Auswärts gespielt im Oktober 2014

von Florian

Mir wackeln jetzt noch die Beine. Meine drei Lieblings-Spielekritiker haben Machi Koro gelobt! Einer will deshalb sogar Japanisch lernen! Das wäre fast schiefgegangen. Wenn ich Machi Koro nicht dank einer Kosmos-Spende für unseren Spieletag im September schon kennen würde, ich hätte es – bei einem Preis von nur etwa 10 Euro – womöglich gekauft!

Ich mag ja fast alle Spiele. Sogar hirnlose wie Golden Goal oder Heiß auf Eis, wenn sie schön kurz sind und ein lustiges Thema wie Sportbetrug oder Überernährung haben. Auch ein allerorts verrissenes Norderwind spiele ich ab und zu gerne mit. Doch mit Machi Koro habe ich nach langer Zeit mal wieder eins kennengelernt, das ich nicht unbedingt noch mal probieren muss. Und im Oktober folgte – bei einem Auswärtsspielen, wir nähern uns also dem Thema – gleich noch ein zweites: Wucherer von Friedemann Friese.

Schade um die schönen Grafiken, schade ums schöne Thema Immobilienvermietung! Albert schien auch etwas enttäuscht, dass erstmals eins seiner mitgebrachten Kartenspiel-Schätzchen floppte. Aber Wucherer ist schon arg belanglos, dazu langweilig und schlicht zu lang. Geschmacksfrage? Klar – aber für mich zählt nur meiner. Und der meiner Lieblingskritiker, von denen die meisten meiner Spielekaufentscheidungen abhängen. Aber bisher überschnitten sie sich ja meist.

Was nun, wenn ich mich auf diese Herrschaften nicht mehr verlassen kann? Muss ich künftig Spiele womöglich in überfüllten Messehallen mit verschnupften Menschen probespielen, statt friedlich Informationen aus dem Internet abzuschöpfen? Eine jährlich wiederkehrende Gelegenheit dafür wäre die Münchner Spielwiesn, für die mir Albert freundlicherweise eine Karte überließ, obwohl ich über sein Wucherer geschimpft hatte.

Dort traf ich zufällig die Vierkirchner Mitspieler Dominik und Thomas. Beide schon länger vor Ort und offenkundig schnupfenfrei. Wir konnten also zu dritt testen. Thomas wollte Camel Up, die Begeisterung fürs Spiel des Jahres war aber nicht groß, und wir probierten lieber Rokoko, das uns am Stand der Jury „Spiel des Jahres“ kompetent erklärt wurde. Immerhin.

Rokoko gefiel durchaus, vor allem Sieger Thomas, auch wenn es nicht für einen Kauf reichte. Wobei der Spielerfolg und das Urteil ja nichts miteinander zu tun haben müssen: Ich habe meine jeweils einzige Partie Machi Koro und Wucherer gewonnen. Dafür gewinne ich in Glen More nie, obwohl ich das so gern mag.

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