Nichts als Absacker

von Florian

Meine Aufgabe war es nur, ein paar Spiele auszuwählen, die Nicht- und Seltenstspieler leicht verstehen können. Um die zehn Flüchtlinge schlossen sich nämlich am Montagabend uns Brettspielern von Vierkirchen verspielt an. Nicole und Michael holten drei bei ihren Containern ab, die anderen fanden ohne unsere Hilfe den Weg in den Pfarrsaal.

Würmerparade

Sie spielten Jenga und The Game, Transeuropa und Uno – aber wie gut das klappte, kann ich nicht berichten, ich wurde für die Regelerklärung genauso wenig wie als Mitspieler benötigt. Stattdessen spielte ich mit den Stammspielern Jana und Nico, Jochen und Vincent ein Heckmeck am Bratwurmeck. Ich gewann. Die Mitspieler seufzten – und einige verschwanden.

Jochen und ich stellten fest, dass wir nun nicht nur allein dasaßen, wir hatten leider auch keine Spiele außer solchen für Nicht- und Seltenstspieler. Ein weiteres Würfelspiel wollte Jochen ungern ertragen, wählte stattdessen Metro als noch vergleichsweise anspruchsvolles Spiel aus. Vincent ließ sich zurückgewinnen, Christian stieß dazu. Und diesmal erreichte ich auch nur dank Schützenhilfe meiner Mitspieler in der letzten Runde einen mit Jochen geteilten ersten Platz. Christian, der unfreiwillige Königsmacher, schüttelte nur den Kopf.

Spielen mit Flüchtlingen

Zahlenparade

Christian ging, Nicole kam „zur Erholung“ an unseren Tisch. Noch mal Metro? Wollte sie nicht. Lieber Numeri von Rudi Hoffmann, eigentlich als Absacker ein Spaßgarant, aber als Hauptspeise wenig gehaltvoll. Nicoles überlegener Durchmarsch mit deutlich mehr Punkten als wir drei zusammen verhinderte jedes Mitfiebern beim Würfeln.

Weiter mit einem von mehreren simplen Knizia-Würfelspielen, die ich vorbereitet hatte, nämlich Katego. Es kann alles so einfach sein. Vincent und Nicole würfelten schlecht, Jochen und ich gut. Das dauerte zehn Minuten. Der Sieg fiel Jochen zu. Er konnte sich nicht wehren.

Farbenparade

Die letzte Partie erwies sich als die unterhaltsamste des Abends: Bei Parade sammelte Jochen eine Hand voll Farben und Vincent fast alle, während Nicole und ich beide auf möglichst wenige Punkte spielten. Denn alle Karten bringen hier Minuspunkte, aber jeweils nur einen statt bis zu zehn pro Karte, wenn man über die Mehrheit in der jeweiligen Farbe verfügt.

Ich wurde Zusehern schon als sicherer Sieger genannt, wenn auch Nicole dicht folgte. Dann die Schlusswertung – von seinen letzten vier Handkarten fügt jeder zwei seinen Sätzen hinzu. Statt einmal 0 und einmal 1 zu wählen, nahm ich zwei rote – um die Führung in dieser Farbe zu übernehmen. Nicht mit Jochen, der hatte auch zwei rote gezückt! 18 Miese zusätzlich ließen mich zugunsten von Vincent auf den dritten Platz zurückfallen. Nicole gewann.

Paradespiele

Auf Vincents Wunsch berief Michael spontan für kommende Woche einen weiteren Spieleabend ein. Ich werde bis dahin die Auswahl ein wenig optimieren müssen. Die Mischung macht’s. Ausschließlich Absacker waren zwar gut gemeint, aber keine gute Wahl.

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