Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Glen More

Auswärts gespielt im Januar 2015

by Florian

Eine bessere Vorbereitung auf die Regvor kann ich mir nicht vorstellen, als immer wieder Russian Railroads zu trainieren. Mit Grund: Die anderen drei Spiele kann jeder Ungeübte gewinnen – dieses eine belohnt durchdachtes Vorgehen. Ich möchte aber betonen, dass ich außerhalb der Vierkirchner Spieleabende nicht so einseitig bin.

Vor Jahresabschluss 2014 waren Nicole und ich noch ein letztes Mal in Milbertshofen. Mit einem mir namentlich leider nicht bekannten Mitspieler wurde es ein französischer Abend: Wir spielten Troyes à trois und anschließend Die Burgen von Burgund. Am ersten Januarwochenende besuchten wir dann zumindest für einen Nachmittag das viertägige Con im Mehrgenerationenhaus, das der Spieletreff Milbertshofen und Kalle Schmiel gemeinsam organisiert hatten. Und es wurde eher britisch.

Build British

Dazu trugen wir selbst bei, indem wir Glen More mitbrachten, das Albert mal als von ihm geschätztes Spiel erwähnt hatte. Die Eröffnung des Nachmittags blieb aber Machi Koro vorbehalten – es könnte den Bau von Milton Keynes thematisieren, wenn man ein englisches Thema gesucht hätte. Albert ging deutlich in Führung und erklärte mir, das Spiel erfordere halt doch eine kluge Strategie. Ich zog vorbei und konterte, jeder Depp könne es völlig ohne Strategie gewinnen.

Peter aus Karlsfeld stieß dazu, und wir spielten Glen More. Überraschung, ich kann auch Spiele gewinnen, die ich mag! Ich setzte auf viele Dörfer und Chieftains, während Peter zum Schluss mit Loch Oich noch einmal abkassieren wollte, doch das blieb ihm versagt – als letzte Karte konnte der See von niemandem mehr in die Landschaft eingefügt werden.

Wir blieben britisch, mit der viktorianischen Zukunftsfantasie Spyrium. Kennt jemand das Rollenspiel Space 1889? Daran muss ich bei Spyrium immer denken. In Space 1889 ermöglicht der Äther den Vorstoß zum Mars mit Segelschiffen, in Spyrium ist das Spyrium selbst die fantastische Substanz, die Siegpunkt-Höhenflüge ermöglicht. Peter spielte seine siebte Partie und gewann zum siebten Mal; ich war selbst zum zweiten Mal unter den von ihm Besiegten.

Retour à la France

Beim nächsten Milbertshofener Treff schlossen wir thematisch in Frankreich an und spielten gleich zwei Partien Orléans in Folge. In Form von Chips in einem Beutel versucht jeder Spieler, sich bestimmte Aktionsformen zu verschaffen. Der besondere Reiz von Orléans ist meiner Meinung nach, dass man für jedes Ziel Chips (oder meinetwegen Plättchen) braucht, die später bei genau dieser Strategie stören, man legt sich also selbst ständig Steine in den Weg.

Anschließend wurde noch Abgeluxxt – kein rein französisches Phänomen.

Auch in Dachau waren Nicole und ich im Januar einmal, durchaus zu zweit, aber – weil zeitversetzt angereist – an unterschiedlichen Tischen. Ich besuchte das geschichtswissenschaftliche Seminar mit Prof. Helme und Cand. Phil. Pia. Letztere tischte nach einer kurzen Einführung des Professors einfach alles auf, was sie über Die Staufer wusste, und das reichte zum Sieg. Ich dagegen muss in mittelalterlicher Geschichte wohl zurück ins Proseminar. Immerhin, in der Vorlesung zum Thema Vasco da Gama und seinem Motto Auf nach Indien kam niemand gegen meine Handelsstrategie an.

Eines ließ aber am universitären Bildungssystem insgesamt zweifeln: Der Nebentisch hatte offenbar Spaß an der Piratenschmonzette Cartagena und der Hunde-Komödie Dog Royal, kicherte dabei und lachte gar! Selbst das ordinäre Würfelspiel Fiese 13 kam an. Womöglich wissen die Mädels nicht mal mehr, wer gewonnen hat.

Terminangebot im Februar 2015:

Drei bis sieben gute Vorsätze

by Nicole

2015 wird alles besser. Dazu will ich an mir arbeiten. Und zwar umfassend. Gute Vorsätze müssen sich ab sofort auch auf eines meiner liebsten Hobbys auswirken – Brettspiele.

Mal sehen, was ich mir notiert habe. Ah ja, Alkohol, weniger. Hmh, zum Glück haben wir kein Grand Cru im Regal. Aber meine Glen-More-Strategie muss eine andere werden, keine Destillerien mehr, null Whiskyfässer und schon gar keine Tavernen. Ich werde mich wohl auf Jahrmärkte spezialisieren.

Bioprodukte, mehr. Das hat Auswirkungen auf eines meiner Lieblingsspiele – Agricola. Schafe, Rinder und Schweine werden ab sofort nicht mehr auf Miniweiden mit Stall zusammengepfercht. Die Tiere sollen artgerecht aufwachsen. So wie bei Herrmannsdorfer halt.

Regenerative Energien, mehr. Tja, ziemlich einfach, keine Atomkraftwerke mehr in Funkenschlag, nur noch, was auch ökologisch wirklich verantwortbar ist. Und das bis zum Schluss durchhalten und nicht zwischendurch umswitchen auf Dreckschleudern wie bei meinem letzten Funkenschlag. Mein einziger Sieg in diesem Spiel übrigens. Aber wer gut und edel sein will, muss eben Abstriche machen.

ÖPNV, mehr. Ich werde in Linie 1 nie mehr anderen die Strecke verbauen. Zumindest nicht absichtlich.

Rauchen, weniger. Okay, okay, Silberminen statt Tabakfelder in San Juan. Das reicht, oder?

Lesen, mehr. Da muss ich mich auf die Metaebene begeben. Öfter Anleitungen lesen? Ach nö. Das Buch zum Spiel lesen? Ich habe gehört, demnächst sollen Die Legenden von Andor als Roman erscheinen. Ich weiß nicht so recht. Dann vielleicht doch lieber Die Tore der Welt, da war das Buch wenigstens zuerst da. Vielleicht sind es aber doch nur sechs gute Vorsätze.

Einer fehlt noch: abnehmen, mehr. In Aber bitte mit Sahne die wenigsten Sahnetupfer nehmen. Auch so ein Spaßkiller-Vorsatz. Eigentlich reichen auch fünf. Oder vier? Oder drei? Wer sehen will, wie viele übrig bleiben, kommt am besten zum ersten Spieletreff des neuen Jahres am Montag, 12. Januar, 20 Uhr, in den neuen Pfarrsaal.

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