Spielen in Vierkirchen

Brett- und Kartenspiele im Norden von München

Tag: Burgen von Burgund

Jetzt schon ein Halbklassiker: Radrennen und Reformation in Reimlingen

by Florian

Es war einmal ein gar nicht so fernes Land, dem fiel der Himmel auf den Kopf. Außen herum freuten sich alle: Das Land war nun flach und rund wie ein Pfannkuchen. Es hatte fruchtbare Böden und ließ sich leicht bebauen. Die Leute siedelten dort, sie pflanzten Dinkel und Flachs und Rüben und nannten es das Ries.

Das Land war flach, bis auf einige merkwürdig geformte Hügel. Auf einen davon stellten die Menschen ein Schloss, das hieß Reimlingen. Während die Jahrhunderte vergingen, kamen sie immer wieder im Herbst in Reimlingen zusammen und unterhielten sich. Die eine las Gedichte vor, ein anderer einen Brief, den er erhalten hatte. Nachdem sie so vorgelesen hatten, erzählten sie sich Erlebnisse und alte Geschichten.

Um die Tradition aufrechtzuerhalten, entstand gegenüber dem Schloss im Jahr des Herrn 1922 ein neubarockes Bildungshaus. Hier war es, dass im Oktober 2019 eine Schar von Spielern zusammenkam. Sie aßen Kekse aus einem gläsernen Topf, von dem viele dachten, dass er keinen Boden habe, aber dann ging der Vorrat doch zu Ende. Sie nahmen Apfelschorle und Wasser von einem Bord, Wein und Bier aus einem Schrank, und o Wunder, am nächsten Morgen waren Bord und Schrank wieder voll.

So konnten sich diese Gäste zu Reimlingen ganz ihrer Beschäftigung widmen: dem Spielen. Und es ergab sich aus dem Verlauf ihrer Partien so manche Geschichte voller Überraschungen und Wunder, die es mit den Erzählungen aus alter Zeit aufnehmen konnte.

Ave im Colosseum

Die erste Stunde waren wir zu dritt in Reimlingen: Nicole, Sabine und ich. Wir hatten zwei kurze Sachen gespielt, um die Wartezeit überbrücken. Nun fingen wir Colosseum an. Es gilt, im römischen Theater Veranstaltungen durchzuführen und möglichst viele hochrangige Besucher anzulocken. Je mehr, desto besser. Die meisten Punkte gibt der Kaiser.

Wie es immer ist: Kaum dass wir angefangen hatten, trafen die ersten und dann immer mehr Leute ein. Wir sahen kurz auf und begrüßten, Nicole informierte über Essenszeiten und dergleichen, ohne die Partie ganz aufzugeben. Colosseum ist ein hübsches Spiel. So kam es, dass eine Reihe Mitspieler zusah. Bei der nächsten Wertung forderte ich Bonuspunkte für die Zuschauer, die zwar nicht in meine Arena gekommen waren, aber doch unseren Tisch umstanden.

So viele Zaungäste hatte wohl am ganzen Wochenende keine Partie mehr, aber angenehm an unserem hellen, großen Raum fand ich, dass man sich mit einem Blick orientieren konnte, was die anderen gerade so auf dem Brett hatten. Es war nicht möglich, sich in einem Nebenraum von Geräuschen abzuschotten, aber dafür kommunizierte es sich leicht. Nach einer kleinen Pause Mitspieler zu finden, war kein Problem. Nicole hat mir begeistert erzählt, wie schön sie es fand, mit einer Latte macchiato in der Hand in den Spieleraum zu kommen und von Sabine angestrahlt zu werden: „Bei uns wär noch ein Platz frei.“ Bubu lag auf dem Tisch: eines ihrer Lieblingsspiele.

Ahnungslos in Besançon

Vielen wird zu Ohren gekommen sein, dass Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Reformation der Kirche an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg aushängte. Von den zeitgleichen Sorgen Karls des Fünften wissen weitaus weniger Menschen. Am Folgetag, dem 1. November 2019, ging er auf den Mauern der uneinnehmbaren Festung von Besançon auf und ab. Nachdem er lange nachgedacht hatte, traf der Herrscher über das Habsburgerreich, in dem die Sonne nie unterging, seine Entscheidungen. Es waren schlechte Entscheidungen. Wie es Politikern eben zu gehen pflegt, schätzte er die Weltlage falsch ein.

Er hatte keine Ahnung. Das lag daran, dass ich dieser Habsburger war. Weil ich noch eine Partie Splendor angefangen hatte, während die anderen frühstückten, verteilten sie ohne mich die Reiche. Ja, ich spielte Karl den Fünften. Ich stand überall, war jedermanns Nachbar, jedermanns Feind. Ich nahm Metz ein, erzürnte die Franzosen, flüchtete mich nach Besançon, in meine prächtige Lieblingsstadt am Flusse Doubs. Dort konnte mir nichts geschehen. Vaubans Verteidigungsanlage war uneinnehmbar. Aber ich hatte Zeit vertrödelt. Aus dem Osten kamen die Osmanen.

Die Osmanen kamen übers Mittelmeer. Meine Flotte war zu klein. Sie bestahlen mich, ich fütterte sie mit Siegpunkten und Karten. Sie rückten nun auch über Land vor, standen vor Wien. Ich hatte nicht genug gerüstet. Sie eroberten Wien, die Bürger erhoben sich gegen die Fremden in der Stadt. Das war eine Falle, die ich gestellt hatte – eine aufgehobene Karte. Leider eine Runde zu kurz aufgehoben. Wenn ich sie eine Runde später gespielt hätte, wäre es den Osmanen an den Kragen gegangen und Wien wäre wieder habsburgisch gewesen. Aber so konnten die Osmanen die Stadt ein zweites Mal erobern, ihre Nachschublinie sichern.

In der Zwischenzeit ging es hoch her. Luther, Zwingli, Calvin und Hobbes Bucer argumentierten, polterten, übersetzten Testamente. Die aufeinanderfolgenden Päpste, alle gespielt von Thomas O., exkommunizierten. In England drüben heiratete Heinrich der Achte dreimal, bis er endlich einen Sohn hatte, und freute sich über den Eifer der Reformatoren in seinem Land, der ihm geschenkte Siegpunkte brachte.

In der letzten Runde schlug ich endlich einmal zurück gegen meinen Plagegeist. Wien blieb verloren, aber ich scheuchte die Schiffe der osmanischen Piraten. Ich reduzierte ihre Flotte, und ich nahm ihnen Athen. Es war ein rasantes Finale, doch nicht mehr als ein Achtungserfolg. In der Punktwertung wurde ich Letzter. Bodo gewann mit Frankreich knapp vor Tilo als Luther und Thomas B. als Henry VIII.

Das Spiel, das wir spielten, heißt Here I Stand, nach Luthers berühmten Diktum auf dem Reichstag von Worms: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Es dauerte von 10 bis 22 Uhr, einschließlich Regelerläuterungen. Es war ein Erlebnis, und ich verstehe die Begeisterung mancher Mitspieler gut, aber ehrlich gesagt: Es war mir zu lang. Schließlich gehe ich ganz gern einmal am Tag vor die Tür und bewege mich ein Stündchen. Ich bin sicher auch nicht der geduldigste Spieler, das merke ich jedes Jahr bei der Regvor.

Warum lief es so lang? Wir spielten zu sechst. Drei der Mitspieler waren Neulinge, darunter ich. Wir fragten immer wieder nach, uns fehlten Details, uns fehlte die Übersicht übers Ganze. Aber Here I Stand ist so komplex, dass selbst die drei Regelexperten bisweilen minutenlang in der Anleitung blätterten.

Dann gibt es auch noch Verhandlungsphasen. Die waren aber gar nicht das Problem, sie wurden in weiser Voraussicht zeitlich streng begrenzt. Ich persönlich hatte nicht viel zu verhandeln. Dazu fehlte mir zu sehr der Überblick. Dieses Element will mir auch nicht recht zu diesem komplexen Spiel passen. Ich mag Verhandlungsspiele sehr. Erfolgreiche Verhandlungsspiele haben aber typischerweise sehr einfache Regeln, damit die Spieler sich auf ihre Allianzen und Verträge konzentrieren können. Ich denke an Diplomacy.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die beiden Ebenen, die Here I Stand zu verbinden sucht: die militärische und die konfessionelle Eroberung. Es bleibt beim Versuch: Über weite Strecken laufen diese Eroberungen parallel, ohne sich zu berühren. Als geplagtem Habsburger war es mir fast egal, dass meine Bevölkerung lieber evangelisch sein wollte. Außerdem scheint es einen blinden Fleck im System zu geben: Der Islam spielt nicht mit. Wien wurde von den Osmanen besetzt, aber es blieb lutherisch.

Schließlich finde ich es schade, wenn die Narration, die historische Erzählung, die Here I Stand so faszinierend macht, unter einem Regelbrei verschwindet. Am nächsten Tag spielten wir A Brief History of the World. Das hat natürlich einen ganz anderen Maßstab, ist strategisch und taktisch viele Stufen harmloser, und ich will es nur insofern mit Here I Stand vergleichen, dass hier die Erzählung schwungvoll voranschreitet. Sollte es nicht möglich sein, auch die Geschichte der Reformation in einem Spiel ohne Stocken vorzutragen? Wenn das ginge, wäre ich gern dabei.

Here I Stand und Steam in Reimlingen

Here I Stand und Steam in Reimlingen

Der dritte Tag ohne Achim

Um es schlicht und streng festzuhalten: Achim ist nicht gekommen. Und ich will wie selbstverständlich hinzufügen: Er hatte gute Gründe.

Neun Zimmer konnten die Spieler sich in Reimlingen sichern, dazu einen Spieleraum hell und warm mit großen Fenstern, um die die Maler nebenan sie beneideten. Doch mehr hätten sie gebraucht. Maddie und Thomas und Dietmar mussten auswärts schlafen. Sie kamen nur zum Spielen und blieben, wenn sie wollten, zum Essen. Peter hatte wenigstens bis Freitag ein Zimmer im Bildungshaus. Am dritten Tag der Veranstaltung hätte er ausziehen müssen. Nur Christina und Rüdiger hatten kein Zimmer und wollten auch keins. Rüdiger wohnt in Nördlingen, vier Kilometer vom Tagungshaus entfernt. Sie blieben gern Tagesgäste.

Die neun Zimmer waren zu knapp. Und doch blieb eines leer. Es war das Zimmer von Thorsten und Achim. Thorsten war verhindert, das wussten wir. Von Achim wussten wir es nicht. Wir wussten überhaupt nicht viel. Er war der einzige angemeldete Teinehmer, den wir nicht kannten. Wir waren gespannt auf Achim.

Es war Mittwochabend. Nur Achim fehlte noch. Die Rezeption schloss, Nicole bekam Achims Zimmerschlüssel. Sicherheitshalber, falls er noch auftauchte. Achim kam nicht.

Es wurde Donnerstag. Als wir beim Essen zusammensaßen, wunderten wir uns. Am Abend machten wir uns Sorgen. Was mochte Achim zugestoßen sein?

Dann traf eine Nachricht ein, wenn auch nicht von Achim. Wir hörten, dass Achim mit gutem Grund am Vortag nicht gekommen war. Und dass er heute kommen wollte. Heute war fast vorbei. Niemand konnte Achim erreichen.

Es wurde Freitag. Wir frühstückten. Uns fiel auf: Es war der dritte Tag ohne Achim.

Es wurde Mittag. Achim kam nicht. Aber er meldete sich. Er hatte gute Gründe. Sein Zimmer spendete er. Es stand nicht mehr leer. Peter konnte bleiben. Leer blieb nur das Zimmer in Peters Pension.

Es wurde Samstag. Es wäre der vierte Tag ohne Achim gewesen, aber das bemerkte keiner. Wir haben ihn nicht kennengelernt.

Spaß am Spiel

In Reimlingen lagen alte und neue Spiele auf dem Tisch. Irgendeiner konnte immer die Regeln erklären. Nur bei Marco Polo II nicht. Peter hatte es frisch von der Messe in Essen mitgebracht. Er und Nicole pöppelten dankbar die Stanztafeln aus, während Carsten die Regeln studierte.

Es gab kurze und lange Spiele. Das Zepter von Zavandor gehört beiden Kategorien an. Es dauert nämlich Sabine zufolge eine Stunde. Also ein kurzes Spiel? Brigitte präzisierte: eine Stunde pro Mitspieler …

Eigentlich eine tolle Sache, wenn man 150 oder 200 ganz verschiedene Spiele zur Auswahl hat, auf Tischen an der Wand ringsum in Kisten gestapelt, geschichtet, gestopft. Da sollte doch für jeden etwas dabei sein?

Ja, nein, ähm, nicht ganz. Je länger die Leute spielen, desto stärkere Eigentümlichkeiten und Einschränkungen, Vorlieben und Vorurteile haben sie. Ich ganz besonders. Ich brauche bisweilen auch Abwechslung, um meinen Kopf auszuruhen. Es ist wirklich schwierig mit mir.

Besonders einmal. Das war am Donnerstag. Ich hatte am Morgen mit Maria ein nicht ganz triviales strategisches Spiel erstmals gespielt. Dann war mein Kopf voll. Nach dem Mittagessen hatte ich mich für anderthalb Stunden Radfahren absentiert. Nun stand ich mit Heiko, Thomas B. und Carolin, die ebenfalls für eine Partie offen waren, vor den Stapeln und Kisten. Aber es wollte sich partout nichts finden, was allen getaugt hätte. Einen gab es immer, der dazu keine Lust hatte – oder „nur im Notfall“.

Insbesondere neigen Thomas und Heiko zu ernsten langen, Carolin und ich zu kurzen lustigen Spielen, wie ich mal verallgemeinernd sagen will, auch wenn es Ausnahmen gibt und die Definitionen da weit auseinandergehen. Als alle meine Vorschläge abgeschmettert wurden, als immer mehr Strategiehämmer genannt wurden und ich schon ein dutzendmal gesagt hatte, das sei mir jetzt zu anstrengend, verfiel ich auf eine neue Argumentation: „Das ist nichts für Carolin.“

Es ist natürlich kein guter Stil, die vermutete Meinung anderer vorzuschieben, um die eigene Position zu stärken. Zum Glück ist Carolin nicht nachtragend. Dummerweise nannte Thomas dann ein Spiel, ich weiß nicht mehr welches, das nach meiner Meinung auch nichts für Carolin war. „Das finde ich eigentlich ganz gut“, widersprach Carolin lachend.

Wir einigten uns letztlich auf ein Mittelgewicht: London. Im Laufe der fünf Tage Reimlingen waren unter den leichten, lustigen Spielen das Rennen Lemminge und das kooperative Stichspiel Die Crew besonders beliebt. Lemminge spielte sogar Thomas S. zweimal, der es sonst möglichst komplex mag. Bei Katakomben dagegen, eigentlich ein Spannungs- und Lachgarant, wenn auch mit langer Spielzeit, ging es uns allen wie einem Querfeldeinläufer, der stolpert und mit dem Gesicht voraus in die Pfütze fällt. Wir hatten wohl nicht die richtige Runde beisammen.

Immer von neuem überrascht mich Lovecraft Letter – in Reimlingen wieder. Das ist eine etwas strategischere Loveletter-Variante, die mit einem Minimum an Entscheidungen auch unter Vielspielern zündet. Beim Versuch, einem Mitspieler einen Gehirnzylinder in den Kopf zu schrauben, hatte etwa Heiko großen Spaß.

Tichu ist sicher kein Spiel für jeden und sorgt auch nicht für lautes Gelächter, ich habe unsere ruhige Samstagnachmittagsrunde aber als ein Highlight erlebt. Sabine und Nicole traten gegen Brigitte und mich an. Im entscheidenden Spiel sagte erst ich, dann Sabine Tichu an. Ein einziger Stich entschied, wer zuerst die tausend Punkte überschreiten sollte. Ich sage herzlichen Glückwunsch, denn wir waren es nicht.

An den Abenden punkteten Just One und Codenames, aber das Konsensspiel nach 23 Uhr war doch immer wieder das Kneipenquiz. Am letzten Abend wollten wir es wissen. Mit „In your dreams“ wählten wir die schwierigste Stufe. Schließlich hatten wir vielerlei Kompetenzen am Tisch: Tilo wusste, dass Max Frisch Architekt gewesen war und Freibäder gebaut hatte. Peter war bekannt, dass ein Belebungsbecken nicht ebendort, sondern in einer Kläranlage zu suchen ist. Und wie oft Elizabeth Taylor verheiratet war, beantworteten zwei Damen gleichzeitig wie aus der Pistole geschossen: „Achtmal!“

Die Vorleser wechselten. Marcus und Carsten ließen ihre sonoren Stimmen erklingen. Es konnte nichts schiefgehen. Oder doch?

Wir scheiterten um einen einzigen letzten Schritt. Wir hätten nur richtig beantworten müssen, wie der europaweit größte Autohof heißt, der zwischen Nürnberg und Würzburg liegt. Ich fahre selten Auto, aber ich kenne den Steigerwald gut. Ich schlug Geiselwind und Herzogenaurach vor. Wir rieten Herzogenaurach. Geiselwind wäre richtig gewesen.

Der König der Eisenbahn und andere Sieger

Dabei sein ist alles, na klar, aber letztlich kommt doch immer wieder die Frage: Wer hat gewonnen?

Die in Kriegsspielen erfolgreichste Nation des Wochenendes war vermutlich Frankreich. Mit der Tricolore in der Hand triumphierte ich in Maria und Bodo in Here I Stand. Vive la France!

Wie sah es mit Einzelpersonen aus? Nicole hat wahnsinnig oft gewonnen an dem Wochenende. Dietmar bestimmt auch. Aber der König der Eisenbahn war diesmal Carsten. Schon als er in Russian Railroads Erster wurde, sagte er, jetzt könne er beruhigt nach Hause fahren, tat es aber nicht, sondern machte auch noch den ersten Platz in 1844 Schweiz und auf gleichem Terrain in Steam, als wir die Alpenkarte ausprobierten, der er selbst vor mehr als 15 Jahren zusammengepuzzelt hat. Es lag wohl an seiner genauen Kenntnis des Geländes.

Was mich selbst angeht, hat mich mein Sieg in Brief History of the World überaus gefreut. Das Spiel macht mir großen Spaß, aber bisher landete ich immer im hinteren Teil des Feldes. Diesmal habe ich die richtige Welle erwischt.

Der Sieg, um den ich einen anderen am meisten beneidete, war der von Thomas B. im Radrennspiel Flamme Rouge. Im rosa Trikot schloss er den Bergaufsprint so souverän ab wie Julian Alaphilippe im vergangenen Frühjahr die Strade Bianche.

Die nächste Saison

Um metaphorisch beim Radsport zu bleiben: Reimlingen war das dritte Herbsttreffen. Die von Marcus gegründete Veranstaltung kann jetzt schon als Halbklassiker gelten und gehört fest zum Rennkalender.

Auch wenn das Tagungshaus in Reimlingen nächsten November keinen Platz für uns hat, hoffe ich, 2020 dennoch wieder am Start stehen zu können. Psst: Ich habe heute ein Telefonat auf unserem Flur belauscht, und ich kann euch verraten: Es könnte andernorts was werden …

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Demut

by Nicole

Zwischen Burgen von Burgund und Istanbul stehen Jochen und ich draußen, atmen durch, bevor es zurück in die warmen, aber schlecht belüfteten Gasthausräume geht. Ich sage: „Diesmal schreibe ich keinen Bericht.“ Jochen antwortet: „Oder du machst es kurz: War nix.“

Ich habe aber doch ein bisschen was zu sagen zum Regionalvorentscheidungsturnier zur Deutschen Brettspielmeisterschaft am Sonntag in München, wie immer top organisiert von einem entspannten und souveränen Jo von den Spuiratzn. Und die anderen Vierkirchener auch. Karen zum Beispiel, die mit 26 Punkten Dritte in Dominion wird, dem ersten Spiel des Tages. „27 wären der zweite Platz gewesen.“ Oder Jochen, der in Spiel Nummer zwei, Nations, im Tiebreaker auf dem letzten Platz landet. „Also, entweder spiele ich nächstes Jahr gar nicht mehr mit oder ich trainiere nur zweimal.“ Es ist sein zweiter vierter Platz in Folge.

Oder Michael, der vor dem Mittagessen ebenfalls zweimal Rang vier belegt. „Hättet ihr nur mich in der Mannschaft statt Jochen, dann hättet ihr jetzt auch zwei Punkte.“ Michael wollte heuer erstmals ein Familienteam mit seinen drei Kindern Karen, Felix und Philipp bilden. Und ich, geblendet von meinem Vorjahreserfolg mit drei ersten und einem zweiten Platz, wollte gerne mit denjenigen zusammenspielen, die im Falle einer Qualifikation auch Zeit haben am mittleren Wochenende der Pfingstferien, wenn in Herne die Deutschen Brettspielmeisterschaften stattfinden. Nach Dominion ist klar, dass Herne noch auf uns warten muss.

Hoffnungslos

Obwohl das nicht ganz stimmt. Dominik gewinnt seine Partie, ich auch. Unser Team holt 13 Punkte. Mit 14 wären wir im Soll, denn viermal 14 macht 56 und das reicht meistens für Rang zwei und damit Herne. An meinem Tisch sitzt wieder Martin von The fab four, dessen höfliche, ruhige Art ich schon im Vorjahr bei 7 Wonders genoss. Wir alle vier, Martin, Susi von den Emmeringer Hölzlhexen, Christian von den Zugspitz-Zockern und ich, finden das permanente Abheben doof. Aber wir halten uns dran. Das beansprucht mehr Zeit, als zu überlegen, was man in seinem nächsten Zug so tun kann. Keine Hexe, keine Miliz, dafür Gärten und Kapelle. Wenig Aggressionspotenzial, man muss sich zwischen Minimaldeck mit Kapellenstrategie und Gärten samt Maximimaldeck entscheiden. Spion und die ganzen Diebe im Umlauf stören ein bisschen, aber im Prinzip kann jeder seinen Stiefel spielen.

Martin nimmt gleich im ersten Zug eine Kapelle, entsorgt früh drei Anwesen, schafft es allerdings nicht, sein Deck so klein zu halten, dass ständig Gold auf die Hand kommt. Ich will eigentlich auch eine Kapelle, komme aber nicht dazu, und fange mit den Gärten erst an, als Susi da vorprescht. Alle zehn gönne ich ihr dann doch nicht. Doch so ziemlich jeder außer mir hat Pech mit dem Nachziehen. Bei Susi reicht es nicht immer für einen Garten, bei Christian nicht immer für ein Herzogtum und bei Martin nicht oft genug für eine Provinz. Am Ende hat er fünf, aber keine Anwesen mehr. Ich vier, ein Herzogtum, meine Anwesen und sechs Punkte über meine drei Gärten. Platz eins.

Es geht leider nicht so überragend weiter wie ein Jahr zuvor. Bei Nations werde ich Vierte. Florian Zweiter hinter Karen vom Familienteam, Dominik Zweiter via Tiebreak. Der Sieger hat mehr Schwerter. Und Jochen, wie gesagt, Letzter, ebenfalls im Tiebreak. Jetzt sind wir raus aus dem Rennen nach Herne.

Regvor 2016 in München

Aber dann will ich wenigstens Die Burgen von Burgund gewinnen, eines meiner Lieblingsspiele, das ich mit dem Regvor-Plan immer und immer wieder auf Yucata trainiert habe. Zu oft. Ich bin Startspieler, fange unten links an und mache trotzdem in der zweiten Runde als Erste die Minen fertig. Und dann vertändle ich, bin unkonzentriert und muss mich am Ende mit Platz drei abfinden. Das schmerzt. Jochen und Dominik werden ebenfalls Dritte, Florian Zweiter. An seinem Tisch sitzt Stephan vom späteren Turniersieger U++. Es ist dessen dritter Sieg in Folge. Mit über 270 Punkten. Wir wussten gar nicht, dass das auf dem Regvor-Plan möglich ist.

Nachwuchshoffnung

Stephan tritt bei Istanbul gegen Felix aus unserer Familienmannschaft an. Ebenfalls am Tisch Erwin von den Spuiratzn. Beides sehr gute Spieler, die sich Zeit zum Nachdenken nehmen. Für Felix, der ratzfatz seine Züge macht, eine Partie unter erschwerten Bedingungen. Trotzdem hat er als Erster seine fünf Edelsteine auf dem Karren. Den ersten holt er im Sultanspalast, den zweiten in der Kleinen Moschee und die übrigen beim Edelsteinhändler.

Stephan wird Zweiter. Im Vorbeigehen sagt er zu mir: „Ihr habt starken Nachwuchs.“ Felix‘ Auftritt imponiert ihm so, dass er ihm eines der Spiele weitergeben möchte, die er sich als Mitglied der Siegermannschaft und bester Einzelspieler aussuchen darf. Er lässt Felix wählen, und der entscheidet sich für Die Piraten der 7 Weltmeere, Essen-Neuheit 2015. Wir hatten es angegeben, als Organisator Jo im Vorfeld des Turniers Vorschläge haben wollte. Wir finden das alle total nett von Stephan und freuen uns, dass, obwohl unsere beiden Teams nicht über Mittelmaß hinausgekommen sind, doch unser Spielewunsch in Erfüllung geht.

Felix: „Ich habe heute dreimal gedacht, dass ich gewinne. Wenigstens habe ich einmal gewonnen.“
Florian: „Istanbul war gut, da hatte ich einen netten Tisch.“
Karen: „Ich wollte nicht verlieren, ich habe zweimal verloren.“
Michael: „Wir hätten einen Textvorschlag für den Blogbeitrag: Jochen und Michael hatten ein Ergebnis, das durchaus zufriedenstellend gewesen wäre.“ 14 Punkte, allerdings zu zweit. Beide werden Vierter, Vierter, Dritter, Zweiter.

Das Turnier nimmt für mich übrigens eine versöhnlichen Ausklang mit einem ersten Platz in Istanbul. Eigentlich hatte ich mir angewöhnt, meinen Karren Karren sein zu lassen und schnell auf Geld zu spielen. Aber jetzt ist eh schon alles egal. Ich marschiere erst zum Tuchhändler, dann zur Wagnerei, die genau darüber liegt. Dort hole ich mir dank meiner anfänglichen Fünf-Lira-Bonuskarte das erste Ausbauteil für den Karren, pendle zwischen Postamt und Teestube, mit Zwischenstopp bei der Wagnerei, und mache mich dann erst auf den weiten Weg in die Kleine Moschee am anderen Ende des Plans. Da organisiere ich recht fix beide Plättchen und damit meinen ersten Edelstein, während Sven von Ohne Risiko mit 4 Nebenwirkungen neben mir schon drei und Georg von Ragequit aus Augsburg schon zwei hat. Nur David von den Kellerkindern aus Lindau lässt es noch ruhiger angehen als ich.

Ich verkaufe noch schnell eine volle Ladung auf dem Kleinen Markt und wandere zurück. Dann geht es Schlag auf Schlag, das letzte Karrenteil, ein bisschen würfeln in der Teestube, einmal den Gehilfen zum Großen Markt geschickt und es reicht für die Edelsteine drei bis fünf. Auch dank einer weiteren Fünf-Lira-Bonuskarte, die ich irgendwann dem Gouverneur abgeknöpft habe.

Was noch gut war

Mit David und seinen Teamkollegen Andreas und Bernhard plaudere ich bei einer Tasse Latte macchiato und Mohnkuchen. Andreas kenne ich aus den vergangenen beiden Jahren. Er mag wie ich Isle of Skye und Mombasa. Spiele, für die jetzt wieder Zeit ist.

Eigentlich müsste ich zufrieden sein mit meinen zwei Siegen. Dankbar. Walter von den Z’sammghexten Amperparkern ist es. Walter und ich haben noch nie gegeneinander gespielt, aber vergangenes Jahr haben wir uns den Sieg in der Einzelwertung geteilt. Diesmal wird er wie ich Erster, Vierter, Dritter und dann noch mal Erster. Walter sagt: „Die 18 Punkte vergangenes Jahr waren eine Ausnahme, eigentlich bin ich eher ein 13-Punkte-Spieler.“

Statt mich zu freuen, grüble ich nachts. Burgen von Burgund nagt an mir. Am Morgen bin ich weiter. Zu große Erwartungen nehmen den Spielspaß. Und ich bin eher eine 13-Punkte-Spielerin. Das ist ja eigentlich auch schon ziemlich klasse.

Was noch gut war an der Regvor: Pectoral Brust-Karamellen. Sie bringen Michael durch den Turniertag. Auch Dominik, Philipp und ich greifen zu.

Was gefehlt hat: Vincent. Am Freitagabend half er noch als Ersatzspieler aus. Er wäre so gern angetreten. Aber ein drittes Team kam nicht zustande. Jochen sagt: „Nächstes Jahr spielt Vincent für mich.“ Florian sagt: „Ich wünschte, Vincent wäre in unserer Mannschaft gewesen. Statt meiner.“

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Ein bisschen anders

by Nicole

Aller guten Dinge sind drei. Sagt man so. Finden die Mitglieder des Spieletreffs Vierkirchen aber gar nicht. Der macht diesen Sonntag zum vierten Mal bei der Münchner Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft mit. Es soll wieder ein vergnüglicher Tag werden mit vier Spielen, von denen eins zu meinen absoluten Favoriten zählt und mir die anderen gut bis sehr gut gefallen.

Gegner abschätzen, taktieren, riskieren. Würfelglück, Würfelpech, gute Karten, schlechte Karten. Das Beste daraus machen. Aufregung, Herzklopfen, heiße Wangen. So war es bisher immer, und so wird es wieder sein. Alles andere ist diesmal ein bisschen anders.

Das fängt schon damit an, dass der Titel des teilnehmerstärksten Dorfes 2016 nach Köln gehen dürfte. Vorausgesetzt, der dortige „Ali Baba Spieleclub“ tritt am Sonntag in Odenthal-Neschen tatsächlich mit der Ersten, Zweiten, Dritten und den Mädels an. Drei Jahre lang waren wir einsame Spitze oder kamen uns zumindest so vor mit der U14, die sich im Laufe der Zeit zur U16 entwickelte, den Masters und den Mixed Masters. Diesmal treten wir nur zu acht an, als SpVgg Vierkirchen verspielt und Vierkirchen verspielt Mixed Masters. Immerhin hat eins der beiden Teams die Chance, sich in der Familienwertung ganz weit nach vorne zu spielen. Für eine dritte Mannschaft gab es drei Interessenten, aber keinen vierten, der die Anmeldung in die Hand genommen hätte. Schade, mit Lukas, Vincent und Julian hätte ich auf der Hinfahrt zum Turnier gerne letzte Erkenntnisse ausgetauscht. Immerhin verdanken wir Lukas, dass wir Istanbul regelkonform spielen. Und Vincent muss nicht mal hinschauen, wenn am Nebentisch Dominion aufliegt. Er weiß allein durch die Kommentare, welche Karte gerade gespielt wird.

Regvor-Spiele 2016

Seit Jahresanfang trainieren wir jeden Montag, wenn nicht gerade Ferien sind. So war es schon immer. Doch diesmal mussten wir mit einem Engpass zurechtkommen. Von Nations: The Dice Game existiert in Vierkirchen nur ein Exemplar. Zumindest im Umfeld des Spieletreffs. Das Problem haben nicht nur wir, das Spiel ist gerade nicht erhältlich. Auf der Regvor droht deswegen ein Zwei-Schichten-Betrieb. An unseren Übungsabenden war Nations heiß begehrt. Wir hatten es kaum aus der Tasche genommen, da okkupierte es schon der Nachwuchs. Der musste aber aus schulischen Gründen größtenteils recht früh gehen, so dass wir Erwachsenen auch noch zum Zug kamen. Bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit Istanbul, Burgen von Burgund oder Dominion. Diejenigen, die in den Faschingsferien die Gelegenheit hatten, an einem Höhentrainingslager in Mittenwald teilzunehmen, nutzten auch dort das Internet. Mit Handys und Laptop wurden da auf Yucata virtuell Schwerter und Bücher gewürfelt. Dass man sich derart ausgestattet gemeinsam an ein und denselben Tisch setzt, um zu trainieren, kannte ich bisher nur aus Erzählungen von regelmäßigen Herne-Qualifikanten. In Vierkirchen bevorzugt man echte Würfel und echte Spielbretter. Wenn es denn möglich ist.

Obwohl wir nur zu acht sind, haben wir es in der Vorbereitung so gut wie nie geschafft, komplett im Pfarrsaal St. Jakobus aufzulaufen. In vergangenen Jahren Standard, war es diesmal ein Ding der Unmöglichkeit. So auch gestern bei unserem Abschlusstraining. Von den Masters fehlte Dominik, von der SpVgg Karen. Schule, Beruf, Erkältung – immer kam dem einen oder anderen etwas dazwischen. Am Sonntag ist das hoffentlich nicht so. Die S-Bahn geht um 8.37 Uhr in Vierkirchen.

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Bericht entfällt

by Florian

Spieleabend 15. Februar

Diese Woche gibt es keinen Spielbericht. Manche Dinge gehören einfach nicht ins Internet.

Vincents Lehrer könnte sonst herausfinden, warum der in der Informatikstunde so müde war.

Der Freisinger Spieletreff könnte eifersüchtig werden, weil Oliver schon wieder bei uns vorbeigeschaut hat.

Den Doppelsieger an unserem Tisch kann ich nur sehr unbescheiden loben. Und für die Regvor brächte das bestimmt kein Glück.

Unsere Strategiediskussionen behalten wir besser für uns. Sonst würden unsere Gegner ja auf diesen Seiten erfahren können, dass in Bubu abgeschlossene Gebiete und Tiere und gelbe Plättchen viele Punkte bringen. Nein, das bleibt geheim.

Und dann soll doch niemand abgelenkt werden. Christian zum Beispiel hat sich am Montagabend mindestens 15 neue Bücher besorgt.

Außerdem habe ich auch gar keine Zeit. Habe heute frei, und Nicole will Mombasa spielen.

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Yucata offline 2016

by Nicole

Eine Fensterbank voll Spiele. Das können zwei, drei sein, aber auch 20, 30 oder 100. Das kommt ganz auf die Fensterbank an. Raum B8 in der Jugendherberge in Wiesbaden hat eine sehr lange, die sich über eine komplette Seite des turnhallenartigen Saals erstreckt. Auf ihr stapeln sich beim ersten Yucata-Treffen nach sechsjähriger Pause massenhaft bunte Kartons. Angeschleppt in Tüten, Reisetaschen, Rucksäcken, Klappkisten und Wäschekörben.

Gespielt wird zweieinhalb Tage lang so ziemlich alles, vom Kartenquickie bis zum mehrstündigen Prototypen des nächsten Uwe-Rosenberg-Spiels. Gequatscht wird auch und viel gelacht. Ich weiß jetzt, wer hinter dem Nicknamen die Tapfere steckt, wie catkin aussieht, was Harrii macht, wenn er gerade keine Zeit für Yucata hat, dass Ludoo lieber Ludo heißen würde und wann lunaflute Geburtstag hat. Nummer5 hat neben Frau und Tochter auch eine Buttonmaschine dabei, Yucata-Spieler bekommen Vornamen. Trueskill und Rang sind egal, wann immer jemand orientierungslos herumstand, wird Platz an einem Tisch gemacht oder die Gruppe geteilt und etwas anderes gespielt als ursprünglich geplant.

„Ich bräuchte etwas, womit ich zwei Karten nehmen kann.“ (Uschi)
„Aber da hast du doch den blauen Kontoristen.“ (Gabi)

Nach einem immer wieder von Begrüßungen unterbrochenen La Isla und Qwixx ist Port Royal das dritte Spiel des Wochenendes für mich. Wir versuchen die kooperative Variante zu viert. Von den neun Aufträgen haben wir acht erfüllt, aber keine einzige Karte mehr auf dem Runden-Stapel. Jetzt oder nie. Uschi muss noch die zwölf Punkte vollkriegen. Neun hat sie, aber zu wenig Geld für eine Dreierkarte. Florian deckt Karte um Karte auf, mindestens 20 liegen auf dem Tisch, es wird immer enger. Bis Gabi sich anschaut, was Uschi eigentlich so in ihrer Auslage hat. Am Ende kann sie für neun Münzen ein Fräulein kaufen, wir haben alle Aufgaben gemeistert. Da stört es nicht, dass wir nur den Landratten-Rang bekommen, weil wir nicht vorzeitig fertig geworden sind.

Yucata-Treffen 2016

„Der Käse ist aus.“ (Daniela)

Daniela und Markus spielen zum ersten Mal Orléans, Françoise hört bei der Erklärung zu, bringt aber dann Paula ins Bett und verzichtet auf die Partie. Es ist ihr Spiel. Ihr Mann war bisher nur mit Aufkleben beschäftigt, zum Ausprobieren fehlte die Zeit.

So weihen Daniela, Markus und ich die Luxusversion mit Holzfigürchen statt Pappplättchen ein. Die beiden hängen mich auf der Bauernleiste ziemlich schnell ab. Runde um Runde zahle ich eine Münze. Irgendwann kann ich nicht einmal mehr hinterher, weil kein Käse mehr zu kriegen ist. Aber auf der Bücherleiste komme ich als Erste ins Ziel. Und das Tuch, das ich in den letzten Runden sammle, bringt auch noch mal fette Punkte.

„Jetzt nehme ich mir die Ware mit dem Dreierwürfel.“ (Françoise)

Françoise möchte Burgen von Burgund lernen, Florian kann es auch noch nicht richtig, Kerstin und ich finden, ein Bubu geht immer. Und weil sich keiner wehrt, müssen sie alle den Regvor-Plan spielen. Eine kleine Trainingseinheit für mich. Françoise fängt auf Empfehlung ihres Mannes oben links an, Kerstin und Florian unten links und ich oben rechts.

Wir bauen peu à peu vor uns hin. Es macht doch immer wieder Spaß. Und man sieht am Tisch viel besser, wie die anderen so ihren Plan füllen, als auf Yucata. Auf Kerstins Plättchen, das bei der Geldausschüttung für die Minen auch noch Arbeiterplättchen bringt, bin ich schon ein bisschen neidisch. Das muss ich unbedingt demnächst bei meinen Online-Spielen ausprobieren.

„Wenn ich das jetzt so lege, seid ihr beide doch draußen und ich habe gewonnen. Hurra, ich habe das Spiel verstanden.“ (Tanja)

Tsuro ist eine Neuentdeckung für mich. Ich spiele es mit Daniela, Markus, Paula und Françoise und am nächsten Tag gleich noch einmal mit Christine, Sabrina und Tanja. Wunderbar leicht und angenehm.

„Ich kann meinen Papa lähmen.“ (Paula)

Paula strahlt. Und Florian, nicht der aus Burgen von Burgund, sondern mein Florian, strahlt auch. Paula ist acht Jahre alt und Adjutant des Bösen. Ihr Freund Bo hilft ebenfalls, die Helden zu bedrängen. Paula strahlt, weil sie in Katakomben einen Treffer gelandet hat, Florian, weil er das Spiel nicht umsonst mitgeschleppt hat.

Dave, Christian, Kerstin und ich sind die Guten. Wir tun uns schwer. Meine Elfenlebenspunkte werden immer weniger. Bo kontrolliert ganz genau, dass ich sie auch bei mir abziehe und nicht bei Berserker Christian. Dabei hat der doch viel mehr. Dann bin ich tot. Zum Glück geben meine Mithelden zehn Münzen aus, um mich wieder zum Leben zu erwecken. Danach schnippe ich auch nicht besser, doch dem Berserker und Zauberer Dave gelingt es schließlich, den Oberbösen zu erledigen. Zu diesem Zeitpunkt ist Diebin Kerstin tot, freut sich aber aus dem Jenseits über unseren Sieg.

„Du zählst nicht. Du bist der Erklärbär.“ (Silvia)

Helios gehört zu den Spielen, die online eher schwer zu lernen sind. Deswegen sind an einem Nachmittag gleich zwei Exemplare im Einsatz. Mein Florian erklärt am einen Tisch, ich versuche es am anderen. Dort entscheidet sich Jürgen für die Minimalstrategie, um möglichst oft Sonnenkreisepunkte zu kassieren. Passend dazu wählt er die Priesterin. Stefan nimmt den Schatzmeister und konzentriert sich voll aufs Manasammeln. Silvia holt den Kartographen und den Architekten. Letzteren hätte ich auch gerne gehabt. Also grabsche ich mir Prophetin, Erfinder und Entdecker. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Deswegen komme ich in Silvias Endabrechnung nicht vor. Wir spielen das übrigens inzwischen auf Yucata, zur Verinnerlichung der Regeln. Andere würden Lernzielkontrolle sagen. Oder, Ute?

„Guck mal, wie ich dich glücklich mache.“ (Ute)

Uschi hat das Kartenspiel Schlafmütze mitgebracht. Der Schlafmützen-Tisch ist jeden Abend der lauteste. Nur muss „glücklich machen“ neu definiert werden. Denn Ute gibt eine Karte nach der anderen an Stefan. Der hat zu dem Zeitpunkt fast gewonnen und muss nun noch einmal von vorne anfangen, seinen Berg abzubauen. Immer bemüht, keinen Fehler zu machen, sonst schallt es ihm von allen Seiten „Schlafmütze“ entgegen.

„Morgentoilette – zwei.“ (Markus)
„Wasser, Gesicht.“ (Florian)

So einfach kann es manchmal sein, wenn man Codenames spielt. Und das tun wir den ganzen Sonntag. In wechselnder Besetzung, zu viert, zu sechst und kurzzeitig sogar zu acht. Vor dem Mittagessen und danach. Bis wir fast die Letzten sind.

Sehr interessant auch „Bowie – zwei“. „Ich seh kein Messer.“ „Aber Rock für David Bowie. Und vielleicht Afrika. Seine große Liebe war ja ein afrikanisches Model.“ Christine und ich denken angestrengt laut nach. Françoise, die in der gegnerischen Gruppe sitzt, leidet physische Qualen, ebenso Florian, der „Bowie – zwei“ gesagt hat. Ich habe meine Zweifel, ob Florian das mit dem Model weiß. Auch wenn die Idee von mir stammt. Christine sagt: „Ist der nicht gerade gestorben.“ Und sieht in diesem Moment „Krebs“. Alles klar: Rock und Krebs.

Im Internet gibt es übrigens ein Foto von einer etwas anderen Codenames-Variante. Statt 25 Karten mit Begriffen sind fünf mal fünf Spiele ausgebreitet. Erweiterung – fünf. Kooperativ – zwei. Stefan Feld – drei. Beim nächsten Yucata-Treffen sollten wir das unbedingt ausprobieren.

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Bubu nicht für jedermann

by Nicole

Nico macht 2016 nicht bei der Regvor mit. Er geht am letzten Februarwochenende lieber zum Skifahren. „Das ist viel besser“, sagt Nico, was Michael gar nicht gerne hört. Nicos Begründung kann er dann aber doch akzeptieren. Nicht viel besser, sondern exakt doppelt so gut. Denn Ski gefahren wird zwei Tage, gespielt nur einen.

Nico ist nicht der Einzige, der 2016 andere Prioritäten hat. Ob Vierkirchen verspielt es tatsächlich noch einmal schafft, mit drei Mannschaften das teilnehmerstärkste Dorf zu geben, ist fraglich. Christian zum Beispiel spielt gerne und gut. Aber er mag den Konkurrenzkampf nicht, den Ehrgeiz, der die Regvor prägt. Deswegen will er bestenfalls als Springer zur Verfügung stehen. „Wenn ich mitmache, nur in dem Team, das nicht unbedingt gewinnen will.“Und dann ist da noch Jochen. Der Edeljoker. Zwei Jahre wurde er nachnominiert, zwei Jahre schnitt er glänzend ab, beide Male einer der besten Vierkirchner. 2015 nun war Jochen von Beginn an festes Mannschaftsmitglied – und die Unbefangenheit weg. In 7 Wonders wäre er sogar fast Fünfter geworden. „Ich sehe mich als Ersatzspieler“, sagt Jochen, der zudem ein gespaltenes Verhältnis zum Strategiespiel 2016 hat: Die Burgen von Burgund. „Ich bin bis jetzt jedesmal Letzter geworden. Also, nee, nee, nee.“ Jochen hat Bubu überhaupt erst dreimal in seinem Leben gespielt. Einmal am Abend vor der Regvor 2013, um es noch schnell zu lernen, dann beim Turnier selbst und schließlich zweieinhalb Jahre später am Montagabend beim Spieletreff. Mit Christian, Vincent und mir.

Spieleabend 7. Dezember 2015

Auch diesmal plätscherte das Leben im Burgund vor sich hin. Kühe wollten gemolken, Waren verschifft und Märkte abgehalten werden. Seine Besitztümer zu mehren brauchte Zeit. Andere ließen Petersburg mitsamt Hofmeisterin und ihrem Schreiber auferstehen, quälten in ihrem Herrschaftsbereich Missliebige mit Bürokraten, um dann wieder versöhnt und vereint den Feind, The Game, zu besiegen und dann ganz entspannt zu sagen: „Take it easy.“

Im Burgund gab es weder Kriege noch wurden Allianzen geschmiedet. Man nahm der Konkurrenz höchstens mal zwei Schafe oder drei Schweine weg, aber immer bestand die Möglichkeit, sich anderweitig zu behelfen. Hier eine Burg, da ein Schiff, dort eine Mine – das Herzogtum gedieh. Prächtige Gebäude, reiche Hühnerfarmen, eine wahre Freude. Spielen kann so schön sein. Mit und ohne Regvor.

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Novemberspielen auf der Schwäbischen Alb

by Florian

Egal ob Barbiepuppen, Fußball oder Brettspiele – wer zweckfrei spielt, tut das am liebsten mit Freunden. Das ist wohl auch der Grund, warum es immer einen Hauch von Überwindung kostet, einen neuen Spieletreff zu besuchen: Was für Leute werden dort sein?

Nicht offen, aber heimlich habe ich mir diese Frage vorm Novemberwochenende des Brettspieltreffs Stuttgart in Ruppertshofen auf der Schwäbischen Alb gestellt. 2014 waren wir schon einmal mit den Stuttgartern in Nördlingen, aber das war im Sommer und nur für einen Tag. Und nur als Tagesgäste.

Splendor

Wie’s dann doch meistens ist, gerade unter Spielern: Wir wurden nett aufgenommen, unsere Spiele auch, und alle hatten vier schöne Tage. Dennoch möchte ich betonen, dass in Ruppertshofen immer darauf geachtet wurde, dass keiner je allein dastand, niemand ausgegrenzt wurde, dass sich immer Tische mit mindestens drei Leuten fanden, auch wenn man dafür mal umplanen und das Fünf-Personen-Lieblingsspiel aufschieben musste. Das ist auch in Vierkirchen selbstverständlich – aber nicht in jedem Treff. Fand ich gut!

Ebenfalls positiv: Weder Barbiepuppen noch Fußball waren an diesem Wochenende sonderlich wichtig.

Mitgebrachte Spiele

Ich werde nicht jede Partie zwischen Donnerstagmittag und Sonntagnachmittag aufzählen können, wenn dieser Bericht jemals fertig werden soll – die erste aber war Royal Goods, das wir übergangsweise zu zweit angefangen hatten, während die vor uns Gekommenen ihr Among Nobles beendeten. Peter und Thomas zeigten gleich Interesse, und ich glaube, es war nicht einmal geheuchelt: Peter hat im Lauf des Wochenendes mindestens zwei weitere Partien dieses kleinen Kartenspiels gespielt, bei dem Karten Produktionsstätten ebenso wie Güter sein und durch Produktionsketten veredelt werden können.

Roll for th Galaxy

Roll for the Galaxy kam ebenfalls so gut an, dass es auch ohne uns gespielt wurde, der eine erklärte es dem anderen, und am Samstag, als sich Nicole mal als Regelerklärerin übte, hätte Armin ihr mit Erläuterungen ausgeholfen, der das Spiel selbst seit ein paar Stunden von Peter oder Carsten kannte, wenn, ja, wenn wir ihn gelassen hätten.

Die Erweiterungen Orléans Invasion und German Railroads trafen ebenfalls den richtigen Nerv – Carsten hatte Orléans sogar selbst dabei. Schlimm, dass wir nur vier Tage Zeit hatten. Ich hätte gern noch einmal eine Bahnlinie von München nach Berlin gebaut. Oder nach Hamburg. Oder doch … hm, lasst mich noch mal eine Minute nachdenken.

Bekannte Spiele

Nicht nur wir, auch alle anderen hatten mehr gute Spiele dabei, als sich in vier Tage quetschen ließen. Einige dieser Spiele kannten und mochten wir. Endlich wollte mal jemand Snowdonia und Suburbia mit mir spielen! Das Erste habe ich zuletzt solo auf dem Tisch gehabt, das Zweite schon länger gar nicht mehr. Beide stammten aus dem Gepäck von Thomas, der auch Die Glasstraße dabeihatte und kompetent erklärte und somit zu meinem Ruppertshofen-Gesamterlebnis entscheidend beitrug. Aber warum nur musste er dermaßen oft gewinnen!

Nicole spielte parallel zu meinem Snowdonia das zweite Caverna ihres Lebens, zieht aber nach eigenem Bekunden im direkten Vergleich das zuhause gebliebene Arler Erde vor. Das ist ganz gut so: Arler Erde ist nur für zwei, Caverna aber für bis zu sieben Spieler ausgelegt. Wobei der Tisch schon zu fünft ein paar Stunden brauchte.

Caverna

Schön war für mich auch, wieder mal eine Runde Stille Post extrem zu spielen (wenngleich nicht sehr still, wie der Nebentisch monierte). Das Spiel hatte ich 2014 in Nördlingen kennengelernt – und auch damals war Sabine dabei.

Neue Spiele

Niemand kann uns also beschuldigen, in Ruppertshofen dem „Cult of the New“ gehuldigt zu haben – dem auf Boardgamegeek sprichwörtlichen Drang von Vielspielern, immer nur Neuheiten auszuprobieren und Altes zu schmähen. Trotzdem gab es natürlich auch für mich Neues.

Ganz oben auf meiner Wunschliste steht seither das von Sabine eingeführte 20-Minuten-Spiel Codenames. Ein Erklärer muss mit einem Wort einige wenige von 25 ausliegenden Wörterkärtchen zusammenfassen. Er sagt zum Beispiel „Grün 3“, und sein Team weiß dann, dass genau drei Karten gesucht werden, die grüne Gegenstände benennen. Beispielsweise „Kaktus“, „Wald“ und „Ökostrom“. Dumm nur, wenn auch „Fischer“ ausliegt und der Erklärer nicht an eine mögliche Assoziation gedacht hat.

Weniger begeistert hat mich leider Imperial Settlers, das aktuelle Lieblingsspiel meiner Vierkirchner Mitspieler Vincent und Dominik. Thomas hatte es dabei. Marcus kritisierte die Unübersichtlichkeit der vielen Karten mit dem kleinen Text. Gut, das ist bei Roll for the Galaxy nicht anders. Man muss nicht immer genau alle Karten der Gegner kennen, und nach einem Dutzend Partien erkennt man die wichtigen ohnehin auch von Weitem. Was mich mehr gestört hat: Es zieht sich, ich musste oft den anderen zusehen, zumindest zu viert – während in Roll alle gleichzeitig aktiv sind. Ich finde Imperial Settlers auch arg lang fürs Gebotene. Und oft hatte ich das Gefühl, eine naheliegende optimale Zugfolge mit den zugeteilten Karten auszuführen, also gespielt zu werden. Okay, ich kann mich getäuscht haben, ich wurde Letzter – hatte aber auch frühzeitig ein zentrales Gebäude an einen gegnerischen Vulkanausbruch verloren.

In einem will ich Marcus Recht geben: Hansa Teutonica, das wir beide ebenfalls erstmals spielten, ist eleganter als Roll for the Galaxy oder Imperial Settlers. Jeder hat jederzeit die vollständige Spielsituation im Blick. Klasse finde ich auch, dass die Verdrängungsaggression für das Opfer sogar Vorteile hat. Manchmal platziert man sich bewusst, um verdrängt zu werden. Und ebenfalls positiv: Aggressionen treten hier nie willkürlich auf, gegen den Führenden oder weil der da heute schon dreimal gewonnen hat. Nein, wer in Hansa Teutonica andere verdrängt, tut das klugerweise nur aus Eigeninteresse. Damit ist der Angriff absehbar – und eben nicht willkürlich.

Interessant war auch das Kartenspiel mit dem bizarren Thema, Die blutige Herberge, wo wir als zentralfranzösische Gastwirte entweder kleine Zimmerpreise einnehmen oder deutlich lukrativer die Reisenden ermorden – aber dann auch verscharren müssen, wegen der Polizeikontrollen. Tom (nicht zu verwechseln mit Thomas oder dem anderen Thomas) hatte es mitgebracht, und eine zweite Partie wäre sinnvoll gewesen. Es kam nicht dazu.

Eketorp

Ohne mich hatte Nicole am Donnerstagabend außerdem Keyflower gelernt und gleich mal gegen erfahrene Spieler gewonnen. Bei ihrem zweiten Überraschungscoup war ich dann dabei: dem Queen-Spiel Eketorp, das Tom am Samstag auflegte, eigentlich ein nicht sehr spannend klingendes Blindbieten, das aber am fortgeschrittenen Abend durchaus Spaß machte und eine denkwürdige Wendung nahm.

In Eketorp bauen wir nämlich eine Wikingerstadt mit einem Schutzwall aus billigen oder teuren Rohstoffen, um die wir uns notfalls mit Karten prügeln. Armin schien mit billiger Grasbauweise einen klaren Vorsprung herausgeholt zu haben, während die meisten – etwa ich – so dahin dümpelten oder andere – etwa Nicole – mühsam Holz, Lehm und Steine herbeikarrten. Kein Wunder, dass Armin bald von Möchtegern-Dieben belagert wurde. Und als dann die meisten seiner Männchen angeschlagen aussetzten, ritt Nicole die entscheidende Attacke, holte sich sechs grüne Steine auf einen Schlag und war im Handstreich mit ihrer Wikingermauer fertig. Spiel aus – gewonnen.

Verpasste Spiele

Vier Tage Dauerspielen klingen nach viel, sind aber doch zu wenig. Ich habe bereits erwähnt, dass mir eine zweite Partie Blutige Herberge entging, auch Caverna oder Keyflower fanden leider ohne mich statt. Daneben hätte ich gern mal Among Nobles ausprobiert, das produzierte so interessante Tischgespräche wie: „Ich muss dringend heiraten.“ – „Ich brauch ’nen Mann für meine Tochter.“

Auch Affentennis will ich seit Jahren probieren. Und von Battlestar Galactica habe ich keine Ahnung, ist das nun ein großartiges Spiel oder nur ein aufgemotztes Werwölfe? Ich hätte es gern herausgefunden. Jedenfalls war es am Sonntagmorgen noch Gesprächsthema beim Frühstück, als einer der beiden Verräter (ich glaube, sie heißen Zylone) schon gar nicht mehr da war – der sonst doch so unverdächtig und nett wirkende Tom.

Ein knapper Abschied

Die Burgen von Burgund

Nach diesem Sonntagsfrühstück gab es noch einmal eine entspannte, aber konzentrierte Runde mit Carsten, Thomas und Nicole. Wir testeten die kompetitive Orléans-Erweiterung Blütezeit, rollten noch einmal durch die Galaxis – und besuchten Die Burgen von Burgund. Mit dem knappsten Ergebnis, das ich je gesehen zu haben mich erinnere. Obwohl es Thomas‘ erste Partie war. Ich gewann, einen Punkt vor Nicole, vier vor Thomas und sieben vor Carsten. Dass ich ein Foto der Siegpunktleiste machte, ist wohl deutlicher als alles, was ich noch dazu sagen könnte.

Ob’s beim nächsten Mal wieder so schön wird, kann ich eigentlich nur bezweifeln. Man muss schließlich realistisch bleiben! Aber ich hoffe auf jeden Fall, bald wieder bei einem Wochenende der Stuttgarter Gruppe dabei zu sein.

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Vier Tische

by Florian

Vier Tische

Bitte melden

by Florian

Im Hellen zum Spieleabend: Das gab es 2015 noch nicht. Halt, doch – aber nur in Milbertshofen, wo der Abend um 18 Uhr beginnt, und nicht um 20 Uhr.

Gefahr

Diesen Monat sind die Termine durcheinander: Vierkirchen spielt am zweiten und vierten Montag im April statt am ersten und dritten. Im Veranstaltungskalender des Gemeindeblatts steht allerdings fälschlich der 20. April (der dritte Montag) als einziger Termin.

Werden nun am 20. fünf, sechs Neue vor dem Pfarrsaal stehen, um Einlass bitten und sich auf unsere tollen Spiele freuen? Ich meine: Die Gefahr ist groß. Außer mir würden auch Vincent und Felix gerne die neuen Mitspieler begrüßen. Wer ebenfalls für einen Zusatzspieleabend am 20. ist, meldet sich bitte unten im Kommentarbereich oder noch besser direkt per E-Mail bei Michael. Die Adresse steht auf der Seite mit den Terminen.

Geflügel

Ich spielte Stefan Felds Die Burgen von Burgund (kurz Bubu) mit Julian, Philipp und Simon. Wir hatten es alle vier für die Regvor 2013 trainiert, und nach wenigen Zügen saßen die Regeln wieder.

Der Zufall bescherte uns in der ersten Runde eine Ladung Tierplättchen mit je vier Exemplaren. Da wir das Meisterschaftstableau spielten, hatte jeder eine große Weide mit fünf Plätzen. Ein frühes Viererplättchen würde also sichere 20 Punkte bringen. Schnell klärte sich die Lage: Julian hatte die Schafe, Philipp die Rinder und Simon die Schweine. Mir blieben einmal mehr die Hühner.

Dazu ein kleiner Exkurs: In Thurnsberg, am Ufer der Amper, zehn Kilometer von Vierkirchen entfernt, kurz vor der lärmenden A9 gibt es eine große eingezäunte Wiese mit freilaufenden Hühnern. Jedes Mal, wenn Nicole und ich dort vorbeiradeln, erwähne ich meine Hühnerfarmen im Burgund. Wir radeln oft vorbei. Ich habe immer die Hühner.

Gefecht

Vor Bubu war noch Zeit, der Jugend Zeitalter des Krieges zu erklären. Michael, der eine von offenbar mehreren Runden mitspielte, gefiel es so gar nicht. Zu beliebig. Aber Nico hatte zwischendurch noch eine Regelfrage: Darf man ein vollständiges Set eroberter Provinzen freiwillig offen liegen lassen, damit es andere Spieler noch klauen können, statt es herumzudrehen und damit abzusichern?

Diese Frage hat Autor Reiner Knizia in seiner Anleitung unberücksichtigt gelassen. Verständlich: Komplette und herumgedrehte Sammlungen sind vor dem Zugriff anderer Spieler sicher. Es bringt nach gängiger Interpretation keinen Vorteil, sie offen liegen zu lassen. Nico aber hoffte, dass andere seine Provinzen noch einmal angreifen und sich so das Spiel verlängert. Auf seine Kosten.

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Beschossen und zum Mitspielen genötigt

by Florian

Mit der Presse spielt man nicht. Alte Lebensweisheit. Vierkirchen verspielt hat sich aber nicht dran gehalten. Wir hatten die Presse zu Besuch und haben sie zum Mitspielen genötigt. Immerhin: Das passiert Reportern wohl auch eher selten, dass sie mitmachen müssen, wenn sie beispielsweise bei Werder Bremen oder sagen wir der deutschen Stabhochsprung-Nationalmannschaft vorbeischauen.

Allerdings hatten die Dachauer Nachrichten auch nicht irgendwen geschickt, sondern offenbar eine spieleaffine Nachwuchshoffnung namens Regina. Die musste erst einmal Jenga überstehen und scheint sich dabei nicht dauernd die Ohren zugehalten zu haben, obwohl das Spiel doch immer mit Donner endet. Danach schossen Karen, Felix, Lukas, Jana und Nico in Bang! The Dice Game auf sie, und sie hielt sich wieder nicht die Ohren zu, lobte später sogar die „perfekte Erklärung“ – und war in drei Partien jedesmal in der Siegerpartei. Übrigens, Bang! The Dice Game wurde verlost und gehört jetzt Jana, worüber sich auch deren Bruder Nico lautstark freute. „Hauptsache bei uns im Haus!“

Interview

Als in Bang die letzte Kugel abgefeuert und auch noch Moskau an den Trans-Europa-Express angeschlossen war, wechselte Regina zu uns an den Tinners‘-Trail-Tisch und begann, Michael zu interviewen. Vielleicht lenkte ihn das ausreichend ab, dass ich mir in der letzten Runde noch den Sieg holen konnte. Erstaunlich, was Regina alles schon herausgefunden hatte: die Geburtstage von Michaels Kindern zum Beispiel.

Um es Regina nicht zu leicht zu machen, erweiterten wir ungebeten den Interviewkreis. Lieblingsspiel? Nicole benannte gleich zwei: Le Havre und Hanabi. Ich hätte Burgen von Burgund gesagt, wenn ich noch dazu gekommen wäre, das spielten am Tisch nebendran Carmen, Florian, Simon und Julian. Es wurde aber ohnehin als Meisterschaftsspiel vom Vorjahr erwähnt.

Das schlimmste Spieleerlebnis? Michael nominierte Wabbit Wampage. Auch ein Ballerspiel. Aber richtig schlechte Spiele spielen wir eigentlich selten, die werden ja schließlich gründlich vorselektiert.

(Im Nachhinein: Meine Stimme bekommt Jenga. Mich macht das nervös, immer auf den finalen Donner zu warten.)

Hanabi musste Regina abschließend mitspielen. Thematisch noch mehr Knallerei. Und für sie natürlich der ultimative Test. Sie bestand ihn, wir kamen auf 23 Punkte, und vielleicht wären es sogar noch mehr geworden, wenn ich nicht einmal unkonzentriert die falsche Karte gespielt und wenn wir alle Regeln erklärt hätten – so wie das Nico und Felix bei Bang offenbar gelungen war.

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