Dezember 2018: So lang ist das schon her?

von Florian

Der Januar ist bald herum. Weshalb es Zeit wird, etwas zum Dezember zu sagen.

Das ist jetzt schon der dritte Monatsbericht in Folge nach der großen Blogpause. Einige grundsätzliche Überlegungen scheinen nicht unangebracht. Ich stelle mir vor, auch künftig jeden Monat genau vier Spiele vorzustellen, die uns beschäftigt haben, weil sie so gut oder so schlecht oder so ungewöhnlich waren. Manchmal wird das kurz ausfallen, ein anderes Mal kann es passieren, dass ich abschweife. Tipp: Scrollräder an der Maus sind eine tolle Erfindung.

Monatsberichte können am Monatsende erscheinen, müssen aber nicht. Wie gerade bewiesen.

Außerdem weise ich darauf hin, dass Suchmaschinen diesen Blog neuerdings für ihren Index durchleuchten dürfen. Der Jugendschutz des Spieletreffs Vierkirchen ist kein hinreichender Grund mehr, sich vor der Welt zu verstecken, denn die Jugend ist erwachsen geworden.

X-Code

Das neue Echtzeit-Kooperativspiel von Kasper Lapp enthält Erweiterungsboxen im Stil von Pandemic Legacy. Die haben wir beim Spieletreff Vierkirchen nicht gleich geöffnet, aber alle vier Einsteigerszenarien geschafft. Hoffentlich einigermaßen regelkonform.

Gegenüber Magic Maze vom gleichen Autor fällt X-Code ab. Es ist zwar weniger stressig, aber auch weniger konkret. Statt über einen Plan zu eilen, sammeln wir identische Zahlenkarten, um sie auf einer Old-School-Telefontastatur abzulegen. Drei beziehungsweise vier gleiche müssen bei einem Mitspieler eintreffen, damit er seines Amtes walten und die Taste belegen kann. Nur der Tastenton fehlt.

Jede Karte gibt vor, ob man sie nur linksherum oder nur rechtsherum tauschen darf – ja, nie einfach weitergeben, immer nur tauschen gegen eine andere Karte. Also sitzen vier Leute da, geben Bestellungen ab – „Fünfer und Rauten zu mir!“ – oder instruieren ihre Nachbarn zu den Karten, die sie ihnen hinhalten: „Die Eins ist für Christian!“

An den höheren Leveln von Magic Maze sind wir im Spieletreff Vierkirchen gescheitert. Einmal auch am zweiten Level, wie ich mich mit Schaudern erinnere. X-Code ist leichter. Aber mir persönlich haben die vier Partien schon gereicht. In den geheimnisvollen Boxen sind sicher lauter Gemeinheiten versteckt, und dann fallen wir doch wieder auf die Schnauze.

In der Vierkirchner Diskussionsrunde sagte ich noch, dass ich eine andere Grafik bevorzugt hätte, und schlug die Tiere von Zoff im Zoo vor. Wie ich seither gelesen habe, war das Sammeln von Tieren tatsächlich das ursprüngliche Thema des Spiels. Der Prototyp hieß „Fotosafari“.

X-Code und Dungeon Saga

X-Code und Dungeon Saga

Dungeon Saga

Es ist das Ergebnis ausführlicher Recherchen. Seit vielen Monaten weiß ich, dass Dungeon Saga das richtige Spiel für mich ist, wenn ich unbedingt einmal nachspielen möchte, wie eine Heldengruppe in ein unterirdisches Verlies einbricht, dort die Bewohner als Monster beschimpft, beraubt und ermordet. Also genau das, was die Amerikaner ein „thematisches Brettspiel“ nennen.

Warum gerade dieses und nicht ein anderes? Vielleicht Descent 2, Massive Darkness, Kingdom Death: Monster oder Swords & Sorcery? Einfache Antwort: Es liegt an der Komplexität. Dungeon Saga ist ein lustiges Würfelspiel, man kann nebenher Bier trinken. Und ein Szenario dauert etwa so lange wie bei Gloomhaven der Aufbau allein.

Dungeon Saga war mir nur zu teuer. Im Dezember wurde der Preis im Rahmen einer Adventskalender-Aktion um 60 Prozent gesenkt. So habe ich jetzt ein weiteres Spiel im Schrank, für das mir eigentlich die Mitspieler fehlen: Idealerweise sollte man zu fünft sein. Erste Partien gab es trotzdem schon. Ich werde weiter berichten.

Russian Railroads

Gottseidank, im Dezember gab es eine Viererpartie mit 521 Punkten. Ich kann es noch. Auch wenn ich schon wieder nicht mehr weiß, wie ich es gemacht habe.

Neu ist, dass wir jetzt auch mit möglichen Regvor-Gegnern üben. Zum Beispiel in Emmering. Während es schwieriger geworden ist, im Vierkirchner Spieletreff Trainingspartner zu finden.

Festung

Friedemann Frieses Festung war das lustigste Spielerlebnis im Dezember. Stefan und Sabine besuchten uns zum Adventsmenü. Stefan spielte oft auf ein frühes Spielende durch die dritte Sanduhr und brach in Jubel aus, wenn sie tatsächlich kam. Neue Karten, die keiner gekannt hatte, sorgten für überraschte Gesichter und konzentrierte Mienen. Wer gewann, wer verlor, war gar nicht so wichtig. Außer natürlich als Anlass für neuen Jubel.

Spielen kann so schön sein, wenn Gruppe und Spiel zusammenpassen.

Reimlingen

Nein, ich stelle kein fünftes Spiel vor. Obwohl ich finde, dass „Reimlingen“ ein Stefan-Feld-Spieletitel sein sollte.

Nicole veranstaltet, wie im Jahresrückblick angekündigt, ein Spielewochenende. Ab 30. Oktober 2019 in, ihr ratet richtig, Reimlingen. Wer dies liest, ist herzlich eingeladen, muss aber sein Zimmer selbst zahlen … Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.

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