Quiz für Daheimgebliebene

von Nicole

Die Menge der Spieletreff-Besucher ist überschaubar, erst zwei, dann vier, fünf. Am Ende sind wir zu acht, nein, eigentlich zu siebt. Also, acht Personen betreten den Pfarrsaal St. Jakobus, aber nur sieben spielen tatsächlich.

Michael und Felix haben eine Reisetasche, ein Paket und eine riesige Plastikbüchse voller Spiele dabei, Florian und ich eine Tasche, Sergej einen Karton: Roborally. 45 Minuten, am besten soll es zu viert sein. Felix ist angetan, ich bin vorsichtig. Vincent zeigt sich offen für das Spiel, von dem Florian sagt, dass es genau das Richtige für seine Altersgruppe ist.

Am ersten Tisch

Florian zieht es gleichermaßen in Vergangenheit wie Ferne, persisches Reich, 1598. Christian und Michael begleiten ihn auf der Reise. Sie bauen Gebäude und Basare, am liebsten im Vasenviertel, horten Geld und erkaufen sich mit Kamelen einen Platz in der Karawane. Michael, obwohl ein Neuling in der Stadt, ist am geschicktesten. Seine vielen Kamele helfen, seinen Reichtum fortwährend zu vermehren, während sich Florian ziemlich bald allein durch die Wüste schlagen muss.

Am zweiten Tisch

Uns hält es auch nicht in Vierkirchen, aber immerhin in Europa. Die Zeit? Vermutlich Mittelalter, wenn nicht der stadtbildprägende Belfried bereits mit seiner Uhr auf dem Spielplan gezeichnet wäre. Egal, wir legen los, hier ein Kanalabschnitt, da ein Haus und flugs noch eine Person untergebracht. Karen, die später kommt, verspeist erst Erdbeeren, um dann in Runde zwei einzusteigen. Wir lassen sie netterweise eine Sonderrunde drehen, um aufholen zu können. Aber dafür muss sie auch alles an Aufruhr, Überschwemmungen, Bränden, Pest und Intrigen hinnehmen, was wir schon abbekommen haben.

Felix zwingt uns, unsere Kanäle einzureißen, ich bringe meinen Mitspielern zweimal die Pest. Vincent interessiert sich vor allem für Gebäude, Personen und den einzigen Hund im Spiel, schafft ihn sich aber dann doch nicht an. Karen hat eine Schwäche für ihren Edelmann, der ihr Runde für Runde Geld und einen Punkt bringt. Felix reicht seine Vorherrschaft im Kanalbau übrigens nicht. Er macht auch noch im Rathaus Karriere. Trotzdem gewinne ich. Es hat seine Vorteile, Spiele zu erklären. Da erwähnt man zwar die lorbeerbekränzten Personen, die in der Schlusswertung Extrapunkte bringen, aber nicht zu eindrücklich.

Zurück am ersten Tisch

Die viele Lektüre auf unserem Ausflug bringt es mit sich, dass wir recht lange brauchen. Das reicht für den Nebentisch, um noch aus Windmühlen, Bauernhöfen, Dörfern, Städten und Bergen eine Landschaft zu schaffen, in der die dicksten Burgen die meisten Goldmünzen bringen. Wenn da bloß nicht die Drachen und Monster wären. Gespielt wird die Hannover-Variante. Die Gegner sind sich ebenbürtig. Michael hat schnell einen riesigen Vorsprung, der zusehends kleiner wird. Christian scheint abgeschlagen, bis er 72 Münzen auf einen Schlag kassiert. Beide haben am Ende 228 Münzen, Florian eine mehr. Wie, das weiß er auch nicht so genau. Aber Spaß hat’s gemacht.

Offene Fragen

Wer hat den Spieletreff verlassen, ohne einen einzigen Zug zu machen? Welche europäische Stadt mit Weltkulturerbe-Status wurde besichtigt? In welcher orientalischen Stadt, ebenfalls mit Weltkulturerbe-Status, spielt Noah Gordons „Medicus“? Und was hat der Spielekritiker Udo Bartsch mit unserem Abend zu tun?

Wer alle Fragen richtig beantwortet, darf sich für den nächsten Termin am Montag, 18. Mai, ein Spiel wünschen. Wer Geburtstag hat, darf sich auch was wünschen, zum Beispiel Völkerball im Sportunterricht. Ach, was soll’s, jeder darf sich was wünschen. Schauen wir einfach, was dabei rauskommt.

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