Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Codenames

Der gemütliche Teil

by Nicole

Willkommen zurück zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Endlich das richtige Wetter, um sich abends mit einem Gläschen Wein auf der Terrasse auf die Partyspiele einzustimmen.

Der Brückentag: Wir haben auf den längst eingetragenen Urlaubstag verzichtet, den Kollegen mit den schulpflichtigen Kindern zuliebe, die in den Pfingstferien so gerne freinehmen. Haben am Brückenfreitag gearbeitet. Im Homeoffice im ersten Stock und im Dachgeschoss. Trotzdem wollen wir spielen, it‘s Nördspiel-Time. Was kompliziert ist, bleibt unangetastet, wir gehen gleich zum gemütlichen Teil über.

Codenames: Je mehr Mitspieler, desto größer die Gefahr, erste Eingebungen kaputtzureden. Ich spiele den Vlaada-Chvatil-Klassiker am liebsten zu viert oder sechst, aber zu zweit geht es auch ganz famos. Und wenn auf „Stückeln 2“ als Tipps „Säge“ und „Kürbis“ kommen, weiß man, dass man ähnliche Vorstellungen von Küchenarbeit hat.

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

Nördspiel Vierkirchen, dritter Tag: Partyspiele ohne Party

3 Secrets: Bilder anschauen und anhand der drei farblich hervorgehobenen Details Geschichten erraten, wenn der Mitspieler nur mit ja, nein, nicht ganz und irrelevant antworten darf. Das Ganze unter Zeitdruck. Das fordert und macht Spaß, nur diesmal haben die beiden Heldinnen, die wir erwischen, einen Knall. Achtung, Spoiler: Die eine ist eine glückspielsüchtige Krankenschwester auf Diebestour, die andere eine mörderische Archäologin, die sich für eine wiedergeborene Pharaonin hält. Ich weiß nicht, wie oft ich „irrelevant“ sage. Und als ich mit dem Raten an der Reihe bin, will mir partout nichts zum Glatzkopf mit den Blumen einfallen.

Kneipenquiz: Als Absacker vorm Schlafengehen ein Kneipenquiz hat fast schon Tradition. Einmal haben wir in Nördlingen zu 14. die schwerste Stufe In your Dreams geschafft. Zu zweit fehlt uns ein Gutteil der Schwarmintelligenz, also wagen wir uns nicht ans Mittelgewicht It‘s Showtime, sonden machen es uns easy-peasy. Schwer genug, wenn man nicht weiß, dass Weltklasse-Tennisspieler Roger Federer derjenige ist, der sowohl Zwillingstöchter als auch Zwillingssöhne hat. Aber auf Frontex kommen wir dann doch noch. Auf den Linux-Pinguin sowieso, und natürlich Enzensberger, den alten Kaufbeurer. Mitte Februar auf meinem Geburtagsfest hätten wir übrigens zu neunt fast In your Dreams geschafft.

Um den Song „Covid-19/Sommer ‘20“ zu zitieren:

Weißt du noch, wie‘s früher war, eigentlich bis Februar.
Weißt du noch, wie schön das war, damals vor Corona.

Vierkirchner Nördspiel 2020

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So viel zu wenig Zeit

by Nicole

Vindication und Herr-der-Ringe-Kartenspiel mit Tilo, Speicherstadt, Endeavor, Snowdonia und natürlich Race for the Galaxy mit Thomas, Goa, Fürsten von Florenz und A Brief History of the World mit Carsten, Steam sowohl mit Thomas, als auch mit Carsten: Flori und ich haben ganz schön viele Verabredungen getroffen für die vier Tage, die Nördspiel 2019 dauert. Wir halten sie längst nicht alle ein, genießen aber auch andere Spiele, ich Azul, Gaja Project und Thurn und Taxis, Flori sein geliebtes Dungeon Saga.

Das geht gar nicht alles

Nach 115 heißen Radkilometern schaffen wir es am 19. Juni, rechtzeitig zu Michaels Rede um 17.30 Uhr den großen und hellen Raum im Jufa-Hotel zu betreten, der bis Sonntag unser Lieblingsaufenthaltsort sein wird. Michael hat nicht nur wieder alles top organisiert und dazu eine tägliche Versorgung mit Gratiswasser herausgehandelt. Er denkt auch schon an 2020 und 2021. Als das Brainstorming vorbei ist, gibt es Essen. Nach dem Gulasch geht für uns die Spielerei los. Um nicht in den To-do-Listen-Modus zu verfallen, starten wir mit Nusfjord. Einem Rosenberg-Spiel, dem Thomas eine zweite Chance gibt und das Tilo gerne lernen möchte. Tilo versteht schnell und hat am Ende am meisten aus Fisch, Holz und Gold gemacht.

Danach wollen Tilo, Flori und ich unsere Herr der Ringe-Decks erst mal nur zusammenbauen, dann probieren wir sie doch gleich aus und stürzen uns „In die schwarze Grube“. Nicht einmal mein Lieblingszwerg Dain Eisenfuß kann uns im Angesicht der vielen Orte helfen, die wir erkunden müssten. Wir scheitern, verbessern unsere Decks – und spielen bis zum Abschiednehmen am Sonntag kein einziges Mal mehr Herr der Ringe.

Nicht, weil wir nicht wollen. Es gibt nur so viele andere Spiele zu spielen. Tilo zum Beispiel hat zwischendrin eine ganztägige Kolonisten-Verabredung. Uns steht mehr der Sinn nach Kürzerem. So wie Steam. Dazu kommen wir sogar zweimal. Erst beliefern wir Ted Alspachs „America“ mit Warenwürfeln, immer nur einen pro Runde. Auf der Karte startet man mit Lokreichweite sechs, was alles leichter macht. Ich komme inzwischen mit dem Addieren der Streckenbaukosten besser zurecht, mache es mir an der Westküste gemütlich und freue mich wie ein Schnitzel, als ich am Ende vor den drei Eisenbahnspiel-Profis lande.

In der zweiten Partie am übernächsten Tag probieren wir die Rückseite aus und tun uns in Alspachs „Europe“ um, wo die Donau nicht durch Wien fließt. Carsten erschließt die iberische Halbinsel, ich baue den Tunnel nach Großbritannien als essentiellen Bestandteil meiner Direktverbindung Dublin-Sarajewo. Am besten jedoch funktioniert Floris mitteleuropäischer Kreisel.

Ein Race geht immer

Was immer geht, ist ein Race. Um zu überbrücken, dass Tilo noch frühstückt, während Thomas und ich auf seine Erläuterungen zu Vindication warten. Schließlich kegeln wir uns selbst aus der Kickstarter-Runde, doch unsere Plätze sind schnell besetzt. Thomas gewinnt die zweite Race-Partie, dann zeigt uns sein Sohn Florian, wie man Endeavor spielt, mit Kolonien-Erweiterung.

Ein weiteres Race findet statt, weil Thomas noch in einer Game-of-Thrones-Kartenspiel-Partie steckt und die A Brief History of the World-Runde auf ihn warten muss. Zur Strafe bekommt er Grün. Gelb habe ich mir gesichert. Ich spiele dieses Rumklopp- und Dumme-Sprüche-reiß-Spiel zum dritten Mal und zum ersten Mal zu sechst. Zur Brief-History-Besetzung aus dem Herbst haben sich Thomas K. und Thomas B. gesellt.

Wir weichen ein klein wenig vom historischen Vorbild ab. Diesmal ist es Alexander der Große, der die Elefanten über die Alpen treibt. Die Chinesische Mauer bleibt ungebaut, weil sich dort gerade die Falschen niedergelassen haben. Die Turanian Plain bekommt zwei Epochen lang null Aufmerksamkeit, dann entwickelt sie sich zum Hotspot. Ragnar-Mausi Lodbrok kann zwar mit seinen sechs Wikinger-Armeen nicht viel reißen, schickt aber den Schwarzen Tod voraus und nimmt dann ein leeres Europa ein. Dschingis Khan reitet zur Musik der gleichnamigen Band durch die Steppe, was die Ganz schön clever-Runde am Nebentisch ein wenig irritiert. Und schließlich findet die letzte Epoche ohne die Deutschen statt, als ob sie nicht den Ersten und Zweiten Weltkrieg losgetreten hätten.

Fünf spielen Brief History

Late Night History of the World

Mitternacht ist vorbei, als die Japaner ihre letzten Punkte gezählt haben. Zeit für den Absacker der Nördspiel 2019: Just One. Erobern hat Geisteskraft gekostet. Mit Glück schaffen wir es, nicht mit null Punkten aufzuhören. Glück ist zum Beispiel, dass Thorsten aus „Ereignis“ und „Thesen“ nach etwas Nachdenken „Reformation“ folgert. Die beiden identischen Hinweise, die ihm vorenthalten werden, lauten übrigens nicht etwa „Luther“, sondern „Zwingli“. Ich hätte mit dem Namen des Schweizers nichts anfangen können. Ich hatte aber auch schon in einer anderen Runde massive Probleme mit „Zungenreden“ und „Vézelay“. Letzterer Begriff wies auf einen gemeinsamen Urlaub von Flori und mir hin. Vergebens, ans Tympanon mit dem Pfingstwunder konnte ich mich partout nicht mehr erinnern. Hilfreicher waren „christlich“, „Montag“ und „Schulferien“.

Just One ist wunderbar dynamisch und kommt ohne große Grübeleien aus. Decrypto ist da ein anderes Kaliber, Codenames kombiniert mit Captain Sonar. Es ist das letzte Spiel des Wochenendes, nach unserem heißgeliebten Snowdonia. Mit Florian, der entschieden besser Kontinente in Endeavor entdecken kann, als das bisschen Geröll auf dem Weg zum Mount Snowdon wegzuräumen. Carsten nutzt die Partie zur Vorbereitung seines nächsten Urlaubs. Zumindest im Spiel herrscht überwiegend Nebel. Thomas und Flori holen sich diesmal die fähigsten Arbeiter aus dem Pub und kommen als Einzige über 100 Punkte.

Zurück zu Decrypto: klasse Sache. Muss ausgebaut werden. Also, Carsten, bring es bitte unbedingt im Herbst nach Reimlingen mit!

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Gedankenlesen im Duett: 2018 war anders

by Nicole

Neue Namen, neue Spielmechaniken, neue Orte, neue Mitspieler – 2018 ist anders. Umso mehr schätze ich zwischendurch Vertrautes. Wie die Kiew-Medaille in Russian Railroads oder die Anreise per Rad zum langen Spielewochenende, das immer im Frühsommer in Nördlingen über die Bühne geht.

Neue Namen

Wir heißen nicht mehr Vierkirchen verspielt Mixed Masters. Wir sind jetzt Die Großen Alten. Mit Carmela und Thomas vom Stuttgarter Brettspieletreff bilden wir 2018 erstmals ein baden-württembergisch-bayerisches Regvor-Team, werden Ende Februar in München Dritter und sind zufrieden. So zufrieden, dass wir 2019 eine Neuauflage planen, obwohl nicht nur ich von den vier Turnierspielen Russian Railroads, Azul, Mystic Vale und Machi Koro lediglich eines klasse finde.

Nach dem 22. Langen Brettspielwochenende des Stuttgarter Brettspieletreffs im Juni 2017 in Nördlingen hat Organisator Thorsten einen Schlussstrich gezogen. Wir spielen 2018 trotzdem in gewohnter Umgebung im Ries. Michael kümmert sich jetzt um alles und verpasst den Jufa-Tagen einen neuen Namen: Nördspiel. 2018 noch am gewohnten Christi-Himmelfahrt-Termin, 2019 dann über Fronleichnam.

Neue Spielmechaniken

Lange waren wir skeptisch, 2018 probieren wir’s: das Legacy-Prinzip. Spiele durch Aufkleber und Zerreißen von Karten dauerhaft zu verändern, widerstrebt mir. Bei Pandemic Legacy Season 1 funktioniert es. Jede der 22 Partien packt mich, gegen Ende des Abenteuers werden es auch schon mal drei, vier an einem Tag. Zum Glück haben wir Straßensperren, Forschungszentren und Seren bedächtig eingesetzt, sonst gäbe es die Menschheit längst nicht mehr. Sie wäre eingegangen an Fußballfieber, Morbus Corax, Logorrhoe oder COdA-403d. Wir gaben nicht nur den Krankheiten, sondern auch den Charakteren Namen. Von Marie Miau war ich etwas enttäuscht. Verena Vau, Nilsi Wow und Bella Ciao waren es wohl auch.

Pandemic Legacy von Matt Leacock und Rob Daviau ist nur deswegen unser erstes Legacy-Spiel, weil das vorbestellte The Rise Of Queensdale einfach nicht kommen will. Im Nachhinein bin ich froh, denn als das Päckchen endlich eintrifft, erweist sich die Rettung der Königin im Vergleich zur Rettung der Menschheit als fad bis ärgerlich. 16 Partien brauchen wir, bis wir es hinter uns gebracht haben.

Karten in aufsteigender Reihenfolge abzulegen, ist keine Kunst. Außer man hält die Klappe dabei. The Mind von Wolfgang Warsch ist unglaublich einfach und, in der richtigen Runde, unglaublich spannend. 38-mal kommt es 2018 auf den Tisch, zu zweit, zu dritt, zu viert und sogar zu fünft. Letzteres in einer vom Blutmond beschienenen Julinacht auf einer Hotelterrasse in Niederbayern, untermalt von den Klängen einer Band, die im angrenzenden Festsaal bei einer Hochzeit aufspielt. Bis zum siebten Level kommen wir, rauchend, mitsingend und Cocktails trinkend. Ich mag unsere Neffen und Nichten, die zu jedem Familientreffen voller Vorfreude auf Spieleabende anreisen. Zu zweit gewinnen Florian und ich The Mind öfter und haben dann noch einen Riesenspaß, wenn wir auch blind die eine oder andere Bewusstseinsstufe nehmen. Zu viert schaffen wir es nur ein einziges Mal, im November in Rotenburg an der Fulda, doch davon später mehr.

Pandemic Legacy Season 1 und The Mind sind neu, extrem verschieden, einfach nur großartig. Aber nicht unser Spiel des Jahres. Der Titel gebührt Codenames Duett von Vlaada Chvátil und Scot Eaton. Codenames fanden wir schon überragend, Codenames Duett schickt uns auf eine schier nicht enden wollende Weltreise, auf der wir verflixt oft über Hawaii stolpern und trotz etlicher Fehlversuche nicht müde werden, auch noch Singapur zu erreichen. Am 9. Oktober, nach zweieinhalb Monaten Kampagne und 69 Partien, kommen wir endlich an. Zum Jahresausklang werden wir es noch einmal spielen, mit den Begriffen aus dem Grundspiel. Ohne Hawaii, dafür vielleicht mit Elf, Schneemann, Nuss und Schokolade.

Unser Spiel des Jahres ist Codenames Duett

Neue Orte, neue Mitspieler

Unser Spiel des Jahres ist bekannt gegeben, und trotzdem höre ich nicht auf zu schreiben. Weil ich vom Spielen und Entspannen am Brombachsee erzählen will, vier Tage lang im Juni. Mehr Entspannen als Spielen, aber mit liebgewonnenen Mitspielern aus Stuttgart. Sogar Spiele kann man in der Gegend kaufen, Florian entdeckt ein verstaubtes San Marco in einem Laden, in dem ein, zwei Kunden pro Woche vorbeischauen dürften. Wir anderen stehen derweil vor der Tür des Geschäftes, um das schlafende Baby im Laden nicht zu zu wecken mit unseren Mutmaßungen über die Unwahrscheinlichkeit, in solch einem Örtchen etwas Interessantes zu finden.

Im Juli radeln wir in dreieinhalb Wochen von Karlsruhe nach Saarbrücken. Mit Umweg über Frankreich, einmal quer durch bis Bayeux und zu den Landungsstränden der Alliierten. Als wir fast schon wieder zurück in Deutschland sind, treffen wir uns in Thionville mit Jenny und Thierry. Zum Dank für ihre Gastfreundschaft und das geschenkte Star Realms schicken wir ihnen später Die Quacksalber von Quedlinburg. Jenseits des Rheins hat man durch die gerade verliehene Auszeichnung Kennerspiel des Jahres überhaupt erst von dessen Existenz erfahren und ist neugierig.

Kurz nach der Regvor im Februar hatte mich eine Mail von Regelguru und Dauer-DM-Qualifikant Stephan erreicht, eine Einladung, doch mal beim Brucker Spieletreff vorbeizuschauen. Ende September nehme ich sie an und mache mich Freitag nach der Arbeit auf nach Emmering. Ich lerne nette Mitspieler kennen, dazu Photosynthese und Pioneers. Zwei Wochen später schlagen wir zu zweit auf. Und Anfang Dezember ein drittes Mal. Nächsten Sommer wollen wir mal nachts aus Emmering heimradeln. Unterwegs im Dunkeln lässt es sich vortrefflich über Züge , Taktiken und Würfelglück quatschen.

Spielen an Allerheiligen, zwischen Essen und den Weihnachtsfeiern der Adventszeit, ist eine ganz wunderbare Idee. Zweimal hat Marcus ein verlängertes Wochenende auf der Schwäbischen Alb organisiert. Als er für Herbst 2018 buchen will, hat das Gästehaus in Ruppertshofen keine Kapazitäten mehr. Schade, ich mag den kleinen Kreis und die überschaubare Anreise.

Wir probieren Rotenburg an der Fulda aus. Der Spieletreff Oberhof ist inzwischen hierher gewandert. Sein Herbstableger ist mit 50 Doppelzimmern fast intim. Mir kommt er trotzdem riesig vor. Ich mache die Bekanntschaft von Kristina, Krass kariert, Lift off und Carpe Diem, zähle mit Florian und Carsten Schritte auf Wanderungen durch den goldenen Herbstwald, stolpere auf dem Weg zum Klo über den Carcassonne-Autor Klaus-Jürgen Wrede, den ich nicht als solchen erkenne, und sehe aus den Augenwinkeln Stefan Feld, dem ich am liebsten sagen würde: Ey, Bubu ist einfach nur geil. Aber das werden ihm schon 1000 andere vor mir gesagt haben. Klassiker spielen wir auch, Brief History of the World, natürlich Burgen von Burgund, Fürsten von Florenz. Die Zeit ist zu knapp, um auch noch mit Goa fertig zu werden. Dann müssen wir schon wieder zum Zug. Auf der Rückfahrt klappt sogar fast alles. Trotzdem erscheint mir eine halbe Deutschlandreise hin, eine halbe zurück sehr lang für viereinhalb Tage Spielen.

2018 ist das Jahr, in dem trotz aller Vertrautheiten einiges neu und anders ist. 2019 wird zumindest schon einmal eine Neuheit bringen: Ich will mich als Spieletreff-Organisatorin versuchen. Allerheiligen irgendwo zwischen Stuttgart und Vierkirchen, aber nicht in Ruppertshofen. Da ist schon wieder alles voll. Vielleicht kann ich neue Mitspieler für ein Brettspiel-Wochenende gewinnen und alten eine lange Fahrt ersparen. Ob’s klappt? Ich weiß es nicht. Aber einen Versuch ist es wert.

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Eigentlich

by Nicole

2016 ist das Jahr der Brettspiel-Wochenenden. Es ist nicht das „Hurra, wir fahren nach Herne“-Jahr. Eher: Jetzt reicht es erst mal mit der Regvor. Es ist auch das Jahr, in dem ich eine Buchstabenkombination kennen und schätzen lerne, die ich mir nicht merken kann. Irgendwo zwischen CSU und LGBT, nur dass es um Spiele geht. 2016 ist ein gutes Jahr.

Yucata in Wiesbaden und Baden in Kempten

Es beginnt mit „Yucata offline“ im Januar in Wiesbaden, organisiert von Veda Ssu. Lauter nette Menschen, mit denen ich bisher nur online auf yucata.de gespielt habe. Dazu ein paar, die dort nicht vertreten sind, aber auch nett und gerne spielen. Wenn man Bo nach seinem Lieblingsspiel des Wochenendes fragt, dürfte es auf Katakomben hinauslaufen. Jedenfalls muss es sein Vater gleich danach kaufen. Für mich ist es Codenames. Den ganzen Sonntag spielen wir in wechselnden Besetzungen. Unvergessen ist Morgentoilette zwei – Wasser, Gesicht.

Die Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft im Februar läuft nicht wie erhofft. Ich mag nicht mehr. Schade, dass im Herbst für 2017 zum ersten Mal seit meinem Debüt 2014 vier Spiele ausgewählt werden, die ich alle richtig gut finde.

Im Mai geht es weiter mit dem Kempten-Wochenende des Brettspieltreffs Stuttgart. Florian radelt mittwochs hin und gehört zu den Ersten. Ich bin noch bei „Lucia di Lammermoor“ und komme am Donnerstag per Zug nach. Es ist heiß, und das Schwimmbad liegt nebenan. Trotzdem schaffen wir es nur mit Mühe, einmal täglich ins Wasser zu hopsen. Die Berge außenrum bleiben unerwanderte Kulisse der Schafkopfrunden auf der Hotelterrasse. Schafkopf wird immer dann gespielt, wenn Peter und Carsten aus der 18er-Runde verschnaufen müssen. Florian und ich gehören nicht dazu, knabbern aber auch gerne ein paar Salzbrezeln zwischen Mombasa, Snowdonia, 7 Wonders, natürlich wieder Codenames und Nebel über Valskyrr.

Jahresende im Hochformat

Anfang September besucht uns Thomas aus Stuttgart. Wieder zweieinhalb Tage Spielen, dazu eine kleine Radtour in den Biergarten und ein paar Runden Pairs zur dunklen Radlermass. Eine Woche später sind wir beim hessischen Thomas und seiner Anne. Zweieinhalb Tage Spielen, diesmal mit dem Time-Stories-Abenteuer Hinter der Maske, aber ohne Biergarten. Dafür grillen wir auf dem Balkon.

Ende Oktober geht es weiter mit dem Nördlingen-Wochenende der Stuttgarter. Wir radeln hin, der Kälte wegen an zwei Tagen. Mit im Gepäck: Das Orakel von Delphi, Automobiles, Das Ende des Triumvirats. Und die Vorfreude auf die Essen-Neuheiten First Class und American Railroads, die Peter mitbringen will, sowie Attika, das netterweise Michael einpackt, obwohl er uns gar nicht kennt. Wieder fünf Tage voller Spiele und, weil nachts zu aufgekratzt, wenig Schlaf. Man will auch nichts verpassen am Morgen. Wir lernen unser erstes Exit-Spiel kennen, Die verlassene Hütte, umrunden Nördlingen zur Hälfte auf der Stadtmauer, essen Pizza und Muscheln mit Carsten, trinken richtig guten Kaffee mit Peter und Tilo und verpassen freiwillig den Zug, den ich mir für die Rückfahrt ausgesucht hatte. War es, weil wir noch ein First Class spielen wollten? Oder Codenames? Oder Snowdonia? Kutschfahrt zur Teufelsburg? Ich weiß es nicht mehr.

Der Gegenbesuch unserer hessischen Freunde folgt zwischen den Jahren. Drei Tage, in denen der Spielestapel stetig wächst, obwohl wir Delphi, Augustus, Yucata, auch das 8-Minuten-Imperium und Roll For The Galaxy je zweimal spielen. Traditionell machen wir am Ende eines solchen Spieletreffens ein Erinnerungsfoto mit Stapel. Es läuft langsam auf ein Hochformat hinaus.

Unser Spiel des Jahres 2017: Das LCG zum Herrn der Ringe

Thomas und Anne möchten Der Herr der Ringe: Das Kartenspiel (LCG) kennenlernen. Und hier bin ich beim Eigentlich angelangt. Eigentlich ist 2016 das Jahr der Brettspielwochenenden. Logisch wäre es, eines der dort häufig gespielten Spiele zu unserem Spiel des Jahres zu machen. Codenames zu Beispiel, das sich auch ganz hervorragend mit nichtspielenden Verwandten spielen lässt. Aber es ist nur auf Platz drei gelandet. Hinter Roll For The Galaxy, das wir so ziemlich jeden Monat mehrmals auf dem Tisch haben. Ein Roll geht immer, auch abends nach der Arbeit. Und ist immer wieder anders. Mal mit, lieber aber ohne Erweiterung.

It’s a living thing

LCG ist die Zauberformel: Living Card Game. In Kempten probieren wir das konfrontative Game of Thrones LCG aus. Besser gefällt uns das Herr der Ringe LCG, erschienen bereits 2011, an dem wir uns zu dem Zeitpunkt seit etlichen Wochen abarbeiten. Wäre der Suchtbegriff nicht negativ besetzt, ich würde von Sucht sprechen. Das Grundspiel hält nicht lange vor, die Zusatzabenteuer stapeln sich. Von Eowyn bin ich inzwischen zu Dain Eisenfuß und seinen Zwergen gewechselt. Wobei Aragorn und ein reines Taktikdeck neulich auch reizvoll waren.

Gerade während ich schreibe, nimmt es Florian wieder alleine mit den Trollen der Hobbit-Erweiterung auf. Den ersten hat er erledigt, zwei weitere warten noch. Das sieht nicht gut aus. Wenn wir Herr der Ringe spielen, spielen wir wochenlang so gut wie nichts anderes. Höchstens mal ein Roll zwischendurch. Deswegen verordnen wir uns nach bestandenen Abenteuer-Sets Pausen. Es gibt ja auch noch so viele andere gute Spiele.

Auch wenn Der Herr der Ringe – das Kartenspiel unser Spiel des Jahres ist, verbringt es den Silvesterabend im Regal. Wir wollen Orléans: Die Invasion spielen. Die kooperative Variante. Mit Thomas und Anne sind wir gerade knapp gescheitert. Da sollte eigentlich noch was gehen.

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Regierungswechsel in Orléans und Tokio

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Nicole dienstlich verhindert. Ich eine Minute zu spät im Pfarrsaal. Aber andere hatten da schon die erste Partie Love Letter hinter sich. Der Spirit passt!

Das Publikum: Vincent hatte seine Spielwiesn-Neuerwerbung Codenames im Gepäck, Felix kam mit Michael und Tom mit Xiaoyao. Christian und ich waren auch da.

Die Spiele: Da Tom mir erklärte, ich würde für Orléans nicht gebraucht, überließ ich die beiden freien Plätze Christian und Vincent. Man spielte mit diversen interessanten Hausregeln, aber Orléans zeigte sich stabil genug, dass es offenbar trotzdem Spaß machte.

Zumindest einen Zählfehler gab es auch an unserem Tisch. Da ich den anfangs zögerlichen Vincent als vierten Mitspieler einrechnete, hatten wir in der Speicherstadt eine Zusatzrunde mit nur zwei Karten. Ein Feuerwehrmann mit Stärke 3 und die Flussschifferkirche hätten im Dreierspiel eliminiert gehört.

Nachdem ich mit einem Punkt vor Michael gewonnen hatte, durfte Felix seinen Wunsch King of Tokyo auf den Tisch bringen, der ihn an Triumphe auf der Regvor und im Keller erinnert. Ich kannte kaum noch die Regeln.

Spieleabend 7. November in Vierkirchen

Der Sieger des Abends: Erstens der Kraken, der sich gegen einen hinterhältigen Punkteräuber rechts und Diebstahl mühsam erworbener Sonderfähigkeiten von links wehren konnte und nun für die nächsten Wochen als König über Tokio herrscht. Zweitens Xiaoyao, die sich zur Herrin über Orléans aufschwang, unter anderem, indem sie auf ihrem Bankkonto fette 52 Münzen aufhäufte.

Der Verlierer des Abends: Der BND. Er erwägt nämlich, Michael und mich nach einer erfolgreichen Zweierpartie Codenames einzustellen. Es folgten aber drei weitere Runden, in denen wir unser Niveau nicht halten konnten. Tröstet mich mal, beim Stichwort Winterkonzert denkt doch jeder gleich an Watt, oder?

Die Bewertung: Nach fünf Tagen Dauerspielen von Neuheiten in Nördlingen schien mir der Abend solide Hausmannskost. Auch die ist viel besser als hungrig ins Bett.

Der Ausblick: Im Zwei-Wochen-Rhythmus geht es Richtung Weihnachten. Ich hätte Lust auf archäologische Grabungen in Pergamon, einem Spiel aus dem Jahr 2011, das habe ich noch viel zu wenig gespielt.

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Skill auf der Insel

by Nicole

Die Ausgangsbedingungen:
Der erste Montag in den Sommerferien, das gab es noch nie. Zumindest nicht, seitdem ich den Spieletreff besuche. Und weil es so schön warm war, saßen wir draußen, unter dem Bewegungsmelder, damit das Licht auch bei fortschreitender Dunkelheit nicht ausgeht. Was gut funktionierte, bis auf einen kurzen Umzug in der Endphase der letzten Partie.

Das Publikum:
Sergej schaute mal wieder vorbei, dazu Felix und Nico, Thomas, Michael, Florian und ich. Platz wäre ja für vier, fünf Tische gewesen. Sergej würde jetzt noch Stühle raustragen, wenn wir ihn nicht irgendwann gestoppt hätten.

Die Spiele:
Zu siebt: Pairs mit knuffigen kleinen Monstern, die es nicht ertragen, paarweise vor einem Spieler zu liegen. Ein feiner Überbrücker, bis klar ist, dass doch niemand mehr kommt. Ebenfalls zu siebt: Codenames, das nur für Tom neu war. Als Naturwissenschaftler mit Chemie-Leistungskurs brachte er mich ganz schön ins Schwitzen – Magnesiumsäure. Was wollte er mir damit sagen? Zum Glück wurde es genauso wenig anerkannt wie das Zirkuszeichen des gegnerischen Teams. Danach zu viert Love Letter und zu dritt Die verbotene Insel.

Die verbotene Insel

Der Sieger des Abends:
Forscher, Ingenieur und Navigator. Das Team schaffte es nicht nur, immer wieder den Landeplatz der Versager trockenzulegen. Es sammelte auch alle vier Artefakte und verließ als Gewinner die verbotene Insel.

Der Verlierer des Abends:
Die Lokalausgaben von SZ und Merkur. Sie verzichteten trotz Ankündigung darauf, ihre Leser auf den Abend mit den Spielen des Jahres aufmerksam zu machen. Die wissen nun weiter nicht, ob sich Codenames oder Isle of Skye als Weihnachtsgeschenk eignen.

Die Bewertung:
Skill, sage ich. Das nächste Mal würde ich mich schon trauen, als Experte die verbotene Insel zu betreten.

Der Ausblick:
Irgendwann Mitte September wird es wieder soweit sein. Ich glaube, auf der Terminseite steht das schon. Die Argentinienreisende dürfte dann wieder zu Hause sein, der Gelegenheitsföhrer allerdings nicht. Bis dahin spielen wir Codenames zu zweit, schieben vielleicht noch ein kleines Isle of Skye ein und nehmen Pairs mit in den Biergarten.

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Die Bibel und ihre Schätze

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Ich habe mir die Haare abrasiert. Vielleicht klappt mit mehr Frischluftzufuhr das Denken wieder besser.

Das Publikum: Christian, der mich angeblich nicht mehr erkannte. Lag’s an den Haaren – oder war er einfach nur zu lange weg? Vincent, der sich in seiner Altersklasse allein vorkam. Hey, sind wir Erwachsenen nicht kindisch genug? Also Nicole, Michael, ich. Und dann bog überraschend Jochen um die Ecke – überraschend auch für seine Frau, wie das Smartphone später zeigen sollte.

Die Spiele: Auf dem Plan stand Die verbotene Insel, und heimlich dachte ich an Fairy Tale, das ist bei uns im Haus gerade das Spiel des Monats, das wir uns ein paarmal zu spielen vornehmen. Aber wann ist man schon genau zu sechst und hat Die Kutschfahrt zur Teufelsburg griffbereit?

Anschließend Codenames, das Spiel des Jahres werden könnte. Aber nicht deshalb, sondern um zu klären, welche Begriffe „Reich 2“ für Christian abdeckt, wenn „Gold, Jet, Kasino, Limousine“ (alphabetische Reihenfolge) ausliegen.

Codenames

Der Sieger des Abends: Der Orden der offenen Geheimnisse. Die „Blauen“, wie sie auch heißen, verkündeten zweimal korrekt den Sieg über die „Roten“ von der Bruderschaft der wahren Lüge. Thomas hätte sich über die Farbsymbolik gefreut.

Der Verlierer des Abends: Die Bibel. Ich suche seit Stunden, aber ich kann im Buch der Könige den Kampf zwischen dem Einhorn und dem Drachen nicht finden.

Michael wäre mir bestimmt keine Hilfe, denn der weiß gar nicht, was alles in der Bibel steht. So folgte auf seinen Tipp „Bibel 2“ (zwei Treffer für unser Team, „Engel“ und „Gericht“) gleich noch der Tipp „Bibel 3“.

Der nächste Verlierer wird aber Christian sein, wenn er wirklich sein Gold ins Kasino trägt und dann schon etwas weniger reich ist. Hätte er sich nur eine Limousine gekauft.

Die Bewertung: Es wurde viel gelacht. Nur vergebe ich ungern Höchstnoten. Das lässt so wenig Spielraum. Also sagen wir 98 von 100 Prozent.

Der Ausblick: Wer weiß, vielleicht rasieren sich jetzt alle die Haare ab. Wegen der Luftzufuhr. Dann braucht es erst einmal ein Kennenlernspiel.

Die verbotene Insel steht weiter auf der Wunschliste. Aber wenn es überraschend anders kommt und so nett wie diesmal, beschwert sich garantiert keiner.

Anfang August könnte es einen Zusatztermin geben. Darüber beschwert sich dann auch nur, wer schon Urlaub macht, und wer Urlaub macht, hat überhaupt keinen Grund, sich zu beschweren.

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Zweierlei Osterei

by Florian

Ostern ist die Zeit der versteckten Überraschungen. Nun ist zwar noch nicht Ostern, und ein Versteck gab es auch nicht, sondern eine Ankündigung auf der Mailliste: Auch diesen Montag wurde gespielt. Wir erfuhren das am Freitagabend, und es war keine Zeit, die Termin-Seite dieses Blogs zu aktualisieren. Dafür möchte ich bei den beiden Besuchern entschuldigen, die in den drei Tagen diese Seite aufgerufen haben.

Warum der Zusatztreff so kurzfristig einberufen wurde, erfuhren wir am Montagabend. Monika hatte sich telefonisch angemeldet, weil oder obwohl sie irgendwo gelesen hatte, wir würden uns mit „gehobenen“ Spielen befassen. Das ist ein guter Grund für einen Zusatztermin, und wenn sich nächstens gleich drei neue Leute auf einmal melden, wer weiß, vielleicht würden wir sogar mal an einem Dienstagabend spielen.

Wegen Arbeit und Prioritäten und kurzfristig und so kam ich erst gegen neun Uhr, und die Tür zum Pfarrsaal war abgeschlossen, aber ich musste mich nur vor der Glasfront aufbauen, da kam Michael schon gelaufen, mir zu öffnen. Es lief eine lustige Partie Codenames, und außer Monika hatten sich die Stammgäste Nicole, Nico vom Dachboden und Felix eingefunden, dazu der schon ein paar Wochen vermisste Sergej.

In Codenames wurde ich nicht mehr recht heimisch, lauschte aber fasziniert. Da behauptete jemand, eine Erklärung sei eindeutig, aber der von ihm genannte Begriff lag gar nicht aus. Auf Nachfrage erfuhr ich, das Wort habe vor zwei Runden mal ausgelegen. Und „Flur“ wurde flott in „Fluor“ umgedeutet und mit Zähneputzen erklärt. Da kam ich nicht drauf, wohl aber Nico, der in der falschen Mannschaft war.

Stattdessen rätselten wir …

Ich: Aber er würde Strom doch nie mit Zähneputzen erklären, sondern mit Lena, Ob, was weiß ich, Wolga oder Donau …
Michael: Donau geht nicht, da denkt ja jeder gleich an Moskau.

Der Rest vom Nest

So viel zu den ersten zehn Minuten meines Spieleabends. Anschließend spielten wir Isle of Skye, ich entwickelte Ehrgeiz, marschierte voraus, wurde von Michael bedrängt. Vier oder fünf Punkte Vorsprung blieben zum Schluss, aber kein Geld. Ich hoffe, Michael hat mir nicht irgendwann zu viele Punkte gegeben, er hatte an diesem Abend ungewohnte Zählschwächen, saß aber in der meistbefahrenen Steilkurve der Kramerleiste.

Neuling Monika schlug sich gut, setzte nur zu viel Hoffnung in die ihr selbst zugelosten Teile, die ihr dann doch weggekauft wurden. Am Ende lag sie einen Punkt hinter Nicole. Mein Fazit: In Isle of Skye gewinnt der unerfahrene Spieler wahrscheinlich nicht, und das kann man dem Spiel wohl kaum anlasten.

Die zweite Osterüberraschung entdeckte ich in meinem bislang bevorzugten Zeitschriftenladen am Münchner Hauptbahnhof, und sie war weniger lustig. Während der Inhaber bisher ein Meister-Osterhasendiplom damit verdient hatte, Ausgaben der Zeitschrift Spielbox zu verstecken, hat er sie nun nach einer Aufräumaktion aus dem Programm genommen. Eine Epoche geht zu Ende. Es war der einzige mir bekannte Zeitschriftenladen Münchens, der die Spielbox führte.

Ich muss mich nun entweder auf die Fairplay beschränken oder die Spielbox abonnieren. Aber die Fairplay hat ohnehin die besseren Cover. Die aktuelle Rakete ist eine Schau. Und, das darf ich gar nicht erzählen, sonst wollen alle einen, aber manchmal, sehr selten, malt mir ein anonymer Versandhelfer von Hand einen Harry auf den Lieferschein. Das ist das Redaktionsmaskottchen, das öffentliche Leserbriefe so flott abfertigt. Go, Harry!

Die Spielbox-Schwesterzeitschrift Spiel doch! übrigens, nur echt mit dem Aufforderungscharakter, entschuldigt den Anglizismus, mit dem Aufforderungszeichen, hat nicht nur kein Cover, sondern stattdessen Clipart – man kann sie auch im Zeitschriftenhandel nicht einmal bestellen. Nur im Spielwarenhandel. Aber das ist doch irre, wenn ich beispielsweise Codenames im Handel bestelle und zugleich die Zeitschrift mit dem Test von Codenames. Ich will erst den Test.

Weiterschauen:

Yucata offline 2016

by Nicole

Eine Fensterbank voll Spiele. Das können zwei, drei sein, aber auch 20, 30 oder 100. Das kommt ganz auf die Fensterbank an. Raum B8 in der Jugendherberge in Wiesbaden hat eine sehr lange, die sich über eine komplette Seite des turnhallenartigen Saals erstreckt. Auf ihr stapeln sich beim ersten Yucata-Treffen nach sechsjähriger Pause massenhaft bunte Kartons. Angeschleppt in Tüten, Reisetaschen, Rucksäcken, Klappkisten und Wäschekörben.

Gespielt wird zweieinhalb Tage lang so ziemlich alles, vom Kartenquickie bis zum mehrstündigen Prototypen des nächsten Uwe-Rosenberg-Spiels. Gequatscht wird auch und viel gelacht. Ich weiß jetzt, wer hinter dem Nicknamen die Tapfere steckt, wie catkin aussieht, was Harrii macht, wenn er gerade keine Zeit für Yucata hat, dass Ludoo lieber Ludo heißen würde und wann lunaflute Geburtstag hat. Nummer5 hat neben Frau und Tochter auch eine Buttonmaschine dabei, Yucata-Spieler bekommen Vornamen. Trueskill und Rang sind egal, wann immer jemand orientierungslos herumstand, wird Platz an einem Tisch gemacht oder die Gruppe geteilt und etwas anderes gespielt als ursprünglich geplant.

„Ich bräuchte etwas, womit ich zwei Karten nehmen kann.“ (Uschi)
„Aber da hast du doch den blauen Kontoristen.“ (Gabi)

Nach einem immer wieder von Begrüßungen unterbrochenen La Isla und Qwixx ist Port Royal das dritte Spiel des Wochenendes für mich. Wir versuchen die kooperative Variante zu viert. Von den neun Aufträgen haben wir acht erfüllt, aber keine einzige Karte mehr auf dem Runden-Stapel. Jetzt oder nie. Uschi muss noch die zwölf Punkte vollkriegen. Neun hat sie, aber zu wenig Geld für eine Dreierkarte. Florian deckt Karte um Karte auf, mindestens 20 liegen auf dem Tisch, es wird immer enger. Bis Gabi sich anschaut, was Uschi eigentlich so in ihrer Auslage hat. Am Ende kann sie für neun Münzen ein Fräulein kaufen, wir haben alle Aufgaben gemeistert. Da stört es nicht, dass wir nur den Landratten-Rang bekommen, weil wir nicht vorzeitig fertig geworden sind.

Yucata-Treffen 2016

„Der Käse ist aus.“ (Daniela)

Daniela und Markus spielen zum ersten Mal Orléans, Françoise hört bei der Erklärung zu, bringt aber dann Paula ins Bett und verzichtet auf die Partie. Es ist ihr Spiel. Ihr Mann war bisher nur mit Aufkleben beschäftigt, zum Ausprobieren fehlte die Zeit.

So weihen Daniela, Markus und ich die Luxusversion mit Holzfigürchen statt Pappplättchen ein. Die beiden hängen mich auf der Bauernleiste ziemlich schnell ab. Runde um Runde zahle ich eine Münze. Irgendwann kann ich nicht einmal mehr hinterher, weil kein Käse mehr zu kriegen ist. Aber auf der Bücherleiste komme ich als Erste ins Ziel. Und das Tuch, das ich in den letzten Runden sammle, bringt auch noch mal fette Punkte.

„Jetzt nehme ich mir die Ware mit dem Dreierwürfel.“ (Françoise)

Françoise möchte Burgen von Burgund lernen, Florian kann es auch noch nicht richtig, Kerstin und ich finden, ein Bubu geht immer. Und weil sich keiner wehrt, müssen sie alle den Regvor-Plan spielen. Eine kleine Trainingseinheit für mich. Françoise fängt auf Empfehlung ihres Mannes oben links an, Kerstin und Florian unten links und ich oben rechts.

Wir bauen peu à peu vor uns hin. Es macht doch immer wieder Spaß. Und man sieht am Tisch viel besser, wie die anderen so ihren Plan füllen, als auf Yucata. Auf Kerstins Plättchen, das bei der Geldausschüttung für die Minen auch noch Arbeiterplättchen bringt, bin ich schon ein bisschen neidisch. Das muss ich unbedingt demnächst bei meinen Online-Spielen ausprobieren.

„Wenn ich das jetzt so lege, seid ihr beide doch draußen und ich habe gewonnen. Hurra, ich habe das Spiel verstanden.“ (Tanja)

Tsuro ist eine Neuentdeckung für mich. Ich spiele es mit Daniela, Markus, Paula und Françoise und am nächsten Tag gleich noch einmal mit Christine, Sabrina und Tanja. Wunderbar leicht und angenehm.

„Ich kann meinen Papa lähmen.“ (Paula)

Paula strahlt. Und Florian, nicht der aus Burgen von Burgund, sondern mein Florian, strahlt auch. Paula ist acht Jahre alt und Adjutant des Bösen. Ihr Freund Bo hilft ebenfalls, die Helden zu bedrängen. Paula strahlt, weil sie in Katakomben einen Treffer gelandet hat, Florian, weil er das Spiel nicht umsonst mitgeschleppt hat.

Dave, Christian, Kerstin und ich sind die Guten. Wir tun uns schwer. Meine Elfenlebenspunkte werden immer weniger. Bo kontrolliert ganz genau, dass ich sie auch bei mir abziehe und nicht bei Berserker Christian. Dabei hat der doch viel mehr. Dann bin ich tot. Zum Glück geben meine Mithelden zehn Münzen aus, um mich wieder zum Leben zu erwecken. Danach schnippe ich auch nicht besser, doch dem Berserker und Zauberer Dave gelingt es schließlich, den Oberbösen zu erledigen. Zu diesem Zeitpunkt ist Diebin Kerstin tot, freut sich aber aus dem Jenseits über unseren Sieg.

„Du zählst nicht. Du bist der Erklärbär.“ (Silvia)

Helios gehört zu den Spielen, die online eher schwer zu lernen sind. Deswegen sind an einem Nachmittag gleich zwei Exemplare im Einsatz. Mein Florian erklärt am einen Tisch, ich versuche es am anderen. Dort entscheidet sich Jürgen für die Minimalstrategie, um möglichst oft Sonnenkreisepunkte zu kassieren. Passend dazu wählt er die Priesterin. Stefan nimmt den Schatzmeister und konzentriert sich voll aufs Manasammeln. Silvia holt den Kartographen und den Architekten. Letzteren hätte ich auch gerne gehabt. Also grabsche ich mir Prophetin, Erfinder und Entdecker. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Deswegen komme ich in Silvias Endabrechnung nicht vor. Wir spielen das übrigens inzwischen auf Yucata, zur Verinnerlichung der Regeln. Andere würden Lernzielkontrolle sagen. Oder, Ute?

„Guck mal, wie ich dich glücklich mache.“ (Ute)

Uschi hat das Kartenspiel Schlafmütze mitgebracht. Der Schlafmützen-Tisch ist jeden Abend der lauteste. Nur muss „glücklich machen“ neu definiert werden. Denn Ute gibt eine Karte nach der anderen an Stefan. Der hat zu dem Zeitpunkt fast gewonnen und muss nun noch einmal von vorne anfangen, seinen Berg abzubauen. Immer bemüht, keinen Fehler zu machen, sonst schallt es ihm von allen Seiten „Schlafmütze“ entgegen.

„Morgentoilette – zwei.“ (Markus)
„Wasser, Gesicht.“ (Florian)

So einfach kann es manchmal sein, wenn man Codenames spielt. Und das tun wir den ganzen Sonntag. In wechselnder Besetzung, zu viert, zu sechst und kurzzeitig sogar zu acht. Vor dem Mittagessen und danach. Bis wir fast die Letzten sind.

Sehr interessant auch „Bowie – zwei“. „Ich seh kein Messer.“ „Aber Rock für David Bowie. Und vielleicht Afrika. Seine große Liebe war ja ein afrikanisches Model.“ Christine und ich denken angestrengt laut nach. Françoise, die in der gegnerischen Gruppe sitzt, leidet physische Qualen, ebenso Florian, der „Bowie – zwei“ gesagt hat. Ich habe meine Zweifel, ob Florian das mit dem Model weiß. Auch wenn die Idee von mir stammt. Christine sagt: „Ist der nicht gerade gestorben.“ Und sieht in diesem Moment „Krebs“. Alles klar: Rock und Krebs.

Im Internet gibt es übrigens ein Foto von einer etwas anderen Codenames-Variante. Statt 25 Karten mit Begriffen sind fünf mal fünf Spiele ausgebreitet. Erweiterung – fünf. Kooperativ – zwei. Stefan Feld – drei. Beim nächsten Yucata-Treffen sollten wir das unbedingt ausprobieren.

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Novemberspielen auf der Schwäbischen Alb

by Florian

Egal ob Barbiepuppen, Fußball oder Brettspiele – wer zweckfrei spielt, tut das am liebsten mit Freunden. Das ist wohl auch der Grund, warum es immer einen Hauch von Überwindung kostet, einen neuen Spieletreff zu besuchen: Was für Leute werden dort sein?

Nicht offen, aber heimlich habe ich mir diese Frage vorm Novemberwochenende des Brettspieltreffs Stuttgart in Ruppertshofen auf der Schwäbischen Alb gestellt. 2014 waren wir schon einmal mit den Stuttgartern in Nördlingen, aber das war im Sommer und nur für einen Tag. Und nur als Tagesgäste.

Splendor

Wie’s dann doch meistens ist, gerade unter Spielern: Wir wurden nett aufgenommen, unsere Spiele auch, und alle hatten vier schöne Tage. Dennoch möchte ich betonen, dass in Ruppertshofen immer darauf geachtet wurde, dass keiner je allein dastand, niemand ausgegrenzt wurde, dass sich immer Tische mit mindestens drei Leuten fanden, auch wenn man dafür mal umplanen und das Fünf-Personen-Lieblingsspiel aufschieben musste. Das ist auch in Vierkirchen selbstverständlich – aber nicht in jedem Treff. Fand ich gut!

Ebenfalls positiv: Weder Barbiepuppen noch Fußball waren an diesem Wochenende sonderlich wichtig.

Mitgebrachte Spiele

Ich werde nicht jede Partie zwischen Donnerstagmittag und Sonntagnachmittag aufzählen können, wenn dieser Bericht jemals fertig werden soll – die erste aber war Royal Goods, das wir übergangsweise zu zweit angefangen hatten, während die vor uns Gekommenen ihr Among Nobles beendeten. Peter und Thomas zeigten gleich Interesse, und ich glaube, es war nicht einmal geheuchelt: Peter hat im Lauf des Wochenendes mindestens zwei weitere Partien dieses kleinen Kartenspiels gespielt, bei dem Karten Produktionsstätten ebenso wie Güter sein und durch Produktionsketten veredelt werden können.

Roll for th Galaxy

Roll for the Galaxy kam ebenfalls so gut an, dass es auch ohne uns gespielt wurde, der eine erklärte es dem anderen, und am Samstag, als sich Nicole mal als Regelerklärerin übte, hätte Armin ihr mit Erläuterungen ausgeholfen, der das Spiel selbst seit ein paar Stunden von Peter oder Carsten kannte, wenn, ja, wenn wir ihn gelassen hätten.

Die Erweiterungen Orléans Invasion und German Railroads trafen ebenfalls den richtigen Nerv – Carsten hatte Orléans sogar selbst dabei. Schlimm, dass wir nur vier Tage Zeit hatten. Ich hätte gern noch einmal eine Bahnlinie von München nach Berlin gebaut. Oder nach Hamburg. Oder doch … hm, lasst mich noch mal eine Minute nachdenken.

Bekannte Spiele

Nicht nur wir, auch alle anderen hatten mehr gute Spiele dabei, als sich in vier Tage quetschen ließen. Einige dieser Spiele kannten und mochten wir. Endlich wollte mal jemand Snowdonia und Suburbia mit mir spielen! Das Erste habe ich zuletzt solo auf dem Tisch gehabt, das Zweite schon länger gar nicht mehr. Beide stammten aus dem Gepäck von Thomas, der auch Die Glasstraße dabeihatte und kompetent erklärte und somit zu meinem Ruppertshofen-Gesamterlebnis entscheidend beitrug. Aber warum nur musste er dermaßen oft gewinnen!

Nicole spielte parallel zu meinem Snowdonia das zweite Caverna ihres Lebens, zieht aber nach eigenem Bekunden im direkten Vergleich das zuhause gebliebene Arler Erde vor. Das ist ganz gut so: Arler Erde ist nur für zwei, Caverna aber für bis zu sieben Spieler ausgelegt. Wobei der Tisch schon zu fünft ein paar Stunden brauchte.

Caverna

Schön war für mich auch, wieder mal eine Runde Stille Post extrem zu spielen (wenngleich nicht sehr still, wie der Nebentisch monierte). Das Spiel hatte ich 2014 in Nördlingen kennengelernt – und auch damals war Sabine dabei.

Neue Spiele

Niemand kann uns also beschuldigen, in Ruppertshofen dem „Cult of the New“ gehuldigt zu haben – dem auf Boardgamegeek sprichwörtlichen Drang von Vielspielern, immer nur Neuheiten auszuprobieren und Altes zu schmähen. Trotzdem gab es natürlich auch für mich Neues.

Ganz oben auf meiner Wunschliste steht seither das von Sabine eingeführte 20-Minuten-Spiel Codenames. Ein Erklärer muss mit einem Wort einige wenige von 25 ausliegenden Wörterkärtchen zusammenfassen. Er sagt zum Beispiel „Grün 3“, und sein Team weiß dann, dass genau drei Karten gesucht werden, die grüne Gegenstände benennen. Beispielsweise „Kaktus“, „Wald“ und „Ökostrom“. Dumm nur, wenn auch „Fischer“ ausliegt und der Erklärer nicht an eine mögliche Assoziation gedacht hat.

Weniger begeistert hat mich leider Imperial Settlers, das aktuelle Lieblingsspiel meiner Vierkirchner Mitspieler Vincent und Dominik. Thomas hatte es dabei. Marcus kritisierte die Unübersichtlichkeit der vielen Karten mit dem kleinen Text. Gut, das ist bei Roll for the Galaxy nicht anders. Man muss nicht immer genau alle Karten der Gegner kennen, und nach einem Dutzend Partien erkennt man die wichtigen ohnehin auch von Weitem. Was mich mehr gestört hat: Es zieht sich, ich musste oft den anderen zusehen, zumindest zu viert – während in Roll alle gleichzeitig aktiv sind. Ich finde Imperial Settlers auch arg lang fürs Gebotene. Und oft hatte ich das Gefühl, eine naheliegende optimale Zugfolge mit den zugeteilten Karten auszuführen, also gespielt zu werden. Okay, ich kann mich getäuscht haben, ich wurde Letzter – hatte aber auch frühzeitig ein zentrales Gebäude an einen gegnerischen Vulkanausbruch verloren.

In einem will ich Marcus Recht geben: Hansa Teutonica, das wir beide ebenfalls erstmals spielten, ist eleganter als Roll for the Galaxy oder Imperial Settlers. Jeder hat jederzeit die vollständige Spielsituation im Blick. Klasse finde ich auch, dass die Verdrängungsaggression für das Opfer sogar Vorteile hat. Manchmal platziert man sich bewusst, um verdrängt zu werden. Und ebenfalls positiv: Aggressionen treten hier nie willkürlich auf, gegen den Führenden oder weil der da heute schon dreimal gewonnen hat. Nein, wer in Hansa Teutonica andere verdrängt, tut das klugerweise nur aus Eigeninteresse. Damit ist der Angriff absehbar – und eben nicht willkürlich.

Interessant war auch das Kartenspiel mit dem bizarren Thema, Die blutige Herberge, wo wir als zentralfranzösische Gastwirte entweder kleine Zimmerpreise einnehmen oder deutlich lukrativer die Reisenden ermorden – aber dann auch verscharren müssen, wegen der Polizeikontrollen. Tom (nicht zu verwechseln mit Thomas oder dem anderen Thomas) hatte es mitgebracht, und eine zweite Partie wäre sinnvoll gewesen. Es kam nicht dazu.

Eketorp

Ohne mich hatte Nicole am Donnerstagabend außerdem Keyflower gelernt und gleich mal gegen erfahrene Spieler gewonnen. Bei ihrem zweiten Überraschungscoup war ich dann dabei: dem Queen-Spiel Eketorp, das Tom am Samstag auflegte, eigentlich ein nicht sehr spannend klingendes Blindbieten, das aber am fortgeschrittenen Abend durchaus Spaß machte und eine denkwürdige Wendung nahm.

In Eketorp bauen wir nämlich eine Wikingerstadt mit einem Schutzwall aus billigen oder teuren Rohstoffen, um die wir uns notfalls mit Karten prügeln. Armin schien mit billiger Grasbauweise einen klaren Vorsprung herausgeholt zu haben, während die meisten – etwa ich – so dahin dümpelten oder andere – etwa Nicole – mühsam Holz, Lehm und Steine herbeikarrten. Kein Wunder, dass Armin bald von Möchtegern-Dieben belagert wurde. Und als dann die meisten seiner Männchen angeschlagen aussetzten, ritt Nicole die entscheidende Attacke, holte sich sechs grüne Steine auf einen Schlag und war im Handstreich mit ihrer Wikingermauer fertig. Spiel aus – gewonnen.

Verpasste Spiele

Vier Tage Dauerspielen klingen nach viel, sind aber doch zu wenig. Ich habe bereits erwähnt, dass mir eine zweite Partie Blutige Herberge entging, auch Caverna oder Keyflower fanden leider ohne mich statt. Daneben hätte ich gern mal Among Nobles ausprobiert, das produzierte so interessante Tischgespräche wie: „Ich muss dringend heiraten.“ – „Ich brauch ’nen Mann für meine Tochter.“

Auch Affentennis will ich seit Jahren probieren. Und von Battlestar Galactica habe ich keine Ahnung, ist das nun ein großartiges Spiel oder nur ein aufgemotztes Werwölfe? Ich hätte es gern herausgefunden. Jedenfalls war es am Sonntagmorgen noch Gesprächsthema beim Frühstück, als einer der beiden Verräter (ich glaube, sie heißen Zylone) schon gar nicht mehr da war – der sonst doch so unverdächtig und nett wirkende Tom.

Ein knapper Abschied

Die Burgen von Burgund

Nach diesem Sonntagsfrühstück gab es noch einmal eine entspannte, aber konzentrierte Runde mit Carsten, Thomas und Nicole. Wir testeten die kompetitive Orléans-Erweiterung Blütezeit, rollten noch einmal durch die Galaxis – und besuchten Die Burgen von Burgund. Mit dem knappsten Ergebnis, das ich je gesehen zu haben mich erinnere. Obwohl es Thomas‘ erste Partie war. Ich gewann, einen Punkt vor Nicole, vier vor Thomas und sieben vor Carsten. Dass ich ein Foto der Siegpunktleiste machte, ist wohl deutlicher als alles, was ich noch dazu sagen könnte.

Ob’s beim nächsten Mal wieder so schön wird, kann ich eigentlich nur bezweifeln. Man muss schließlich realistisch bleiben! Aber ich hoffe auf jeden Fall, bald wieder bei einem Wochenende der Stuttgarter Gruppe dabei zu sein.

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