Land spielt in Stadt

von Florian

Kostenlose Erweiterungen, Gewinnspiele, Brettspielturniere: Das gab’s diesen Sonntag an 36 Orten bundesweit. Sogar ein Motto haben die Veranstalter dem Brettspieltag spendiert: „Stadt – Land – Spielt!

Auf der Suche nach dem Sinn diese Mottos reiste ich vom Land – Vierkirchen – in die große Stadt Nürnberg. Die noch größere Stadt München spielte nämlich nicht.

Ich fuhr eigentlich gar nicht unbedingt, um zu spielen. Ich gestehe niedrige Motive ein: Die Erweiterung für Elfenland wollte ich unbedingt haben. Aber Spielen fand ich schon auch okay, weshalb ich mit Daniel und Sebastian zwei junge Mitspieler mitnahm.

Klasse: In Nürnberg konnte man so gut wie jedes aktuelle und nicht mehr so aktuelle Spiel ausleihen. Die Veranstaltung fand nämlich in den Räumen des Spieleclubs Ali Baba statt. Und wenn ein Spiel nicht grad im Regal lag, wie das von mir gewünschte K2, holte es schnell ein Mitarbeiter aus dem Archiv – das heißt, aus dem Nebenraum.

Mit je zwei Bergsteigern kletterten wir auf den zweithöchsten Berg der Erde. Meine packten den Abstieg leider beide nicht. Puste aus. Blau angelaufen! Dank Anwendung der Familienregeln bekam ich dennoch ein paar Punkte. Daniel gewann. Auch nur mit einem Mann, der den Gipfel erreichte

K2 ist ein thematisch hübsches Blindbietspiel: Jeder deckt seine Karten gleichzeitig auf. Abgearbeitet werden sie nacheinander. Ich hoffe, in den Details haben wir nicht zu viele Regelfehler gemacht.

image

Noch eine Regel selbst lernen wollten wir anschließend nicht, wandten uns daher an einen Tisch mit einer Promo-Aktion des Pegasus-Verlags. Ein Helfer erklärte uns dort Wunderland, das in der Hamburger Modellbahnausstellung angesiedelt ist. Er spielte auch gleich selbst mit, und Sebastian zockte ihn ab. Tja.

Wunderland ist kein Streckenbau-, sondern ein Reisespiel. Jeder kann sich von jedem mitnehmen lassen. Die Taktik muss also sein, an für andere uninteressante Orte zu ziehen und nicht für sie die Arbeit zu machen. Hat uns gut gefallen. „Nicht zu kompliziert für die Ferien“, sagte Sebastian.

Der Veranstalter hatte eigentlich nur in einem Innenhof Spieleerklärer abgestellt. Dort gab es ein Riesen-Heckmeck (das Würfelspiel von Knizia) und Geschicklichkeitsspiele. Wir versuchten uns an Mölkki, einem lustigen Kegelwerfen. Nach einer internen Trainingsrunde ging es gegen eine fremde Besuchergruppe. Vier Runden in Folge schaffte unser Team die Maximalpunktzahl von zwölf Punkten. Die Erklärerin staunte nicht schlecht. Der nächste Rückschlag folgte zwar sogleich, aber für einen ungefährdeten Sieg reichte es noch. Ganz großartig fanden wir alle drei dieses Spiel, für das wir offensichtlich eine beträchtliche Begabung hatten. Anders als fürs Besteigen von Achttausendern. Die Idee, alles könnte nur Anfängerglück sein, kam uns nicht.

Schon waren über vier Stunden rum. Wir wollten zurück aufs Land. Vorher holten wir aber noch schnell die Erweiterungen ab. Zooloretto bekamen Daniel und Sebastian, Stone Age und Elfenland behielt ich. Belfort wäre noch über. Hat wer das Grundspiel dazu? Bitte melden!