Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Heimat überall

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Na, gut geschlafen? Nichts geht übers eigene Bett.

Der Feiertag: In Nördlingen spielen wir spätestens am Donnerstag, dem ersten vollen Tag, die eine oder andere Monate im voraus vereinbarte Partie. Fünf Tage sind kurz, besonders wenn die Mitspieler ebenfalls eine Liste mit Spieleverabredungen haben. In Vierkirchen ist das anders. Es gibt keine Konkurrenzpartien, wir müssen uns nicht in irgendwelche Terminpläne einpassen. Und auf die Spielerzahl brauchen wir auch nicht zu achten. Die wird sich bis Sonntagabend und darüber hinaus nicht ändern.

Res Arcana: Heuer durfte man erstmals Vorschläge für die Spiele der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel einschicken. Ich empfahl das Tom-Lehmann-Spiel von 2019. Es wurde nicht genommen. Res Arcana ist ein schnelles Spiel, in dem sich mit wenig Karten viele Möglichkeiten auftun. Es gibt Leute, die möchten eine Erweiterung. Ich finde es perfekt, wie es ist. Und diesmal verhilft mir meine Zwergenmine gegen Florians Alchemistenturm kombiniert mit der Versunkenen Schiff zu einem 10:9-Sieg.

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Nördspiel 2020 Vierkirchen, zweiter Tag

Race for the Galaxy: Tom Lehmann hat noch ein großartiges Spiel gemacht, ein paar Jahre vor Res Arcana und ohne Ressourcen. Bei mir läuft es prima, bei Florian besser. Er kann‘s einfach. Wir haben Race schon im Frankreichurlaub mit unseren Neffen gespielt, als die beiden noch zur Schule gingen. Und seitdem immer wieder, auch immer wieder gerne in Nördlingen. Ein Stück Heimat, egal ob im Ries, in Vierkirchen oder der Normandie.

Vor den Toren von Loyang: Ein langes Brettspielwochenende ohne Rosenberg ist wie Kniffel ohne Würfel. Da fehlt was. Oft kam Caverna auf den Tisch, zuletzt auch Nusfjord. Wir entscheiden uns für Loyang mit seinem entzückenden Holzgemüse und dem Gefühl, nie genug davon für all die Kunden organisieren zu können, die man glücklich machen will. Ich hatte es schon lange nicht mehr gespielt. Jetzt will ich es recht bald wieder angehen, um zu sehen, ob ich vielleicht doch das Zeug zur Agrarökonomin habe.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Unter erschwerten Bedingungen

by Nicole

Willkommen zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Das diesjährige Brettspieltreffen ist in mehr als einer Hinsicht historisch: erstmals in Seuchenzeiten, erstmals mit nur zwei Teilnehmern – und erstmals nicht in Nördlingen.

Der Anreisetag: Die Nördspiel beginnt traditionell am Mittwochnachmittag. Florian und ich ziehen jedoch das erste Spiel auf den Vormittag vor. Denn statt 120 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen, müssen wir nur die Treppe ins Erdgeschoss runter. Draußen ist es regnerisch und grau, als ob es uns das Wetter ein bisschen leichter machen wollte, zu Hause zu bleiben.

Port Royal: Zwei Partien, zweimal Pech beim Aufdecken. Und zumindest für mich kein Matrose zu rechten Zeit. Meine Münzen wären in einem Witzbold gut angelegt gewesen.

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Lorenzo der Prächtige: Unsere neueste Errungenschaft, diesmal mit Anführerkarten. Kaum habe ich 15 Diener, schon stellt sich Ludovici III Gonzaga ein und mit ihm ein Gratis-Ratsprivileg pro Runde. Es ist unsere zweite Partie überhaupt. Wir befinden uns in der Kennenlernphase. Am Ende habe ich zwei Punkte mehr, weil Florian lieber Eigenes schafft, als die Zahnradaktion zu blockieren.

Dominion: Diesmal kommt die Seaside-Erweiterung mit auf den Tisch. Die Inseln gefallen uns beiden. Mir hat es auch der Schmuggler angetan, Flo der Taktiker. Wir haben es so lange nicht mehr gespielt und sind doch gleich wieder drinnen. Einfach nur gut.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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Mai 2020: Breves Notitiae

by Florian

Ach ja, der Mai. Auch wir haben jetzt begonnen, regelmäßig den Drosten-Podcast zu hören – besser spät als nie. Außerdem habe ich die ersten drei Kapitel meines im 8. Jahrhundert angesiedelten historischen Romans Eisenglanz als Leseprobe online bereitgestellt. Weiter arbeiten wir daheim, gehen mindestens jeden Morgen vor die Tür und am Wochenende radeln. Und lesen viel.

Brettspiele? Hm. Schon auch bisweilen.

Der Herr der Ringe: das Kartenspiel

Jedes Wochenende gab es ein, zwei, drei Besuche in Mittelerde. Wir haben den Isengart-Zyklus geschafft. Neun Szenarien. Siebzehn Partien. Die meisten Anläufe brauchten wir für einige der leichteren Abenteuer. Das war Pech – oder weil wir einfach für sehr spezielle Anforderungen unsere Decks umstellen mussten.

Kurze Pause, dann geht es weiter im verlorenen Königreich des Nordens, Arnor.

Lorenzo der Prächtige

Nach etwas Zögern habe ich Lorenzo der Prächtige bestellt, um für die Diskussion meiner Lesegruppe gerüstet zu sein. Dort beschäftigen wir uns im Juni mit dem fast gleichnamigen Buch von Ingeborg Walter und der Frage, warum es so viele Medici-Spiele gibt.

Die Mai-Statistik enthält eine Lernpartie. Weitere werden hoffentlich im Juni folgen. Damit ich mitreden kann. Aber das Buch habe ich immerhin schon gelesen.

Pax

Nicht Pax Pamir, nicht Pax Renaissance, nein: Ich meine das Kartenspiel Pax von Bernd Eisenstein. Im Mai gab es zwei Solo-Partien, ich habe Level 4 geschafft und bin an 5 gescheitert. Vielleicht im Juni? Das wäre nicht das Ende: Die kleine Erweiterung hat noch mal fünf Level.

Kingdomino

Die erste Vierpersonenpartie seit März. Zwei sogar. Kingdomino ist ja kein langes, kein komplexes Spiel. Man könnte es sogar unspektakulär nennen.

Die Regeln mit Mundschutz zu erklären hat mich trotzdem überfordert. Ich kann jetzt verstehen, dass Politiker keine Maske tragen, wenn sie Reden halten.

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April 2020: Bericht muss entfallen

by Florian

Nein, ich kann nichts schreiben. Diesen Monat habe ich nichts zu erzählen. Immer die gleichen alten Spiele. Und die neuen Spiele sind auch wie die alten. Und ab der zweiten Partie nicht mehr neu. Und immer habe ich nur daheim gespielt, im Vierkirchner Wohnzimmer. Immer mit derselben Mitspielerin. Nicht dass ich mich beschweren möchte. Manche sitzen schließlich ganz ohne Mitspieler in ihrer Wohnung und vermissen ihren wöchentlichen Brettspieltreff.

Race for the Galaxy

Was könnte ich schon erzählen? Hey, wir haben Race gespielt. Ein Spiel, über das hier im Blog jede Menge dummes Zeug steht. Und andernorts erst …

Ich könnte euch schildern, wie ich heute die verlorene Partie herumgerissen habe. In der es von Anfang an schlecht für mich lief. Und gut für Nicole. Ständig habe ich erkundet, meist +5. Auf der Suche nach militärischer Stärke. Auf der Suche nach Militärwelten. Gefühlt war es nie genug.

Selbst in der letzten Runde habe ich mit der Hand voll wertloser Karten Erkunden +5 und Entwickeln gespielt. Mein Vorsatz: Die beste 6er-Entwicklung, die ich erwische, baue ich. Es kam die neue galaktische Ordnung, die zu meiner unsichtbaren Festung passte. Wir zählten. Das Spiel stand auf dem Kopf. 42 zu 39 für mich.

Ja, die Geschichte könnte ich euch erzählen. Ausgerechnet 42 Punkte! Das alles konnte kein Zufall sein. Aber würdet ihr das lesen wollen, dummes Zeug über Race for the Galaxy?

Der Herr der Ringe – das Kartenspiel

Ich könnte euch einmal mehr von diesem Living Card Game vorschwärmen. Sicher, das Herr der Ringe-Kartenspiel lässt FFG in China herstellen, und die internationalen Warenflüsse sind mit Schuld an der schnellen Verbreitung des Virus. Und sicher kennt ihr dieses Spiel entweder aus eigener Erfahrung und habt viel bessere Kartenkombos als wir, oder ihr scrollt eh jeden Monat über meine begeisterten Berichte hinweg, weil ihr es nicht mehr hören könnt und so ein LCG außerdem auf niedrige Sammelinstinkte setzt und viel zu teuer kommt, oder weil Arkham Horror LCG eurer Meinung nach die besseren Szenarien hat.

Ist ja gut. Lasst uns nicht streiten.

Carcassonne

Einen Geheimtipp würde ich noch loswerden. Carcassonne. Schon davon gehört? Spiel des Jahres 2001. Klaus-Jürgen Wrede. Innovativer Mechanismus: Plättchen legen, Figuren abstellen, werten.

Nein, nicht so. Natürlich kennt ihr Carcassonne. Aber ganz neu ist die offizielle Solo-Variante, und die ist noch besser als die inoffiziellen, die ich auch schon Dutzende Male gespielt habe. Die ist so schwer, dass ich mich mit so bescheidenen Punktzahlen abfinden musste, dass ich sie nicht veröffentlichen kann. Und schwer ist bei solo immer gut.

Aber wenn ihr selbst auch gern solo spielt, habt ihr sicher davon gehört, die Variante vielleicht sogar ausprobiert? Es war zu befürchten. Oder alles ist anders, und es geht euch wie diesem Spielbox-Kritiker, der die 7 (von 10) für die Durchschnittsnote hält – und Solospiele für dämlich.

So oder so, mit Carcassonne solo brauche ich euch wahrscheinlich auch nicht zu kommen.

Kneipenquiz

Ich könnte sogar von einem Spieleabend in großer Runde erzählen. Kneipenquiz zu acht, dazu eine Spielleiterin. Kein Problem mit Mindestabstand. Sandra hat’s auf Twitter angeleiert. Sie macht das jede Woche. Über Discord.

Ich hätte auch gar nichts Schlechtes zu sagen. Es war nett. Etwas schade, dass man die Leute nicht sehen konnte, die man da kennenlernte und mit denen man im Team war. Aber hmm, Kneipenquiz übers Chatprogramm? Mit fremden Leuten und ohne Smalltalk? Ohne Bier, oder zumindest ohne Anstoßen?

Das alles fühlte sich seltsam an. Das Schlimmste waren aber einige Quizfragen, die ich kannte. Wir haben das Kneipenquiz ja auch schon öfter gespielt, und einige Fragen hatte ich garantiert schon einmal gehabt, das wusste ich sicher.

Aber die Antworten, die wusste ich nicht mehr. Darum breite ich über die Geschichte auch lieber den Mantel des Schweigens.

Vielleicht nächsten Monat wieder.

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März 2020: Keiner verliert allein

by Florian

In diesem Monat gab es zehntausende Neuanmeldungen auf Yucata. Weil sich die Leute nicht treffen können, spielen sie online miteinander. Das ist eine nette Sache. Plötzlich habe ich dort erstmals Partien mit Twitter-Bekannten – oder auch mit alten Freunden, die früher um keinen Preis webbasiert und asynchron spielen wollten, sondern grundsätzlich nur am Tisch.

Allerdings ist bei mir gar nicht das Spielen selbst der Antrieb. Ich besuche Yucata dieser Tage hauptsächlich, um mal unter die Leute zu kommen. Ähnlich wie Twitter. Nur dass es auf Twitter keine Spiele gibt. Dafür ist auf Yucata nicht jeder zu einem Schwätzchen aufgelegt.

Das richtige Spielen, das gibt es bei uns immer noch. Ohne Tablet oder Computer, fern der jüngsten Vorschriften und Statistiken und Nachrichten. Abends, nach dem Essen. Oft müde und unkonzentriert. Am liebsten kooperativ, damit keiner allein verliert.

Schade eigentlich, dass es keine Koop-Spiele auf Yucata gibt.

Hanabi

Wenn die äußeren Umstände uns verunsichern, suchen wir Menschen Trost bei Bewährtem. Kein Wunder, dass Nicoles und meine Hanabi-Sucht zurück ist. Auch wenn die Erfolgsquote schon einmal höher war. Schließlich sind für uns nur 25 Punkte ein Sieg. Können wir die nicht mehr erreichen, werfen wir zusammen – und geben höchstwahrscheinlich gleich neu.

Hanabi ist von Antoine Bauza, und ich muss es wohl nicht mehr vorstellen.

Jump Drive

Noch ein Rückfall: Tom Lehmanns Jump Drive war 2019 mein meistgespieltes Solospiel. 2020 liegt es schon wieder in Führung. Noch einmal habe ich die ersten drei Kampagnen von Boardgamegeek-Nutzer Epyo in Angriff genommen.

Mehrfach, wie ich zugeben muss. Weil es nicht gleich klappte. Die Konzentration ist nicht die alte.

Zur Erklärung: Eine Kampagne besteht aus vier Partien in Folge. Jede dauert sieben Runden, in jeder Partie muss der Spieler 50 Punkte erreichen plus eines der vier Zusatzziele. Sind nach vier Partien alle vier Ziele abgehakt, gilt die Kampagne als gewonnen.

Die erste Kampagne fordert einen militärischen und einen zivilen Sieg und einen mit mindestens 60 Punkten. Das ist eigentlich leicht zu schaffen. 2019 habe ich sie dreimal gewonnen, nie verloren. Für 2020 stehen die ersten Niederlagen im Logbuch.

Die Crew

Geschafft! Eine Strohpuppe namens Jarvis, Kommandantin Nicole und Funker Florian haben ihr Raumschiff erfolgreich an den Rand des Sonnensystems und zurück zur Erde navigiert. Keine Panne konnte sie stoppen.

Die letzten Missionen waren gar nicht so schwer. Nur Nummer 49 mussten wir dreimal spielen, die 50 gelang wieder auf Anhieb.

Das bleibt mein einziger Kritikpunkt: Thomas Sings Stichspiel Die Crew ist, außer zu fünft, einen Tick zu leicht. Etwas mehr Widerstand, etwas mehr Schwierigkeit wäre gut gewesen. Ansonsten: klasse. Falls es 2020 überhaupt ein Spiel des Jahres geben sollte – die Jury kann ja nicht im üblichen Umfang sondieren und testen -, ich würde mich wundern, wenn es nicht Die Crew wäre.

Roll for Adventure

Ein Spieler findet immer einen Anlass, ein neues Spiel zu kaufen, obwohl er keines braucht. Geburtstag, Ostern, Geburtstag der Oma, Beförderung, Geburtstag des Meerschweinchens, gute Laune, demnächst Wochenende, schlechte Laune – oder es gibt irgendwo ein Sonderangebot.

Auch Corona. Wenn wir schon daheim bleiben müssen, können wir uns doch wenigstens ein neues Spiel leisten.

Roll for Adventure

Unserem Roll for Adventure fehlten zwei graue Würfel.

Roll for Adventure von Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert ist Nicoles und mein Corona-Spiel. Gemeinsam gegen Monster kniffeln, nicht zu hirnverzwirbelt, nicht zu lang und jede Menge Abwechslung durch Heldenfiguren, optionale Monster, die Rückseiten der Einsetzfelder.

Klar, der Glücksanteil. Und ja, ausgeschlafen und im Vollbesitz meiner Kräfte könnte ich mich bei Roll for Adventure auch mal unterfordert fühlen. Es ist kein Spiel für die Ewigkeit, sondern eines, von dem wir in den nächsten Wochen ein bis zwei Dutzend Partien spielen werden. Eines, das sich irgendwann ausgespielt anfühlt. Eines fernen Tages. Wenn man sich wieder mit anderen zum Spielen treffen kann. Das würde passen.

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Treff am Montag entfällt

by Florian

„Gib mir mal die Würfel rüber“ – ihr alle wisst es, Spielen ist nicht die ideale Aktivität, um die Verbreitung hochinfektiöser Viren zu stoppen. Der Vierkirchner Spieletreff am 16. März entfällt, der am 20. April voraussichtlich auch, wie Michael über den Mailverteiler angekündigt hat.

Perspektivisch stelle ich mal den Vorschlag in den Raum, im Herbst sozusagen zum Ausgleich einen Spieletag zu veranstalten, beispielsweise 15 bis 22 Uhr an einem Samstag oder Sonntag. Damit man was hat, worauf man sich freuen kann. Für Terminvorschläge ist es natürlich viel zu früh, aber was meint ihr grundsätzlich? Wenn ihr auch Lust darauf habt, lasst doch gern einen Kommentar da.

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Februar 2020: Es geht in die Verlängerung

by Florian

Die Zeit fliegt wieder mal. Wir haben schon den 35. Februar 2020. Schnell noch den Monat zusammenfassen, bevor er vorbei ist.

Foothills

Einige Monate stand der Zwei-Personen-Ableger von Snowdonia im Regal. Dann kam der lange Februar, und siehe da, wir haben Foothills dreimal gespielt.

Ich nehme mal an, Snowdonia kennt jeder, der hier liest? Die Rohstoffe Geröll, Eisenerz und Stein sind die gleichen, aber es ist in Foothills von Ben Bateson und Tony Boydell nicht mehr nötig, Erz in Stahl zu konvertieren. Gut so: Wir bauen nicht mehr nur eine, sondern sechs walisische Eisenbahnstrecken gleichzeitig. Und statt Arbeiter einzusetzen, spielen wir in jedem Zug eine unserer fünf Karten. Die müssen wir anschließend herumdrehen. Auf der Rückseite findet sich eine ganz andere, etwas schwächere Aktion.

Hier fängt das Gegrübel an. Das heißt nämlich, dass einige für meine Planung wesentlichen Informationen verdeckt vor mir liegen. Zwar weist jede Vorderseite auf die Rückseite hin, aber erst nach einer Übungspartie hat man die Möglichkeiten seines Kartensatzes so halbwegs im Blick. Zumal sich Aktionskarten ersetzen lassen.

Wie in Snowdonia gibt es zum Schluss Extrapunkte für bestimmte Karten. In Foothills müssen sie vorher ausgemustert werden. Karten ausmustern ist die neue Funktion des Pubs.

Es macht Spaß, sich in das Spiel hineinzufuchsen. Das Thema ist liebevoll umgesetzt. Allerdings habe ich leise Zweifel, ob es mich auf Dauer reizt, verdeckte Kartenrückseiten in meinen Planungen zu berücksichtigen – und ob dieser Kniff den Wiedereinstieg nach einer Pause nicht massiv erschwert.

Collage: Spielen im Februar

Spielen und andere Faschingsvergnügen

Tatort: Hotel

Im Greenrock-Hotel sind 15 Morde passiert. Sieben haben wir vor Jahren gelöst. Die unerledigten nehmen wir jetzt in Angriff, um irgendwann den Deckel final schließen zu können.

Diesmal ging es um einen Boxclub und seinen toten Manager. Die Story war nicht der Rede wert, als Rätsel aber in Ordnung. Nur den Witz mit dem Boxeraufstand hätte sich Autor Arthur Tebbe schenken können.

Ich hatte den Fall frühzeitig gelöst und entsprechend punkteträchtige Tipps abgegeben, aber leider machte mir Nicole einen Strich durch die Rechnung: Schockschwerenot, sie war die Handlangerin des Täters! In diesem Fall sind alle Tipps wertlos. Nur die Kartenpunkte zählen – und da habe ich die Wertigkeit der Alibis für die Verdächtigten leider überschätzt. Wir Unschuldigen sehen das anders, aber wir beugen uns den Spielregeln.

Just One

Auf das Regvor-Wochenende folgte eine Geburtstagsparty. Zu neunt versuchten wir in Just One, Runde für Runde Dopplungen zu vermeiden. Sollte es in großer Besetzung endlich einmal gelingen, die Höchstpunktzahl von 13 zu erreichen?

Wir sammelten sechs Punkte, dann neun. Der spannendste Moment war in der großen Gruppe jedesmal der Vergleich der niedergeschriebenen Begriffe. Hat noch einer mein Wort? Und wenn ja – reicht es trotzdem zur Lösung?

„Ohh, leicht“, hieß es dann meistens. Das schüchterte so manchen Ratenden ein, aber am Ende fand er doch den richtigen Begriff. Wir kamen auf zwölf Punkte. Dann die verflixte 13. Karte. Und Pustekuchen. Ausgerechnet für den letzten Begriff fanden wir nicht genug Umschreibungen. Alle Tipps bis auf einen, nämlich „Jacke“, flogen raus.

Wärt ihr draufgekommen? Der gesuchte Begriff war „Ärmel“.

Commands & Colors: Medieval

Parallel zu der ganzen Spielerei habe ich ernsthafte Studien frühmittelalterlicher Taktiken aufgenommen. Ich lese bei Robert Graves und Prokopios von Caesarea über die Feldzüge des oströmischen Feldherrn Belisar. Und ich spiele sie nach. Im Duell mit Thomas ist es mir nach anfänglich schweren Verlusten gelungen, die massierte sassanidische Schlachtreihe zu durchbrechen und das Zentrum des Gegners in die Flucht zu treiben.

Hach, wie schön kann Blutvergießen sein, wenn es fast 1500 Jahre zurückliegt.

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Sunday Bloody Sunday

by Nicole

Es ist Montagmorgen, 1.59 Uhr. Die Regvor liegt acht Stunden zurück. Ich schlafe schlecht, wenn ich viel spiele. Also auch in der Nacht vor der Regvor und in der danach. Eigentlich könnte ich noch dreieinhalb Stunden im Bett liegen bleiben, bevor wir eine Kanne Kaffee kochen, damit Thomas nicht ohne Frühstück nach Stuttgart fahren muss. Falls S-Bahnen und Züge verkehren. Die Deutsche Bahn versorgt uns seit Donnerstag gefühlt im Minutentakt mit Warnungen vor Sturmtief Sabine und den zu erwartenden Beeinträchtigungen im Schienenverkehr.

Das waren aber nicht die einzigen eingehenden Nachrichten. Noch nie haben uns so viele Leute Glück, Erfolg oder Spaß gewünscht vor einer Regionalen Vorentscheidung zu Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel. Ihnen allen, vom Kollegen über die Freundin und unseren Edeljoker Carsten, dessen Bereitschaft einzuspringen wir nicht in Anspruch nehmen mussten, bis hin zu Annett, unserer Erdinger Spieletreff-Bekannten, sei gesagt: Tilo hat die Erwartungen erfüllt, die der Rest des Teams an ihn hatte. Mit zwei ersten und zwei zweiten Plätzen war er der beste Große Alte. Wir alle vier konnten uns mindestens einmal als Sieger fühlen. Das ist uns eigentlich das Wichtigste, ein Spiel zu gewinnen.

51 Punkte reichten zu Platz vier der 20 Mannschaften beim Turnier in München. Und der brachte uns sogar das von uns im Vorfeld gewünschte Newton als Preis ein. Zur Qualifikation für die Meisterschaft im Juni in Bad Nauheim reichten sie nicht. Dorthin fahren der Turniersieger Team Kaiserschmarrn (64,5 Punkte) und die Rauchenden Würfel (53,5) auf Platz zwei. Glückwunsch!

Blau voll

This song is not a rebel song. This song is Sunday Bloody Sunday. In der S-Bahn auf dem Weg zum Wirtshaus im Isartal, wo Jo Jahr für Jahr souverän die Münchner Regvor ausrichtet, kommen wir auf U2 und die Worte, die Bono dem Lied bei Auftritten vorausschickt. Florian findet, das sei ein schlechtes Omen, aber ein guter Titel für den Turnierbericht. Finde ich auch. Ein Eyecatcher in der Unübersichtlichkeit des Internets. Dabei geht es wenig blutig zu am Isarufer, wenn man von Pauls Steak absieht, das er „medium rare“ bestellt. Paul sitzt an meinem Marco Polo-Tisch. Dazu gleich mehr.

Begrüßen, Hände schütteln, umarmen – die Regvor hat inzwischen etwas von einem Klassentreffen. Von meinen Ganz schön clever-Mitspielern kenne ich FF3 (The fab four) noch von First Class vor zwei Jahren. Er ist mit Abstand der Jüngste in der Runde und so nett, uns auf vergessene Wiederwürfler hinzuweisen. Nur mein Blatt sieht er schlecht, da steht mein Kamillentee im Weg. Als mir mit Verspätung ein Wiederwürfler auffällt, ist das aber auch kein Problem. Das einzige Manko sind die ausgelaugten Minifilzstifte, zum Glück ich bin mit eigenem Faserschreiber ausgerüstet.

Es läuft, wie laufen soll. Blau voll, dazu die beiden mittleren Reihen in Gelb, die 28 in Grün, 35 Punkte in Orange, 26 in Lila und vier Füchse, macht 279 Punkte. Für D&A2 (Dani & die Ackermänner) sieht es lange Zeit noch besser aus, doch am Ende entscheiden die Füchse. Mit zweien kommt er auf 259 Punkte und wird Zweiter.

Perfekter Vormittag

Ganz schön clever ist das Spiel der Großen Alten. Noch nie hat unsere Mannschaft drei Siege und einen zweiten Platz geschafft. Tilo erwürfelt sogar 290 Punkte, Florian reichen 234, um zu gewinnen. Mit dem Glück des Dreisten, der im letzten Wurf eine blaue Zwei oder Sechs braucht und auch bekommt. Thomas hat das Pech, in der letzten Runde weder in Gelb noch in Weiß die Drei zu schaffen, die er so dringend benötigt.

Auf den Spuren von Marco Polo führt mich an den Tisch von <Hier Teamname einfügen> aus Tüßling. Ihre violetten Hoodies mit dem Mannschaftsnamen in Pink vorne und dem Spielernamen hinten bekommen den Preis fürs coolste identitätsstiftende Outfit. Caro gibt einen hervorragenden Tischchef und bringt es fertig, mit ihren beiden Zielkarten 25 Punkte zu machen. Als Startspielerin hat sie nur zwei Charaktere zur Auswahl und entscheidet sich für Berke Khan – den, der nie draufzahlt. Vor ihr hat Lukas von den Kellerkindern 2 aus Lindau Raschid ad-Din Sinan gewählt, der seine Würfel dreht, wie er mag. Paul (Bodensee Brettspiel Trolle) sucht sich Wilhelm von Rubruk aus.

Mir verhelfen Matteo Polo und sein weißer Zusatzwürfel fast jede Runde zu zwei Reisen. Der neue Auftrag zu Rundenbeginn bleibt meistens unerfüllt. Ich habe einfach nicht genug Würfel. Meine Punkte mache ich über Xian, wo die drei Siegpunkte liegen. Über die Nordroute kommend, treffe ich dort in der dritten Runde ein. Dank der Stadtaktion in Karakorum kann ich sie mehrfach einheimsen. Dazu zehn Punkte durch zwei Aufträge, sieben als Zweiter in Peking, 15, weil ich alle Häuschen auf den Plan gebracht habe, und 18 für die Zielkarten: Moskau – Xian und Lhan-Zhou – Kochi. Ach, in Karachi hole ich in der letzten Runde noch Punkte für meine Häuschen. Ich würfle eher mäßig, kein einziges Mal kann ich mir drei Gold und einen Reiseschritt leisten, aber diesmal wird dank des Kamels, mit dem ich das Wiederwürfeln finanziere, aus einer 1 eine 5.

71 Punkte sind nicht die Welt, aber weil es bei Paul so gar nicht läuft (13), Lukas (57) seine Zielkarten lediglich als Anregung versteht und Caro (64) massiv investieren muss, um von Sumatra nach Adana zu kommen, gewinne ich. Perfekter Vormittag. Tilo wird Zweiter mit Raschid, Thomas Vierter mit Johannes Caprini und Florian (Matteo Polo) spielt noch, da habe ich schon mit meinen Espresso nach dem Schnitzel getrunken. An ihm liegt es nicht, dass sein Tisch als letzter fertig wird.

Leider kommt der Nachmittag

Leider kommt noch der Nachmittag. Und mit ihm 6 nimmt. Um es kurz zu machen: Hannes vom Turniersieger Team Kaiserschmarrn gewinnt wegen der Regvor-Regelmodifizierung, dass die Summe der Plätze in den einzelnen Runden entscheidend ist. Die wenigsten Hornochsen hat Andreas von den Kellerkinden. Ihm bleibt aber nur Platz drei hinter Agnes und vor mir.

Der alte Go-Spieler Tilo und auch Thomas gewinnen jeweils ihre Partien. Sie sind so früh fertig, dass sie kiebitzen kommen und ich mit einem herzhaften „Haut ab!“ erst irritierte Blicke, dann zaghaftes Lachen an meinem Tisch ernte. Sie hauen übrigens tatsächlich ab, meine Autorität als Kapitänin ist unangefochten, aber das hilft mir auch nicht. Florian wird wie in Marco Polo und schließlich noch in Alhambra Dritter. Er findet den Nachmittag ebenso mühselig wie ich.

Tja, Alhambra. Noch ein letzter Platz. Tilo hat das Spiel erst an unserem Trainingswochenende Anfang Januar gelernt und erreicht in der vierten Partie seines Lebens den zweiten Rang. Für ihn fühlt es sich an wie ein Sieg. Ich find‘s großartig, ebenso wie Thomas‘ zweiten Platz. Zum Abschluss noch einen Haselnussschnaps im Team samt Erinnerungsfoto (danke David!), und das war‘s dann.

Haselnussschnaps Haselnussschnaps

Sabine naht

Es ist 4.06 Uhr. Der Wind ist stärker geworden. Sturmtief Sabine naht. Falls Vierkirchen noch ÖPNV-technisch von der Außenwelt abgeschnitten wird, hoffe ich stark, dass Tilo im Dachgeschoss die Newton-Regeln gelesen hat, statt zu schlafen. Das Spiel wollte ich schon lange mal probieren. Als bester Großer Alter wird Tilo es vorbereiten und im Juni zur NördSpiel mitbringen.

4.13 Uhr. Ob ich mir schon mal einen Kaffee koche?

Zehn Stunden später. Sabine hat uns noch einen Vormittag mit Race for the Galaxy, Pax und – ja tatsächlich – Ganz schön clever beschert. Allerdings mit dem neuen Block „Challenge 1“ mit Minuswerten in Orange und zwei Siebenern in Blau. Für Newton fehlte die Konzentration. Inzwischen sitzen Tilo und Thomas im Zug. Es ist fast drei.

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Ältere Regvor-Berichte:

Januar 2020: In 6 nimmt fast unschlagbar

by Florian

Uwe Rosenberg ist vor unserer Haustür unterwegs. Zumindest spielerisch. Im Herbst erscheint bei Lookout sein neues Werk Hallertau – lass mich raten, ein komplexes Arbeitereinsetzspiel rund um Hopfen und Malz? Das ist so gut wie gekauft …

6 nimmt

Der Januar begann mit einem Übungswochenende unserer Regvor-Mannschaft Die Großen Alten. Ich kann die Konkurrenz nur warnen: Unser Neuzugang Tilo ist ein ganz Abgezockter und in 6 nimmt schwer zu schlagen. Die merkwürdige Regvor-Regeländerung, dass nicht die Minuspunkte, sondern die einzelnen Rundengewinne über die Platzierung entscheiden, wird seinen Gegnern auch nicht helfen, sie verwirrt schließlich alle gleichermaßen.

Nicole, Thomas, Florian und Tilo

Die Großen Alten

Auf den Spuren von Marco Polo

Gut, in anderen Regvor-Spielen haben wir als Mannschaft noch Defizite. In Ganz schön clever werde ich immer schlechter, schaffe oft nicht mal mehr die 200-Punkte-Grenze. In Alhambra verliere ich auch jede Partie, egal ob gegen Künstliche Intelligenzen oder gegen Nicole.

Dagegen lief es in Marco Polo zwischenzeitlich ganz gut. Insbesondere als sich Michael im Spieletreff Vierkirchen freundlicherweise zu einer Übungspartie bereit erklärte. Ich fürchte aber, meine Leistungsspitze überschritten zu haben. Es kann nur noch bergab gehen. Ich habe da auch so eine klitzekleine Schwachstelle: Ich komme eigentlich nur mit drei der sieben Charaktere klar. Am schlimmsten finde ich den Schnorrer alias Mercator ex Tabriz. Der sollte sich eigentlich von selbst spielen, aber ich verzettle mich, wenn ich so viele Geschenke kriege.

Pitchcar Mini

Das Freizeit-Highlight des Trainingswochenendes war ein Autorennen. Klassische Aufgabenverteilung: Nicole kochte, Tilo, Thomas und ich schnippten die PS-starken Boliden um den Rennkurs. Seither denke ich über eine Erweiterung nach … oder gleich ein zweites Exemplar, um doppelt so lange Strecken zu bauen. Aber vielleicht lohnt es sich auch nicht, beim nächsten Mal habe ich womöglich Küchendienst.

Die Crew

Ich habe ja schon öfter über die Kartenqualität des bei Kosmos erschienenen Die Crew gelästert. Weitere zwanzig Partien später kann ich sagen: Mh, die Karten flutschen jetzt und lassen sich wieder besser mischen. Muss so eine Schweiß-und-Fett-Patina sein. Kenne ich! Haben die Karten unseres ersten Hanabi-Exemplars auch …

Im Januar sind wir zu zweit beim 9. Planeten angekommen, untersuchen ihn aber noch und nehmen ein paar Proben. Die letzten, die härtesten Missionen folgen im Februar. Parallel konnten wir dem Spiel bei Annetts und Christinas vierteljährlichem Treff in Erding ein paar neue Freunde gewinnen.

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Herbsttreffen 2020: Anmeldezeitraum läuft

by Florian

Im November wird wieder gespielt. Dieses Jahr geht es nach Ruppertshofen ins Gästehaus Grüner Pfad – günstig zwischen Stuttgart (65 km), Nürnberg (140 km) und München (190 km) gelegen.

Bis 30. Juni könnt ihr euch anmelden. Aber Achtung: Im letzten Jahr waren alle Zimmer frühzeitig weg. Alles Nähere, auch der aktuelle Anmeldestand, findet sich auf einer Infoseite: