Laudamus Paolo Mori

von Nicole

Hic est Gaius. Haec est mensa. Viel mehr ist von meinem Schullatein nicht übrig geblieben. Höchstens noch: Laudo, laudas, laudat, laudamus, laudatis, laudant. Und beim Stichwort De bello gallico fällt mir ein, dass ich für die Hausaufgaben immer die Hefte meiner älteren Schwester zu Rate gezogen habe. Sie hatte einen Einser in Latein, später sogar Leistungskurs. Ich nicht. Aber ich wusste in Schulaufgaben über Übersetzungen brütend genau, an welcher Stelle auf welcher Seite im Lateinbuch das Wort stand, dessen deutsche Bedeutung mir gerade nicht einfallen wollte. Ich bin ohne Schaden aus der Sache hervorgegangen. Und die alten Römer mag ich auch ganz gerne. Am Montag sogar so gerne, dass ich zwei Mal mit ihnen gespielt habe. Naja, Augustus von Paolo Mori, benannt nach dem Großneffen und Haupterben Cäsars.

Ist es ein Arbeiter-einsetz-Spiel, weil man rote Männchen auf Karten platziert? Oder ein Kartenspiel, weil man durch die Männchen eben Zielkarten erfüllen und damit Punkte erzielen kann. Oder doch eher ein Glücksspiel, denn wo die Männchen hinkommen, bestimmen Plättchen, die aus einem Beutel gezogen werden. Und da schmerzt es schon, wenn der einzigartige Dolch auf gelbem Untergrund erscheint und man so gar keinen Dolch hat, um ihn zu besetzen. Ein Katapult, ein Katapult, gebt mir einen Katapult. Die Standarte, jawohl! Sobald der Joker hervorgezaubert wird, landen Schwerter, Schilde, Streitwagen, Katapulte, Standarten und Dolche wieder im schwarzen Sack. Alles ist von neuem möglich. Streitwagen, ich brauche zwei Streitwagen. Warum Schilde? Wer will schon Schilde? Und wenn die Männchen ausgehen, sieben an der Zahl, muss ich umschichten. Wann immer sämtliche sämtliche Kategorien einer Karte besetzt sind, kommt Freude auf, denn dann darf ich „Ave Cäsar“ rufen. Bis zu sieben Mal. Mit oder ohne Latinum.

Erledigte Karten bringen direkt Punkte – und das Recht, in bestimmten Situationen Belohnungen einzufordern. Der Weizen zum Beispiel, immer ein Lichtblick und gut für fünf Punkte. Zumindest, bis ein Mitspieler mehr davon gesammelt hat. Drei Senatoren, drei grüne Länder, drei in Dunkelrosa – alles wird belohnt. Drei gesammelte Karten, vier, fünf, sechs. So hätte es im Lateinunterricht auch laufen können. Vielleicht wäre dann mehr hängen geblieben.