur zwei Teilnehmern – und erstmals nicht in Nördlingen.

Der Anreisetag: Die Nördspiel beginnt traditionell am Mittwochnachmittag. Florian und ich ziehen jedoch das erste Spiel auf den Vormittag vor. Denn statt 120 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen, müssen wir nur die Treppe ins Erdgeschoss runter. Draußen ist es regnerisch und grau, als ob es uns das Wetter ein bisschen leichter machen wollte, zu Hause zu bleiben.

Port Royal: Zwei Partien, zweimal Pech beim Aufdecken. Und zumindest für mich kein Matrose zu rechten Zeit. Meine Münzen wären in einem Witzbold gut angelegt gewesen.

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Lorenzo der Prächtige: Unsere neueste Errungenschaft, diesmal mit Anführerkarten. Kaum habe ich 15 Diener, schon stellt sich Ludovici III Gonzaga ein und mit ihm ein Gratis-Ratsprivileg pro Runde. Es ist unsere zweite Partie überhaupt. Wir befinden uns in der Kennenlernphase. Am Ende habe ich zwei Punkte mehr, weil Florian lieber Eigenes schafft, als die Zahnradaktion zu blockieren.

Dominion: Diesmal kommt die Seaside-Erweiterung mit auf den Tisch. Die Inseln gefallen uns beiden. Mir hat es auch der Schmuggler angetan, Flo der Taktiker. Wir haben es so lange nicht mehr gespielt und sind doch gleich wieder drinnen. Einfach nur gut.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Mai 2020: Breves Notitiae

by Florian

Ach ja, der Mai. Auch wir haben jetzt begonnen, regelmäßig den Drosten-Podcast zu hören – besser spät als nie. Außerdem habe ich die ersten drei Kapitel meines im 8. Jahrhundert angesiedelten historischen Romans Eisenglanz als Leseprobe online bereitgestellt. Weiter arbeiten wir daheim, gehen mindestens jeden Morgen vor die Tür und am Wochenende radeln. Und lesen viel.

Brettspiele? Hm. Schon auch bisweilen.

Der Herr der Ringe: das Kartenspiel

Jedes Wochenende gab es ein, zwei, drei Besuche in Mittelerde. Wir haben den Isengart-Zyklus geschafft. Neun Szenarien. Siebzehn Partien. Die meisten Anläufe brauchten wir für einige der leichteren Abenteuer. Das war Pech – oder weil wir einfach für sehr spezielle Anforderungen unsere Decks umstellen mussten.

Kurze Pause, dann geht es weiter im verlorenen Königreich des Nordens, Arnor.

Lorenzo der Prächtige

Nach etwas Zögern habe ich Lorenzo der Prächtige bestellt, um für die Diskussion meiner Lesegruppe gerüstet zu sein. Dort beschäftigen wir uns im Juni mit dem fast gleichnamigen Buch von Ingeborg Walter und der Frage, warum es so viele Medici-Spiele gibt.

Die Mai-Statistik enthält eine Lernpartie. Weitere werden hoffentlich im Juni folgen. Damit ich mitreden kann. Aber das Buch habe ich immerhin schon gelesen.

Pax

Nicht Pax Pamir, nicht Pax Renaissance, nein: Ich meine das Kartenspiel Pax von Bernd Eisenstein. Im Mai gab es zwei Solo-Partien, ich habe Level 4 geschafft und bin an 5 gescheitert. Vielleicht im Juni? Das wäre nicht das Ende: Die kleine Erweiterung hat noch mal fünf Level.

Kingdomino

Die erste Vierpersonenpartie seit März. Zwei sogar. Kingdomino ist ja kein langes, kein komplexes Spiel. Man könnte es sogar unspektakulär nennen.

Die Regeln mit Mundschutz zu erklären hat mich trotzdem überfordert. Ich kann jetzt verstehen, dass Politiker keine Maske tragen, wenn sie Reden halten.

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April 2020: Bericht muss entfallen

by Florian

Nein, ich kann nichts schreiben. Diesen Monat habe ich nichts zu erzählen. Immer die gleichen alten Spiele. Und die neuen Spiele sind auch wie die alten. Und ab der zweiten Partie nicht mehr neu. Und immer habe ich nur daheim gespielt, im Vierkirchner Wohnzimmer. Immer mit derselben Mitspielerin. Nicht dass ich mich beschweren möchte. Manche sitzen schließlich ganz ohne Mitspieler in ihrer Wohnung und vermissen ihren wöchentlichen Brettspieltreff.

Race for the Galaxy

Was könnte ich schon erzählen? Hey, wir haben Race gespielt. Ein Spiel, über das hier im Blog jede Menge dummes Zeug steht. Und andernorts erst …

Ich könnte euch schildern, wie ich heute die verlorene Partie herumgerissen habe. In der es von Anfang an schlecht für mich lief. Und gut für Nicole. Ständig habe ich erkundet, meist +5. Auf der Suche nach militärischer Stärke. Auf der Suche nach Militärwelten. Gefühlt war es nie genug.

Selbst in der letzten Runde habe ich mit der Hand voll wertloser Karten Erkunden +5 und Entwickeln gespielt. Mein Vorsatz: Die beste 6er-Entwicklung, die ich erwische, baue ich. Es kam die neue galaktische Ordnung, die zu meiner unsichtbaren Festung passte. Wir zählten. Das Spiel stand auf dem Kopf. 42 zu 39 für mich.

Ja, die Geschichte könnte ich euch erzählen. Ausgerechnet 42 Punkte! Das alles konnte kein Zufall sein. Aber würdet ihr das lesen wollen, dummes Zeug über Race for the Galaxy?

Der Herr der Ringe – das Kartenspiel

Ich könnte euch einmal mehr von diesem Living Card Game vorschwärmen. Sicher, das Herr der Ringe-Kartenspiel lässt FFG in China herstellen, und die internationalen Warenflüsse sind mit Schuld an der schnellen Verbreitung des Virus. Und sicher kennt ihr dieses Spiel entweder aus eigener Erfahrung und habt viel bessere Kartenkombos als wir, oder ihr scrollt eh jeden Monat über meine begeisterten Berichte hinweg, weil ihr es nicht mehr hören könnt und so ein LCG außerdem auf niedrige Sammelinstinkte setzt und viel zu teuer kommt, oder weil Arkham Horror LCG eurer Meinung nach die besseren Szenarien hat.

Ist ja gut. Lasst uns nicht streiten.

Carcassonne

Einen Geheimtipp würde ich noch loswerden. Carcassonne. Schon davon gehört? Spiel des Jahres 2001. Klaus-Jürgen Wrede. Innovativer Mechanismus: Plättchen legen, Figuren abstellen, werten.

Nein, nicht so. Natürlich kennt ihr Carcassonne. Aber ganz neu ist die offizielle Solo-Variante, und die ist noch besser als die inoffiziellen, die ich auch schon Dutzende Male gespielt habe. Die ist so schwer, dass ich mich mit so bescheidenen Punktzahlen abfinden musste, dass ich sie nicht veröffentlichen kann. Und schwer ist bei solo immer gut.

Aber wenn ihr selbst auch gern solo spielt, habt ihr sicher davon gehört, die Variante vielleicht sogar ausprobiert? Es war zu befürchten. Oder alles ist anders, und es geht euch wie diesem Spielbox-Kritiker, der die 7 (von 10) für die Durchschnittsnote hält – und Solospiele für dämlich.

So oder so, mit Carcassonne solo brauche ich euch wahrscheinlich auch nicht zu kommen.

Kneipenquiz

Ich könnte sogar von einem Spieleabend in großer Runde erzählen. Kneipenquiz zu acht, dazu eine Spielleiterin. Kein Problem mit Mindestabstand. Sandra hat’s auf Twitter angeleiert. Sie macht das jede Woche. Über Discord.

Ich hätte auch gar nichts Schlechtes zu sagen. Es war nett. Etwas schade, dass man die Leute nicht sehen konnte, die man da kennenlernte und mit denen man im Team war. Aber hmm, Kneipenquiz übers Chatprogramm? Mit fremden Leuten und ohne Smalltalk? Ohne Bier, oder zumindest ohne Anstoßen?

Das alles fühlte sich seltsam an. Das Schlimmste waren aber einige Quizfragen, die ich kannte. Wir haben das Kneipenquiz ja auch schon öfter gespielt, und einige Fragen hatte ich garantiert schon einmal gehabt, das wusste ich sicher.

Aber die Antworten, die wusste ich nicht mehr. Darum breite ich über die Geschichte auch lieber den Mantel des Schweigens.

Vielleicht nächsten Monat wieder.

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