Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel

SV5 vor SV7 vor SVM

by Nicole

22. Februar, 8.35 Uhr: Die S-Bahn kommt in zwei Minuten, zwei Mann fehlen noch, dazu ein kompletter Spielesatz, Michael wird nervös. Nicht so die U15. Die hat komplett bei ihm genächtigt, letzte Teambuilding-Maßnahme vor der Regvor. Prächtige Stimmung bei Karen, Felix, Lukas und Nico.

U15

Die U15 rückt zusammen

Philipp sitzt in der S-Bahn bei seinen U17-Freunden, mit denen er heuer nicht in einer Mannschaft spielt. Die Mixed Masters brauchen den Gymnasiasten. Und zu den Masters, Sportdeutsch für Senioren, geht er jetzt nach hinten. „Nicole, was ist unser Ziel?“

Vier Spiele – drei Ziele

Gut, dass mich jemand fragt. Ich bin der Kapitän der Mixed Masters. Das war ich schon vergangenes Jahr. Da hatte ich auch genaue Vorstellungen, was mindestens herausspringen muss bei der Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft, doch eine Bronchitis verhinderte meinen Auftritt. Das vergangene Jahr habe ich genutzt, um die Erfolgsschritte zu formulieren. 1. Fünf Punkte, also maximal drei vierte Plätze, denn dafür gibt es jeweils einen Punkt, und dazu ein dritter Platz. 2. Wenn das geschafft ist, peilt jeder seinen ganz persönlichen ersten Platz an, also fünf Punkte auf einen Schlag. 3. Danach darf die Punktzahl auch noch zweistellig werden.

Philipp zuckt bei der Erwähnung eines ersten Platzes zusammen. Ein solcher war ihm vergangenes Jahr versagt geblieben: „Das wird schwer.“ Ich will ihn nicht unter Druck setzten: „Zwei zweite Plätze à drei Punkte sind genauso gut wie ein erster und ein vierter Platz.“ Er sieht nicht überzeugt aus.

Vierkirchner Duell bei Village

Das erste Vierkirchner Duell bei Village

Am Veranstaltungsort angekommen, machen wir uns mit unseren Kürzeln vertraut. Die U17 heißt SV7, die U15 folglich SV5, die Masters fast wie die Stadtwerke: SVM. Darauf folgt jeweils die teaminterne Nummer des Spielers: SV52 beispielsweise ist der zweite Spieler der Mannschaft „Spielvereinigung Vierkirchen verspielt U15“. Einen ganz so umständlichen Namen haben wir eigentlich nicht, aber wir wissen, wer gemeint ist. Und dürfen weiter Felix zu ihm sagen.

Tisch 7 im Nebenraum ist der Stammplatz der Mixed Masters. Als Nummer eins, SVM1, begrüße ich 4IG1, Zug4 und NGA3 zu Village. Alle konzentriert – und nett. Wer Getreide holen will, aber kein Manschgerl auf dem Hof hat, darf sich noch mal überlegen, ob er nicht besser woanders ein Klötzchen nimmt. Im Lesen der Messe bin ich großartig. Immer kommt mein Gelber aus dem Sack, nur der Blaue und der Weiße verstecken sich hinter den vier Schwarzen. Das kostet Blau in der letzten Runde nach eigener Aussage fünf Punkte. Es reicht trotzdem noch für Rang zwei hinter Weiß und vor Gelb.

Auf Espresso folgt Würfeln

Dritter Platz, das Primärziel ist geschafft. Die Gegner waren wirklich gut. Links und rechts wird noch gespielt. Langsam trudeln Ergebnisse ein. Michael (SVM) Zweiter – er hat zum Schluss das falsche Manschgerl sterben lassen. Christian (SVM) Zweiter, Jochen (SV7) Zweiter, Sarah (SV7) Dritte, Lukas (SV5) Zweiter, Karen (SV5) Vierte. Noch kein einziger Sieger. Bis Simon (SV7) seine Partie beendet. Im Vorjahr Letzter der internen Vierkirchner Wertung, startet er exzellent ins Turnier. Und das mit der Reise-Strategie, die bei uns als allzu aufwändig gilt. Vor der Auswertung der Marktplättchen elf Punkte vorne, reicht ihm der Vorsprung, um den ersten Platz zu verteidigen.

Und dann die nächste gute Nachricht: Philipp Erster! Ziel eins ist kein Thema mehr, Ziel zwei schon vor dem Mittagessen erreicht. Rechts wird endlich Felix (SV5) fertig, Dritter mit 42 Punkten, einen Punkt vor Ralf. Ralf gehört zu den Schrobenhausenern, wohnt aber in Unterschleißheim. Und was liegt auf der Landkarte in der Mitte? Vierkirchen. E-Mail-Adressen werden ausgetauscht, Blog-Links verschickt.

Der Großteil isst bereits, links von mir kämpft Nico (SV5) immer noch. Aber es lohnt sich: erster Platz mit 53 Punkten. Damit hat aus jedem Vierkirchner Team einer den Strategiekracher zum Auftakt des Turniers gewonnen. Bitte weiter so.

U17

Die U17 spielt in Rautenformation

Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel an Tisch 8, zu Gast bei Gipfelistürmer 3 aus der Zentralschweiz. Es gäbe noch viel mehr zum Volksentscheid zu sagen, aber die Nebentische sind schon durch, bevor wir überhaupt anfangen. Der Espresso hilft nicht, die Würfel machen, was sie wollen. Zu viele Seuchen, die nur mich betreffen, weil ich ja unbedingt die Architektur statt der Medizin kaufen musste. Zwölf Punkte, vierter Platz.

Sarah (SV7) geht es nicht besser. Michael (SVM) liegt in der Schlussabrechnung auf Rang zwei, der Meldezettel ist unterzeichnet, da fällt einer Mitspielerin auf, dass sie noch einkaufen gehen könnte, wenn man sie denn ließe. Man lässt sie, und Michael ist nur noch Dritter. Damit hat er immer noch einen Punkt mehr als Sarah, meine Wenigkeit oder Lukas (SV5). Der schießt den Vogel ab: minus sechs. Bei Karen (SV5) läuft es besser als in Village: Platz zwei mit 14 Punkten. Felix (SV5), der Tempo macht, reichen zehn zum ersten Platz, und Nico (SV5) setzt sich mit 29 Punkten und dem zweiten Sieg in Folge an die Spitze der Vierkirchner.

Ordnung im Weltall

Die Mogelmotte 4 aus dem Badischen begrüßt mich an Tisch 5 zu Race for the Galaxy. Wow, die Karten sind sauber eingetütet. Und statt eines abgekauten Kugelschreibers steht ein ganzes Federmäppchen zur Verfügung. Da leihe ich mir doch gleich mal Grün aus, um Notizen für den Blog zu machen. Zum ersten und einzigen Mal treffe ich außerdem auf einen Vierkirchner: Felix (SV5). Der hat schon sieben Punkte geholt, ich erst drei, trotzdem gebe ich mich selbstbewusst.

Die Emmeringer Hölzlhexe 1 an Position zwei siedelt, was das Zeug hält. Felix‘ (SV52) Strategie kann ich nicht nachvollziehen, auch was die Mogelmotte so treibt, verstehe ich nicht, nur dass sie öfter erkundet und ich dann dank Sondereigenschaft eine Karte mehr behalten darf, finde ich gut. Gleich am Anfang habe ich zwei Sechser-Entwicklungen, zu früh, um sie aufsparen zu können. Danach kommt nichts mehr. Mit doppelten Siegpunkten lässt sich das eine oder andere Pünktchen machen.

„Ja!“ Arme in die Höhe, Irritation an den Nachbartischen, meine Freude über den Sieg mit 34 Punkten fällt nicht lautlos aus. Felix verpasst den zweiten Platz um einen Punkt. Ein paar Tische weiter beutet dagegen seine Schwester Karen (SV5) eine Sechser-Entwicklung optimal aus, die ihr über 20 Punkte beschert – und damit Rang eins. Christian (SVM) bringt es an seinem Tisch auf 38 Punkte, was aber nur zum vierten Platz reicht. Trotzdem macht ihm Race von allen Spielen an diesem Tag am meisten Spaß. Das kann man von seinem Teamkollegen Michael nicht sagen: Die Karten laufen gegen ihn, Rang vier, kurz kommt die Erinnerung an 2013 hoch. Für ihn als einen der stärksten Vierkirchner Spieler war die Regvor damals eine Enttäuschung.

Mixed Masters

Anders als 2013 werden die Mixed Masters ihrem Namen gerecht

Doch es folgt noch Kingdom Builder. Und in diesem Spiel sichert sich Michael seinen ersten ersten Platz. Christian (SVM) trägt mit einem geteilten dritten Platz eineinhalb Punkte zum Mannschaftsergebnis der Mixed Masters bei. Die Bürger sind so gar nicht seins. Felix (SV5) trifft auf Simon (SV7). Arbeiter, Händler, Bergarbeiter. Da lässt sich was machen. Tatsächlich beendet Simon das Turnier, wie er es begonnen hat: als Erster. Mit einem Punkt weniger landet Felix auf Rang zwei. Ebenfalls Vize wird Sarah (SV7), die nach einem dritten und zwei vierten Plätzen die Pause vor der letzten Partie des Tages zur Meditation genutzt hatte – mit einem dicken Buch auf den Knien. 62 Punkte. Drei mehr schafft Dominik (SV7) und teilt sich damit in seiner Runde den ersten Platz.

Und ich? Als ich es vor zwei Jahren kennenlernte, lag mir Kingdom Builder gar nicht. Immer wurde ich Letzte, bis ich begann, am Tablet gegen Künstliche Intelligenzen anzutreten. Eine Sucht und eine exzellente Vorbereitung. Fischer, Arbeiter und Bauern, keine Pferdchen, keine Schiffe, dafür Hütten, Oasen, Grenztürme und Wiesen. Ich sitze an vierter Position, eigentlich ein Nachteil, wenn man nicht gerade bei den Lords mit einem Häuschen hier und da Entscheidungen im letzten Zug herbeiführen kann. Erst eine Wiese, dann ein Grenzturm, schließlich eine Hütte. Und immer die Bauern im Auge, bloß keinen Quadranten frei lassen. Ich bin schnell in allen vier Teilen vertreten, sonst läuft es so lala. Nur achten die Mitspieler mehr auf die Nähe zum Wasser und zur Stadt als auf eine gleichmäßige Verteilung. Michael (SVM) kommt, um die letzten Züge mitzuverfolgen. Er sieht, dass ich Schwarz habe, schaut sich die Gewinnziele an, die Positionen auf dem Spielplan und fängt zu lächeln an. Tatsächlich liege ich schon vor der Bauern-Zählerei in der Schlusswertung knapp vorne. Und dann kommen noch mal 27 Punkte dazu, während die Konkurrenz neun, sechs und null macht.

Senioren freuen sich zu früh

Vierkirchner verfolgen die Siegerehrung

Spannung vor der Siegerehrung

Während Jo vom Veranstalter Spuiratzn die letzten Ergebnisse eingibt, rechnet die U15 (SV5) die Vierkirchen-Rangfolge im Kopf aus. Jubel! Die Jüngsten kommen auf 45 Punkte und damit Rang eins vor der U17 (SV7) und den Masters (SVM), die beide 44 Punkte vorweisen können.

Dann zählen die Senioren nach – und klatschen sich begeistert ab: Der Kapitän, nur bis zur fünften Klasse wirklich gut in Mathe, ermittelt ein Ergebnis von 46 Punkten. Jo später bei der Siegerehrung leider nicht. Es sind tatsächlich nur 44, und aufgrund des Tiebreakers – je weniger erste Plätze, desto besser – springt Vierkirchen-intern der dritte Platz sowie im Gesamtklassement der 18 Teams Rang neun heraus. Hinter der U17 und der U15. Damit bleiben wir auch meilenweit hinter den Herne-Plätzen eins und zwei zurück. Aber an dem Wochenende feiert sowieso mein Neffe Konfirmation.

Respekt, zwei Teilnehmer holen die maximalen 20 Punkte. Dafür gibt es ein Spiel als Preis. Russian Railroads sucht der eine aus. Gute Wahl, sagen wir – zum Glück ist es in Vierkirchen schon vorhanden. Das Siegerteam kommt auf beeindruckende 60 Punkte. Das wäre mal ein Ziel. Einen fantastischen Tag hatten wir ja schon. Und für die geschlossene Mannschaftsleistung gab’s sogar vom Veranstalter Lob und netterweise viel Applaus von der Konkurrenz.

Dreimal 14 Punkte

Dreimal 14 Punkte verabschieden sich

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Auf geht’s, Jungs und Mädels

by Nicole

Kapitäne und Mannschaften, der große Tag steht kurz bevor. Monate haben wir darauf hingearbeitet, nicht nur die Anzahl der Übungseinheiten verdoppelt, sondern auch immer wieder den vorgesehenen Zeitrahmen überzogen, am Wochenende mit Sparringspartnern Taktik und Technik vertieft, ja sogar ein Höhentrainingslager veranstaltet. Wir haben Theorie gepaukt, Regeln diskutiert, Spielpläne vermessen und fast jeden Zug analysiert. Am 22. Februar ist es so weit: Der Spieletreff Vierkirchen verspielt nimmt zum zweiten Mal in seiner Geschichte an der Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft teil. Zeigen wir, dass wir unsere Stärken auch unter Wettkampfbedingungen abrufen können!

Vierkirchen verspielt: energisch, ...

Die Vorbereitung begann bereits im Herbst, die Teams wurden jedoch erst in den vergangenen Wochen zusammengestellt, dreimal jeweils die Besten zu einer Einheit geformt. Mannschaftliche Geschlossenheit kennzeichnet U15, U17 und die Mixed Masters. Einer für alle, alle für einen, und wie wessen Race-Karton eingeräumt werden muss, weiß jeder blind. Doch auch die individuellen, fast magischen Qualitäten der Spieler sind beeindruckend. Der eine beherrscht die Würfel, würfelt Getreide, wenn er Getreide braucht, und Arbeiter, wenn der Obelisk kurz vor der Vollendung steht. Der andere schafft es ohne Investitionen immer wieder, dass genau sein Männchen aus dem schwarzen Kirchen-Beutel gezogen wird.

Die U15 wird angeführt von Karen, die schon im vergangenen Jahr durch ihre ruhige und zielstrebige Art etliche Regvor-Gegner verzweifeln ließ. Auch bei ihrer ersten Race-Übungspartie bestach sie durch ihre schnelle Auffassungsgabe und ließ dank Doppelte-Siegpunkte-Strategie die Mitspieler Lichtjahre hinter sich. Die U17 musste kurzfristig umbesetzt werden, doch die beiden Neuen, Dominik und Jochen, bewährte Edeljoker von 2013, haben sich blendend eingefügt. Von einer Schwächung kann gar keine Rede sein, auch wenn beide deutlich Ü17 sind. Village-Spezialistin Sarah wurde zur Mannschaftsführerin bestimmt. Sie besitzt die Fähigkeit, ihr Team so mitzureißen, dass jeder über sich hinauswächst.

... strategisch ...

Nicole trägt die Kapitänsbinde bei den Mixed Masters. Ihr wurde diese Ehre zuteil, obwohl sie als Einzige im Team Regvor-Neuling ist. Sie ist sich der Verantwortung bewusst und hat größtes Vertrauen in ihre drei erfahrenen Kameraden.

Das Abschlusstraining ist gelaufen. Michael (Mixed Masters) hat in Race for the Galaxy sagenhafte 67 Punkte geholt. Oder waren es 68? Auf jeden Fall Spieletreff-Rekord. Jochen (U17) setzte sich in Village durch, Christian (Mixed Masters) gewann Im Wandel der Zeiten – Das Würfelspiel, Nicole (Mixed Masters) konnte zumindest am Tablet in Kingdom Builder die künstlichen Intelligenzen deklassieren, wenn sie sich auch am Montag live am Tisch Nachwuchsstar Vincent geschlagen geben musste.

... und stets konzentriert.

Das ist vielversprechend. Es besteht absolut kein Anlass, nervös zu werden. Vermeidet Eigenfehler. Überlasst in Village niemandem alleine den Markt, behaltet in Kingdom Builder alle drei Gewinnziele im Auge, passt in Race for the Galaxy eure Strategie den Karten an und beschert den Gegnern in Im Wandel der Zeiten großzügig die Seuche. Aber erst am Samstag. Entspannt euch jetzt, schaltet die letzten Stunden vor dem Turnier ab und spielt dann konzentriert, aber locker auf. Wir haben nichts zu verlieren, und wenn wir gewinnen, ist es umso schöner. Es kommt nicht darauf an, um jeden Preis Erster zu werden. Wir wollen am Ende sagen können: „Was für ein fantastischer Tag!“

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Unter dem Mistberg. Ein Spiel für Stimmen

by Florian

Sprecher
Anfangen, wo alles endet – auf dem Misthaufen der Geschichte. Das Original steht auf einem nur mit einer Nummer bezeichneten Planeten wenige Parsec hinter Epsilon Eridani, den Nachbau in Miniaturgröße kann jedermann auf einem Bauernhof in Jedenhofen besichtigen.

Hahn
Mickeriki! Mickeriki!

Sprecher
Auf der Kuppe sitzt der Hahn der Welt und verkündet das Voranschreiten der Zeit. Der Haufen wächst langsam. Die Zeit verstreicht überwiegend gesichtslos, geschichtslos, geruchlos. Das Aroma der Geschichte produzieren erst Menschen und Nichtmenschen, die glauben, sich produzieren zu müssen – aber bisweilen auch die Götter, denen die Zeit lang wird.

Die Götter der bekannten Galaxis sitzen gar nicht weit von diesem Haufen, inmitten kosmischer Nacht in einem gleißend hell erleuchteten Raum. Bisweilen nehmen sie Kartons und Kisten zur Hand, die nicht Figürchen und Schnürchen, Späne und Pläne, Pöppel und Popel, sondern Schicksale enthalten, nach Epochen und Funktionen geordnet.

Der Zutritt zu jenem blendend hellen Raum ist nicht einmal Göttern zu jeder Zeit gestattet.

Florian
Na endlich.

Michael
Ich bin noch pünktlich!

Nicole
Und wo ist der Rest der Familie?

Michael
Odin kommt nach, Merkur vielleicht auch, aber Astarte ist heute einfach zu müde, sie hat zwei Jahrhunderte kaum geschlafen.

Sprecher
Götter sind nie unpünktlich. Wenn Götter Stunden und Tage, Monate und Jahre angeben, so bezieht sich das immer auf die pangalaktisch verlässliche Zeit des Hahnes auf dem Misthaufen beziehungsweise auf der Kopie – je nachdem, was gerade näher ist, Epsilon Eridani oder Jedenhofen. Die beiden mythischen Uhrwerke hält der Götterbote Hermes synchron, der seit Millionen Jahren keinen Urlaub, ja nicht einmal eine Rauchpause gehabt hat.

Christian
Ich entwickle die neue galaktische Ordnung. Und dann baue ich noch eine automatisierte Alien-Fabrik für sechs Karten, die bringt fünf Punkte.

Sprecher
Hört! Die Götter haben ihr Werk begonnen. Das Aroma der Geschichte breitet sich aus.

Florian
Gemeinheit. Seit Äonen warte ich auf Alienwelten, die ich auf meiner Seite der Galaxis für vier Kostenpunkte weniger bauen dürfte.

Alien
£/+7bg% *j#d, %)“+8t€!

Michael
Haben wir jetzt gesiedelt? Ich handle und verbrauche für sechs Karten und einen Siegpunkt.

Nicole
Ich bekomme neun neue Karten. Verflixt, und jetzt muss ich vier wieder abgeben.

Sprecher
Nicht alle Götter sind gleich erfolgreich.

Nicole
Die Gilde der Kaufleute bringt mir 14 Punkte, das macht dann 38 insgesamt.

Florian
Ich habe auch eine Sechser-Entwicklung, die galaktische Renaissance. Die bringt mir exakt zwei Punkte.

Sprecher
Die Götter setzen nicht nur Welten auf die Karte und stoßen Revolutionen an, sie manipulieren auch Menschen. Seht, diese Gestalten hier sind in Rüschen und Pelze gekleidet. In ihrer Ära hat man Raumfahrttechnik nicht gekannt. Die Götter sind Jahrtausende durch die Zeit gefallen.

Michael
Jetzt hab ich’s gecheckt!

Sprecher
Göttlich, diese Selbstüberschätzung.

Christian
Du hast einen König.

Florian
Hab ich nicht.

Michael
Ich habe eine Zofe, ich bin geschützt.

Sprecher
Die Götter halten diese Menschen als Sklaven oder behandeln sie zumindest so!

Michael
Kann ich mal deinen Prinzen sehen?

Nicole
Ich bin geschützt.

Michael
Das ist gut für dich.

Hahn
Mickeriki, Mickeriki!

Sprecher
Der Hahn hat zum zweiten Mal gekräht. Christian bringt den Götternachwuchs nach Hause, der eine Stunde lang vier Generationen armseliger Bewohner eines Dorfes quälte.

Zeit vergeht. Horcht! Die Zeit läuft quäkend rückwärts wie ein altes Tonband. Schachteln werden geöffnet, eine Arena aufgebaut. Ganze Völker fallen unter die Knechtschaft der göttlichen Willkür.

Nicole
Soll ich den Steinbruch nehmen?

Michael
Der ist stark.

Nicole
Ich traue dir nicht, ich kaufe die Medizin.

Florian
Ich nehme die Bewässerung.

Michael
Dann entwickle ich den Steinbruch.

Sprecher
Jeder schützt sein Volk, so gut er kann, solange es nur brav Steine schleppt. Den Menschen jenseits der Grenze schickt er eine Seuche, wenn er kann. Keiner gönnt dem anderen den Kuhfladen auf der Weide. Florian ist dran. Michael greift schon nach den Würfeln, um das Imperium zu erfinden.

Florian
Habe ich noch was vergessen? Ich glaube nicht.

Sprecher
Michael würfelt.

Michael
Das passt mir ja überhaupt nicht.

Florian
Halt, ich hatte doch noch drei Männchen.

Michael
Hattest du nicht gesagt, du bist fertig?

Florian
Nein!

Sprecher
Die unterjochten Nationen hören den Donnerhall über sich. Sie hoffen auf eine Götterdämmerung. Dann wären es einmal die rücksichtslosen, die ränkeschmiedenden Herren des Schicksals, die auf dem Misthaufen landen. Doch vergeblich. Der göttliche Zorn trifft wieder nur die leidende Bevölkerung. Die Zeit ist noch nicht reif für den Monotheismus. Am Ende nimmt der Papiermüll einmal mehr drei antike Völker auf.

Hahn
Mickeriki, Mickeriki!

Sprecher
Seht! Die Götter packen ihre Schachteln voller Schicksale, die Kartonagen gefüllt mit Gestalten. Das gleißende Licht verlischt. Jener spannt einen Wagen an, dieser trägt eine Tasche an der Brust, und eine Göttin reitet ein Pferd ohne Hufe. Jeder geht seinen Weg, hinein in die kosmisch schwarze Nacht.

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Vorweihnachtliches Verhör

by Florian

Warum erscheint dieser Spielbericht fast eine Woche verspätet?

War viel los. Nikolaus. Weihnachtsfeier. Und Adventskalender.

Bis Weihnachten sind es noch über zwei Wochen. Und Bischof Nikolaus von Myra starb den Historikern zufolge um 350 nach Christi Geburt.

Der Nikolaus lebt aber doch in den Bräuchen, vor allem für die Kinder. Und mit meinen Kollegen feiere ich nicht am 24. Dezember, sondern lieber ein paar Tage vor Christi Geburt.

Der Nikolaus lebt wohl eher in den Bäuchen der Kinder. Und inwiefern könnte denn bitte ein Adventskalender die maßgebliche Verzögerung erklären?

In meinem Adventskalender steht jeden Tag der Name eines Brett- oder Kartenspiels aus unserer Sammlung, das eine Weile vernachlässigt wurde. Das spielen Nicole und ich möglichst am gleichen Tag. Und zu spielen ist schließlich wichtiger als übers Spielen zu schreiben.

Musste demnach auch am Spieleabend 2. Dezember ein Adventskalenderspiel abgehakt werden?

Erst zum Schluss. Es war Die Siedler von Catan – Würfelspiel, und zumindest Jochen hat ganz ohne Abhakzwang mitgespielt.

Günstiger wäre es, in diesem Text die ohnehin schon ungeduldigen Leser nicht zu verwirren und am Anfang anzufangen, was schon Lord Byron nach eigener Aussage vorgezogen hat. Welches Spiel aus dem riesigen Sack wurde den armen Mitspielern zuerst aufzwängt?

Den Nikolaussack habe ich dann doch lieber weggelassen und die gute alte Sporttasche genommen. Nico – alles Gute nachträglich zum Namenstag – und Felix wollten gerne Race for the Galaxy lernen, Nicole – oh, hoppla, auch alles Gute – brachte es ihnen bei. Und ich spielte Im Wandel der Zeiten – Würfelspiel – Bronzezeit mit Sarah, Karen und Julian.

Hoffentlich im roten Umhang und mit Rauschebart?

Äh, nein. So weit ging das Brauchtum nicht. Nicht einmal mein Opa hatte einen Vollbart, und sein Enkel findet schon im Dreitagebart furchtbar viele graue Haare. Keine Experimente. Darum auch einfarbiges Hemd.

War wenigstens Julians T-Shirt, im Vierkirchener Spieletreff ein beliebtes Konversationsobjekt, polychrom?

Ich glaube schon.

Rotweiße Hexaeder?

Die Holzwürfel waren entschieden monochrom.

In welcher Hinsicht erwies sich der Spieleabend noch als monoton und repetitiv?

In thematischer, denn dreimal wurden Zivilisationen quasi aus dem Nichts aufgebaut. Aber auch in mechanischer, denn in drei von vier Partien bestand jeder Spielzug darin, bis zu sieben Würfel bis zu dreimal zu werfen.

Wie lässt sich die Differenz aus der Gesamtzahl der Spiele und der Partien erklären?

Im Wandel der Zeiten – Würfelspiel wurde zweimal gespielt.

Gab es Einwände wegen des exzessiven Einsatzes aleatorischer Hilfsmittel?

Der eine oder andere empfand sie wohl als Pendant zum Schleuderbrett im Zirkus. Man kann damit Salti schlagen, aber auch mit der Nase voraus nach Erdöl suchen. Wenn zum Beispiel die Seuche zum vierten Mal durchs Herrschaftsgebiet zieht, ohne dass man je die nötigen Münzen gehabt hätte, um die Pharmaindustrie zu erfinden, oder wenn die Bevölkerung von nur sechs Städten völlig ohne Vorwarnung den Aufstand probt.

Wen favorisierte Fortuna?

Sarah und Julian bei ihren Siegen in der Bronzezeit, Nicole in Augustus. Florians Sieg im Siedler-Würfelspiel hingegen kam allein durch überlegene strategische Entscheidungen zustande. So etwas sage ich übrigens generell gern in der dritten Person, um gar nicht erst Zweifel aufkommen zu lassen.

Wurde Bingo gerufen oder Ave Cäsar?

Selbstverständlich Ave Cäsar.

Was wurde nicht gespielt?

Weder Rudi Hoffmanns Ogallala noch Abalone von Michel Lalet. Beides hätte mir eine saubere Überleitung zur Laletik ermöglicht.

Versucht dieser Artikel eigentlich, durch Überlänge seine Verspätung wettzumachen?

Ach, naja. Von Clausewitz schreibt zu diesem Thema: „Wer sein Pulver verschossen hat, sollte zu bajonettieren verstehen.“

Hinweis: Auch für diesen Spielbericht waren fünf Wörter vorgegeben.

Rauch im Raum

by Florian

Es muss 19.54 Uhr gewesen sein, als Florian mit dem Anhänger um die Kirche kurvte. Nie zuvor hatte er so viele Spiele zum Spieleabend im Pfarrsaal gekarrt. Mal wieder Augustus, das mochten die 16-Jährigen doch so gern. Rattus, das hatte Nico letztes Mal gewonnen. Fūr Christian war auch eines dabei. Vor allem aber Race for the Galaxy. Dazu hatten Nicole, Michael und er sich schließlich im Blog verabredet.

Nie waren sie so früh dran gewesen. Nicoles Fahrrad folgte dicht auf. Und vor dem Pfarrsaal angekommen, schickte sie Florian voraus – er durfte schon einmal die Spiele ausbreiten, während sie abschloss.

Als Florian mit seiner riesigen Tasche hereinstürmte, hatte die erste Partie bereits begonnen. Michael machte den Clown: „Ihr seid verspätet!“ Florian ignorierte das und lud lieber seine Schätze aus.

Luftzufuhr

Doch viel hilft nicht immer viel. Das wusste Florian eigentlich seit seiner WG-Zeit. Damals hatten sie einen offenen Kamin, den sie mit einem Blasebalg anschürten. Das funktionierte halbwegs, verteilte aber Funken über Möbel und Kleidung sowie Rauch im ganzen Raum. Vorsichtiges Pusten erwies sich letztlich als intelligentere Methode der Luftzufuhr.

Auch diesmal half viel niemandem. Die 16-Jährigen spielten Kingdom Builder zu siebt. Nico entschied sich mit Freunden für Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel. Und Christian war nicht da.

Immerhin, das hosentaschentaugliche Panic Lab kam zu Einsatz. Und Karen und Michael lernten Race for the Galaxy. Auch wenn sie während Florians Erklärungen bisweilen dreinblickten, als sei eine Regenwolke im Anzug, finster wie das All vom Raumschiff aus.

Ausflugswelt

Die ersten Spielzüge der Lernpartie führten sie mit offenen Karten durch. Michael bekam bald eine schöne Kombination: Freihandelsunion zusammen mit den beiden Luxusgüter-Welten Vergessene Erdkolonie und Gewürzwelt. Das versprach reichlich Punkte in der Schlusswertung. Karen kam ohne Sechser-Entwicklung aus. Sie begann mit nur einer Produktiv- und einer Windfall-Welt, für doppelte Siegpunkte zu verbrauchen. Das verschaffte ihr bald schon sechs Siegpunkte in jeder zweiten Runde, da sie mit einer Ausflugswelt einen Höchstpreise zahlenden Abnehmer für Waren aller Art hatte.

Nicole erschloss die Galaxis in Rekordgeschwindigkeit dank Verbrauchen – Handeln. Die Gilde der Kaufleute schien eine perfekte Ergänzung. Florian aber war mit New Sparta in der Rolle des Kriegers gestartet. Er produzierte nicht, verbrauchte kaum. Immer wieder durchsuchte er den Nachziehstapel mit Entdecken +5, um militärische Welten zu finden. Er sah die Karten durch seine Hände rinnen wie den Sand durch eine Sanduhr – etwa jene fiese aus Galaxy Trucker. Und mit den Karten verrannen seine Siegchancen, obwohl er am Ende doch noch die Neue galaktische Ordnung einführen konnte.

Nicole baute die zwölfte Welt, gerade bevor Michael und Karen die letzten Siegpunktchips abräumten. Karen gewann vor Michael und Nicole.

Schafzucht

Abschließend kam Meine Schafe, deine Schafe auf den Tisch. Und diesmal erfuhr Michael, dass viel nicht immer viel hilft. In diesem Legespiel zählen nämlich nur Schafweiden Punkte, die auch abgeschlossen sind. Seine große Weide aber wurde so groß, dass er sie nicht mehr schließen konnte.

Florian dagegen übte sich ausnahmsweise in Bescheidenheit, baute viele kleine Weiden und gewann. Gelernt hat er aber offenbar trotzdem nichts. Beim nächsten Spieletreff am 2. Dezember will er seine große Spieletasche durch einen größeren Sack ersetzen. Ist ja kurz vor Nikolaus.


Hinweis – für diesen Spielbericht war als Aufgabe vorgegeben, die folgenden zufällig gezogenen Begriffsplättchen aus Eselsbrücke unterzubringen: Sanduhr – Clown – Regen – Blasebalg – Kirche.

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Ratten, Seuchen, Invasionen

by Nicole

Der Abend beginnt friedlich, Blümchen, Wiesen, Wälder, dazwischen Oasen und Pferdekoppeln. Nico kennt Kingdom Builder noch nicht, Dominik hat Vorbehalte, Florian liebt es, Plättchen zu sammeln, um ein Reich in Königsblau aufzubauen.

Und ich? Ich bin zuversichtlich, habe ich doch neulich erst auf dem Tablet zweimal gewonnen. Aber es kommt anders. Ich besitze zwar eine Oase, hänge aber im Canyon fest. Ich begreife nicht den Wert der springenden Pferde, werde vom Steinkreis abgeschnitten und kann nur mühsam an Berg und Wasser bauen, um mich dann in Geduld zu üben, während die anderen ein Plättchen nach dem anderen nutzen. Dritter Platz, knapp vor Nico und weit hinter Dominik und Florian.

Ist Kingdom Builder vielleicht zu friedlich? Nicht genug Elend, Krankheit und Armut? Dann eben Rattus, Europa im Jahr 1347, der Schwarze Tod breitet sich aus. 25 Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung wird bis 1353 dahingerafft. Und ich mitten drin, mal die Pest nach Spanien importierend, mal die Ratten samt ihrer Erreger in die Türkei verfrachtend. Autsch, das tut weh, auch meine Klötzchen werden von der Karte gefegt.

Es steht schlecht um mein Volk, das sich so wenig auf die Privilegien von König, Bauer oder Mönch versteht. Zum Glück vergessen meine Mitspieler meine kleine Kolonie in Skandinavien, so dass am Ende doch noch sieben Grüne überleben. Zweiter Platz, punktgleich mit Florian, hinter Nico.

Wenn eine Seuche allein nicht reicht, um zu gewinnen, dann ergänzt man sie besser noch um Dürre, Invasion und Aufstand. Fertig ist die Aufzählung der Katastrophen, die einem bei Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel widerfahren können. Nicht zu vergessen der Hunger, der herrscht, wenn nicht genug Getreide herangeschafft wird.

Zum ersten Mal überhaupt vollende ich die Große Mauer, am Obelisk bin ich auch dran, doch Dominik ist schneller. Und Florian erwirbt dank Münzprägung eine punkteträchtige Errungenschaft nach der anderen, ohne dabei die Hängenden Gärten aus den Augen zu verlieren. Obwohl die Städter fast nie etwas zu futtern bekommen, schneidet seine Zivilisation schließlich am besten ab.

Jetzt bin ich ratlos, drei Spiele, null Siege, alles ausprobiert von Friede, Freude, Eierkuchen bis hin zum Sensenmann. Vielleicht liegt es nicht am Thema, sondern am Ort. Die Erde ist zu klein für mich. Weltraum, ich komme!

Die Vier vom Dorf

by Florian

Der Zugang ist beantragt, das Verfahren läuft. Aber derzeit hat Spielen in Vierkirchen leider noch keinen Zugriff auf das Internet-Komplettauswertungsprogramm „Tempora“ des britischen Geheimdiensts GCHQ. Die folgende Angabe beruht daher auf einer Schätzung.

Ein Blick auf die leider anonymen Blog-Statistiken also lässt vermuten, dass hier auf diesen Seiten wöchentlich zirka zwei Besucher vorbeikommen, die keine Vierkirchner Mitspieler sind. Hallo und herzlich willkommen!

Ich muss euch beide jetzt aber schwer enttäuschen. Anders als ihr aufgrund mancher Beiträge sicher vermutet habt, sind wir nicht das Zentrum der weltweiten Spieleszene, sondern halt doch nur ein Provinzspieletreff aus dem Großraum München.

Ein Abend auf dem Lande

Montag dieser Woche zum Beispiel. Was ist mit diesem Essen? Bei uns kein großes Thema. Nur Carmen und Florian fahren hin. Wir haben keine Neuerscheinungen diskutiert, keine ersten Neuvorstellungen gespielt – obwohl Nauticus und Kashgar von Kosmos beispielsweise schon erhältlich wären und manche Schlauberger sie bereits rezensiert haben.

Die RegVor-Spiele sind raus! Das stand ja sogar bei uns im Blog. Trotzdem wusste es nicht jeder. Die große Diskussion um Kingdom Builder musste verschoben werden. Auf Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel kam als einzige Reaktion: „Sowas habt Ihr?“

Überhaupt, wir waren nur vier Erwachsene. Das dürfte Minusrekord fürs ganze Jahr sein. Zumal auch die Jugend nur drei kleine Tische besetzen konnte. Und kein einziger Mitspieler war aus München angereist!

Die da waren, kümmerten sich aber nicht groß um München oder Kashgar. Wir wollten spielen! Und mal nicht an gewisse ärgerliche Alltagsgegenstände denken. (Das weiß ich zumindest von mir. Wenn das GCHQ endlich das Zugangspasswort schickt, kann ich hier nächstes Mal auch aus dem Seelenleben der Mitspieler erzählen.)

Ein Königreich für ein Dorf

Nicole durfte ausnahmsweise die Regeln erklären. Den Anwesenden gefiel Kingdom Builder. Michael wollte es sogar gleich noch ein zweites Mal spielen, und Carmen protestierte immerhin nicht. Mit deutlichem Vorspung vor den Anfängern konnte ich zudem zeigen, dass Kingdom Builder kein Glücksspiel ist, bei dem man „nur eine Karte zieht und von ihr vorgeschrieben bekommt, was man machen kann“, wie gelegentlich behauptet wird. Nicht in Vierkirchen, sondern im Internet.

Anschließend brachten wir mit dem Wandel-der-Zeiten-Würfelspiel den Tisch zum Wackeln. Die monströsen Holzwürfel verunsicherten Carmen so, dass sie bei der Berechnung der Summe von 11 und 12 auf 26 kam. Ihre Zivilisation baute sie aber geschickt genug auf, um den zweiten Platz zu machen. Vor mir zum Beispiel. Nicole gewann.

Michael dagegen holte in den drei Partien drei vierte Plätze. Frustriert kündigte er an, bei der RegVor diesen Winter nur als Ersatzspieler mitzumachen. Am Tag darauf allerdings hatte er sich erholt und verschickte eine Rundmail: „Macht Euch doch bitte beizeiten Gedanken, wer bei der Meisterschaft dabei sein will. Wir haben den Titel des bundesweit teilnehmerstärksten Dorfes zu verteidigen :-)“.

Das Leben im Dorf hat seine Höhen und Tiefen. Nächstes Mal sollten wir uns Village vornehmen.