Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Port Royal

Unter erschwerten Bedingungen

by Nicole

Willkommen zur Nördspiel 2020, Ableger Vierkirchen! Das diesjährige Brettspieltreffen ist in mehr als einer Hinsicht historisch: erstmals in Seuchenzeiten, erstmals mit nur zwei Teilnehmern – und erstmals nicht in Nördlingen.

Der Anreisetag: Die Nördspiel beginnt traditionell am Mittwochnachmittag. Florian und ich ziehen jedoch das erste Spiel auf den Vormittag vor. Denn statt 120 Kilometer auf dem Rad zurückzulegen, müssen wir nur die Treppe ins Erdgeschoss runter. Draußen ist es regnerisch und grau, als ob es uns das Wetter ein bisschen leichter machen wollte, zu Hause zu bleiben.

Port Royal: Zwei Partien, zweimal Pech beim Aufdecken. Und zumindest für mich kein Matrose zu rechten Zeit. Meine Münzen wären in einem Witzbold gut angelegt gewesen.

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Nördspiel Vierkirchen 2020, erster Tag

Lorenzo der Prächtige: Unsere neueste Errungenschaft, diesmal mit Anführerkarten. Kaum habe ich 15 Diener, schon stellt sich Ludovici III Gonzaga ein und mit ihm ein Gratis-Ratsprivileg pro Runde. Es ist unsere zweite Partie überhaupt. Wir befinden uns in der Kennenlernphase. Am Ende habe ich zwei Punkte mehr, weil Florian lieber Eigenes schafft, als die Zahnradaktion zu blockieren.

Dominion: Diesmal kommt die Seaside-Erweiterung mit auf den Tisch. Die Inseln gefallen uns beiden. Mir hat es auch der Schmuggler angetan, Flo der Taktiker. Wir haben es so lange nicht mehr gespielt und sind doch gleich wieder drinnen. Einfach nur gut.

Vierkirchner Nördspiel 2020

Weiterlesen

Jugend trainiert (nicht) für Herne

by Florian

Unser Spieletreff-Chef Michael hat seinen WordPress-Zugang verlegt, weshalb dieser Beitrag nicht unter seinem Namen erscheint. Aber was soll’s – Hauptsache, wir erfahren endlich, wie es am Sonntag auf der Regvor in München gelaufen ist:

„Zu viel Training schadet nur“ schien die diesjährige Devise in der Vorbereitung auf die RegVor zu sein. Konkurrierende Termine hatten die Anzahl der Übungspartien auf ein ungewohnt niedriges Niveau gedrückt, trotzdem starten die Cracks von „Vierkirchen verspielt“ mit jugendlich unbekümmerter Zuversicht in den Tag. Kein Wunder, denn meine drei Mitspieler sind zusammengenommen genauso alt wie ich – fast ein waschechtes B-Jugend-Team.

Jo und seine Mannschaft haben wie immer ganze Arbeit geleistet und das Turnier perfekt organisiert. 15 Mannschaften haben diesmal den Weg ins Wirtshaus im Isartal gefunden – und alle pünktlich, trotz teilweise weiter Anreise – die „Kellerkinder“ waren bereits um halb sieben aufgebrochen.

Ernüchtert

Der erste Blick auf die Auslosung ist ernüchternd. Vierter bei Kingdom Builder und Zweiter bei Marco Polo, das hätte ich mir genau andersherum gewünscht. Felix ist erleichtert, dass er die Mannschaftskürzel von U++ und Spuiratzen nur bei Qwixx auf dem Zettel findet – im Glücksspiel sind die Chancen immer noch am höchsten, gegen die Seriensieger der letzten Jahre zu punkten.

Ich sitze schon beim Aufbau von Kingdom Builder, als mich von Vinnie die Frage erreicht, ob man das erste Plättchen zwingend am Rand einsetzen muss. Geht ja gut los, aber ich schiebe das Thema beiseite, denn ich habe entdeckt, dass es Schiffe gibt, die bei dem vor uns liegenden Spieltableau eine große Rolle spielen können. Schiffe sind knapp – und ich bin wie gesagt als Letzter am Zug.

Mit am Tisch sitzen Markus von „Dank überlegener Geisteskraft“, Nick von den Zugspitzzockern und Rainer von den Pandabeeren – seine kleidsame Pandastrickmütze mit Erdbeerbommeln legt er allerdings ab, um besser denken zu können.

Ebenbürtig

Und dann läuft es – besser als in meinen kühnsten Träumen erhofft. Ich bekomme als Erster die Schiffe, habe nach drei Runden fünf Bonusplättchen vor mir liegen und bin in allen vier Quadranten vertreten. So kann ich von Anfang an auf die Bauern hinarbeiten, die reichlich Punkte geben, wenn man sich gleichmäßig über das Spielfeld ausbreitet. Nebenbei erobere ich die horizontalen Reihen und die eine oder andere Stadt, die Bergleute vernachlässige ich, und obwohl ich im letzten Zug drei Punkte durch falsches Durchzählen der Bauern verschenke, reicht es knapp zum Sieg. Zweiter wird Markus, der mit nur zwei Bonusplättchen erstaunlich zäh dagegen gehalten hat.

Vinnie wird Vierter und Felix schrammt um einen Punkt am zweiten Platz vorbei. Im Gegenzug profitiert Karen von einem Tipp ihrer ärgsten Konkurrentin. Der zweite Platz mit zwei Punkten Vorsprung und das Gefühl, sich ausführlich entschuldigen zu müssen, sind der Lohn. Elf Mannschaftspunkte in der ersten Runde sind zumindest mal solider Durchschnitt.

Vor der Mittagspause stehen nun noch zwei Runden Qwixx auf dem Zettel. Totale Entspannung am Tisch, die Würfel fallen, wie sie wollen, und ich gewinne knapp die erste Runde. In der zweiten Runde läuft es dann genau umgekehrt, so dass in der Endabrechnung fast kein Unterschied festzustellen ist. Die Rangaddition ergibt je einmal 5,5 und 4,5, sowie zweimal 5 Punkte. Im Tie-Break werde ich damit Dritter, Sven von den „Fab Four“ gewinnt und Martin von „Ohne Risiko mit 4 Nebenwirkungen“ ist der glückliche Zweite, in Gedanken aber schon bei Marco Polo, das er nach über 200 Online-Trainingspartien gerne gewinnen möchte (was letztlich auch gelingt). Außerdem muss er des Längeren auf seine Rostbratwürstel warten, die dann auch noch kalt sind. Die Wirtin bedeutet ihm mit münchnerischer Höflichkeit, dass das sicher ganz allein seine Schuld sei, aber er nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit.

Karen wird ebenfalls Dritte, Vinnie strahlt, dass er es mit seinem zweiten Platz „wieder gutgemacht“ habe, und Felix berichtet augenzwinkernd, dass er U++ und den Spuiratzen seine Taktik aufgezwungen und damit gewonnen habe.

Entspannt

Marco Polo spielt sich angenehm, auch wenn früh klar wird, dass ich mit dem „Kellerkind“ Daniel nur um Platz drei kämpfen werde. Es gelingt mir im Spielverlauf, fünfmal gegen Einsatz eines Kamels neu zu würfeln und jedes Mal das vorherige Ergebnis genau zu treffen – viermal die Eins und einmal die Zwei. Pech, aber ehrlich gesagt nicht spielentscheidend. An der Spitze ziehen Annett und Simon unaufhaltsam davon. Schachspieler Simon hat als Einziger eine Kombination von Bonuskarten entdeckt, die wir alle nicht erkannt haben, und löst als Kubilai Khan jede Runde zweimal einen reichen Bonussegen aus, der ihn mit Ressourcen geradezu überschwemmt.

Am Ende bedanken wir uns reihum für die nette Spielrunde – tatsächlich gilt das allerdings ausnahmslos für alle sechzehn Partien, bei denen ein Vierkirchner am Tisch saß. Keine verbissenen Wettkämpfer und keine ermüdenden Grübler – so macht Spielen Spaß.

Felix fehlt erneut ein Punkt, diesmal auf Platz drei, Vinnie wird wie ich Dritter – allerdings ist es dort deutlich knapper, den Ersten trennen nur 8 Punkte vom Vierten – und Karen gewinnt ihre Partie, womit wir als Team immer noch einen guten Schnitt spielen.

Erfolgreich

Und dann kommt Port Royal. Vinnie vertraut mir an, dass das sein Sorgenkind sei. Was ich nicht wusste: Er hat es noch nie gespielt, lediglich die Regeln gelesen und mit seinem Vater darüber diskutiert. Ich gebe ihm schnell noch den Tipp, es mit einem Admiral zu versuchen, wenn der passend auf den Tisch kommt, dann trennen sich unsere Wege.

Nachdem wir anfangs reihum ganze Flotten versenken, weil die gleichfarbigen Schiffe blöd im Stapel liegen, geht es für mich ganz gut los. Nach ein paar Runden liegen ein Matrose, ein Admiral und sogar ein Gouverneur vor mir, dann wird es aber überraschend etwas zäh. Xaver von „Fo(u)r get it“ sammelt munter Punkte und löst letztlich mit zwölf Punkten die Schlussrunde aus. „Erdbärin“ Sabrina hat schon keine Chance mehr, deckt aber fröhlich weitere Karten auf. Wenn dabei eine Dreierkarte auftaucht, ist klar, dass Christian von „Dani und die Ackermänner“ sie sich unter den Nagel reißen und damit den entscheidenden zehnten Punkt im Kampf um Platz zwei machen wird. Ich sitze ganz hinten und habe nur drei Gold, also keine Chance mehr, zu kontern. Und so kommt es. Sabrina scheint damit zur (Vize-)Königsmacherin zu werden, allerdings sind zwischenzeitlich noch ein Boot mit zwei Gold und eine Viererkarte aufgetaucht. Jetzt ist auf einmal Xaver in der Rolle des Königsmachers, was uns aber erst auffällt, als er das Schiff durchgelassen hat, wodurch ich auf einmal fünf Gold zur Verfügung habe, den zehnten Punkt erwerbe und mit dem übrigen Gold den Tie-Break für mich entscheide. Christian ist nur kurz etwas verärgert, gefühlt wäre hier ein geteilter zweiter Platz das Fairste gewesen.

Felix gelingt es im letzten Zug, mit einer erfüllten Expedition vom vierten noch auf den geteilten ersten Platz vorzustoßen, Karen gewinnt (und wird damit mit 15 Punkten erfolgreichste Vierkirchnerin) und Vinnie – gewinnt! – und zwar mit dem Admiral. Das ist der Hammer, Training wird tatsächlich völlig überbewertet. 17 Teampunkte im letzten Spiel katapultieren uns weit nach vorn. Mit insgesamt 50 Punkten reicht es für Platz drei, hinter „Fo(u)r get it“ und „Schachmatt“ mit 54 beziehungsweise 52 Punkten, die jetzt zum Finale nach Herne fahren dürfen. Glückwunsch!

Damit setzen wir die stolze Vierkirchner Tradition fort, von jeder RegVor mit mindestens einem Spiel als Preis heimzufahren. In diesem Fall komplettiert Vinnie die Familienspielesammlung mit Istanbul, und wir nehmen Evolution mit. Gleich morgen beim „normalen“ Spieleabend werden wir das ausprobieren.

Ältere Regvor-Berichte:

Ritterrüstung zu verschenken

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Letztes Training vor der Regvor für Michael. Nächste Woche ist Felix der Chef. Und dann kommt das Turnier.

Das Publikum: Nicole war tagsüber Dominik über den Weg gelaufen, mir rief Karen am Bahnhof Dachau ein freundliches Hallo zu. Beide sind frühere Stammgäste, hatten abends aber leider keine Zeit.

Die Spiele: Michael ging noch einmal die Regvor-Spiele durch. Er stellte sich einem Duell mit Nicole in Kingdom Builder ebenso wie Auf den Spuren von Marco Polo. Beim abschließenden Port Royal waren dann auch Christian und ich dabei. Zuvor hatten sich Sergej und Micha verabschiedet, nach je einer Partie Safranito und Gift Trap, dem Partyspiel des Jahres 2009.

Spieleabend 6. Februar

Der Sieger des Abends: Alle Gift-Trap-Spieler. Sie bekamen jede Menge Geschenke.

Der Verlierer des Abends: Alle Gift-Trap-Spieler. Die Geschenke waren so furchtbar. Ich will weder einen Springbrunnen für den Garten noch eine Aufräum-Fee oder gar gold-silberne Manschettenknöpfe. No way! Und eigentlich auch keine Ritterrüstung und keine E-Gitarre samt Unterricht, obwohl ich beide mangels Alternativen als willkommene Ideen eingestuft habe.

Die Bewertung: „Die muss ich bezahlen?“ sagte Christian über jede tolle, teure Karte, die er in Port Royal vom Stapel zog. Ja, nur in Gift Trap können wir ohne Rücksicht auf den Geldbeutel Geschenke verteilen.

Der Ausblick: Ohne Michael kommende Woche wahrscheinlich kein Marco Polo. Aber vielleicht wieder ein lustiges Partyspiel? Zum Beispiel Wie ich die Welt sehe – oder Felix bringt Junta – Viva el Presidente mit.

Weiterlesen:

Alea-Schachtel auf Eisplatten unterwegs

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Eisregen fällt wie vorhergesagt. Nicole und ich brauchen doppelt so lange wie sonst, um uns Fußlänge für Fußlänge über schlittschuhglatte Wohnstraßen zu schieben.

Das Publikum: Wir haben einen neuen Mitspieler namens Micha. Er kommt aus Fahrenzhausen rund zehn Kilometer weit angeradelt. Der Radweg sei eisfrei gewesen, sagt er. In seinem Rucksack stecken sogar ein paar Spiele, und da er neu in der Gegend ist, wird er sicher öfter vorbeischauen.

Die Spiele: Ein Tisch ist fix beisammen: Marco Polo mit Christian, Vincent, Nicole und Michael. Was aber sollen wir am zweiten spielen?

Michas Spielesammlung steckt in einer Alea-Schachtel, nämlich der von Knizias Klassiker Ra. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Vielleicht nächstes Mal. Stattdessen fangen Felix, Micha und ich mit Willkommen im Dungeon an, einem nett aufgemachten Bluffspiel.

Der Sieger des Abends: Ich finde ja, das ist Felix. Er gewann Willkommen im Dungeon und stellte bei Kingdom Builder seine persönliche strategisch-taktische Weiterentwicklung unter Beweis, die für die Regvor Hoffnung macht. Aber man darf das nicht laut sagen. Als ich während der Partie mehrfach seine Züge lobte, etwa mit „nicht schlecht für einen Machi-Koro-Spieler“, fühlte er sich verspottet. Was ich schon auch verstehe. Ich kann einfach besser meckern als loben.

Der Verlierer des Abends: Ein Nachbar, dem es in unserer Straße auf den Eisplatten nicht gelang, sein Fahrzeug auf die eigene Einfahrt zu lenken.

Die Bewertung: Nicole hat ihr Ziel verfehlt. Für eine zweite Partie Marco Polo fehlte die Zeit. Aber alle Beijing-Reisenden haben offenbar neue Erkenntnisse gewonnen. Das ist erfreulich. Bei uns herüben war es einfach lustig.

Der Ausblick: Durch die wöchentlichen Termine hat sich eine gewisse Routine eingeschliffen. Und das meine ich positiv. Eigentlich ist es egal, was wir spielen. Auch altes Zeug wie Port Royal macht weiter Spaß. Trotzdem reizen mich Safranito und Ra in den nächsten Wochen.

Weiterlesen:

  • Der Nachfolger von Ra heißt Yangtze
  • Am Wochenende beliebt bei Familienspielern: Gift Trap
  • Zweite Erweiterung für Port Royal in Sicht

Ohne Leinwand

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Kein Schnee, aber das Biathlonspiel Auf geht’s ist trotzdem dabei. Außerdem hatte sich jemand im Adventskalender der Spiele-Offensive Helmut Ohleys First Class geschnappt …

Das Publikum: … nämlich Helme, die erste personelle Überraschung des Abends. Auch Karen und Jochen kamen vorbei, wir hatten also eine Festtagsbesetzung. Wer würde den Nikolaus und wer den Krampus geben, wer Hirte und Engel, Ochs und Esel?

Spieleabend 20. Dezember 2016

Die Spiele: Schon vor zwei Wochen habe ich ein einleitendes Pairs unterschlagen, Nicole schnappte sich diesmal zielstrebig elf Punkte, um die Wartezeit als Verlierer zu beenden. Zu einer Revanche in Medici kam es hingegen nicht.

Der Sieger des Abends: Michael sprintete in Auf geht’s aus Felix‘ Windschatten heraus zum Sieg, Felix wurde Zweiter, Jochen vervollständigte das Podest. Anschließend holte Michael sich die Piratenmedaille in Gold bei Port Royal und zuletzt auch noch in Kingdom Builder sechs Punkte mehr als ich.

Am Nebentisch baute Nicole mit 182 Punkten den luxuriösesten Orient-Express.

Der Verlierer des Abends: Jochen hat seinen zweiten Ehering mit Hilfe der ersten und einzigen Ehefrau inzwischen hoffentlich wiedergefunden. Was die Spiele angeht: Karen und ich hatten beide in Auf geht’s zu viele Fehlschüsse und müssen noch mit dem allseits bewunderten hölzernen „Gewehr“ von Walter Toncar trainieren.

Die Bewertung: Besser als eine Drei-Meter-Leinwand im Wohnzimmer, von der Felix und Michael schwärmten. Großartig, mal wieder selbst Biathlon zu machen, auch wenn sportlich noch Luft nach oben ist.

Der Ausblick: 2016 ist durch. Frohe Feiertage! Am 9. Januar 2017 geht es weiter. Ob das Regvor-Team anschließend im Wochenrhythmus trainieren will, ist noch nicht sicher. Ich persönlich würde mich im äußersten Notfall als Sparringspartner zur Verfügung stellen.

Weiterlesen:

An Schlaf nicht zu denken

by Florian

Die Ausgangsbedingungen: Einziger Oktobertermin. Wir waren heiß. Gut, der Gasteig in München fuhr mit einer Molière-Inszenierung in französischer Sprache ausnahmsweise ein starkes Konkurrenzprogramm.

Das Publikum: Zwei neue Mitspielerinnen: Christians Nichte Mimi (okay, zum zirka zweiten Mal) und Thomas‘ chinesische Freundin, deren Namen mir bei Gelegenheit bitte jemand aufschreiben oder buchstabieren müsste. Ansonsten das übliche, wahnsinnig sympathische und immer mit guten Spielen ausgestattete Stammpersonal.

Die Spiele: Orléans bei uns und so Kleinkram am anderen Tisch.

Okay, war fies. Los ging es dort mit 6 nimmt, das zur Überbrückung der Wartezeit gedacht war. Auch Port Royal habe ich drüben gesehen, mindestens ein mir unbekanntes Spiel, und mit Dimension hatte der Tisch so viel Spaß, dass ich extra zum Fotografieren herübergerufen wurde – das ist mir in vier Jahren Bloggen auch noch nicht passiert.

Spieleabend 17. Oktober 2016

Der Sieger des Abends: Doch wohl unzweifelhaft die beiden neuen Mitspielerinnen, die sicher noch nicht oft eine so wunderbare Veranstaltung besucht haben!

Der Verlierer des Abends: Eindeutig ich. Habe da bei Orléans eine Extremstrategie mit vielen grauen Gelehrten und nur einem roten Ritter versucht. Dank Kaserne konnte ich jedes Männchen als Ritter einsetzen, sogar die grauen, doch allzu extreme Strategien sind zumindest mir in Orléans noch nie geglückt.

Aber um den Verlust mal in Perspektive zu setzen: Am vergangenen Wochenende lief in Essen die jährliche große Spielemesse. Dort stahl eine offenbar gut organisierte Bande dem kleinen Verlag Ludicreations die Kasse mit den Tageseinnahmen – für ihn ein katastrophaler Verlust.

An Schlaf war nicht zu denken, also setzte sich das Ludicreations-Team zusammen und erdachte über Nacht ein Spiel namens „Steal this game“, das über Kickstarter finanziert wird. Jeder Käufer wurde ermutigt, nach Ermessen eine Spende draufzulegen. Finanzierungsziel: 1000 Dollar. Inzwischen sind über 20.000 Dollar zusammengekommen.

Die Bewertung: Ich kann nicht glücklich sein. Nur ein Spiel gespielt. Und da als Letzter ins Ziel gekommen. Aber so eine Portion Orléans am Montagabend, da fühlt man sich doch auch ziemlich satt und zufrieden.

Der Ausblick: Für diesen Punkt habe ich keine Zeit mehr, die Orléans-Erweiterung Invasion enthält nämlich drei Solo-Szenarien, und ich habe bisher nur das erste geschafft.

Weiterlesen:

Vögel auf Föhr und im Pfarrsaal

by Nicole

Die Ausgangsbedingungen:
Der letzte Montag im September, weil der erste im Oktober ja ein Feiertag ist. Da sind die üblichen Verdächtigen womöglich damit beschäftigt, bis spät abends rumzuradeln, noch länger zu arbeiten oder rund um die Uhr die deutsche Einheit zu feiern. Also lieber ein bisschen außer der Reihe spielen als gar nicht.

Das Publikum:
Jochen kam von hinten angeflitzt, Christian von der Seite. Michael und Felix waren da schon beim Aufbau. Florian hielt Türen auf, ich zeigte Interesse für ein Spiel, das halb mit Computer funktioniert, WLAN braucht und so ähnlich wie Risiko sein soll. Eher nichts für mich. Aber Jochen nahm es an sich und will es demnächst ausprobieren. Die Frage ist nur: vor oder nach seiner ersten Civilization-Runde?

Die Spiele:
Da kein Internet auch kein Risiko 2.0. Aber Sergej hatte Verflixxt dabei, ein solides Kramer-Kiesling-Würfelspiel aus dem Jahr 2005, das einen gewissen Ärgerfaktor bietet. Sergej war es wieder eingefallen, als wir in der Vorwoche Yucata gespielt hatten. Da gibt es zwar keine Würfel, aber ärgern kann man sich und andere schon. Am Nebentisch führten sie sich auf wie in einer Bananenrepublik. Michael bemühte sich intensiv darum, in Junta – Viva el Presidente seine Gefolgsleute bei Laune zu halten. Als das erledigt war und zeitgleich nicht nur der Vogel aus der zweiten Verflixxt-Erweiterung zum vierten Mal das Ziel erreicht hatte, sondern auch alle Manschgerl, wurde neu aufgeteilt. Felix verabschiedete sich. Florian wechselte mit der Speicherstadt zu Jochen, Michael und Christian. Sergej und ich gönnten uns zwei Runden Port Royal als Absacker, bevor auch Sergej den Heimweg antrat.

Die Speicherstadt

Der Sieger des Abends:
Die Feuerwehr. Selten wird den Menschen so bewusst wie in Stefan Felds Speicherstadt, wie wichtig Feuerwehrleute sind. Sie retten nicht nur Hab und Gut, Leib und Leben, sie bringen einen auch auf der Siegpunktleiste voran. Florian gleich acht Schritte. Floriansjünger eben.

Der Verlierer des Abends:
Philipp. Ich kann es leider nicht anders sagen. Sitzt da bei den Vögeln auf Föhr und vermisst unseren Spieletreff. Hat sein Vater gesagt. Das geht sogar so weit, dass Philipp darüber nachdenken soll, ein paar Partien auf Yucata zu starten. Die Speicherstadt gibt es da übrigens auch, Verflixxt nicht, auch Junta – Viva el Presidente nicht. Dafür Port Royal sogar mit Erweiterung. Nur nicht kooperativ.

Die Bewertung:
Der Abend bietet reichlich Stoff zum Nachdenken. Ist Utrecht östlicher als Maastricht? Impliziert der Begriff Datschi automatisch Hefeteig? Oder darf es auch Mürbeteig oder Quarkölteig sein? Wer isst überhaupt Zwetschgenquarkölteigdatschikuchen? Nur Bayern? Alle Bayern? Ich bin ja in Köln geboren.

Der Ausblick:
Bis in drei Wochen, sagt Sergej. Das ist der 17. Oktober. Falls es Dominik dann noch einmal schafft, mit seinem Evolution vorbeizuschauen, meldet sich Michael schon einmal an. Felix hat ihm von dem Spiel vorgeschwärmt. Aber seine legendären Siege sind jetzt schon ein Woche her. Und da konnte Michael nicht.

Weiterlesen:

Zu früh zu gierig

by Nicole

Der Zeitplan ist eng: Eine Stunde vor Beginn des Spieletreffs sollen wir aus Erlangen zurück sein. Daraus wird nichts, zwischen Baar-Ebenhausen und Rohrbach hat eine Gruppe von 15 Personen nichts Besseres zu tun, als auf den Gleisen herumzuturnen. Die Bundespolizei kommt, der Zug fährt auf Sicht. Es reicht nicht mehr, um zu Hause schnell noch die Anleitung von Notre-Dame zu lesen.

Bocksprünge im Weltraum

Macht nichts, Michael will nämlich nur etwas Kurzes spielen. Wir einigen uns auf Race For The Galaxy. 2014 war es Regvor-Kartenspiel, seitdem hat er es nicht mehr ausgepackt. Christian ist hingegen extrem regelsicher, während ich dazu tendiere, es mit der Würfelvariante Roll For The Galaxy durcheinanderzubringen. Lukas tauscht mit Christian die Anfangswelt. Christian mag kein Militär, Lukas schon. Er gewinnt mit 36 Punkten vor Michael, der rasch wieder reinfindet, Christian und mir.

Aus dem Weltraum ab in den Sonnentempel. Michael hätte gerne Yucatá ausprobiert, den Namensgeber der Spielewebsite, zu der auch er in diesem Winter gefunden hat. Doch er hat keine Zeit mehr. Die Regeln sind so einfach, dass das Erklären schneller geht als der Aufbau. Erst legen wir eine böse Falle (Kintaya), dann einen kleinen Bocksprung (Ayunito) und schließlich den rauen Wind (Zattopusta), der Christian glatt umpustet. Zu früh zu gierig und dann voll die blauen Steine abgeräumt. Die Erfahrung macht jeder von uns mindestens einmal.

Weltraum, Maya – fehlt noch was in der Mitte: Port Royal mit Piraten und Kapitänen, Witzbolden und Matrosen. Als Christian eine Sechs-Punkte-Expedition abschließen kann, ist die erste Partie auf einmal vorbei. In der zweiten sind meine beiden Fräulein kombiniert mit zwei Admirälen unschlagbar.

Feuerwerk für Bosse

Lukas wird abgeholt, Christian geht ebenfalls. Ich schaue beim Hanabi-Tisch zu. Da sitzen zwei, die am nächsten Morgen um 8 Uhr Deutsch-Abitur schreiben. Philipp und Debütantin Jessica haben sich erst mit Bang – The Dice Game abgelenkt, dann Seven Wonders errichtet und arbeiten jetzt an einem phänomenalen Feuerwerk. Florian hilft mit. Er hat zuvor Big Boss kennengelernt.

Tom hatte die große, rosafarbene, abgenutzte Box dabei. Das Wolfgang-Kramer-Spiel gibt es längst nicht mehr zu kaufen. Florian wird Letzter, sagt aber, es habe ihm trotzdem Spaß gemacht. Vor ihm platziert sich Claudia, ein Neuzugang, der schon ganz lange mal vorbeikommen wollte und es nun endlich geschafft hat. Da sie sich gleich nach Big Boss verabschiedet, wie auch Vincent und Tom, wissen wir nicht, ob es Claudia bei uns gefallen hat. Das nächste Mal vielleicht etwas Neueres? Zum Beispiel Royal Goods – eine kleine Schachtel, die leicht unbeachtet bleibt, aber kein so kleines Spiel.

Das Angebot gilt auch für Enrico. Zweimal hat er uns beehrt, am ersten Maimontag aber gefehlt. Falls er nicht unbedingt etwas unverbraucht Frisches aufbauen will, spiele ich gerne noch einmal Auf den Spuren von Marco Polo mit ihm und Christian. Das aber wahrscheinlich erst im Juni, denn jetzt kommen erst einmal die Pfingstferien und der Spielertreff pausiert. Schade eigentlich, ich hätte Zeit.

Schon gelesen?

Yucata offline 2016

by Nicole

Eine Fensterbank voll Spiele. Das können zwei, drei sein, aber auch 20, 30 oder 100. Das kommt ganz auf die Fensterbank an. Raum B8 in der Jugendherberge in Wiesbaden hat eine sehr lange, die sich über eine komplette Seite des turnhallenartigen Saals erstreckt. Auf ihr stapeln sich beim ersten Yucata-Treffen nach sechsjähriger Pause massenhaft bunte Kartons. Angeschleppt in Tüten, Reisetaschen, Rucksäcken, Klappkisten und Wäschekörben.

Gespielt wird zweieinhalb Tage lang so ziemlich alles, vom Kartenquickie bis zum mehrstündigen Prototypen des nächsten Uwe-Rosenberg-Spiels. Gequatscht wird auch und viel gelacht. Ich weiß jetzt, wer hinter dem Nicknamen die Tapfere steckt, wie catkin aussieht, was Harrii macht, wenn er gerade keine Zeit für Yucata hat, dass Ludoo lieber Ludo heißen würde und wann lunaflute Geburtstag hat. Nummer5 hat neben Frau und Tochter auch eine Buttonmaschine dabei, Yucata-Spieler bekommen Vornamen. Trueskill und Rang sind egal, wann immer jemand orientierungslos herumstand, wird Platz an einem Tisch gemacht oder die Gruppe geteilt und etwas anderes gespielt als ursprünglich geplant.

„Ich bräuchte etwas, womit ich zwei Karten nehmen kann.“ (Uschi)
„Aber da hast du doch den blauen Kontoristen.“ (Gabi)

Nach einem immer wieder von Begrüßungen unterbrochenen La Isla und Qwixx ist Port Royal das dritte Spiel des Wochenendes für mich. Wir versuchen die kooperative Variante zu viert. Von den neun Aufträgen haben wir acht erfüllt, aber keine einzige Karte mehr auf dem Runden-Stapel. Jetzt oder nie. Uschi muss noch die zwölf Punkte vollkriegen. Neun hat sie, aber zu wenig Geld für eine Dreierkarte. Florian deckt Karte um Karte auf, mindestens 20 liegen auf dem Tisch, es wird immer enger. Bis Gabi sich anschaut, was Uschi eigentlich so in ihrer Auslage hat. Am Ende kann sie für neun Münzen ein Fräulein kaufen, wir haben alle Aufgaben gemeistert. Da stört es nicht, dass wir nur den Landratten-Rang bekommen, weil wir nicht vorzeitig fertig geworden sind.

Yucata-Treffen 2016

„Der Käse ist aus.“ (Daniela)

Daniela und Markus spielen zum ersten Mal Orléans, Françoise hört bei der Erklärung zu, bringt aber dann Paula ins Bett und verzichtet auf die Partie. Es ist ihr Spiel. Ihr Mann war bisher nur mit Aufkleben beschäftigt, zum Ausprobieren fehlte die Zeit.

So weihen Daniela, Markus und ich die Luxusversion mit Holzfigürchen statt Pappplättchen ein. Die beiden hängen mich auf der Bauernleiste ziemlich schnell ab. Runde um Runde zahle ich eine Münze. Irgendwann kann ich nicht einmal mehr hinterher, weil kein Käse mehr zu kriegen ist. Aber auf der Bücherleiste komme ich als Erste ins Ziel. Und das Tuch, das ich in den letzten Runden sammle, bringt auch noch mal fette Punkte.

„Jetzt nehme ich mir die Ware mit dem Dreierwürfel.“ (Françoise)

Françoise möchte Burgen von Burgund lernen, Florian kann es auch noch nicht richtig, Kerstin und ich finden, ein Bubu geht immer. Und weil sich keiner wehrt, müssen sie alle den Regvor-Plan spielen. Eine kleine Trainingseinheit für mich. Françoise fängt auf Empfehlung ihres Mannes oben links an, Kerstin und Florian unten links und ich oben rechts.

Wir bauen peu à peu vor uns hin. Es macht doch immer wieder Spaß. Und man sieht am Tisch viel besser, wie die anderen so ihren Plan füllen, als auf Yucata. Auf Kerstins Plättchen, das bei der Geldausschüttung für die Minen auch noch Arbeiterplättchen bringt, bin ich schon ein bisschen neidisch. Das muss ich unbedingt demnächst bei meinen Online-Spielen ausprobieren.

„Wenn ich das jetzt so lege, seid ihr beide doch draußen und ich habe gewonnen. Hurra, ich habe das Spiel verstanden.“ (Tanja)

Tsuro ist eine Neuentdeckung für mich. Ich spiele es mit Daniela, Markus, Paula und Françoise und am nächsten Tag gleich noch einmal mit Christine, Sabrina und Tanja. Wunderbar leicht und angenehm.

„Ich kann meinen Papa lähmen.“ (Paula)

Paula strahlt. Und Florian, nicht der aus Burgen von Burgund, sondern mein Florian, strahlt auch. Paula ist acht Jahre alt und Adjutant des Bösen. Ihr Freund Bo hilft ebenfalls, die Helden zu bedrängen. Paula strahlt, weil sie in Katakomben einen Treffer gelandet hat, Florian, weil er das Spiel nicht umsonst mitgeschleppt hat.

Dave, Christian, Kerstin und ich sind die Guten. Wir tun uns schwer. Meine Elfenlebenspunkte werden immer weniger. Bo kontrolliert ganz genau, dass ich sie auch bei mir abziehe und nicht bei Berserker Christian. Dabei hat der doch viel mehr. Dann bin ich tot. Zum Glück geben meine Mithelden zehn Münzen aus, um mich wieder zum Leben zu erwecken. Danach schnippe ich auch nicht besser, doch dem Berserker und Zauberer Dave gelingt es schließlich, den Oberbösen zu erledigen. Zu diesem Zeitpunkt ist Diebin Kerstin tot, freut sich aber aus dem Jenseits über unseren Sieg.

„Du zählst nicht. Du bist der Erklärbär.“ (Silvia)

Helios gehört zu den Spielen, die online eher schwer zu lernen sind. Deswegen sind an einem Nachmittag gleich zwei Exemplare im Einsatz. Mein Florian erklärt am einen Tisch, ich versuche es am anderen. Dort entscheidet sich Jürgen für die Minimalstrategie, um möglichst oft Sonnenkreisepunkte zu kassieren. Passend dazu wählt er die Priesterin. Stefan nimmt den Schatzmeister und konzentriert sich voll aufs Manasammeln. Silvia holt den Kartographen und den Architekten. Letzteren hätte ich auch gerne gehabt. Also grabsche ich mir Prophetin, Erfinder und Entdecker. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Deswegen komme ich in Silvias Endabrechnung nicht vor. Wir spielen das übrigens inzwischen auf Yucata, zur Verinnerlichung der Regeln. Andere würden Lernzielkontrolle sagen. Oder, Ute?

„Guck mal, wie ich dich glücklich mache.“ (Ute)

Uschi hat das Kartenspiel Schlafmütze mitgebracht. Der Schlafmützen-Tisch ist jeden Abend der lauteste. Nur muss „glücklich machen“ neu definiert werden. Denn Ute gibt eine Karte nach der anderen an Stefan. Der hat zu dem Zeitpunkt fast gewonnen und muss nun noch einmal von vorne anfangen, seinen Berg abzubauen. Immer bemüht, keinen Fehler zu machen, sonst schallt es ihm von allen Seiten „Schlafmütze“ entgegen.

„Morgentoilette – zwei.“ (Markus)
„Wasser, Gesicht.“ (Florian)

So einfach kann es manchmal sein, wenn man Codenames spielt. Und das tun wir den ganzen Sonntag. In wechselnder Besetzung, zu viert, zu sechst und kurzzeitig sogar zu acht. Vor dem Mittagessen und danach. Bis wir fast die Letzten sind.

Sehr interessant auch „Bowie – zwei“. „Ich seh kein Messer.“ „Aber Rock für David Bowie. Und vielleicht Afrika. Seine große Liebe war ja ein afrikanisches Model.“ Christine und ich denken angestrengt laut nach. Françoise, die in der gegnerischen Gruppe sitzt, leidet physische Qualen, ebenso Florian, der „Bowie – zwei“ gesagt hat. Ich habe meine Zweifel, ob Florian das mit dem Model weiß. Auch wenn die Idee von mir stammt. Christine sagt: „Ist der nicht gerade gestorben.“ Und sieht in diesem Moment „Krebs“. Alles klar: Rock und Krebs.

Im Internet gibt es übrigens ein Foto von einer etwas anderen Codenames-Variante. Statt 25 Karten mit Begriffen sind fünf mal fünf Spiele ausgebreitet. Erweiterung – fünf. Kooperativ – zwei. Stefan Feld – drei. Beim nächsten Yucata-Treffen sollten wir das unbedingt ausprobieren.

Schon gelesen?

Essen in Hessen

by Florian

Unsere Freunde Anne und Thomas wären ja wirklich tolle Mitspieler … wenn sie nicht so elend weit weg wohnen würden. Hinter den sieben Mittelgebirgen, fast schon bei den Pegasus-Zwergen. Also in Hessen.

Deshalb treffen wir uns nur zwei- oder dreimal im Jahr für ein Spielewochenende. Jetzt gerade wieder – um aktuelle Neuheiten zu probieren.

Wollte man die Spiele mit Gegenständen aus Märchen vergleichen, so wäre Grand Austria Hotel wohl der vergiftete Apfel, der Schneewittchen in einen tiefen Schlaf befördert. Es sieht zum Reinbeißen aus, aber hat man als Startspieler seinen Zug gemacht, droht Tiefschlaf, bevor man wieder vom Prinzen wachgeküsst wird, also an die Reihe kommt.

Dagegen ist Mombasa die Königskrone. Ein Kunstwerk von vorn bis hinten, aus edelsten geschliffenen Juwelen. Wer sie trägt, muss stets schwere Entscheidungen treffen. Und manchmal drückt sie auf die Schläfe.

Die letztjährige Essen-Neuheit Amerigo dagegen würde ich als den Fresskorb für Rotkäppchens Großmutter bezeichnen. Duftend, köstliche Überraschungen versprechend, die allerdings auch fiese Mitspieler verleiten können, herzhaft zuzugreifen. Drum Achtung, lasst euch nicht mit Steinen abspeisen.

Spiele aus Essen in Hessen

Die Erweiterung „Ein Auftrag geht noch“ für Port Royal ist wie ein Wunschring. Einmal drehen, und es passiert, was du möchtest. Für drei oder vier aufgedeckte Karten schon eine kleine Belohnung einstreichen? Geldnachschub, wenn gerade die Steuer zugeschlagen hat? Oder gar Port Royal kooperativ spielen? Alles kein Problem.

Zu Regvor-Trainingszwecken wurde außerdem Istanbul gespielt. Das erscheint mir zunehmend wie das Labyrinth des Minotaurus, also mehr sagen- als märchenhaft. Nimmst du die falsche Abzweigung, und das ist leicht möglich, kann es dauern, bis du den Ausgang findest. So kam ich zwar als Erster an die für den Sieg nötigen fünf Edelsteine – hätte aber drei Runden früher gewinnen können, wenn sich nicht ein Mitspieler auf dem anvisierten Feld platziert und mir ein verflixter Dukat oder Dollar gefehlt hätte. Das löste sofort eine Kettenreaktion aus, weil ich keine weiteren Familienmitglieder bei mir hatte. Und wäre so etwas noch einmal passiert, hätte ich gar nicht mehr gewonnen. So muss ich letztlich eingestehen, dass mir ein ausreichend langer Faden für diesen Irrgarten fehlt.