Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Qwixx

April 2019: Manche sagen …

by Florian

Monat vorbei. Viel Arbeit. Wenig Zeit. Muss es kurz machen. Kann nicht schweigen.

Tribes

Tribes kommt, wie ich höre, furchtbar schlecht an. Ich frage mich: warum? Für mich ist das Spiel an der Grenze zur Perfektion. Nicht trocken, sondern minimalistisch, im Knizia-Style reduziert aufs Wesentliche.

Dazu ist Tribes redaktionell perfekt umgesetzt: schön, funktional, praktisch. Ein ausreichend großer Sack zum Nachziehen. Plättchen, die man ständig schieben muss, aber die sich auch leicht schieben lassen, anders als etwa die Karten in Parade oder Majesty, die ein gewaltiges Schiebeproblem haben.

Manche sagen: Es gibt keinen Spannungsbogen. Manche sagen: Man gewinnt nur mit verbrannter Erde. Ich sage: Was nun? Der Spannungsbogen ist genau der, das Spielende rechtzeitig anzusteuern, durch verbrannte Erde noch einmal fette Punkte zu machen oder Minuspunkte zu vermeiden.

Manche sagen: Verbrannte Erde ist unthematisch. Ich sage: Brandrodungswanderfeldbau. Mich überzeugt auch das Thema.

Ich vermute, Tribes von Rustan Håkansson ist ein Opfer der Neuheiten-Hektik. Einmal spielen kann, aber muss nicht genügen, um seine ganze Eleganz zu erleben, seine Stärken zu bemerken.

Ozeanien

Der Autor von Siedler von Catan und Löwenherz, Klaus Teuber, kann auch bei Solospielen als Pionier gelten. Ozeanien war zugleich eine der ersten Handy-Umsetzungen eines Brettspiels – drei Jahre, bevor Apple das iPhone auf den Markt brachte.

Heute gibt es viele Solospiele und noch mehr Brettspiel-Apps. Ozeanien ist ziemlich vergessen. Vielleicht zu Recht, auch wenn es immer mal wieder fünf Minuten Spaß bringt.

Vor mehr als zehn Jahren hatte ich Ozeanien schon einmal eine Weile als Mittagspausenspiel im Einsatz. Jetzt wieder. Und mit 597 Punkten habe ich im April 2019 einen Highscore für die Ewigkeit geschafft. Nehme ich an. Das theoretische Maximum sind 1225 Punkte.

Qwixx

Ein schnelles Würfelspiel am Abend rundet oft Nicoles und meinen Tag ab. Qwixx von Steffen Benndorf hat einen wichtigen Mechanismus eingeführt: Einer würfelt, alle können den Wurf nützen. Keiner langweilt sich, nur weil der andere dran ist.

Trotzdem hat sich Qwixx ein wenig überlebt. Der Glücksfaktor war mir schon früher zu hoch, heute erst recht. Im Mai spielen wir lieber wieder Ganz schön clever.

Lama

Wir haben ein Exemplar dieses einfachen Knizia-Kartenspiels gekauft, um es zu verschenken. Selbst spielen wir mit einer Eigenbau-Variante aus Rommékarten.

Bisher nur zu zweit. Uns macht das Spaß. Die Strategie „Passen, wenn der Gegner nachzieht“ funktioniert nicht, wenn man etwa eine 5, eine 6 und ein Lama auf der Hand hält. Risiko abschätzen, das macht das Spiel aus. Auch zu zweit.

Lama wird gern mit Mau-Mau und Uno verglichen. Damit tue ich mich schwer. Klar: Der triviale Legemechanismus ist der von Mau-Mau. Aber was wäre Lama ohne den Bluff- und Aussteigemechanismus aus Poker?

Jugend trainiert (nicht) für Herne

by Florian

Unser Spieletreff-Chef Michael hat seinen WordPress-Zugang verlegt, weshalb dieser Beitrag nicht unter seinem Namen erscheint. Aber was soll’s – Hauptsache, wir erfahren endlich, wie es am Sonntag auf der Regvor in München gelaufen ist:

„Zu viel Training schadet nur“ schien die diesjährige Devise in der Vorbereitung auf die RegVor zu sein. Konkurrierende Termine hatten die Anzahl der Übungspartien auf ein ungewohnt niedriges Niveau gedrückt, trotzdem starten die Cracks von „Vierkirchen verspielt“ mit jugendlich unbekümmerter Zuversicht in den Tag. Kein Wunder, denn meine drei Mitspieler sind zusammengenommen genauso alt wie ich – fast ein waschechtes B-Jugend-Team.

Jo und seine Mannschaft haben wie immer ganze Arbeit geleistet und das Turnier perfekt organisiert. 15 Mannschaften haben diesmal den Weg ins Wirtshaus im Isartal gefunden – und alle pünktlich, trotz teilweise weiter Anreise – die „Kellerkinder“ waren bereits um halb sieben aufgebrochen.

Ernüchtert

Der erste Blick auf die Auslosung ist ernüchternd. Vierter bei Kingdom Builder und Zweiter bei Marco Polo, das hätte ich mir genau andersherum gewünscht. Felix ist erleichtert, dass er die Mannschaftskürzel von U++ und Spuiratzen nur bei Qwixx auf dem Zettel findet – im Glücksspiel sind die Chancen immer noch am höchsten, gegen die Seriensieger der letzten Jahre zu punkten.

Ich sitze schon beim Aufbau von Kingdom Builder, als mich von Vinnie die Frage erreicht, ob man das erste Plättchen zwingend am Rand einsetzen muss. Geht ja gut los, aber ich schiebe das Thema beiseite, denn ich habe entdeckt, dass es Schiffe gibt, die bei dem vor uns liegenden Spieltableau eine große Rolle spielen können. Schiffe sind knapp – und ich bin wie gesagt als Letzter am Zug.

Mit am Tisch sitzen Markus von „Dank überlegener Geisteskraft“, Nick von den Zugspitzzockern und Rainer von den Pandabeeren – seine kleidsame Pandastrickmütze mit Erdbeerbommeln legt er allerdings ab, um besser denken zu können.

Ebenbürtig

Und dann läuft es – besser als in meinen kühnsten Träumen erhofft. Ich bekomme als Erster die Schiffe, habe nach drei Runden fünf Bonusplättchen vor mir liegen und bin in allen vier Quadranten vertreten. So kann ich von Anfang an auf die Bauern hinarbeiten, die reichlich Punkte geben, wenn man sich gleichmäßig über das Spielfeld ausbreitet. Nebenbei erobere ich die horizontalen Reihen und die eine oder andere Stadt, die Bergleute vernachlässige ich, und obwohl ich im letzten Zug drei Punkte durch falsches Durchzählen der Bauern verschenke, reicht es knapp zum Sieg. Zweiter wird Markus, der mit nur zwei Bonusplättchen erstaunlich zäh dagegen gehalten hat.

Vinnie wird Vierter und Felix schrammt um einen Punkt am zweiten Platz vorbei. Im Gegenzug profitiert Karen von einem Tipp ihrer ärgsten Konkurrentin. Der zweite Platz mit zwei Punkten Vorsprung und das Gefühl, sich ausführlich entschuldigen zu müssen, sind der Lohn. Elf Mannschaftspunkte in der ersten Runde sind zumindest mal solider Durchschnitt.

Vor der Mittagspause stehen nun noch zwei Runden Qwixx auf dem Zettel. Totale Entspannung am Tisch, die Würfel fallen, wie sie wollen, und ich gewinne knapp die erste Runde. In der zweiten Runde läuft es dann genau umgekehrt, so dass in der Endabrechnung fast kein Unterschied festzustellen ist. Die Rangaddition ergibt je einmal 5,5 und 4,5, sowie zweimal 5 Punkte. Im Tie-Break werde ich damit Dritter, Sven von den „Fab Four“ gewinnt und Martin von „Ohne Risiko mit 4 Nebenwirkungen“ ist der glückliche Zweite, in Gedanken aber schon bei Marco Polo, das er nach über 200 Online-Trainingspartien gerne gewinnen möchte (was letztlich auch gelingt). Außerdem muss er des Längeren auf seine Rostbratwürstel warten, die dann auch noch kalt sind. Die Wirtin bedeutet ihm mit münchnerischer Höflichkeit, dass das sicher ganz allein seine Schuld sei, aber er nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit.

Karen wird ebenfalls Dritte, Vinnie strahlt, dass er es mit seinem zweiten Platz „wieder gutgemacht“ habe, und Felix berichtet augenzwinkernd, dass er U++ und den Spuiratzen seine Taktik aufgezwungen und damit gewonnen habe.

Entspannt

Marco Polo spielt sich angenehm, auch wenn früh klar wird, dass ich mit dem „Kellerkind“ Daniel nur um Platz drei kämpfen werde. Es gelingt mir im Spielverlauf, fünfmal gegen Einsatz eines Kamels neu zu würfeln und jedes Mal das vorherige Ergebnis genau zu treffen – viermal die Eins und einmal die Zwei. Pech, aber ehrlich gesagt nicht spielentscheidend. An der Spitze ziehen Annett und Simon unaufhaltsam davon. Schachspieler Simon hat als Einziger eine Kombination von Bonuskarten entdeckt, die wir alle nicht erkannt haben, und löst als Kubilai Khan jede Runde zweimal einen reichen Bonussegen aus, der ihn mit Ressourcen geradezu überschwemmt.

Am Ende bedanken wir uns reihum für die nette Spielrunde – tatsächlich gilt das allerdings ausnahmslos für alle sechzehn Partien, bei denen ein Vierkirchner am Tisch saß. Keine verbissenen Wettkämpfer und keine ermüdenden Grübler – so macht Spielen Spaß.

Felix fehlt erneut ein Punkt, diesmal auf Platz drei, Vinnie wird wie ich Dritter – allerdings ist es dort deutlich knapper, den Ersten trennen nur 8 Punkte vom Vierten – und Karen gewinnt ihre Partie, womit wir als Team immer noch einen guten Schnitt spielen.

Erfolgreich

Und dann kommt Port Royal. Vinnie vertraut mir an, dass das sein Sorgenkind sei. Was ich nicht wusste: Er hat es noch nie gespielt, lediglich die Regeln gelesen und mit seinem Vater darüber diskutiert. Ich gebe ihm schnell noch den Tipp, es mit einem Admiral zu versuchen, wenn der passend auf den Tisch kommt, dann trennen sich unsere Wege.

Nachdem wir anfangs reihum ganze Flotten versenken, weil die gleichfarbigen Schiffe blöd im Stapel liegen, geht es für mich ganz gut los. Nach ein paar Runden liegen ein Matrose, ein Admiral und sogar ein Gouverneur vor mir, dann wird es aber überraschend etwas zäh. Xaver von „Fo(u)r get it“ sammelt munter Punkte und löst letztlich mit zwölf Punkten die Schlussrunde aus. „Erdbärin“ Sabrina hat schon keine Chance mehr, deckt aber fröhlich weitere Karten auf. Wenn dabei eine Dreierkarte auftaucht, ist klar, dass Christian von „Dani und die Ackermänner“ sie sich unter den Nagel reißen und damit den entscheidenden zehnten Punkt im Kampf um Platz zwei machen wird. Ich sitze ganz hinten und habe nur drei Gold, also keine Chance mehr, zu kontern. Und so kommt es. Sabrina scheint damit zur (Vize-)Königsmacherin zu werden, allerdings sind zwischenzeitlich noch ein Boot mit zwei Gold und eine Viererkarte aufgetaucht. Jetzt ist auf einmal Xaver in der Rolle des Königsmachers, was uns aber erst auffällt, als er das Schiff durchgelassen hat, wodurch ich auf einmal fünf Gold zur Verfügung habe, den zehnten Punkt erwerbe und mit dem übrigen Gold den Tie-Break für mich entscheide. Christian ist nur kurz etwas verärgert, gefühlt wäre hier ein geteilter zweiter Platz das Fairste gewesen.

Felix gelingt es im letzten Zug, mit einer erfüllten Expedition vom vierten noch auf den geteilten ersten Platz vorzustoßen, Karen gewinnt (und wird damit mit 15 Punkten erfolgreichste Vierkirchnerin) und Vinnie – gewinnt! – und zwar mit dem Admiral. Das ist der Hammer, Training wird tatsächlich völlig überbewertet. 17 Teampunkte im letzten Spiel katapultieren uns weit nach vorn. Mit insgesamt 50 Punkten reicht es für Platz drei, hinter „Fo(u)r get it“ und „Schachmatt“ mit 54 beziehungsweise 52 Punkten, die jetzt zum Finale nach Herne fahren dürfen. Glückwunsch!

Damit setzen wir die stolze Vierkirchner Tradition fort, von jeder RegVor mit mindestens einem Spiel als Preis heimzufahren. In diesem Fall komplettiert Vinnie die Familienspielesammlung mit Istanbul, und wir nehmen Evolution mit. Gleich morgen beim „normalen“ Spieleabend werden wir das ausprobieren.

Ältere Regvor-Berichte:

150 Minuten voll wie Kartoffelsäcke

by Nicole

Die Glocken von Sankt Jakobus erklingen erst vier-, dann achtmal, der letzte Spieletreff vor den Pfingstferien beginnt, 150 Minuten, um abzutauchen in die Welt der Manschgerl und Würfel, der Karten und Siegpunktleisten. Die Zeit läuft, und wir haben den Pfarrsaal noch nicht erreicht.

147 Minuten, die Fahrräder sind abgeschlossen, die Spieletasche wird ausgepackt. „Habt ihr Auf geht’s dabei?“ Aber klar doch, Felix. Wir haben uns ja selbst schon darauf gefreut, wie Magdalena Neuner am Anstieg zu skaten, um dann ruhig und konzentriert die fünf Kugeln am Schießstand zu versenken. Zögern außenrum, der Massenstart vom letzten Mal hat einige verschreckt. Doch da kommt Jochen und darf gleich in die Loipe, vier Athleten sind beisammen, es kann losgehen. Felix überzeugt mit Technik und Taktik, Florian muss sich knapp geschlagen geben, Jochen zeigt eine souveräne Schießleistung, komplett ohne Nachladen, und ich werde wieder Letzte, aber immerhin drehe ich am Ende des Spiels nicht noch meine Strafrunden, sondern biege ebenfalls schon auf die Zielgerade ein.

Knollen und Juwelen

112 Minuten, am Nebentisch werden Edelsteine gesammelt, Zeit für einen kleinen Potato Man. Kaum hat Florian das Wichtigste zu den 52 Kartoffelkarten und den fiesen roten Evil Potatoes gesagt, da muss er schon weiterziehen, um Michael, Carmen und dem anderen Florian bei der Erschließung Santa Cruz‘ zu helfen. Jochen, Felix und ich ringen weiter um die Kartoffelsäcke. Felix hat den Dreh am besten raus und am Ende weit über 40 Säcke, Jochen, der lange abgeschlagen war, 26 und ich 25.

70 Minuten, Felix zieht es als ungeschlagenen Sieger nach Hause, alle anderen sind beschäftigt, die Santa Cruz-Entdecker drehen ein Ortsplättchen nach dem anderen um und die große Ohne Furcht und Adel-Runde meuchelt und stiehlt, was das Zeug hält. Jochen und ich entscheiden uns für Splendor. Mit den weißen Edelsteinen will es nicht so recht klappen, aber die grünen und roten fallen mir geradezu in den Schoß, dazu noch drei schwarze, und der erste Adlige gesellt sich zu mir. 16 Punkte nach 26 Minuten.

Vögel und Roboter

44 Minuten, der andere Florian hat gerade dank seiner Glücksfee Carmen das Ricochet Robots-Los gezogen, muss aber noch Vogelplättchen auf der Insel zählen. Da nutzen Jochen und ich die Gelegenheit, entzückende kleine Roboter gegen Banden prallen zu lassen, immer auf der Suche nach dem kürzesten Weg zum Ziel. Bei Splendor habe ich davon profitiert, dass ich das Spiel schon kannte. Bei Ricochet Robots hilft mir das gar nichts. Ein Symbol nach dem anderen wandert auf Jochens Seite. Als er fünf hat und ich erst eins, packen wir zusammen, denn auch die neuen Besitzer der Roboter wollen sich auf den Heimweg machen.

21 Minuten, alles räumt zusammen, nur Florian wirbt noch für einen Absacker. Qwixx zu viert. Ich beginne stark mit einer weißen Elf und einer Kombinationszwölf in Grün. Doch Jochen und Michael haben ein besseres Händchen beim Würfeln und ein Gespür dafür, welche Zahl wann anzukreuzen ist. Erst machen beide gleichzeitig die blaue Reihe zu, dann schließt Jochen Grün mit einer Zwei ab – sagenhafte 95 Punkte im ersten Versuch.

Schluss und aus

4 Minuten, Michael macht das Licht aus und schließt die Tür zum Pfarrsaal ab.

22.30 Uhr, die Fahrräder stehen in der Garage, die Spieletasche liegt im Flur. Bis zum nächsten Spieletreff sind es noch 21 Tage minus 150 Minuten.

Weiterlesen:

Hanabi ist unser Spiel des Jahres 2013

by Florian

Vierkirchen – Im Rennen um den renommierten Preis „Spiel des Jahres“ ist eine mutmaßliche Vorentscheidung gefallen. 16 Brettspielkenner von Vierkirchen verspielt haben Hanabi zu ihrem Favoriten 2013 gekürt. Experten gehen nun fest davon aus, dass die deutsch-schweizerisch besetzte Jury, die am 8. Juli über die endgültige Vergabe des wohl bedeutendsten Brettspielpreises weltweit befindet, sich dem Vierkirchner Urteil anschließen wird.

Hanabi ist mit neun von 16 Stimmen das Vierkirchner Spiel des Jahres.

„Die Jury hat uns eine einwandfreie Vorlage geliefert“, zollt der Vierkirchner Wahlleiter Florian den Kollegen Respekt. „Die wissen schon, was sie tun. Wir haben in Vierkirchen von den 600 Spielen des aktuellen Jahrgangs, die theoretisch in die Auswahl hätten kommen können, ja nur fünf da, wenn ich mich nicht verzählt habe. Und davon hat die Jury zielsicher drei nominiert! Was lag da näher, als dass auch wir über die Kandidaten abstimmen.“

Eine Stimme gab es für Qwixx. „Schnell und gut“, begründet Christian seine Wahl, der kaum ein Vierkirchner widersprechen wollte.

Aber in Augustus „kann ich fieser zu den Mitspielern sein“, kontert Julian. Ein Mitspieler (Name leider unlesbar) fügt auch an, dass „lateinische Namen einfach besser klingen“. Für Simon „spielt es sich einfach am besten“, und Lukas pflichtet bei: „Ich mag Strategiespiele.“ Carmen gefällt vieles an Augustus: „die schöne Grafik, die gleichzeitigen Aktionen, und es ist ein Themenspiel.“ Philipp dagegen hält sich kurz: „Veni, vidi, vici!“

Sechs Stimmen für Augustus stehen allerdings neun für Hanabi gegenüber. Nicole beispielsweise merkt zu ihrer Wahl kryptisch an: „Vierkirchen verspielt jubelt!“ Das „Teamwork“ loben Antonia, Dominik und Karen, die ergänzt, sie finde es auch toll, „weil man seine Karten nicht sieht“. Michael stimmt dafür, „weil es ganz anders ist“, und Nicolas, „weil es solche Spiele nicht oft gibt“. Vincent bringt es auf den Punkt: „Es ist verrückt!!!“

Die Zuschauer sind begeistert

by Nicole

Im Mai wird es an der französischen Atlantikküste erst spät dunkel. Und wer legt sich schon im Urlaub schlafen, wenn die Sonne noch nicht untergegangen ist. Bleibt also reichlich Zeit, nach Mont Saint-Michel oder Teppich von Bayeux noch eine Runde zu spielen. Oder zwei oder drei. An der Anzahl der Spiele hatten wir nicht gespart, am Volumen sehr wohl, schließlich waren wir mit Zug und Fahrrad unterwegs.

Umso größer die Überraschung, bei der Rückkehr nach Vierkirchen zwei unserer liebsten Urlaubsspiele auf der Auswahlliste Spiel des Jahres 2013 wiederzufinden: Hanabi und Qwixx. Dazu noch Augustus, das wegen des Formats zu Hause geblieben war, aber doch irgendwie immer präsent. Zumindest dann, wenn irgend jemand das Meer entdeckte, denn dann war ein „Ave Cäsar“-Ruf fällig. Und Meer gab’s reichlich. Im nächsten Spieletreff am Montag nach den Pfingstferien verlängerten wir dann einfach den Urlaub, ohne Sonne und Cidre, aber mit Hanabi und Qwixx. Auch ein Augustus-Tisch fand sich.

Nominierte 2013

Michael, Karen und ich versuchten es mit Hanabi. Ich hatte schon dutzende Partien hinter mir, war sozusagen Profi mit der sensationellen Erfolgsquote von einmal 25 erreicht. Ich tischte gleich die Kartenhalter aus Battlelore auf, um optimale Bedingungen zu schaffen, erklärte die Regeln und traf Verabredungen: immer die rechte Karte abwerfen, wenn man keine Hinweise bekommt, spart den letzten Tipp für wirklich Dringendes und rettet die Fünfer.

Doch nicht jeder denkt so wie meine Frankreich-Mitreisenden. „Du hast da und dort eine weiße Karte.“ Von der einen wusste ich, dass es eine Fünf war. Tatsächlich war bei Weiß aber gerade eine Drei fällig. Also musste der Tipp doch bedeuten, dass ich eine Drei hatte, aber noch weitere Dreier aus anderen Farben auf der Hand. Pech gehabt, eine Vier und der erste Blitz. Der zweite und der dritte folgten rasch, weil ich Expertin mir die Positionen meiner bereits mit Hinweisen versehenen Karten nicht merken konnte. Aus, vorbei, null Punkte: „Oje! Die Zuschauer buhen“, heißt es so schön in der Anleitung. Nicht mit uns, zweiter Versuch. Und der lief deutlich besser. So gut, dass wir bei großzügiger Regelauslegung auf sagenhafte 22 Punkte kamen: „Sehr gut! Die Zuschauer sind begeistert.“

Nach diesem Erfolgserlebnis noch ein schnelles Qwixx mit Michael, Christian, Dominik und Florian. Bei Vierkirchen verspielt wird nicht nur anders gedacht, es wird auch anders gewürfelt. Ständig diese hohen Zahlen, die schnell keiner mehr gebrauchen konnte. Und keine rote oder gelbe Zwei oder grüne oder blaue Zwölf, um eine Reihe und möglichst das ganze Spiel abzuschließen. Warum hatten die anderen noch so viel mehr Möglichkeiten? Warum musste gerade ich den vierten Fehlwurf landen, der die Partie beendete? Schlappe 48 Punkte. Das war schon einmal besser und das wurde auch wieder besser. Zum Sieg reichte es nicht, der war zweimal Christian vorbehalten, aber die 100 Punkte rückten wieder in Sichtweite. Zum Glück haben wir schon neue Blöcke bestellt.