SV5 vor SV7 vor SVM

von Nicole

22. Februar, 8.35 Uhr: Die S-Bahn kommt in zwei Minuten, zwei Mann fehlen noch, dazu ein kompletter Spielesatz, Michael wird nervös. Nicht so die U15. Die hat komplett bei ihm genächtigt, letzte Teambuilding-Maßnahme vor der Regvor. Prächtige Stimmung bei Karen, Felix, Lukas und Nico.

U15

Die U15 rückt zusammen

Philipp sitzt in der S-Bahn bei seinen U17-Freunden, mit denen er heuer nicht in einer Mannschaft spielt. Die Mixed Masters brauchen den Gymnasiasten. Und zu den Masters, Sportdeutsch für Senioren, geht er jetzt nach hinten. „Nicole, was ist unser Ziel?“

Vier Spiele – drei Ziele

Gut, dass mich jemand fragt. Ich bin der Kapitän der Mixed Masters. Das war ich schon vergangenes Jahr. Da hatte ich auch genaue Vorstellungen, was mindestens herausspringen muss bei der Regionalvorentscheidung zur Deutschen Brettspielmeisterschaft, doch eine Bronchitis verhinderte meinen Auftritt. Das vergangene Jahr habe ich genutzt, um die Erfolgsschritte zu formulieren. 1. Fünf Punkte, also maximal drei vierte Plätze, denn dafür gibt es jeweils einen Punkt, und dazu ein dritter Platz. 2. Wenn das geschafft ist, peilt jeder seinen ganz persönlichen ersten Platz an, also fünf Punkte auf einen Schlag. 3. Danach darf die Punktzahl auch noch zweistellig werden.

Philipp zuckt bei der Erwähnung eines ersten Platzes zusammen. Ein solcher war ihm vergangenes Jahr versagt geblieben: „Das wird schwer.“ Ich will ihn nicht unter Druck setzten: „Zwei zweite Plätze à drei Punkte sind genauso gut wie ein erster und ein vierter Platz.“ Er sieht nicht überzeugt aus.

Vierkirchner Duell bei Village

Das erste Vierkirchner Duell bei Village

Am Veranstaltungsort angekommen, machen wir uns mit unseren Kürzeln vertraut. Die U17 heißt SV7, die U15 folglich SV5, die Masters fast wie die Stadtwerke: SVM. Darauf folgt jeweils die teaminterne Nummer des Spielers: SV52 beispielsweise ist der zweite Spieler der Mannschaft „Spielvereinigung Vierkirchen verspielt U15“. Einen ganz so umständlichen Namen haben wir eigentlich nicht, aber wir wissen, wer gemeint ist. Und dürfen weiter Felix zu ihm sagen.

Tisch 7 im Nebenraum ist der Stammplatz der Mixed Masters. Als Nummer eins, SVM1, begrüße ich 4IG1, Zug4 und NGA3 zu Village. Alle konzentriert – und nett. Wer Getreide holen will, aber kein Manschgerl auf dem Hof hat, darf sich noch mal überlegen, ob er nicht besser woanders ein Klötzchen nimmt. Im Lesen der Messe bin ich großartig. Immer kommt mein Gelber aus dem Sack, nur der Blaue und der Weiße verstecken sich hinter den vier Schwarzen. Das kostet Blau in der letzten Runde nach eigener Aussage fünf Punkte. Es reicht trotzdem noch für Rang zwei hinter Weiß und vor Gelb.

Auf Espresso folgt Würfeln

Dritter Platz, das Primärziel ist geschafft. Die Gegner waren wirklich gut. Links und rechts wird noch gespielt. Langsam trudeln Ergebnisse ein. Michael (SVM) Zweiter – er hat zum Schluss das falsche Manschgerl sterben lassen. Christian (SVM) Zweiter, Jochen (SV7) Zweiter, Sarah (SV7) Dritte, Lukas (SV5) Zweiter, Karen (SV5) Vierte. Noch kein einziger Sieger. Bis Simon (SV7) seine Partie beendet. Im Vorjahr Letzter der internen Vierkirchner Wertung, startet er exzellent ins Turnier. Und das mit der Reise-Strategie, die bei uns als allzu aufwändig gilt. Vor der Auswertung der Marktplättchen elf Punkte vorne, reicht ihm der Vorsprung, um den ersten Platz zu verteidigen.

Und dann die nächste gute Nachricht: Philipp Erster! Ziel eins ist kein Thema mehr, Ziel zwei schon vor dem Mittagessen erreicht. Rechts wird endlich Felix (SV5) fertig, Dritter mit 42 Punkten, einen Punkt vor Ralf. Ralf gehört zu den Schrobenhausenern, wohnt aber in Unterschleißheim. Und was liegt auf der Landkarte in der Mitte? Vierkirchen. E-Mail-Adressen werden ausgetauscht, Blog-Links verschickt.

Der Großteil isst bereits, links von mir kämpft Nico (SV5) immer noch. Aber es lohnt sich: erster Platz mit 53 Punkten. Damit hat aus jedem Vierkirchner Team einer den Strategiekracher zum Auftakt des Turniers gewonnen. Bitte weiter so.

U17

Die U17 spielt in Rautenformation

Im Wandel der Zeiten – das Würfelspiel an Tisch 8, zu Gast bei Gipfelistürmer 3 aus der Zentralschweiz. Es gäbe noch viel mehr zum Volksentscheid zu sagen, aber die Nebentische sind schon durch, bevor wir überhaupt anfangen. Der Espresso hilft nicht, die Würfel machen, was sie wollen. Zu viele Seuchen, die nur mich betreffen, weil ich ja unbedingt die Architektur statt der Medizin kaufen musste. Zwölf Punkte, vierter Platz.

Sarah (SV7) geht es nicht besser. Michael (SVM) liegt in der Schlussabrechnung auf Rang zwei, der Meldezettel ist unterzeichnet, da fällt einer Mitspielerin auf, dass sie noch einkaufen gehen könnte, wenn man sie denn ließe. Man lässt sie, und Michael ist nur noch Dritter. Damit hat er immer noch einen Punkt mehr als Sarah, meine Wenigkeit oder Lukas (SV5). Der schießt den Vogel ab: minus sechs. Bei Karen (SV5) läuft es besser als in Village: Platz zwei mit 14 Punkten. Felix (SV5), der Tempo macht, reichen zehn zum ersten Platz, und Nico (SV5) setzt sich mit 29 Punkten und dem zweiten Sieg in Folge an die Spitze der Vierkirchner.

Ordnung im Weltall

Die Mogelmotte 4 aus dem Badischen begrüßt mich an Tisch 5 zu Race for the Galaxy. Wow, die Karten sind sauber eingetütet. Und statt eines abgekauten Kugelschreibers steht ein ganzes Federmäppchen zur Verfügung. Da leihe ich mir doch gleich mal Grün aus, um Notizen für den Blog zu machen. Zum ersten und einzigen Mal treffe ich außerdem auf einen Vierkirchner: Felix (SV5). Der hat schon sieben Punkte geholt, ich erst drei, trotzdem gebe ich mich selbstbewusst.

Die Emmeringer Hölzlhexe 1 an Position zwei siedelt, was das Zeug hält. Felix‘ (SV52) Strategie kann ich nicht nachvollziehen, auch was die Mogelmotte so treibt, verstehe ich nicht, nur dass sie öfter erkundet und ich dann dank Sondereigenschaft eine Karte mehr behalten darf, finde ich gut. Gleich am Anfang habe ich zwei Sechser-Entwicklungen, zu früh, um sie aufsparen zu können. Danach kommt nichts mehr. Mit doppelten Siegpunkten lässt sich das eine oder andere Pünktchen machen.

„Ja!“ Arme in die Höhe, Irritation an den Nachbartischen, meine Freude über den Sieg mit 34 Punkten fällt nicht lautlos aus. Felix verpasst den zweiten Platz um einen Punkt. Ein paar Tische weiter beutet dagegen seine Schwester Karen (SV5) eine Sechser-Entwicklung optimal aus, die ihr über 20 Punkte beschert – und damit Rang eins. Christian (SVM) bringt es an seinem Tisch auf 38 Punkte, was aber nur zum vierten Platz reicht. Trotzdem macht ihm Race von allen Spielen an diesem Tag am meisten Spaß. Das kann man von seinem Teamkollegen Michael nicht sagen: Die Karten laufen gegen ihn, Rang vier, kurz kommt die Erinnerung an 2013 hoch. Für ihn als einen der stärksten Vierkirchner Spieler war die Regvor damals eine Enttäuschung.

Mixed Masters

Anders als 2013 werden die Mixed Masters ihrem Namen gerecht

Doch es folgt noch Kingdom Builder. Und in diesem Spiel sichert sich Michael seinen ersten ersten Platz. Christian (SVM) trägt mit einem geteilten dritten Platz eineinhalb Punkte zum Mannschaftsergebnis der Mixed Masters bei. Die Bürger sind so gar nicht seins. Felix (SV5) trifft auf Simon (SV7). Arbeiter, Händler, Bergarbeiter. Da lässt sich was machen. Tatsächlich beendet Simon das Turnier, wie er es begonnen hat: als Erster. Mit einem Punkt weniger landet Felix auf Rang zwei. Ebenfalls Vize wird Sarah (SV7), die nach einem dritten und zwei vierten Plätzen die Pause vor der letzten Partie des Tages zur Meditation genutzt hatte – mit einem dicken Buch auf den Knien. 62 Punkte. Drei mehr schafft Dominik (SV7) und teilt sich damit in seiner Runde den ersten Platz.

Und ich? Als ich es vor zwei Jahren kennenlernte, lag mir Kingdom Builder gar nicht. Immer wurde ich Letzte, bis ich begann, am Tablet gegen Künstliche Intelligenzen anzutreten. Eine Sucht und eine exzellente Vorbereitung. Fischer, Arbeiter und Bauern, keine Pferdchen, keine Schiffe, dafür Hütten, Oasen, Grenztürme und Wiesen. Ich sitze an vierter Position, eigentlich ein Nachteil, wenn man nicht gerade bei den Lords mit einem Häuschen hier und da Entscheidungen im letzten Zug herbeiführen kann. Erst eine Wiese, dann ein Grenzturm, schließlich eine Hütte. Und immer die Bauern im Auge, bloß keinen Quadranten frei lassen. Ich bin schnell in allen vier Teilen vertreten, sonst läuft es so lala. Nur achten die Mitspieler mehr auf die Nähe zum Wasser und zur Stadt als auf eine gleichmäßige Verteilung. Michael (SVM) kommt, um die letzten Züge mitzuverfolgen. Er sieht, dass ich Schwarz habe, schaut sich die Gewinnziele an, die Positionen auf dem Spielplan und fängt zu lächeln an. Tatsächlich liege ich schon vor der Bauern-Zählerei in der Schlusswertung knapp vorne. Und dann kommen noch mal 27 Punkte dazu, während die Konkurrenz neun, sechs und null macht.

Senioren freuen sich zu früh

Vierkirchner verfolgen die Siegerehrung

Spannung vor der Siegerehrung

Während Jo vom Veranstalter Spuiratzn die letzten Ergebnisse eingibt, rechnet die U15 (SV5) die Vierkirchen-Rangfolge im Kopf aus. Jubel! Die Jüngsten kommen auf 45 Punkte und damit Rang eins vor der U17 (SV7) und den Masters (SVM), die beide 44 Punkte vorweisen können.

Dann zählen die Senioren nach – und klatschen sich begeistert ab: Der Kapitän, nur bis zur fünften Klasse wirklich gut in Mathe, ermittelt ein Ergebnis von 46 Punkten. Jo später bei der Siegerehrung leider nicht. Es sind tatsächlich nur 44, und aufgrund des Tiebreakers – je weniger erste Plätze, desto besser – springt Vierkirchen-intern der dritte Platz sowie im Gesamtklassement der 18 Teams Rang neun heraus. Hinter der U17 und der U15. Damit bleiben wir auch meilenweit hinter den Herne-Plätzen eins und zwei zurück. Aber an dem Wochenende feiert sowieso mein Neffe Konfirmation.

Respekt, zwei Teilnehmer holen die maximalen 20 Punkte. Dafür gibt es ein Spiel als Preis. Russian Railroads sucht der eine aus. Gute Wahl, sagen wir – zum Glück ist es in Vierkirchen schon vorhanden. Das Siegerteam kommt auf beeindruckende 60 Punkte. Das wäre mal ein Ziel. Einen fantastischen Tag hatten wir ja schon. Und für die geschlossene Mannschaftsleistung gab’s sogar vom Veranstalter Lob und netterweise viel Applaus von der Konkurrenz.

Dreimal 14 Punkte

Dreimal 14 Punkte verabschieden sich

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