Entspannung beim Strandsport

von Florian

Wieder spät dran. Felix und Julian hängen schon im Garten ab. Alles easy, alles entspannt heute. Die Sonne ist zwar nicht mehr warm, aber so relaxt, die mag auch noch nicht so bald ins Bett.

Wahrscheinlichkeitsrechnung geht nicht auf

Walter Müllers Brettfußball von 1974 ist ein Würfelspiel, das zu 90 Prozent mit der besseren Taktik gewonnen wird. Steht auf der Schachtel. Auf Walter Müllers Internetseite ist nur noch von 80 Prozent die Rede. Felix will es unbedingt ausprobieren – und ich freue mich, mal einen Mitspieler dafür zu haben.

Felix glaubt an höchstens 40 Prozent Taktik und 70 Prozent Glück nach der höheren Mathematik von Walter Müller. Und natürlich glaubt Felix, er verliert, weil er Pech hat. Ich gewinne, weil ich so gut würfle? Denkste! Ich mache es wie Walter Müller, baue Reihen und Kreuze aus Männchen, passe vor und zurück, dann zweimal vor, noch mal quer. Mit einer Drei oder höher wäre der Ball drin. Im dritten Versuch fällt sie endlich. Yo, 1:0!

Glänzend kombiniert, Van-Gaal-Schule. Ich muss mir mal das Taktikheft von Walter Müller bestellen, das kostet 1 Euro 40, glaube ich. Aber Felix will schon ein anderes Fußballspiel ausprobieren. Das Problem wird weiterhin bestehen: Eine ordentliche Partie Brettfußball dauert zwei bis vier Stunden. Die will doch wieder keiner aufbringen – für ein entspanntes Würfelspiel.

Wenn Zwillinge bluffen

Wir wählen Tor von Reiner Knizia, Blindbieten mit einem Satz Karten. Simpler kann Fußball nicht sein. Aber wir sind relaxt. Inzwischen ist Karen vom richtigen Fußballtraining gekommen und kann gleich einsteigen. Wir machen ein Turnier. Jeder gegen jeden.

In der ersten Partie zwischen Karen und Felix steht es zur Pause 0:0. In der zweiten Halbzeit fällt dann das einzige Tor für Felix durch einen Fernschuss – Glückstreffer! Das Publikum gähnt. So eine Partie dauert wenigstens nicht vier Stunden, sondern eher vier Minuten. Schnarchnasenfußball ist das!

Ich gegen Karen. Früh bluffe ich, versenke einen Fernschuss, genau wie Felix eben. Yo, 1:0. Bis zur Pause kann ich die Führung halten. Dann macht Karen Druck, und unser Trainer trifft eine falsche Entscheidung nach der anderen. Es geht 1:1 aus.

Gegen Felix liege ich schnell 0:1 hinten. Ich entlasse den Trainer: Die Karten werden nicht mehr ausgewählt, ich ziehe sie zufällig. Klappt, Treffer, Ausgleich!

Klappt nur kurz. Felix erhöht noch vor der Pause auf 2:1. Und nach der Pause haut er mir die Bude voll. Nur weil er sich dabei verausgabt, kann ich kurz vor Schluss noch ein 2:4 erzielen.

Felix und Karen sind im Endspiel, das ich nur noch halb mitbekomme, ich wechsle an den Nebentisch zu Kingdom Builder. Aber Zwischenergebnisse erfahre ich durch Triumphrufe, und auf dem Zettel wird auch alles fixiert: 1:1 nach der ersten Halbzeit, 2:2 nach der zweiten. So ist das, wenn Zwillinge versuchen, sich gegenseitig zu bluffen. In der Verlängerung ist es Karen, die das Golden Goal erzielt und den Pokal gewinnt.

Relaxt in der Wüste

In Kingdom Builder lässt der Zufall bei mir Strandatmosphäre aufkommen. Ich ziehe die ersten drei Runden Wüste. Her mit dem Sand! Dank einem Schiff und ab der dritten Runde auch einer Pferdekoppel – vielleicht ist es ausnahmsweise ein Kamelgehege – komme ich trotzdem in alle Ecken, während andere nur beim größten zusammenhängenden Siedlungsgebiet punkten. Als nächstes hole ich mir zwei Turm-Plättchen. Fertig ist die Sandburg.

Easy plaudern wir anschließend 20 Minuten, während nebenan abgeluxxt wird. Dann entscheidet sich die Sonne für die Nachtruhe – und nur sie. Wir packen noch ein Hanabi aus. Die Koordination klappt leider nicht, Carmen versteht meine Hinweise nicht. Und als Florian eine Fünf auf der Abwurfposition hat, muss Michael gerade eine Karte ausspielen, ich habe auch Wichtigeres zu tun und Carmen weiß da noch einen ganz anderen Tipp. Die Fünf geht baden. So kann man sich auch mit Hanabi-Karten gegenseitig den Schwarzen Peter zuspielen.

Aber apropos Schwarz, in der hellen Mittsommernacht würde selbst ein richtig tolles Feuerwerk wenig Effekt machen. Wir bleiben relaxt. War doch easy! Und jetzt nichts wie der Sonne hinterher.

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