Einmal Transsib bitte – bauen, nicht fahren

von Nicole

Um mit der Transsibirischen Eisenbahn in einem Rutsch von Moskau nach Wladiwostok zu kommen, braucht man acht Tage. Achtmal 24 Stunden für 9288 Kilometer bei einer maximalen Geschwindigkeit von 140 km/h. Mit je einem Zwischenstopp in Jekaterinburg, Irkutsk, Ulan Ude und Charbarowsk sind es dann schon gut zwei Wochen. Um die Transsibirische in Russian Railroads zu bauen, hat man sieben Runden.

Russisches Zugticket

Sieben Runden, in denen Tom ganz klar den Bau der 15 schwarzen Transsib-Gleise vorwärtstreibt. Und das mit hilfreicher Unterstützung von gleich drei, später sogar als viertem noch dem Zielkarten-Ingenieur. Tom erreicht ziemlich schnell den Pazifik, aber dann muss die Strecke erst noch ausgebaut werden, mit grauen, dann braunen und beigen, schließlich mit den dicken weißen Gleisen. Kombiniert mit einem Ingenieur, der jede Runde einen Verdoppler mit sich bringt, sind das am Ende der siebten und letzten Runde über 120 Punkte. Dafür bleiben die Strecken nach St. Petersburg und Kiew ein wenig unterentwickelt.

Michael, der Russian Railroads zum ersten Mal spielt, ignoriert die Ingenieure, geht mal auf Industrie, mal auf Gleisbau und vergisst ziemlich schnell Jochens Tipp, immer aufs Geld zu achten. Als es ihm wieder einfällt, kann er mit den vielen Münzen kaum noch etwas anfangen. Immerhin, die Fabriken sind bis zur letzten ausgebaut.

Und er trägt seinen Teil dazu bei, meinen Traum von über 30 Punkten mit der Ingenieurssonderwertung auf der Fabrikenstrecke zu zerstören. Ich hole mir extra noch den letzten Ingenieur, doch als ich wieder drankomme, sind alle Eisenbahn- und Fabrikenfelder besetzt. Ich kann die entscheidende Fabrik nicht mehr anlegen. Die Ingenieurswertung gewinne ich später auch nicht, die geht an Tom. Aber gelernt habe ich einiges: Nach St. Petersburg zu bauen, wenn man auf der Kiew-Strecke schon bis zum Zusatzmännchen gekommen ist, ist wenig effizient. Denn dann muss man auch auf der Transsib mindestens bis zu den weißen Gleisen kommen, um etwas vom Verdoppler für die sieben ersten Gleise zu haben.

Tom landet vor Michael und mir, aber hinter Florian. Der baut wie ich auf der Kiew-Strecke bis zum sechsten Arbeiter, holt sich mit dem ersten Fragezeichen auf der Petersburg-Linie den schwarzen Arbeiter ab, dazu die Zielkarte, die pro zusätzlichem Arbeiter zehn Punkte bringt, und konzentriert sich dann auf die Fabriken und die Transsib. Im letzten Zug sind das 140 Punkte, dazu die 30 Bonuspunkte für zwei eigene und das schwarze Männchen. Das reicht für den Sieg.

Transsib bauen würde ich jederzeit wieder, und werde ich auch noch oft. Transsib fahren eher nicht. Das bleibt einmalig – und unvergesslich.

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Transsib-Zug Nr.1 "Rossija"

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