Neue Namen

von Nicole

Tom aus Ebersbach war schon das letzte Mal da gewesen. Dabei lief da noch die Fußball-WM. Diesmal hatte er Bastian mitgebracht, und Magnum Sal. Ein Brocken, der fast die Dimensionen des Vierkirchner Spieletreffs sprengt. Die beiden Neuzugänge brauchten denn auch gemeinsam mit den Stammspielern Christian und Antonia zweieinhalb Stunden, um ihre Salzminen auszubeuten. Da blieb keine Zeit für Vorglüher oder Absacker.

Daniela hatte sich nach drei, vier Einsätzen über ein Jahr lang nicht mehr sehen lassen. Und nun saß sie wieder an einem der Tische. Comeback nach der Babypause.

Kevin aus Neufahrn zögerte. Mit seinem Smartphone beschäftigt, wollte er sich zunächst keiner Spielerunde anschließen. Er wartete noch auf Helme. Im sozialen Netzwerk Spontacts hatten sich die beiden für ihren ersten Abend in Vierkirchen verabredet.

Helme? Kam mit Verspätung, hatte sein Auto am neuen Pfarrsaal abgestellt, in den Vierkirchen verspielt erst im September abwandert, dort die Sitzung des Pfarrgemeinderats gesprengt und erfahren, dass er dreimal ums Eck muss, um zu den Brettspielern zu gelangen. Helme präsentierte ebenfalls einen aufwändigen Kracher: Spyrium von Caylus-Autor William Attia. Doch dafür würde die Zeit kaum reichen, also spannte er Carmen, den anderen Florian, Daniela und Kevin als Tester für ein Spiel ein, das er gerade entwickelt.

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Und dann war da noch Benjamin. Der junge Norweger, derzeit zu Gast in Vierkirchen, saß am mit neun Leuten stark besetzten Tisch der Jugendlichen, die sich erst durch den Wilden Westen würfelten und dann im Düsterwald herumtrieben, diesmal allerdings auf Englisch, um Benjamin die Werwolf-Jagd ein wenig zu erleichtern.

Nico, Jana, Felix und Michael versuchten sich an Augustus. Die Regeln des Vierkirchner Sommerhits 2013 hatten sie nicht mehr präsent, doch da konnte Vincent helfen, wenn er nicht gerade Florian und mir die begehrtesten Edelsteine wegschnappte und Adlige an sich band, auf die ich es ebenfalls abgesehen hatte. Nach zwei Runden Splendor und zweimal Love Letter wurde Vincent abgeholt. Auch Carmen, der andere Florian, Jana, Nico, Felix und Karen verabschiedeten sich, dann die Jugendlichen. Ganz ungewohnt: Nach dem Exodus reichte es immer noch für drei Erwachsenen-Tische: die unvermindert emsigen Minenarbeiter, ein Abgeluxxt-Trio, und ich stellte mich zum dritten Mal an diesem Abend einem Wettkampf um die schönsten Edelsteine. Kevin versuchte sich bei seinem Splendor-Debüt an einer destruktiven Strategie. Er hortete alle Smaragde, um zu sehen, ob sich dadurch das Spiel kaputtmachen ließe. Experiment gescheitert, ich kam auch ohne Grün auf meine 15 Punkte.

25 Spieletreff-Besucher stellen keine Rekord dar, vergangenen Sommer haben wir es schon mal auf 30 gebracht. Doch zwölf Erwachsene sind eindeutig ein Spitzenwert. Ganz zu schweigen von fünf Neuen auf einen Schlag. Wenn jetzt noch Alt-Spieletreffler wie Jochen, Volker, Annmarie oder Dominik dazustoßen, wird’s eng. Zum Glück ziehen wir bald um.

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