Ein bisschen anders

von Nicole

Aller guten Dinge sind drei. Sagt man so. Finden die Mitglieder des Spieletreffs Vierkirchen aber gar nicht. Der macht diesen Sonntag zum vierten Mal bei der Münchner Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft mit. Es soll wieder ein vergnüglicher Tag werden mit vier Spielen, von denen eins zu meinen absoluten Favoriten zählt und mir die anderen gut bis sehr gut gefallen.

Gegner abschätzen, taktieren, riskieren. Würfelglück, Würfelpech, gute Karten, schlechte Karten. Das Beste daraus machen. Aufregung, Herzklopfen, heiße Wangen. So war es bisher immer, und so wird es wieder sein. Alles andere ist diesmal ein bisschen anders.

Das fängt schon damit an, dass der Titel des teilnehmerstärksten Dorfes 2016 nach Köln gehen dürfte. Vorausgesetzt, der dortige „Ali Baba Spieleclub“ tritt am Sonntag in Odenthal-Neschen tatsächlich mit der Ersten, Zweiten, Dritten und den Mädels an. Drei Jahre lang waren wir einsame Spitze oder kamen uns zumindest so vor mit der U14, die sich im Laufe der Zeit zur U16 entwickelte, den Masters und den Mixed Masters. Diesmal treten wir nur zu acht an, als SpVgg Vierkirchen verspielt und Vierkirchen verspielt Mixed Masters. Immerhin hat eins der beiden Teams die Chance, sich in der Familienwertung ganz weit nach vorne zu spielen. Für eine dritte Mannschaft gab es drei Interessenten, aber keinen vierten, der die Anmeldung in die Hand genommen hätte. Schade, mit Lukas, Vincent und Julian hätte ich auf der Hinfahrt zum Turnier gerne letzte Erkenntnisse ausgetauscht. Immerhin verdanken wir Lukas, dass wir Istanbul regelkonform spielen. Und Vincent muss nicht mal hinschauen, wenn am Nebentisch Dominion aufliegt. Er weiß allein durch die Kommentare, welche Karte gerade gespielt wird.

Regvor-Spiele 2016

Seit Jahresanfang trainieren wir jeden Montag, wenn nicht gerade Ferien sind. So war es schon immer. Doch diesmal mussten wir mit einem Engpass zurechtkommen. Von Nations: The Dice Game existiert in Vierkirchen nur ein Exemplar. Zumindest im Umfeld des Spieletreffs. Das Problem haben nicht nur wir, das Spiel ist gerade nicht erhältlich. Auf der Regvor droht deswegen ein Zwei-Schichten-Betrieb. An unseren Übungsabenden war Nations heiß begehrt. Wir hatten es kaum aus der Tasche genommen, da okkupierte es schon der Nachwuchs. Der musste aber aus schulischen Gründen größtenteils recht früh gehen, so dass wir Erwachsenen auch noch zum Zug kamen. Bis dahin vertrieben wir uns die Zeit mit Istanbul, Burgen von Burgund oder Dominion. Diejenigen, die in den Faschingsferien die Gelegenheit hatten, an einem Höhentrainingslager in Mittenwald teilzunehmen, nutzten auch dort das Internet. Mit Handys und Laptop wurden da auf Yucata virtuell Schwerter und Bücher gewürfelt. Dass man sich derart ausgestattet gemeinsam an ein und denselben Tisch setzt, um zu trainieren, kannte ich bisher nur aus Erzählungen von regelmäßigen Herne-Qualifikanten. In Vierkirchen bevorzugt man echte Würfel und echte Spielbretter. Wenn es denn möglich ist.

Obwohl wir nur zu acht sind, haben wir es in der Vorbereitung so gut wie nie geschafft, komplett im Pfarrsaal St. Jakobus aufzulaufen. In vergangenen Jahren Standard, war es diesmal ein Ding der Unmöglichkeit. So auch gestern bei unserem Abschlusstraining. Von den Masters fehlte Dominik, von der SpVgg Karen. Schule, Beruf, Erkältung – immer kam dem einen oder anderen etwas dazwischen. Am Sonntag ist das hoffentlich nicht so. Die S-Bahn geht um 8.37 Uhr in Vierkirchen.

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