Sommerabend in Stichworten

von Florian

Augustus: Ehrenbezeichnung für ganz besonders erhabene Römer. Davon abgeleitet Spieletitel von Paolo Mori. Zu den Besonderheiten zählen der Gebrauch des Lateinischen für die gesamte Spielkommunikation, aber auch das zweifelhafte Deutsch der Anleitung, das Udo Bartsch und Stefan Duksch in der Spielbox hinreichend gewürdigt haben. Wurde im Mittelteil des Spieleabends von Nicole, Carmen, Florian, Michael und mir gespielt; ich wurde Zweiter mit 72 Punkten, einen hinter Nicole.

Bartsch, Udo: Spielbox-Autor, der angesichts der deutschen Regel von Augustus ausrief: O weh, Cäsar!

Blog: Internetpublikation, die mit Zeug vollgeschrieben wird, das keiner liest. Der Trend für Spieleclubs, die auf sich halten, geht zum Zweitblog – jeweils passend zum Wetter.

Carmen: Oper, die seltsamerweise nicht in Showmanager aufgeführt wird. Außerdem Name einer Mitspielerin, die in Augustus – es war ihre erste Partie – noch etwas den Überblick über die Kartenfunktionen vermisste, aber ihren Mann doch deutlich distanzierte.

Dominik: Mitspieler, der hier nur erwähnt wird, um all die Stammleser von Spielen in Vierkirchen nicht zu irritieren. Schließlich dürften sie den Namen inzwischen kennen. Er saß und spielte aber ausnahmsweise einen Tisch weiter.

Duksch, Stefan: Spielbox-Autor, der angesichts der Interpunktion der deutschen Regel von Augustus kommentierte: „Wir essen Opa! Satzzeichen können Leben retten.“ Eine Anmerkung, die beide Florians unabhängig voneinander äußerst komisch fanden.

Florian: Aus dem Lateinischen stammender Name zweier Mitspieler, von denen der eine in diesem Blog überwiegend als „der andere Florian“, der andere aber als „ich“ bezeichnet wird. Wenn der andere Florian seine Drohung wahrmacht, demnächst beide Cheftechniker eines Blogs. Florian der Zweite seines Namens tendiert zum Extrem: In Showmanager erteilte er uns eine Lehrstunde, in Augustus wurde er abgeschlagen Letzter.

Foto: Tut mir Leid, ich hab’s schon wieder verbaselt, leider nicht brauchbar. Aber der andere Florian hat eins gemacht:

Showmanager

Grüne Wiese: Aufgrund der Hitze ausnahmsweise Veranstaltungsort des Spieletreffs. Demnächst außerdem möglicherweise Titel unseres Zweitblogs spielenaufdergruenenwiese.wordpress.com.

Hanabi: Japanischer Ausdruck, hmm. Leider ist mein Japanisch längst nicht so bewunderungswürdig wie mein Latein, ich meine aber, mich erinnern zu können, dass Hanabi wörtlich „brennende Nelke“ heißt und figurativ für Böllerschützen steht. Das Spiel von Antoine Bauza jedenfalls spielten Nicole, Michael und ich als vergleichsweise anspruchsvollen Absacker. Zu dritt scheint Hanabi noch am leichtesten, da solide 15 Karten, verteilt auf nur drei Hände, zur Verfügung stehen. Wir kamen mit geringfügigen Absprache-Optimierungen und Resümees als nicht eingespieltes Team auf 22 Punkte.

Hitze: Ja, wir reden übers Wetter. Von meinen Kollegen tagsüber als unangenehm empfunden, im Spielekreis aber erfreut aufgenommen und von Michael mit dem Ausdruck „endlich!“ meines Erachtens letztgültig bewertet.

Latein: Von allen Vierkirchnern perfekt beherrschte Altsprache – ein Umstand, der flüssiges Spielen von Augustus überhaupt erst ermöglicht. Leider sind bisweilen auch barbarische Petershausener anwesend, die statt des üblichen Herrschergrußes das verbotene Wort mit B verwenden, wenn sie eine Karte abschließen.

Michael: Musizierender Mitspieler, folglich auch Besitzer und Regelerklärer von Showmanager. Informierte uns, was Wacken ist.

Nicole: Rolle in einer der bei Showmanager zu veranstaltenden musikalischen Soireen. Von mir mit einer Provinzschauspielerin besetzt. Außerdem Name meiner anwesenden Ehefrau. Unglückliche Koinzidenz.

Senator: Korrekte Bezeichnung der dunkelgrauen Karten in Augustus, die Nicole zwischenzeitlich als Konsuln anredete. Michael merkte an, dazu seien es zu viele. Nach 24 Stunden zusätzlichen Nachdenkens bin ich zu der Auffassung durchgedrungen, dass es unter Augustus (und seinem Vorgänger Gaius Julius) gar keine Konsuln mehr gegeben hat.

Showmanager: Berufsbezeichnung aus der Veranstaltungsbranche; davon abgeleitet nettes Spiel von Dirk Henn, dessen enthusiastische Aufnahme im Jahr 1997 (3. Platz beim Deutschen Spielepreis, Auswahlliste Spiel des Jahres) ich nicht mehr ganz nachvollziehen kann. So wie wir gespielt haben, hofft jeder in seinem Zug auf ganz bestimmte Stars mit einer bestimmten Farbe, einem von zwei bestimmten Buchstaben und möglichst hohem Wert. Wenn eine solche Karte auftaucht, ist es gut; ob sie dann 0 oder 3000 Mark kostet, ist meistens auch schon egal. Möglicherweise haben wir aber taktisch unterdurchschnittlich gespielt.

Spielbox: Zweitbeste Spielezeitung der Welt, gleichauf mit der Fairplay. Der erste Rang meiner persönlichen Liste wird für eine noch zu gründende Zeitschrift freigehalten, in der die Mehrheit der Spiele schlecht wegkommt, um die Leser nicht zu sinnlosen Ausgaben zu motivieren.

Vier rot: Letzte bei Hanabi gespielte Karte. Von Nicole.

Wecker: Elektromechanisches Gerät, das den Fortschritt der Zeit zwar nicht aufhalten, aber abbilden und im Bedarfsfall durch unangenehme Akustik darüber informieren kann. Klingelte am Dienstagmorgen nach dem Spieleabend leider allzu früh.

Zehntausend-Mark-Variante: Von Michael und mir nach Spielende ersonnene Showmanager-Variante. Statt vier liegen stets elf Musikerkarten aus; die Preise reichen bis zu namensgebenden zehntausend Mark. Unerprobt; macht das Spiel möglicherweise zu verkopft.