Thirsty am Monday

von Florian

Für den 20. April gab es offenbar nicht ausreichend Interessenten. Aber ich kann euch beruhigen. Ich war sicherheitshalber auch vor einer Woche kurz am Pfarrsaal, und ich traf keine fünf bis sechs neuen Mitspieler an. Nicht mal einen.

Tröstlich für Blogger ist, dass offenbar auch der Terminkalender im Gemeindeblatt wenig Beachtung findet.

Die Alten an der Bar

Am 27. April waren ebenfalls keine Neuen da, aber ein paar alte Gesichter und seltene Gäste. Und mit Wie verhext von Andreas Pelikan legte ich erst einmal ein altes Spiel auf den Tisch, das es übrigens gerade in einer neuen Auflage gäbe – als Broom Service mit Spielplan.

Vincent, Michael und Nicole stiegen mit in die Diskussion ein, wer denn nun wirklich die Hexe ist, wer der Kellner und wer der Barkeeper. Denn in diesem Spiel holt Punkte, wer Waldmeisterlikör, Granatapfelsirup und Milch am effizientesten panscht. Alternativ kann man noch Stamperl für je ein Geld kaufen, die aber auch nur ein Promille, pardon, einen Siegpunkt bringen.

Anfangs war es immer Vincent, der uns alle Flaschen wegschnappte, der vier oder fünf Tränke vor sich stehen hatte, als manche erst einen hinuntergekippt hatten. Wir anderen drei waren sicher, nur um Platz zwei zu spielen. Irrtum: Als Michael den vierten und letzten Rabendrink auf seine Seite zog, holte er sich auch die Führung in der Promillewertung. Die Cocktails, die am Anfang ausgeschenkt werden, haben zwar nur wenig Zutaten, aber auch nur wenig Stammwürze – wenig Prozente – geben wenig Punkte.

The first game

The first game

Die Sperrstunde naht

Spiel … so lange du kannst, steht auf der Schachtel von Steffen Benndorfs The Game. Aber damit gab es erst mal kein Problem. Sperrstunde – in Vierkirchen 22.30 Uhr – war längst nicht, und auch Vincent durfte noch. Schneller als die Minuten auf der Uhr tickten die Zahlenreihen hinauf und hinunter. Mit ein paar hübschen Sprüngen hielten wir sie kurz auf. Neun Punkte – da waren wir zufrieden. Wir hatten auch wirklich keine Zahlen gesagt. Aber dafür um so öfter „Stopp“ und „hier nicht mehr“.

Die Jugend geht heiser

Stühlewechsel. Nur ich behielt meinen. Plötzlich Sergej am Tisch, Karen und Felix und Nico. Und immer noch The Game. Und es wird wild.

Sergej sagt öfter mal: „Achtung, ich muss mal hier was legen.“ Oder: „Diesen Stapel muss ich jetzt mal kaputt machen.“ Und legt eine 37 auf die 88. „Schade, ging nicht anders.“

Felix erklärt immer dann zwei bis drei Stapel für tabu, wenn er gerade Karten nachgezogen hat und also Nico dran ist. Dummerweise sitzen noch drei Leute dazwischen. Am Ende passt nichts mehr.

Dann bin ich dran. Jeder Mitspieler benennt einen Stapel, auf den ich jetzt nichts legen darf. Vier Stapel – vier Mitspieler. Soll ich gar nichts legen?

Ich lege auf den Stapel, den Nico für unantastbar erklärt hat. Da kann ich wenigstens halbwegs anschließen, um pflichtgemäß zwei Karten loszuwerden. – „Immer machst du mir alles kaputt!“

Später ist Nico dran. „Hey Nico, nicht auf den Stapel, da hätte ich doch …“ – „Das ist die Rache für vorhin!“ – „Hey Nico, es ist ein Teamspiel …“

Dass der Stapel trotzdem weniger wird, haben wir nach meiner Theorie Karen zu verdanken. Die kündigt zwar auch an: „Jetzt muss ich hier mal den Stapel kaputt machen.“ Legt dann aber eine 28 auf die 31. Passt! Und legt öfter mal eine 32 auf die 22. Und dann noch eine 42. Und plötzlich geht wieder was.

Die Jugend geht heiser, als sie gegen zehn Uhr geht. „Das will ich nächstes Mal noch mal spielen!“

The second game

The second game

Durstig auf hoher See

Philipp und Nicole bauen noch Maori von Günter Burkhardt auf, eine heitere Inselwelt voller Blüten, Buchten und Palmen. Da will ich mitsegeln, Michael auch. Ich hole mir Boote, andere Muscheln. Boote kommen nach, Muscheln nicht. Bald umkreise ich mit langen Bewegungen eine Wasserwüste, in der kein Fisch schwimmt, keine Insel und schon gar kein Blumenkranz. Oder nur auf der anderen Hälfte. Und so viele Boote habe ich dann doch nicht. Meine Gegner lassen mich auf offenem Meer ertrinken.

Devil and the deep blue sea behind me

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