Ein Abend mit Hans

von Florian

Alle Hans-im-Glück-Spiele - und der pünktliche Teil der Spieler

Alle Hans-im-Glück-Spiele des Abends – und der pünktliche Teil der Spieler

Das Märchen „Hans im Glück“ ist die Geschichte eines Mannes, der sich durch eine Serie unvorteilhafter Tauschgeschäfte um sieben Jahre Arbeitslohn bringt. Für einen Spieleverlag ein seltsam passender Titel, tauschen doch auch Vielspieler regelmäßig bewährte Spiele gegen zweifelhafte Neuerscheinungen ein. Jedoch bleiben sie dauerhaft dem Reiz des Neuen unterworfen, während Hans sein Glück in der Besitzlosigkeit findet.

„Es gibt auch Kalender“

Gewisse Spieletrefforganisatoren, deren Namen hier aus Diskretion nicht genannt werden sollen, hatten die falschen Spiele dabei. Helme übrigens auch, aber der hat den Abend mit Hans nicht organisiert und wird entschuldigt. Eine zusätzliche Radfahrt Philipps sorgte für eine Komplettierung des Angebots – einschließlich der Spielespenden, die der Hans-im-Glück-Verlag uns extra für diesen Tag zur Verfügung gestellt hatte. Zum Glück fand kein Angehöriger des Verlags Zeit, zu uns zu kommen. Es wäre mir unangenehm gewesen, dann Pegasus-Spiele aufzutischen.

„2007 – so ein altes Spiel“

Karen, Vincent und Christian wollten gern Oregon lernen. Kein Spiel, für das Hans im Glück berühmt ist – aber für mich persönlich ein Klassiker. Vincent ging früh mit einem Hafen plus einer Goldmine in Führung, zwischen die er gleich drei Männchen setzte. Später überholte Christian und zog weit nach vorn. Karen bewies Konstanz und verfolgte beide Höhenflüge vom jeweils zweiten Platz aus. Ich traf ein paar Fehlentscheidungen, konnte aber spät dank Routine nach vorn ziehen, während die anderen drei zwar nicht der Hans, aber das Glück verließ. Bei Karen kam noch das Pech dazu: Die Karten hinderten sie, ihr letztes Männchen zu platzieren und damit die Schlussrunde einzuleiten. Das Feld blieb bis zuletzt eng.

Oregon

Unterwegs in Oregon

„Das schlechteste Spiel“

Das Carcassonne-Würfelspiel hatten Nicole und ich am Vorabend sicherheitshalber noch einmal ausprobiert. Nicht wegen der komplexen Regeln, sondern als Faktencheck. Unsere Meinung war einhellig, sodass Philipp nur sagte, das wisse er schon, als ich ihn unbedingt mit meinem Urteil konfrontieren musste. Aber andererseits – kein anderes Spiel lockte an diesem Abend so viele stehende Zuschauer an. Und der Kniff, einen Würfel zwecks Verdopplung eine Runde zurückzuhalten, ist immerhin ganz reizend.

Carcassonne-Würfelspiel

Carcassonne-Würfelspiel

„Hast Du ein Schwein“

Den Rest gab uns ein Spiel eines nicht in München beheimateten Verlags. Darüber vielleicht in zwei Wochen mehr. Müde schwankten die meisten Mitspieler nach Hause, nur Michael und Helme steckten mitten in einem anderen Nicht-Hans-im-Glück-Spiel, dessen Titel wir verschweigen. Da Nicole unbedingt noch mit Michael über Spielenachhilfe für afrikanische Flüchtlinge sprechen wollte, schoben wir zu zweit ein Schweinebande ein. Auch so ein Geheimtipp. Ich konnte das Spiel früh kontrollieren und zumindest einen Teil meiner Führung über die Linie retten.

So entstand einst Carcassonne

So entstand einst Carcassonne

Übrigens wurden an anderen Tischen auch Dominion und Marco Polo gespielt. Über beide nur so viel: Ich würde sie nicht gegen Carcassonne eintauschen. Auch nicht gegen das Legespiel ohne die Würfel.

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