Februar 2020: Es geht in die Verlängerung

von Florian

Die Zeit fliegt wieder mal. Wir haben schon den 35. Februar 2020. Schnell noch den Monat zusammenfassen, bevor er vorbei ist.

Foothills

Einige Monate stand der Zwei-Personen-Ableger von Snowdonia im Regal. Dann kam der lange Februar, und siehe da, wir haben Foothills dreimal gespielt.

Ich nehme mal an, Snowdonia kennt jeder, der hier liest? Die Rohstoffe Geröll, Eisenerz und Stein sind die gleichen, aber es ist in Foothills von Ben Bateson und Tony Boydell nicht mehr nötig, Erz in Stahl zu konvertieren. Gut so: Wir bauen nicht mehr nur eine, sondern sechs walisische Eisenbahnstrecken gleichzeitig. Und statt Arbeiter einzusetzen, spielen wir in jedem Zug eine unserer fünf Karten. Die müssen wir anschließend herumdrehen. Auf der Rückseite findet sich eine ganz andere, etwas schwächere Aktion.

Hier fängt das Gegrübel an. Das heißt nämlich, dass einige für meine Planung wesentlichen Informationen verdeckt vor mir liegen. Zwar weist jede Vorderseite auf die Rückseite hin, aber erst nach einer Übungspartie hat man die Möglichkeiten seines Kartensatzes so halbwegs im Blick. Zumal sich Aktionskarten ersetzen lassen.

Wie in Snowdonia gibt es zum Schluss Extrapunkte für bestimmte Karten. In Foothills müssen sie vorher ausgemustert werden. Karten ausmustern ist die neue Funktion des Pubs.

Es macht Spaß, sich in das Spiel hineinzufuchsen. Das Thema ist liebevoll umgesetzt. Allerdings habe ich leise Zweifel, ob es mich auf Dauer reizt, verdeckte Kartenrückseiten in meinen Planungen zu berücksichtigen – und ob dieser Kniff den Wiedereinstieg nach einer Pause nicht massiv erschwert.

Collage: Spielen im Februar

Spielen und andere Faschingsvergnügen

Tatort: Hotel

Im Greenrock-Hotel sind 15 Morde passiert. Sieben haben wir vor Jahren gelöst. Die unerledigten nehmen wir jetzt in Angriff, um irgendwann den Deckel final schließen zu können.

Diesmal ging es um einen Boxclub und seinen toten Manager. Die Story war nicht der Rede wert, als Rätsel aber in Ordnung. Nur den Witz mit dem Boxeraufstand hätte sich Autor Arthur Tebbe schenken können.

Ich hatte den Fall frühzeitig gelöst und entsprechend punkteträchtige Tipps abgegeben, aber leider machte mir Nicole einen Strich durch die Rechnung: Schockschwerenot, sie war die Handlangerin des Täters! In diesem Fall sind alle Tipps wertlos. Nur die Kartenpunkte zählen – und da habe ich die Wertigkeit der Alibis für die Verdächtigten leider überschätzt. Wir Unschuldigen sehen das anders, aber wir beugen uns den Spielregeln.

Just One

Auf das Regvor-Wochenende folgte eine Geburtstagsparty. Zu neunt versuchten wir in Just One, Runde für Runde Dopplungen zu vermeiden. Sollte es in großer Besetzung endlich einmal gelingen, die Höchstpunktzahl von 13 zu erreichen?

Wir sammelten sechs Punkte, dann neun. Der spannendste Moment war in der großen Gruppe jedesmal der Vergleich der niedergeschriebenen Begriffe. Hat noch einer mein Wort? Und wenn ja – reicht es trotzdem zur Lösung?

„Ohh, leicht“, hieß es dann meistens. Das schüchterte so manchen Ratenden ein, aber am Ende fand er doch den richtigen Begriff. Wir kamen auf zwölf Punkte. Dann die verflixte 13. Karte. Und Pustekuchen. Ausgerechnet für den letzten Begriff fanden wir nicht genug Umschreibungen. Alle Tipps bis auf einen, nämlich „Jacke“, flogen raus.

Wärt ihr draufgekommen? Der gesuchte Begriff war „Ärmel“.

Commands & Colors: Medieval

Parallel zu der ganzen Spielerei habe ich ernsthafte Studien frühmittelalterlicher Taktiken aufgenommen. Ich lese bei Robert Graves und Prokopios von Caesarea über die Feldzüge des oströmischen Feldherrn Belisar. Und ich spiele sie nach. Im Duell mit Thomas ist es mir nach anfänglich schweren Verlusten gelungen, die massierte sassanidische Schlachtreihe zu durchbrechen und das Zentrum des Gegners in die Flucht zu treiben.

Hach, wie schön kann Blutvergießen sein, wenn es fast 1500 Jahre zurückliegt.

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