Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Linie 1

Verlorene Zeit

by Florian

Erstmals, seit ich dabei bin, fand diese Woche der Vierkirchner Spieletreff ohne ein Mitglied der Veranstalterfamilie statt. Bei aller Dankbarkeit – es war trotzdem schön, es wird Zeit für einen Bericht.

Die G’schicht von der G’schicht

Wer das Straßenbahnbauspiel Linie 1 spielt, kommt bestimmt auch auf den öffentlichen Nahverkehr zu sprechen. Und jedesmal erzähle ich dann eine Anekdote, die geht ungefähr so:

Wisst Ihr noch, wie damals in München ein Bus in einen U-Bahn-Schacht gestürzt ist? Die Straße ist unter ihm eingebrochen. Da muss beim Tunnelbau die Statik nicht ganz gestimmt haben. Tja, kurz davor hab ich noch für die Firma Hochtief die U-Bahn-Baupläne zu den Baustellen gefahren …

Auch diesmal erzählte ich, denn mit Monika, Vincent und Dominik hatte ich noch nie Linie 1 gespielt, die kannten die Geschichte bestimmt noch nicht. Aber zwei von drei konnten sich überhaupt nicht an diesen prägenden Vorfall erinnern. Dominik sagte: „Wann soll das gewesen sein?“ Und Monika grummelte im Halbschlaf: „Das ist aber schon lang her. Warst Du da schon in München?“

Tatsächlich stellt sich heraus, dass das während meiner Studentenzeit war, 1994. Vincent war da noch nicht geboren und Dominik hatte gerade laufen gelernt. Für ihn gab es wohl Wichtigeres als Busunglück-Nachrichten. Mir kommt’s höchstens fünf Jahre her vor.

Und übrigens, ich bin gebürtiger Münchner.

Spieleabend April 2016

Herzlose Weltstadt

Anschließend einigten wir uns auf Ohne Furcht und Adel. Das habe ich bestimmt seit 1994 nicht mehr gespielt, aber das sollte ich nicht schreiben, sonst widerlegt mich wieder Wikipedia.

Monika fühlte sich überfordert von den vielen Regeln und wollte lieber nur zusehen. Das durfte sie nicht, und schlimmer, ich erzählte ihr nun jede Runde, dass die Regel sich darauf beschränkt, dass sie entweder zwei Geld oder zwei Karten nehmen und anschließend eine Karte ausspielen, sprich bauen darf. Es endete damit, dass sie – ohne auf mich zu hören – mit einem Haufen wertvollster Gebäude gewann. Sah mehr nach Gräfelfing als nach München aus, eine Villa an der anderen. Ich verlor mit meinen Aubinger Reihenhäusern über den Tiebreaker.

Und damit zurück nach Stuttgart

Am anderen Tisch verabschiedete sich der Stuttgarter Felix nach nur zwei Auftritten in unserem Spieletreff mit einer Glanzleistung. In Marco Polo holte er die meisten Aufträge und besuchte auch alle vier Zielstädte. Noch länger bleibt uns hoffentlich Enrico erhalten, der durch ein paar witzige Bemerkungen Pluspunkte sammelte, die er nur leider nicht auf der Leiste nach vorn gehen durfte.

Ich bekam als Zuschauer die Schlussphase mit und vermerke für Statistikfreaks wie den abwesenden Oliver: Christian spielte den Schnorrer und wurde Vierter, Nicole kam mit dem Würfeldreher auf den dritten Rang, Enrico hatte Matteo Mozzarella (naja, den mit dem weißen Würfel und jede Runde einer Extrapizza) und Felix gewann mit Panama-Pedro, der beim Einsetzen nie die fälligen Steuern zahlt.

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Der amerikanische Freund

by Florian

… war gerade mal 33 Stunden zu Besuch, hat in dieser Zeit Linie 1 und Il Vecchio, Kakerlakenpoker und Marco Polo mit uns gespielt. Ach ja, und Isle of Skye. Zuzüglich Sightseeing in Munich und Bierproben.

… war bei Kakerlakenpoker nicht ganz regelfest und hatte Probleme mit dem Verständnis von Linie 1, hat in Auf den Spuren von Marco Polo und Isle of Skye aber gleich um den Sieg mitgespielt und Il Vecchio gewonnen.

… musste Sonntagmorgen um halb sechs einen Zug nach Frankfurt nehmen, um den Flieger zurück nach Florida zu erwischen.

… hat inzwischen einen Blogbeitrag auf Boardgamegeek über unser Spielewochenende verfasst.

Il Vecchio

Drei bis sieben gute Vorsätze

by Nicole

2015 wird alles besser. Dazu will ich an mir arbeiten. Und zwar umfassend. Gute Vorsätze müssen sich ab sofort auch auf eines meiner liebsten Hobbys auswirken – Brettspiele.

Mal sehen, was ich mir notiert habe. Ah ja, Alkohol, weniger. Hmh, zum Glück haben wir kein Grand Cru im Regal. Aber meine Glen-More-Strategie muss eine andere werden, keine Destillerien mehr, null Whiskyfässer und schon gar keine Tavernen. Ich werde mich wohl auf Jahrmärkte spezialisieren.

Bioprodukte, mehr. Das hat Auswirkungen auf eines meiner Lieblingsspiele – Agricola. Schafe, Rinder und Schweine werden ab sofort nicht mehr auf Miniweiden mit Stall zusammengepfercht. Die Tiere sollen artgerecht aufwachsen. So wie bei Herrmannsdorfer halt.

Regenerative Energien, mehr. Tja, ziemlich einfach, keine Atomkraftwerke mehr in Funkenschlag, nur noch, was auch ökologisch wirklich verantwortbar ist. Und das bis zum Schluss durchhalten und nicht zwischendurch umswitchen auf Dreckschleudern wie bei meinem letzten Funkenschlag. Mein einziger Sieg in diesem Spiel übrigens. Aber wer gut und edel sein will, muss eben Abstriche machen.

ÖPNV, mehr. Ich werde in Linie 1 nie mehr anderen die Strecke verbauen. Zumindest nicht absichtlich.

Rauchen, weniger. Okay, okay, Silberminen statt Tabakfelder in San Juan. Das reicht, oder?

Lesen, mehr. Da muss ich mich auf die Metaebene begeben. Öfter Anleitungen lesen? Ach nö. Das Buch zum Spiel lesen? Ich habe gehört, demnächst sollen Die Legenden von Andor als Roman erscheinen. Ich weiß nicht so recht. Dann vielleicht doch lieber Die Tore der Welt, da war das Buch wenigstens zuerst da. Vielleicht sind es aber doch nur sechs gute Vorsätze.

Einer fehlt noch: abnehmen, mehr. In Aber bitte mit Sahne die wenigsten Sahnetupfer nehmen. Auch so ein Spaßkiller-Vorsatz. Eigentlich reichen auch fünf. Oder vier? Oder drei? Wer sehen will, wie viele übrig bleiben, kommt am besten zum ersten Spieletreff des neuen Jahres am Montag, 12. Januar, 20 Uhr, in den neuen Pfarrsaal.

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