Gern gemachte Fehler in Russian Railroads

von Florian

Wie gewinnt man Russian Railroads? Tja, keine Ahnung, meine Siegquote ist zuletzt heftig eingebrochen, und auch am Montag war ich nur Dritter. Den naiven Glauben an eine einzelne dominante Siegstrategie sollte man aber wohl schnell aufgeben. Die Topspieler auf Yucata – wo sich jede Partie im Archiv nachspielen lässt – können mal mit Transsib pur, mal mit Kiew plus Fabriken und vielleicht auch noch ganz anders gewinnen. Je nachdem, welche Ingenieure ausliegen und was die anderen vorhaben.

Was ich immer besser kenne, sind die vielen Fehler, die man so machen kann, wenn man seine für die Partie gewählte Strategie umzusetzen versucht: Ständig entdecke ich neue. Ab und zu bei Mitspielern, aber meistens mache ich sie selbst. So auch diesen Montag:

  • Auf schwarze und graue Gleisbewegungen für je einen Arbeiter verzichten: Klar, vielleicht bin ich nächste Runde früher dran und bekomme gleich zwei Gleisbewegungen für ein Männchen, oder drei für zwei. Aber auch nächste Runde bin ich nicht der einzige Spieler, und ich will auch noch andere Dinge erledigen. Wenn es in die Strategie passt, ist 1 für 1 nicht zu teuer.
  • Gleiches gilt für das mittlere Lokfeld, das zwei Arbeiter erfordert. Geiz im falschen Moment kann sich böse rächen.
  • Mangels Alternativen eine nur halb passende Zielkarte wählen und dafür Umwege in Kauf nehmen: Das ist eine Spezialdisziplin von mir. Schnell noch in den letzten zwei Runden die Fabrikleiste durcheilen, denn ich kriege ja sieben Bonuspunkte für ein weiteres Fragezeichen. Zu viel Aufwand, zu wenig Nutzen.
  • Anschaffungen, die sich nicht rentieren: insbesondere Loks, die ich schon bald ersetzen muss. Eine Dreierlok auf der Petersburgstrecke. Oder auch eine Fünferlok auf der Petersburgstrecke, wo doch bald die Sechserloks verfügbar sein werden. Ich habe aber auch schon mal einen Ingenieur gekauft, mit dem ich nichts anfangen konnte. Schlimmer, ich habe ihn sogar noch benutzt, obwohl er mich nicht entscheidend voranbrachte. Zwei verschenkte Aktionen.
  • Zu viele Projekte beginnen: Bis mir jemand das Gegenteil beweist, glaube ich, dass man bis mindestens zur dritten Runde nicht mehr als zwei der vier Leisten anfangen sollte. Das schließt Gleis- und Fabrikbewegungen ebenso ein wie die Anschaffung von Fabriken und Loks. Warum halte ich mich so oft nicht dran? Die Gelegenheit schien so günstig, das tolle Feld war gerade noch frei. Und am Ende habe ich ungenutzte Fabriken gehabt.
  • Zu weit voraus spekulieren: Irgendwann werde ich ja doch noch auf der Kiewleiste mit den Gleisen vorangehen, also kaufe ich schon mal eine Lok. Irgendwann ziehe ich doch noch mit dem Fabrikmarker … Irgendwann bestimmt. Hoffentlich noch in dieser Partie. Nächstes Mal sage ich mir: Nicht zu weit vorausdenken, fokussiert bleiben.
  • Tolle Felder übersehen: Danke an Philipp bei der Gelegenheit … die unbemerkt gebliebenen zwei Extra-Arbeiter gegen Rundenende waren sehr hilfreich. Manchmal sollte man den Blick doch etwas heben und nicht nur das Feld anstarren, das man unbedingt noch belegen will.

Hoffentlich höre ich auf mich, wenn ich in der nächsten Partie so mit mir rede und mir selbst Tipps gebe. Diese Fehler werden vielleicht gern gemacht, aber ich möchte sie ungern wiederholen.

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