Zweierlei Osterei

von Florian

Ostern ist die Zeit der versteckten Überraschungen. Nun ist zwar noch nicht Ostern, und ein Versteck gab es auch nicht, sondern eine Ankündigung auf der Mailliste: Auch diesen Montag wurde gespielt. Wir erfuhren das am Freitagabend, und es war keine Zeit, die Termin-Seite dieses Blogs zu aktualisieren. Dafür möchte ich bei den beiden Besuchern entschuldigen, die in den drei Tagen diese Seite aufgerufen haben.

Warum der Zusatztreff so kurzfristig einberufen wurde, erfuhren wir am Montagabend. Monika hatte sich telefonisch angemeldet, weil oder obwohl sie irgendwo gelesen hatte, wir würden uns mit „gehobenen“ Spielen befassen. Das ist ein guter Grund für einen Zusatztermin, und wenn sich nächstens gleich drei neue Leute auf einmal melden, wer weiß, vielleicht würden wir sogar mal an einem Dienstagabend spielen.

Wegen Arbeit und Prioritäten und kurzfristig und so kam ich erst gegen neun Uhr, und die Tür zum Pfarrsaal war abgeschlossen, aber ich musste mich nur vor der Glasfront aufbauen, da kam Michael schon gelaufen, mir zu öffnen. Es lief eine lustige Partie Codenames, und außer Monika hatten sich die Stammgäste Nicole, Nico vom Dachboden und Felix eingefunden, dazu der schon ein paar Wochen vermisste Sergej.

In Codenames wurde ich nicht mehr recht heimisch, lauschte aber fasziniert. Da behauptete jemand, eine Erklärung sei eindeutig, aber der von ihm genannte Begriff lag gar nicht aus. Auf Nachfrage erfuhr ich, das Wort habe vor zwei Runden mal ausgelegen. Und „Flur“ wurde flott in „Fluor“ umgedeutet und mit Zähneputzen erklärt. Da kam ich nicht drauf, wohl aber Nico, der in der falschen Mannschaft war.

Stattdessen rätselten wir …

Ich: Aber er würde Strom doch nie mit Zähneputzen erklären, sondern mit Lena, Ob, was weiß ich, Wolga oder Donau …
Michael: Donau geht nicht, da denkt ja jeder gleich an Moskau.

Der Rest vom Nest

So viel zu den ersten zehn Minuten meines Spieleabends. Anschließend spielten wir Isle of Skye, ich entwickelte Ehrgeiz, marschierte voraus, wurde von Michael bedrängt. Vier oder fünf Punkte Vorsprung blieben zum Schluss, aber kein Geld. Ich hoffe, Michael hat mir nicht irgendwann zu viele Punkte gegeben, er hatte an diesem Abend ungewohnte Zählschwächen, saß aber in der meistbefahrenen Steilkurve der Kramerleiste.

Neuling Monika schlug sich gut, setzte nur zu viel Hoffnung in die ihr selbst zugelosten Teile, die ihr dann doch weggekauft wurden. Am Ende lag sie einen Punkt hinter Nicole. Mein Fazit: In Isle of Skye gewinnt der unerfahrene Spieler wahrscheinlich nicht, und das kann man dem Spiel wohl kaum anlasten.

Die zweite Osterüberraschung entdeckte ich in meinem bislang bevorzugten Zeitschriftenladen am Münchner Hauptbahnhof, und sie war weniger lustig. Während der Inhaber bisher ein Meister-Osterhasendiplom damit verdient hatte, Ausgaben der Zeitschrift Spielbox zu verstecken, hat er sie nun nach einer Aufräumaktion aus dem Programm genommen. Eine Epoche geht zu Ende. Es war der einzige mir bekannte Zeitschriftenladen Münchens, der die Spielbox führte.

Ich muss mich nun entweder auf die Fairplay beschränken oder die Spielbox abonnieren. Aber die Fairplay hat ohnehin die besseren Cover. Die aktuelle Rakete ist eine Schau. Und, das darf ich gar nicht erzählen, sonst wollen alle einen, aber manchmal, sehr selten, malt mir ein anonymer Versandhelfer von Hand einen Harry auf den Lieferschein. Das ist das Redaktionsmaskottchen, das öffentliche Leserbriefe so flott abfertigt. Go, Harry!

Die Spielbox-Schwesterzeitschrift Spiel doch! übrigens, nur echt mit dem Aufforderungscharakter, entschuldigt den Anglizismus, mit dem Aufforderungszeichen, hat nicht nur kein Cover, sondern stattdessen Clipart – man kann sie auch im Zeitschriftenhandel nicht einmal bestellen. Nur im Spielwarenhandel. Aber das ist doch irre, wenn ich beispielsweise Codenames im Handel bestelle und zugleich die Zeitschrift mit dem Test von Codenames. Ich will erst den Test.

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