Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Port Royal

Abgemeldet auf hoher See

by Florian

Zum Spieleabend am 6. Juli hatte ich mich abgemeldet, wegen einer Operation drei Tage zuvor. Wie schon für Stadt – Land – Spielt im Vorjahr wurde ich aber rechtzeitig aus dem Krankenhaus entlassen.

Am Abend des 6. endlich etwas kühlere Luft, Nicole und ich wollten zumindest spazierengehen. Und wenn schon spazieren, dann vielleicht doch beim Spieletreff vorbei. Und nehmen wir sicherheitshalber mal Port Royal mit.

So kamen wir um eine halbe Stunde verspätet. Drei Tische waren im Freien aufgebaut, zwei gut gefüllt. Von den Stammgästen vermisste ich Philipp, vergaß aber zu fragen, welcher Poetry Slam ihm wohl wichtiger gewesen sein kann.

Seventh Hero wurde mehrfach gespielt. Sergejs Roborally kam endlich zum Einsatz. Wir setzten uns dazu: ein wenig zusehen, gemütlich zurück nach Hause, ausreichend Programm. Aber dann ging am Nebentisch eine Partie zu Ende, Nicole warb Vincent für ein Port Royal an, und los ging es.

Dreimal auf Kaperfahrt

Mit einer riesigen Schürfwunde sah Vincent aus wie der einbeinige Pirat höchstpersönlich. Und natürlich lag ihm die Seeräuberei.

Nachdem ich die erste Partie noch mit hochwertigen Matrosenkarten gewonnen hatte, zog Vincent in der zweiten kurz vor der Einfahrt in den Hafen an mir vorbei. Seine Tausendsassa-Strategie, die ich auch noch nicht kannte, erlaubte ihm im letzten Zug, einen weiteren Auftrag zu erfüllen. Wir hatten beide 13 Punkte, eine Glückszahl für Piraten, aber ich war pleite und er nicht.

Für den dritten Durchgang stieß Lukas zu uns. Und Lars, der ihn abholte, sah geduldig zu. Alle paar Minuten musste er zudem zum Bewegungsmelder laufen, um diesen über unsere fortgesetzte Anwesenheit zu informieren und so das Licht vor dem Pfarrsaal wieder aufscheinen zu lassen.

Als Kapitän Hamsterbacke gewann ich ein zweites Mal, diesmal mit Fräulein und Gouverneur im Team. Vor allem aber fühlte ich mich schon viel gesünder als eineinhalb Stunden zuvor.

Schon gelesen?

Lauter kleine Schachteln

by Nicole

Daniel ist sieben Jahre alt, Hans 84. Was die beiden gemeinsam haben? Sie schauten heute zum ersten Mal bei unserem Spieletreff vorbei. Daniel wusste von seinem Vater, dass ein Pegasus-Abend anstand, Hans hatte es aus der Zeitung. Beide stiegen mit Why first ein. Daniel war der Einzige in der Sechserrunde, der nie den zweiten Platz erreichte. Meistens lag er ganz vorne und blieb damit komplett ohne Punkte.

Hans schaffte es einmal auf Rang zwei, zusammen mit mir. Wir kassierten jeweils sieben Punkte, führten damit vor der fünften und letzten Runde und mussten unbedingt noch dafür sorgen, dass Annette an uns vorbeizog. Denn es gewinnt schließlich nur, wer Zweiter wird. Tatsächlich bekam Annette zu ihren sechs noch einmal vier Punkte dazu – und Hans und ich wurden gemeinschaftlich Vize, also Erster, naja, einigen wir uns auf Sieger.

Kunstsammler unter sich

Kunstsammler unter sich

Da Annette und Daniel nur auf ein Spiel bleiben konnten, wurden aus einem Sechser- und einem Vierer- zwei Vierertische. Ich ging zu Jochen, Florian und Karen. Philipp wechselte zu Michael, Felix und Hans. Seventh Hero wurde dort gegeben. Wir am Nachbartisch machten uns bei Duckomenta Art auf die Jagd nach den schönsten Kunstwerken.

Ich begann stark, verpulverte zwischendrin drei blaue Karten für nichts und wieder nichts und schaffte es in der letzten Runde gerade noch, Jochen auf Abstand zu halten. Karen mischte lange ganz vorne mit, brachte es auf satte 77 Punkte, musste aber Florian den Vortritt lassen, der souverän in den letzten beiden von vier Runden 33 und 36 Punkte holte. Am Ende kam er auf 93. Die Antike war es, die ihm zum Sieg verhalf.

Die Empire Engine rollt

Nun verabschiedeten sich auch Karen und Felix, blieben zwei Dreier-Tische. Philipp nutzte die Gelegenheit und überredete Michael und Hans zu Empire Engine, das er erst heute kennen- und gleich schätzen gelernt hatte. Ein konfrontatives Würfelchen-sammel-und-Zahnrad-dreh-Spiel, das Philipp gerne gewinnen würde bei der nächsten Verlosung.

Noch einmal Empire Engine

Noch einmal Empire Engine

Jochen, Florian und ich probierten es mit Auf nach Indien. Während Florian Festungen bemannte und dabei seine Schiffe immer weiter nach Indien trieb, konzentrierte sich Jochen auf Märkte, sammelte ohne Ende Geld und verdankte schließlich der Renaissance den Sieg mit einem Punkt Vorsprung vor Florian. Angemerkt sei, dass Gotteshäuser nicht einmal dann Glückseligkeit garantieren, wenn man ihren Wert durch eine Missionskirche verdoppeln kann.

Philipp und Hans hatten genug, blieb ein Vierertisch. Michael, Jochen, Florian und ich packten Port Royal aus. Michael schaffte sich ein Fräulein an und besaß am Ende das meiste Geld. Ich war mit vier Säbeln der Schrecken aller Handelsschiffe, Florian folgte zwei Expeditionsaufrufen und wurde reichlich dafür entlohnt. Jochen setzte früh auf eine Admiral, sammelte hier ein bisschen und dort.

Florian erreichte die zwölf Punkte, als nur noch Jochen an der Reihe war. Der hatte zu dem Zeitpunkt erst neun, aber das unverschämte Glück, vier verschiedenfarbigee Schiffe aufzudecken, damit eine Karte mehr kaufen zu dürfen und genug Geld für die letzten drei Punkte zusammenzubekommen. Da beide jeweils drei Münzen besaßen, endete der Abend, wie er begonnen hatte: mit einem geteilten Sieg.

Weiterlesen:

In- und auswärts gespielt im November 2014

by Florian

Erst verpasste ich Zug um Zug, weil ich noch nach Kleingeld suchte. Dann erwischte ich aber doch die Russian Railroads mit Zwischenhalt in Firenze. Nicht sehr luxuriös, aber in dem Zug gibt’s immer Jaipur und umsonst. Vom Bahnhof kam ich mit Thurn und Taxis geradewegs zum Palazzo des Rosenkönigs. Ohne zu zögern klopfte ich Andor Tür.

„Camel up“, rief jemand über die Sprechanlage. Yay, dachte ich mir, das höre ich von solchen Royals auch nicht jeden Tag.

Der Rosenkönig sah ehrlich gesagt aus, als hätte er gerade sein Drachenherz an die Staufer verloren. Vor ihm stand eine halb verdaute Portion Haggis. Ihm waren so viele Haare ausgefallen, dass ihn der leider nicht ganz so diskrete englische Butler hinter seinem Rücken nur noch als Skull King bezeichnete. Aller Splendor war gone.

Etwas verwirrt fragte der King zur Begrüßung nach der Uhrzeit. Ich kam ihm frech: „Schätzen Sie mal!“ Und er: „Anno Domini 2014.“ Da konnte ich schwer widersprechen.

„Nur immer Heiterkeit, Chef“, rief ich, „und etwas Concordia kann natürlich auch nicht schaden. Verlassen Sie das Tal der Könige, treten Sie aus dem Drachenschatten, seien Sie ein Sonnenkönig, brechen Sie auf nach Indien und besehen Sie seine 7 Wonders!“

„Das wäre bestenfalls was für einen R-Öko wie Sie“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Wenn schon, dann gleich Top Race. Aber genau das ist ja das Problem. Neulich ging ich wirklich mal in meinen Port Royal, um eine Space Mission zu starten, und dann hatte das Raumschiff ein Loch.

‚Wie kann das denn sein‘, fragte ich, und sie sagten mir: ‚Bora Bora.‘ Wer, wollte ich noch wissen. Der diensthabende Aufseher sagte nur: ‚Des san Juan-Söhne.‘ So eine Schweinebande, die werden mir noch alles abluxxen.“

Spielewochenende November

Weiterlesen: