Die Zuschauer sind begeistert

von Nicole

Im Mai wird es an der französischen Atlantikküste erst spät dunkel. Und wer legt sich schon im Urlaub schlafen, wenn die Sonne noch nicht untergegangen ist. Bleibt also reichlich Zeit, nach Mont Saint-Michel oder Teppich von Bayeux noch eine Runde zu spielen. Oder zwei oder drei. An der Anzahl der Spiele hatten wir nicht gespart, am Volumen sehr wohl, schließlich waren wir mit Zug und Fahrrad unterwegs.

Umso größer die Überraschung, bei der Rückkehr nach Vierkirchen zwei unserer liebsten Urlaubsspiele auf der Auswahlliste Spiel des Jahres 2013 wiederzufinden: Hanabi und Qwixx. Dazu noch Augustus, das wegen des Formats zu Hause geblieben war, aber doch irgendwie immer präsent. Zumindest dann, wenn irgend jemand das Meer entdeckte, denn dann war ein „Ave Cäsar“-Ruf fällig. Und Meer gab’s reichlich. Im nächsten Spieletreff am Montag nach den Pfingstferien verlängerten wir dann einfach den Urlaub, ohne Sonne und Cidre, aber mit Hanabi und Qwixx. Auch ein Augustus-Tisch fand sich.

Nominierte 2013

Michael, Karen und ich versuchten es mit Hanabi. Ich hatte schon dutzende Partien hinter mir, war sozusagen Profi mit der sensationellen Erfolgsquote von einmal 25 erreicht. Ich tischte gleich die Kartenhalter aus Battlelore auf, um optimale Bedingungen zu schaffen, erklärte die Regeln und traf Verabredungen: immer die rechte Karte abwerfen, wenn man keine Hinweise bekommt, spart den letzten Tipp für wirklich Dringendes und rettet die Fünfer.

Doch nicht jeder denkt so wie meine Frankreich-Mitreisenden. „Du hast da und dort eine weiße Karte.“ Von der einen wusste ich, dass es eine Fünf war. Tatsächlich war bei Weiß aber gerade eine Drei fällig. Also musste der Tipp doch bedeuten, dass ich eine Drei hatte, aber noch weitere Dreier aus anderen Farben auf der Hand. Pech gehabt, eine Vier und der erste Blitz. Der zweite und der dritte folgten rasch, weil ich Expertin mir die Positionen meiner bereits mit Hinweisen versehenen Karten nicht merken konnte. Aus, vorbei, null Punkte: „Oje! Die Zuschauer buhen“, heißt es so schön in der Anleitung. Nicht mit uns, zweiter Versuch. Und der lief deutlich besser. So gut, dass wir bei großzügiger Regelauslegung auf sagenhafte 22 Punkte kamen: „Sehr gut! Die Zuschauer sind begeistert.“

Nach diesem Erfolgserlebnis noch ein schnelles Qwixx mit Michael, Christian, Dominik und Florian. Bei Vierkirchen verspielt wird nicht nur anders gedacht, es wird auch anders gewürfelt. Ständig diese hohen Zahlen, die schnell keiner mehr gebrauchen konnte. Und keine rote oder gelbe Zwei oder grüne oder blaue Zwölf, um eine Reihe und möglichst das ganze Spiel abzuschließen. Warum hatten die anderen noch so viel mehr Möglichkeiten? Warum musste gerade ich den vierten Fehlwurf landen, der die Partie beendete? Schlappe 48 Punkte. Das war schon einmal besser und das wurde auch wieder besser. Zum Sieg reichte es nicht, der war zweimal Christian vorbehalten, aber die 100 Punkte rückten wieder in Sichtweite. Zum Glück haben wir schon neue Blöcke bestellt.